Hab ich den Herd ausgeschaltet? Sich die Frage einmal nach dem Kochen zu stellen, ist ganz normal. Aber dreimal, zehnmal oder alle 10 Minuten? Wann handelt es sich um eine Zwangsstörung? Fest steht: Sobald Betroffene ihren Alltag nur noch eingeschränkt bewältigen können, tut Hilfe Not ...
In diesem Buch werden Ursachen und Erklärungsmodelle von Zwangsstörungen vorgestellt. Außerdem informieren die Autoren über Therapiemöglichkeiten und nehmen eine Abgrenzung zur Zwanghaften Persönlichkeitsstörung vor.
Aus dem Inhalt: Ursachen einer Zwangsstörung, Erklärungsmodelle, Verhaltenstherapie, Abgrenzung Zwanghafte Persönlichkeitsstörung und Zwangsstörung, Phänomen Messie
Inhaltsverzeichnis
Zwanghafte Persönlichkeitsstörung und Zwangsstörung. Zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden beider Störungen von Alice Herwig 2010
Einleitung
Die zwanghafte Persönlichkeit
Die Zwangsstörung
Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Krankheitsbilder
Zusammenfassung und Ausblick
Die Zwangsstörung - Eine psychische Erkrankung von Sascha Krüger 2011
Einleitung
Definition einer Zwangsstörung
Ursachen einer Zwangsstörung
Behandlungsmöglichkeiten einer Zwangsstörungen
Zusammenfassung und Fazit
Zwangsstörung - Erklärungsmodelle und Darstellung des verhaltenstherapeutischen Behandlungsablaufes von Undine Thiemeier 2009
Einleitung
Zwangsstörungen - Symptomatik, Epidemiologie und Verlauf
Psychologische Ursachen für Zwangsstörungen
Der Ablauf verhaltenstherapeutischer Behandlung
Schlussbetrachtung
Phänomen Messie: Eine neue Form der Zwangserkrankung? von Silke Bachert 2008
Einleitung
Vergleiche mit ähnlichen Erkrankungen
Zuordnungsversuche zu anderen Erkrankungen
Komorbidität beim Messie-Phänomen
Therapieansätze
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegenden Arbeiten verfolgen das Ziel, psychische Störungsbilder, insbesondere Zwangsstörungen und Zwanghafte Persönlichkeitsstörungen, fundiert zu analysieren, voneinander abzugrenzen und aktuelle therapeutische Ansätze sowie Entstehungsursachen und soziale Implikationen zu beleuchten.
- Differenzierung zwischen Zwangsstörung und zwanghafter Persönlichkeit
- Analyse psychologischer Ursachen- und Erklärungsmodelle
- Darstellung und Evaluation verhaltenstherapeutischer Behandlungsmethoden
- Untersuchung der Komorbidität und Abgrenzung zu verwandten Phänomenen wie dem Messie-Syndrom
Auszug aus dem Buch
Die zwanghafte Persönlichkeit
Wie bei allen Persönlichkeitsstörungen handelt es sich auch bei der zwanghaften Persönlichkeit um ein Krankheitsbild mit tief verwurzelten, anhaltenden Verhaltensmustern. Sie zeichnen sich durch ihre Stabilität aus und beziehen sich auf verschiedene Bereiche des Verhaltens und der psychischen Funktionen. Persönlichkeitsstörungen basieren nicht auf anderen psychischen Störungen, sie haben ihren Ursprung in der Kindheit und Adoleszenz, denn dies sind die Lebensphasen, in denen sich die Persönlichkeit eines Menschen entwickelt und an deren Ende sie vermutlich ausgereift ist. Störungen der Persönlichkeit sind aus diesem Grund auch abzugrenzen von Änderungen der Persönlichkeit zu einem späteren Zeitpunkt im Leben.
