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Das Modell deliberativer Demokratie.

Basisdemokratie der 70er Jahre und des Internetzeitalters im Vergleich.

Title: Das Modell deliberativer Demokratie.

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 39 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Fabian Fischer (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Summary Excerpt Details

Das
 Modell
 der
 deliberativen
 Demokratie,
 welches
 in
 den
 80er
 Jahren
 aufkam,
 wurde
 in
 der
 Vergangenheit
 in
 vielen
 Punkten
 auf
 Grund
 seines
 basisdemokratischen
 Charakters
 kritisiert
 und
 als
 idealistisch
 und
 nicht

anwendbar
 abgestempelt.
 In
 Deutschland
 wurde
 das
 Modell
 der
 deliberativen
 Demokratie
 insbesondere
 von
 dem
 renommierten
 Philosophen
 Habermas
 in
 die

Forschung
 eingebracht.
 Bei
 den
 internationalen
 Vertretern
 und
 Vertreterinnen
 deliberativer
 Demokratie
 sind
 unter
 anderem
 James
 S
 Fishkin
 und
 Seyla

Benhabib
 von
 großer
 Bedeutung.
 Der
 wohl
 bedeutendste
 Ansatz
 bei
 der
 Entwicklung
 der
 deliberativen
 Demokratie
 ist
 hierbei
 jedoch
 vermutlich
 Jürgen
 Habermas 
zuzuschreiben
(vgl.
Kost
2008:
30).
 Das
 Modell
 der
 deliberativen
 Demokratie
 entspricht
 dem
 von
 vielen
 Bürgern
 geäußerten
 Wunsch
 nach
 mehr
 Mitbestimmung
 und
 einer
 verstärkten
 Einbeziehung
 der
 Öffentlichkeit
 in
 politische
 Entscheidungen.
 Ein
 stetig
 wachsendes
 Unbehagen
 darüber
 wie
 etablierte
 Parteien
 Entscheidungen
 treffen,
 ohne
 dabei
 die
 Bevölkerung
 einzubeziehen,
 zeigt
 sich
 in
 Deutschland
 nicht
 nur

an
 Ereignissen
 wie
 Stuttgart
 21.
 Auch
 das
 plötzliche
 Aufkommen
 der
 Piratenpartei,
 mit
 dem
 Versprechen
 politische
 Entscheidungen
 transparenter
 zu
 gestalten,
 ist
 ein
 Indikator
 für
 das
 Verlangen
 nach
 einer
 neuen
 Art
 der
 Politik.gestalten,
 ist
 ein
 Indikator
 für
 das
 Verlangen
 nach
 einer
 neuen
 Art
 der
 Politik.

Zwar
 diskutiert
 die
 etablierte
 Politik
 mittlerweile
 vordergründig
 über
 neue
 Formen
 der
 Beteiligung
 und
 Einbeziehung
 Betroffener
 in
 die
 politischen

Entscheidungsfindungen,
 jedoch
 wurden
 in
 den
 vergangenen
 Legislaturperioden
 kaum
 partizipative
 bzw.
 deliberative
 Komponenten
 in
 das
 politische

Tagesgeschäft
integriert
(vgl.
Baus
2012:
5).

 Das
 Internet
 hat
 zunehmenden
 Einfluss
 auf
 das
 politische
 und
 gesellschaftliche
 Entscheidungsgeschehen.
 Dass
 gerade
 in
 den
 vergangenen
 Jahren
 der
 Ruf
 nach
 neuen
 Elementen
 der
 Mitbestimmung
 immer
 lauter
 wurde
 und
 BürgerInnen

immer
 öfter
 den
 öffentlichen
 Diskurs
 forderten,
 ist
 u.a.
 auf
 die
 starke
 Ausbreitung
 des
 Internets
 zurückzuführen. So
 bietet
 die
 digitale
 Welt
 neben

neuen
 Wegen
 der
 Mobilisierung
 des
 gesellschaftlichen
 Protests
 auch
 innovative
Kommunikationsmittel
 wie
 z.B.
 Social
 Medias...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Modell der deliberativen Demokratie

3. Die Neuen Sozialen Bewegungen und Öffentlichkeit

3.1 Charakteristika der Neuen Sozialen Bewegungen

3.1.1 Die neue Reichweite der Neuen Sozialen Bewegungen

3.1.2 Die alternativen Medien

3.1.3 Die Sozialisation der Akteure

3.2 Kriterien deliberativer Demokratie

3.2.1 Die räumlichen und organisatorischen Grenzen

3.2.2 Die Medien als „Gatekeeper“

3.2.3 Das Machtgefälle zwischen den Diskursteilnehmern

4. Das Internet und die Kriterien deliberativer Demokratie

4.1 Das World Wide Web

4.2 Die schwindende Macht der klassischen Massenmedien

4.3 Die digitale Spaltung der Gesellschaft

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob das Internet die Grundvoraussetzungen für eine deliberative Demokratie im Vergleich zu den Neuen Sozialen Bewegungen (NSB) der 70er Jahre tatsächlich verbessert hat. Dabei wird analysiert, inwieweit die digitale Welt die deliberative Teilhabe sowie die Machtstrukturen innerhalb politischer Entscheidungsprozesse nachhaltig verändert.

