Meine Arbeit wird mit einer Beschreibung dessen beginnen, was heute unter außerschulischer politischer Jugendbildung zu verstehen ist und wie dies gesetzlich in Deutschland geregelt ist. Im Anschluss daran werde ich auf die Geschichte in Deutschland eingehen, dabei werde ich mich auf die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrieren und die Geschichte, mit besonderem Blick auf die 1970er, 1980er und 1990er Jahre, bis hin zur heutigen Zeit, darlegen. Anschließend möchte ich einen Einblick in die Institutionen geben, die in Deutschland eine große Rolle spielen. Dazu gehören vor allem der Deutsche Bundesjugendring sowie der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten. Mein Ziel ist hierbei, einen kurzen Überblick über die Arbeit dieser Institutionen zu geben, sowie deren aktuelle Programme vorzustellen. Ich möchte dabei keine detaillierte Beschreibung der Institutionen konstatieren, sondern lediglich einen kurzen Einblick ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist unter außerschulischer politischer Jugendbildung zu verstehen?
3. Außerschulische politische Jugendbildung in Deutschland
3.1 Geschichte
3.1.1 Nachkriegszeit
3.1.2 Neuorientierung in den 1970er Jahren
3.1.3 Stagnation in den 1980er Jahren
3.1.4 Neue Herausforderungen in den 1990er Jahren
3.2 Institutionen und Träger
3.2.1 Deutscher Bundesjugendring
3.2.2 Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten
4. Außerschulische politische Jugendbildung in Hessen
4.1 Geschichte 1970 - 2010
4.2 Jugendverbände
4.2.1 Hessischer Jugendring
4.2.2 Sportjugend Hessen
5. Fazit: Aktuelle Situation und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Entwicklung der außerschulischen politischen Jugendbildung in Deutschland und speziell im Bundesland Hessen nachzuzeichnen. Dabei wird untersucht, wie sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Rolle der maßgeblichen Institutionen über die Jahrzehnte gewandelt haben, um junge Menschen in ihrer demokratischen Sozialisation zu unterstützen.
- Historische Entwicklung der politischen Jugendbildung seit 1945
- Die Bedeutung rechtlicher Rahmenbedingungen wie des SGB VIII
- Strukturen und Arbeitsweisen wichtiger Trägerorganisationen
- Besonderheiten und Förderansätze im Bundesland Hessen
- Herausforderungen in der Erreichbarkeit und Kommunikation mit Jugendlichen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Nachkriegszeit
Nachdem zu Zeiten des Nationalsozialismus Wert darauf gelegt wurde, eine „arische Jugend“ zu formen, indem man Gruppen wie die „Hitler-Jugend“ oder den „Bund deutscher Mädchen“ in das Leben rief um „außerschulische Bildung“ zu betreiben, wurde nach dem zweiten Weltkrieg die „Re-education“ Politik der Amerikaner und Engländer zum Mittelpunkt der Bildung Jugendlicher. Neben Entmilitarisierung und Denazifizierung sollten Jugendliche „Demokratie erfahren und lernen“ (Hafeneger 1997: 22) um sich selbst zu finden. Die Orte an denen dieses Programm umgesetzt werden sollte, waren zum einen Treffen des „German Youth Activity“-Programms (GYA), zum anderen Jugendhöfe oder Begegnungsstätten. Dort sollten Jugendliche demokratisches Handeln und Verhalten erfahren. Werte wie Toleranz, Partnerschaft und der Abbau von Vorurteilen gegenüber anderen Kulturen sollten in dem Mittelpunkt der Arbeit stehen. Bei den Deutschen stieß das Programm der westlichen Alliierten allerdings eher auf Misstrauen. Die Lebensbedingungen waren fragwürdig, man wünschte sich vor allem ein harmonisches Zusammenleben untereinander und hatte wenig Interesse an Politik (Vgl. Hafeneger 1997: 23).