Persönlichkeitsstörungen sind klassifizierte Krankheiten. Zur zwanghaften Persönlichkeitsstörung findet man in der ICD-10 (WHO, 2005) die anankastische (zwanghafte) Persönlichkeitsstörung (F60.5). Diese ist typischerweise gekennzeichnet durch
1. übermäßigen Zweifel und Vorsicht,
2. ständige Beschäftigung mit Details, Regeln, Listen, Ordnung, Organisation und Plänen
3. Perfektionismus, der die Fertigstellung von Aufgaben behindert
4. übermäßige Gewissenhaftigkeit, Skrupelhaftigkeit und unverhältnismäßige Leistungsbezogenheit unter Vernachlässigung von Vergnügen und zwischenmenschlichen Beziehungen
5. übermäßige Pedanterie und Befolgung von Konventionen
6. Rigidität und Eigensinn
Zusammenfassung der Kapitel
Die zwanghafte Persönlichkeit: Dieses Kapitel erläutert das Krankheitsbild der anankastischen Persönlichkeitsstörung gemäß ICD-10 und stellt die zentralen diagnostischen Merkmale wie Perfektionismus und Rigidität vor.
Die Zwangsstörung: Hier werden Symptomgruppen wie Zwangsgedanken und Zwangshandlungen beschrieben sowie deren Ursachen aus neuropsychologischer und lerntheoretischer Sicht betrachtet.
Der Ablauf verhaltenstherapeutischer Behandlung: Dieses Kapitel gibt einen detaillierten Einblick in die Phasen einer kognitiven Verhaltenstherapie, inklusive der Bedeutung von Psychoedukation und Reizkonfrontation.
Zuordnungsversuche zu anderen Erkrankungen: Hier wird untersucht, inwieweit das Messie-Phänomen in Beziehung zu anderen Störungen wie Zwangsstörungen oder AD(H)S steht und ob eine eindeutige diagnostische Einordnung möglich ist.
Schlüsselwörter
Zwangsstörung, zwanghafte Persönlichkeitsstörung, anankastisch, Verhaltenstherapie, Psychopathologie, Zwangsgedanken, Zwangshandlungen, Messie-Phänomen, Symptomatik, Epidemiologie, Therapiekonzepte, klinische Psychologie, Komorbidität, Diagnosekriterien, Expositionsübung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Publikation grundsätzlich?
Die Publikation bietet eine umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Zwangserkrankungen, zwanghaften Persönlichkeitsstörungen sowie verwandten Phänomenen wie dem Messie-Syndrom, mit Fokus auf Diagnose, Ursachen und Behandlung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die psychologische Symptomatik, epidemiologische Daten, die Abgrenzung verschiedener Störungsbilder sowie die Darstellung verhaltenstherapeutischer Interventionsstrategien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die fundierte theoretische Aufarbeitung und Differenzierung der verschiedenen Zwangsstörungen, um Betroffenen und Fachpersonal ein besseres Verständnis und Leitlinien für die therapeutische Praxis zu bieten.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse aktueller Fachliteratur, Metastudien und klassifikatorischer Standards wie ICD-10 und DSM-IV.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die klinische Beschreibung, ätiologische Erklärungsmodelle (biologisch, kognitiv, behavioristisch) und die praktische Durchführung der Verhaltenstherapie bei Zwängen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Zwangsstörung, Verhaltenstherapie, klinische Psychologie, Epidemiologie, Therapiekonzepte und diagnostische Merkmale.
Was ist der größte Unterschied zwischen Zwangsstörung und zwanghafter Persönlichkeit?
Ein wesentlicher Unterschied liegt oft in der Einsicht des Patienten in die Sinnlosigkeit der Handlungen (ich-dyston bei Zwangsstörungen) und dem Lebensalter des Auftretens der Symptomatik.
Ist das Messie-Phänomen eine Zwangsstörung?
Die Forschung zeigt zwar Überlappungen in der Symptomatik (Sammelwut, Desorganisation), jedoch wird das Messie-Phänomen nicht als identisch eingestuft, da wichtige Kriterien für eine reine Zwangsstörung fehlen.
Warum ist das Thema der Angehörigenarbeit so wichtig?
Angehörige sind oft in die Problematik involviert (Co-Abhängigkeit, Resignation); eine professionelle Einbindung ist daher essenziell für den Erfolg der Therapie und die Entstigmatisierung.
- Citation du texte
- Alice Herwig (Auteur), Sascha Krüger (Auteur), Undine Thiemeier (Auteur), Silke Bachert (Auteur), 2013, Ich kann nicht anders! Wie Zwangsstörungen das Leben beeinflussen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264815