  • Vergleich zwischen den Neuen Sozialen Bewegungen und dem Internetzeitalter.
  • Analyse der deliberativen Kriterien: räumliche Grenzen, Gatekeeper-Funktion der Medien und Machtgefälle.
  • Untersuchung der Rolle der klassischen Massenmedien gegenüber alternativen digitalen Inhalten.
  • Evaluation der digitalen Spaltung der Gesellschaft und ihrer Auswirkungen auf Partizipationschancen.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die neue Reichweite der Neuen Sozialen Bewegungen

Ein Novum bzw. Merkmal der Neuen Sozialen Bewegung war die territoriale Reichweite, welche in dieser Form in vorherigen sozialen Bewegungen nicht vorzufinden war. So waren besonders die Friedens-, die Umwelt-, sowie die Frauenbewegung transnationale Bewegungen, die in zahlreichen Ländern untereinander vernetzt waren. Die transnationale Organisation und Kooperation innerhalb der verschiedenen Bewegungen wurde hauptsächlich durch eine zunehmende Mobilität der Akteure und durch neue technische Mittel des Informationsaustausches und der Kommunikation ermöglicht. Des Weiteren setzten die neuen Sozialen Bewegungen vermehrt auf eine transnationale Organisation, da die thematisierten gesellschaftlichen Probleme kaum auf der Ebene lediglich des Nationalstaates gelöst werden konnten, was besonders auf die Friedens- und für die Umweltbewegung zutrifft (vgl. Ottersbach 2003: 100).

Spätestens mit der Bonner Friedensdemonstration im Oktober 1981, welche über 300.000 TeilnehmerInnen zu verzeichnen hatte, gewann die westdeutsche Friedensbewegung die Aufmerksamkeit der nationalen, aber auch internationalen Presse und gewann so an medienpolitischer Macht. Zwar wurden in den internationalen konservativen Medien die deutschen Friedensbestrebungen eher ins Lächerliche gezogen und der Bewegung ein gewisser Anti-Amerikanismus vorgeworfen, jedoch waren die Großdemonstrationen in fast allen Hauptstädten Westeuropas ein Beweis für die Internationalität der Friedensbewegung. Die internationale Struktur und organisatorische Zusammenarbeit wuchs somit stetig an (vgl. Brand 1986: 216).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Theorie der deliberativen Demokratie ein und stellt die Forschungsfrage nach der Veränderung der Grundvoraussetzungen durch das Internet im Vergleich zu historischen Bewegungen.

2. Modell der deliberativen Demokratie: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der deliberativen Demokratie und deren Anspruch auf basisdemokratische Partizipation und öffentliche Willensbildung.

3. Die Neuen Sozialen Bewegungen und Öffentlichkeit: Hier werden die Merkmale der Neuen Sozialen Bewegungen der 70er Jahre analysiert, um Kriterien für die Anwendung deliberativer Demokratie zu identifizieren.

4. Das Internet und die Kriterien deliberativer Demokratie: Die zuvor erarbeiteten Kriterien werden in diesem Kapitel auf das Internet und das digitale Zeitalter angewandt.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Möglichkeiten des Internets zur Förderung einer deliberativen Demokratie kritisch.

Schlüsselwörter

Deliberative Demokratie, Neue Soziale Bewegungen, Internetzeitalter, Basisdemokratie, Öffentlichkeit, Digitale Spaltung, Gatekeeper, politische Partizipation, soziale Ungleichheit, Informationsgesellschaft, Medienlandschaft, Netzaktivismus, Machtgefälle, Internetzugang, politische Willensbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob das Internet die Bedingungen für eine deliberative Demokratie grundlegend verbessert hat oder ob es lediglich neue Formen von Ungleichheit schafft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Modell der deliberativen Demokratie, der Vergleich zu den Neuen Sozialen Bewegungen der 70er Jahre und der Einfluss digitaler Medien auf politische Entscheidungsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob sich die Grundvoraussetzungen für deliberative Demokratie durch das Internet tatsächlich verbessert haben, wie es von Netzoptimisten oft angenommen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem das Internetzeitalter an drei spezifischen Kriterien (räumliche Grenzen, Gatekeeper-Funktion, Machtgefälle) mit der Zeit der Neuen Sozialen Bewegungen verglichen wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt theoretische Konzepte deliberativer Demokratie, die Charakteristika der Neuen Sozialen Bewegungen sowie die Anwendung dieser Kriterien auf das World Wide Web und die digitale Spaltung der Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind deliberative Demokratie, NSB, Gatekeeper-Funktion, digitale Spaltung und politische Partizipation.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Internets als „elektronische Agora“?

Der Autor sieht das Internet kritisch: Es ermöglicht zwar eine globale Vernetzung, fördert aber oft nicht den erhofften konsensorientierten, informierten Dialog, da in sozialen Netzwerken häufig provokante Standpunkte dominieren.

Warum wird die „Gatekeeper-Funktion“ so betont?

Die Funktion ist entscheidend, da sie bestimmt, welche Themen den öffentlichen Diskurs erreichen. Der Autor stellt fest, dass das Internet diese Funktion zwar technologisch verändert, die etablierten Massenmedien ihre Machtposition jedoch weiterhin behaupten.

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Details

Title
Das Modell deliberativer Demokratie.
Subtitle
Basisdemokratie der 70er Jahre und des Internetzeitalters im Vergleich.
College
Free University of Berlin
Grade
1,7
Author
Fabian Fischer (Author)
Publication Year
2013
Pages
39
Catalog Number
V264976
ISBN (eBook)
9783656543558
ISBN (Book)
9783656544265
Language
German
Tags
modell demokratie basisdemokratie jahre internetzeitalters vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabian Fischer (Author), 2013, Das Modell deliberativer Demokratie., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/264976
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