In Deutschland leben über 2,5 Millionen Kinder in Einkommensarmut. Dies entspricht etwa 19,4 Prozent aller Personen unter 18 Jahren. Zu den elementarsten Bedürfnissen der Kinder werden neben Essen und Kleidung auch Spielsachen, das Feiern von Festen und das Pflegen von Sozialkontakten gezählt.
Inhaltsverzeichnis
1. Definition Armut
1.1 Absolute Armut
1.2 Relative Armut
2. Definition und Messung von Kinderarmut
2.1 Beispiel Äquivalenzeinkommen
2.2 Messung
3. Äquivalenzeinkommen Netto in Deutschland in Euro pro Jahr
4. Kinderarmut in Deutschland
4.1 Landesdurchschnitt
4.2 Städte über 200.000 Einwohner
5. Folgen und Auswirkungen von Kinderarmut
5.1 Arme Kinder sind stärker in ihrer körperlichen und gesundheitlichen Entwicklung eingeschränkt
5.2 Arme Kinder haben schlechtere Chancen auf einen guten Bildungsabschluss
5.3 Arme Kinder haben schlechtere Wohnbedingungen
5.4 Arme Kinder sind von der soziokulturellen Teilhabe weitgehend ausgeschlossen
6. Kinderarmut erschwert eine gesunde Ernährung
7. Teufelskreis Armut
8. Mögliche Maßnahmen gegen Kinderarmut
9. Thesen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Analyse von Kinderarmut in Deutschland, definiert deren theoretische Grundlagen und beleuchtet die gravierenden Auswirkungen auf die Entwicklung betroffener Kinder unter Berücksichtigung sozioökonomischer Kennzahlen.
- Definition von absoluter und relativer Armut sowie deren Messbarkeit.
- Die Bedeutung des Äquivalenzeinkommens für die statistische Erfassung.
- Regionale Unterschiede und Verteilungen der Armutsgefährdungsquoten.
- Auswirkungen von Armut auf Gesundheit, Bildung und soziale Teilhabe.
- Diskussion von Lösungsansätzen und politischen Maßnahmen gegen Kinderarmut.
Auszug aus dem Buch
Absolute Armut
Extreme oder absolute Armut bedeutet, dass die Menschen die Grundbedürfnisse zum Überleben nicht befriedigen können. Sie sind chronisch unter- oder mangelernährt, haben keine Möglichkeit sich ärztlich behandeln zu lassen, leben ohne Versorgung mit sauberem Trinkwasser und haben keine Kanalisation und Müllabfuhr. Ihre Unterkünfte bestehen höchstens aus Blech- oder Bretterverschlägen und sie können sich elementare Kleidungsstücke, wie etwa Schuhe, und den Schulbesuch ihrer Kinder nicht leisten. Extrem arm ist ein Mensch laut Definition der Weltbank, wenn er weniger als 1 US-Dollar (0,80 Euro) pro Tag zur Verfügung hat
Zusammenfassung der Kapitel
1. Definition Armut: Einführung in die theoretische Unterscheidung zwischen absoluter Armut als Existenznot und relativer Armut im gesellschaftlichen Vergleich.
2. Definition und Messung von Kinderarmut: Erläuterung der Altersgrenzen sowie des methodischen Vorgehens zur Berechnung des Äquivalenzeinkommens als Vergleichsgröße.
3. Äquivalenzeinkommen Netto in Deutschland in Euro pro Jahr: Statistische Darstellung der Median-Einkommensentwicklung in Deutschland über den Zeitraum von 1995 bis 2010.
4. Kinderarmut in Deutschland: Aufarbeitung von Daten zur Armutsgefährdungsquote nach Bundesländern und Städtegrößen.
5. Folgen und Auswirkungen von Kinderarmut: Analyse der negativen Einflüsse auf Gesundheit, Bildungschancen, Wohnsituation und gesellschaftliche Integration.
6. Kinderarmut erschwert eine gesunde Ernährung: Untersuchung der Diskrepanz zwischen Regelsätzen und den tatsächlichen Kosten für eine kindgerechte, gesunde Ernährung.
7. Teufelskreis Armut: Visualisierung und Erklärung der systemischen Verstärker, die den Ausstieg aus der Armut erschweren.
8. Mögliche Maßnahmen gegen Kinderarmut: Vorstellung politischer und gesellschaftlicher Strategien zur Armutsbekämpfung und Prävention.
9. Thesen: Abschließende kritische Thesen zur gesellschaftlichen Einordnung von Kinderarmut und Ungleichheit.
Schlüsselwörter
Kinderarmut, Armutsgefährdungsquote, Äquivalenzeinkommen, SGB II, Soziale Teilhabe, Bildungsbenachteiligung, Gesundheit, Wohnbedingungen, Grundsicherung, Arbeitslosigkeit, Existenzminimum, Industrieländer, Kindergrundsicherung, Migrationshintergrund, Einkommensmedian.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser Publikation?
Die Arbeit behandelt die Problematik der Kinderarmut in Deutschland, ihre Definition, statistische Messung sowie ihre vielfältigen Auswirkungen auf die Entwicklung von Kindern.
Welche Armutsformen werden unterschieden?
Es wird zwischen absoluter Armut (Fehlen der Existenzgrundlagen) und relativer Armut (Unterversorgung im Vergleich zum gesellschaftlichen Wohlstand) differenziert.
Was ist das Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Verständnis für die Ursachen und die gravierenden, langfristigen Folgen von Kinderarmut für die betroffenen Heranwachsenden aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Publikation stützt sich auf eine Literatur- und Datenanalyse, unter anderem basierend auf dem Mikrozensus, OECD-Skalen und Langzeitstudien wie KiGGS.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Definitionen auch regionale Statistiken, Ernährungssituationen, gesundheitliche Auswirkungen und politische Maßnahmen diskutiert.
Welche Keywords prägen die Analyse?
Wichtige Schlagworte sind Äquivalenzeinkommen, Armutsgefährdungsquote, Bildungsbenachteiligung und soziale Teilhabe.
Wie wird das Äquivalenzeinkommen gewichtet?
Der erste Erwachsene erhält das Gewicht 1, Kinder unter 14 Jahren 0,3 und weitere Personen über 14 Jahren 0,5, um Einspareffekte in Haushalten zu berücksichtigen.
Warum haben arme Kinder schlechtere Bildungschancen?
Die Arbeit verweist auf Barrieren im Schulsystem, kulturelle Hürden und die Tendenz, auch bei vergleichbaren Leistungen seltener Gymnasialempfehlungen auszusprechen.
Welche Rolle spielt die Ernährung?
Die Regelsätze für Kinder decken laut den aufgeführten Daten nicht die Kosten für eine optimierte Mischkost, was zu ungesünderer Ernährung führt.
Welche Maßnahmen werden gegen Armut vorgeschlagen?
Diskutiert werden unter anderem die Einführung einer Kindergrundsicherung, Mindestlöhne sowie der Ausbau von Ganztagsbetreuung und gebührenfreier Bildung.
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- Axel Gaumer (Author), 2012, Kinderarmut in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264655