Doch auch die pädagogischen Lernziele änderten sich zunehmend. Mit den Lernzielen aus Zeiten des Nationalsozialismus sollte abgeschlossen werden und Themen wie „Offenheit, Urteilsfähigkeit, selbstständiges Denken, Freundlichkeit und Takt“ (Hafeneger 1997: 23) sollten selbstverständlich werden. Dies bedeutete vor allem für Jugendliche eine ganz neue Lebens- und speziell Lernerfahrung, so dass man sich politisch und kulturell völlig neu orientierte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema der Arbeit im Rahmen des Seminars vor und gibt einen Ausblick auf die behandelten geschichtlichen und institutionellen Aspekte der politischen Jugendbildung.
2. Was ist unter außerschulischer politischer Jugendbildung zu verstehen?: Dieses Kapitel definiert den Begriff im Kontext der non-formalen Bildung und beleuchtet die gesetzliche Verankerung im Sozialgesetzbuch VIII.
3. Außerschulische politische Jugendbildung in Deutschland: Es wird die historische Entwicklung seit 1945 dargelegt sowie die Bedeutung zentraler Institutionen und Träger wie des Deutschen Bundesjugendrings und des Arbeitskreises deutscher Bildungsstätten analysiert.
4. Außerschulische politische Jugendbildung in Hessen: Dieser Abschnitt fokussiert sich auf die spezifischen hessischen Entwicklungen, gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Arbeit lokaler Jugendverbände.
5. Fazit: Aktuelle Situation und Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und kritisch reflektiert, insbesondere hinsichtlich der Frage, wie politische Bildungsangebote Jugendliche in der heutigen Gesellschaft besser erreichen können.
Schlüsselwörter
Außerschulische politische Jugendbildung, SGB VIII, Jugendhilfe, Demokratiepädagogik, Jugendverbände, Deutscher Bundesjugendring, Hessischer Jugendring, Sportjugend Hessen, politische Partizipation, Bildungsgeschichte, non-formale Bildung, Jugendbildungsstätten, Demokratisierung, Jugendsozialisation, Wertevermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung und den strukturellen Rahmenbedingungen der außerschulischen politischen Jugendbildung in Deutschland und Hessen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt die gesetzliche Verankerung, die historische Entwicklung von der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart, die Rolle wichtiger Trägerorganisationen sowie spezifische regionale Ansätze in Hessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Entwicklung der außerschulischen politischen Bildung zu geben und zu analysieren, wie diese Bildung den demokratischen Sozialisationsprozess Jugendlicher unterstützt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf fachwissenschaftlicher Literatur und Gesetzestexten basiert, um die historische und institutionelle Entwicklung nachzuzeichnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die deutsche Historie der Jugendbildung, die Darstellung wichtiger Bundesinstitutionen, einen detaillierten Blick auf die hessischen Gesetzesänderungen sowie die Arbeit von Jugendverbänden wie der Sportjugend Hessen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere politische Jugendbildung, SGB VIII, Jugendverbände, Demokratie und Partizipation.
Wie hat sich die politische Jugendbildung seit der Nachkriegszeit verändert?
Von einer "Re-education"-Politik der Alliierten hat sich das Feld über eine emanzipatorische Phase in den 1970ern hin zu einer stärker professionalisierten und individualisierten Bildungsarbeit in der heutigen Zeit entwickelt.
Welche Bedeutung kommt dem Hessischen Jugendring zu?
Der Hessische Jugendring fungiert als Arbeitergemeinschaft und Interessensvertretung, die durch Fortbildungen und Modellseminare eine zentrale kommunikative Funktion für die politische Bildung in Hessen einnimmt.
Welches kritische Fazit zieht die Autorin bezüglich der Reichweite?
Die Autorin stellt fest, dass es zwar viele Angebote gibt, diese aber oft nicht den Alltag der Jugendlichen erreichen, weshalb sie eine verbesserte Kommunikation zwischen Institutionen und Jugendlichen fordert.
- Quote paper
- Fiona Kern (Author), 2013, Geschichte der außerschulischen politischen Jugendbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264807