Im folgenden Text werde ich der Frage nachgehen, inwiefern sich die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen und besonders das symbolische Verhältnis der europäischen Kolonialstaaten mit dem chinesischen Kaiserreich nach dem Boxeraufstand 1900 verändert haben? Zwar waren die USA und Japan ebenso am Boxerkrieg beteiligt, jedoch möchte ich sie im folgenden außer Acht lassen, um die euro‐chinesischen Beziehungen genauer beleuchten zu können. Zunächst möchte die Frage beantworten wie China überhaupt zum Einflussgebiet der imperialistischen Mächte werden konnte. Des Weiteren soll geklärt werden wer überhaupt die „Boxer“ waren und welche Ursachen zum „Boxeraufstand“ führten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kolonialkrieg in China
2.1 China vor dem Boxeraufstand
2.2 Die Boxer
2.3 Der Boxeraufstand
2.4 China nach dem Boxeraufstand – Das Boxerprotokoll
3 Fazit - Der Wandel der europäisch-chinesischen Beziehungen
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht, inwiefern sich das politische, wirtschaftliche und symbolische Verhältnis zwischen den europäischen Kolonialstaaten und dem chinesischen Kaiserreich nach der Niederschlagung des Boxeraufstandes im Jahr 1900 verändert hat. Dabei wird analysiert, wie sich die imperialistische Durchdringung Chinas in der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelte und welche langfristigen Auswirkungen das Boxerprotokoll auf die chinesische Souveränität sowie das Selbstverständnis des Volkes hatte.
- Ursachen und Hintergründe des Boxeraufstandes im Kontext des Imperialismus.
- Die Rolle ausländischer Missionare als Katalysatoren kultureller Spannungen.
- Entstehung und Ideologie der Boxerbewegung als gesellschaftliche Reaktion.
- Die Auswirkungen des Boxerprotokolls auf die finanzielle und politische Stabilität Chinas.
- Die langfristige Transformation des chinesischen Nationalbewusstseins durch die erzwungene Öffnung.
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Boxer
Im 19. Jahrhundert verfügte China über ein Militär, jedoch über keine Ordnungshütern in Form von Polizei oder ähnlichem. Das Herkunftsgebiet der Boxer, die Region Shandong, und zahlreiche andere Grenzregionen Chinas waren politisch nicht sonderlich stabil und nur schwach regiert. Eine starke Zunahme der Verbrechensrate, der Anbau von Opium und der Schmuggel von Salz kriminalisierten und destabilisierten die Situation zunehmend. Der ärmere Teil der Landbevölkerung war somit auf Selbstverteidigung angewiesen, während die Vermögenden zur Sicherung ihres Besitzes sogar auf bewaffnete Söldnergruppen zurückgreifen mussten. Diese von Unsicherheit geprägte Gesamtsituation diente als Nährboden für die aufkommende Boxerbewegung.
Auf Grund von Missernten und damit verbundenen Hungersnöten stiegen aus der Not heraus die räuberischen Übergriffe auf Märkte, Handelrouten und ganze Dörfer. Als Folge übernahmen die Boxer als provisorisch bewaffnete Bürgerwehren den Schutz der Bevölkerung.
Allgemein könnte man die Boxerbewegung als eine Art antichristliche, antimissionarische und gegen westliche Ausländer gerichtete Bauernbewegung bezeichnen, jedoch wird diese vereinfachte Definition den komplexen Ursprüngen und Ritualen der Boxer kaum gerecht. Die Boxer bzw. „Gesellschaft der Rechtschaffenheit und Harmonie“, wie sie sich selber nannten, waren der Zusammenschluss einer langen Tradition von Sekten und Geheimgesellschaften im nördlichen China, welche durch gemeinsame Rituale, Religion, Magie, sowie Kampfsportarten verbunden waren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Veränderungen im Verhältnis zwischen europäischen Kolonialmächten und China infolge des Boxeraufstandes und umreißt den historischen Rahmen.
2 Kolonialkrieg in China: Dieses Hauptkapitel beleuchtet die wirtschaftliche und politische Ausgangslage Chinas vor dem Aufstand, die Rolle der Missionare, die Hintergründe der Boxerbewegung sowie den Verlauf des Konflikts und die Bedingungen des Boxerprotokolls.
3 Fazit - Der Wandel der europäisch-chinesischen Beziehungen: Das Fazit resümiert die negativen Auswirkungen der Entschädigungszahlungen und Handelsverträge auf die Stabilität Chinas und reflektiert über die langfristigen Folgen für den chinesischen Nationalismus.
Schlüsselwörter
Boxeraufstand, Imperialismus, China, Boxerprotokoll, Kolonialmächte, Qing-Dynastie, Missionare, Nationalismus, Wirtschaftsbeziehungen, Souveränität, 1900, Geheimgesellschaften, Modernisierung, Handelsverträge, Fremdenhass.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des Boxeraufstandes auf die euro-chinesischen Beziehungen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen der Imperialismus, die Rolle christlicher Missionare, die Entstehung der Boxerbewegung und die Folgen des Boxerprotokolls für den chinesischen Staat.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Die Autorin untersucht, inwiefern sich die politischen, wirtschaftlichen und symbolischen Beziehungen zwischen europäischen Kolonialstaaten und China nach dem Boxeraufstand 1900 grundlegend verändert haben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse unter Auswertung existierender Fachliteratur zur chinesischen Geschichte und dem Kolonialismus des späten 19. Jahrhunderts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der sozio-politischen Situation Chinas vor dem Aufstand, eine Charakterisierung der Boxer, den Verlauf des Aufstandes sowie die detaillierte Analyse des Boxerprotokolls.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Schlagworten zählen Boxeraufstand, Imperialismus, Nationalismus, Boxerprotokoll und die Unterwerfung Chinas durch ungleiche Verträge.
Warum spielt die Religion bei der Entstehung des Aufstandes eine Rolle?
Missionare übten oft starken Einfluss auf die lokale Verwaltung und Rechtsprechung aus, was die religiöse und soziale Ordnung der chinesischen Bevölkerung erschütterte und zu massivem Widerstand führte.
Was bedeutete das Boxerprotokoll für China finanziell?
Es legte horrende Entschädigungszahlungen fest, die den Großteil der chinesischen Steuereinnahmen banden und somit notwendige Reformprojekte im Land über Jahrzehnte hinweg unmöglich machten.
- Citar trabajo
- Fabian Fischer (Autor), 2013, Die Niederschlagung der Boxerbewegung. Ausdruck des Wandels der europäisch-chinesischen Beziehungen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264975