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Die erzwungene Einheit der Arbeiterklasse - Sozialdemokraten und Kommunisten in der SBZ

Title: Die erzwungene Einheit der Arbeiterklasse - Sozialdemokraten und Kommunisten in der SBZ

Seminar Paper , 2004 , 26 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Daniel Mielke (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Der 21./22. April 1946 sollte zum Schicksalstag für das Deutschland der vier Besatzungszonen, für Europa, wenn nicht sogar für die gesamte Welt werden. Weittragende politische Ereignisse, wie etwa der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953, der Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961, John F. Kennedys „Ich bin ein Berliner“ am 26. Juni 1963 vor dem Schöneberger Rathaus 1 und selbstverständlich die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 müssen als Konsequenzen gelten. An jenen Tagen wurde die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands gegründet - SPD und KPD, die Parteien der Arbeiterklasse wurden (zwangs-) vereint und sollten im Zeichen eines „demokratischen Zentralismus“ fortan nahezu jeden Bereich des öffentlichen sowie privaten Lebens durchdringen. Diese Hausarbeit versucht zu erklären, inwieweit jener Prozess tatsächlic h aus Pression resultierte. In dem zweiten Kapitel 2. Stand der Forschung, weiterführende Fragen und aktuelle Quellenlage wird über den relativ aktuellen Kenntnisstatus referiert, auf welchen sich meine Ausarbeitung bezieht. Weiterhin informiert es über die parteipolitische Zweckmäßigkeit, in deren Licht die Fusion der beiden Parteien der deutschen Arbeiterklasse jeweils nach dem 3. Oktober 1990 instrumentalisiert wurde.

Um nun die speziellen Ereignisse zu veranschaulichen, welche gewissermaßen die Basis für die Vereinigung darstellen, geht das dritte Kapitel 3. Historische Ausgangssituation: von Teheran über Jalta hin nach Potsdam und schließlich den Befehl Nr.2 detailliert auf geschichtliche Gegebenheiten ein, wobei vor allem den jeweiligen deutschlandpolitischen Interessen der Besatzungsmächte Rechnung getragen wird, was nötig ist, um die reservierte Außenpolitik des Kremls verstehen zu können, womit sich das vierte Kapitel 4. Organisatorischer Neubeginn und Zusammenarbeit von KPD und SPD im Juni/Juli 1945 u.a. beschäftigt. Des weiteren wird hier Auskunft über die Anfänge einer Kooperation beider Lager aber auch über die unterschiedlichen Organisationsstrukturen gegeben. Gerade dieser Punkt ist meines Erachtens sehr wichtig, weil explizit anhand des differenten Parteiaufbaus die aggressive und letztlich erfolgreiche Vereinigungs-/ Agitationstaktik von Kommunisten und SMAD aufgezeigt werden kann. Darüber hinaus wird außerdem der Zentralausschuss angesprochen, welchem in den folgenden Kapiteln besonderes Augenmerk gilt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Stand der Forschung, weiterführende Fragen und aktuelle Quellenlage

3. Historische Ausgangssituation: von Teheran über Jalta hin nach Potsdam und schließlich den Befehl Nr.2

4. Organisatorischer Neubeginn und Zusammenarbeit von KPD und SPD im Juni/Juli 1945

5. Einheitsdrang/Einheitszwang im September 1945 bis April 1946

5.1. Erste Konfliktfelder und „Verräter an der Arbeiterklasse“

5.2. Kommunistische Intentionen und beginnende Isolierung des ZA

5.3. Die Flucht nach vorne als letzte Rettung sozialdemokratischer Prinzipien?

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Fusionsprozess von KPD und SPD zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in der sowjetischen Besatzungszone, wobei der Fokus auf der Frage liegt, inwieweit dieser Zusammenschluss das Ergebnis von Druck und Zwang durch die Kommunisten und die sowjetische Besatzungsmacht war.

  • Analyse der historischen Ausgangsbedingungen zwischen den Siegermächten.
  • Untersuchung der organisatorischen Strukturen und Zusammenarbeitsformen von KPD und SPD.
  • Darstellung der Fusionskampagne, der Methoden der KPD und der Rolle der sowjetischen Besatzungspolitik.
  • Evaluation der sozialdemokratischen Handlungsspielräume und der parteiinternen Opposition.
  • Reflexion der Debatte um den Begriff „Zwangsvereinigung“ im historischen Rückblick.

Auszug aus dem Buch

5.2 Kommunistische Intentionen und beginnende Isolierung des ZA

Getragen von einer Optimismuswelle resultierend aus den im Unterpunkt 5.1 Erste Konfliktfelder [...] auf Seite 15 dargelegten Erfolgen, versuchten die Sozialdemokraten der SBZ sich über freie Wahlen von KPD-Weisungen zu emanzipieren und die städtischen Administrationen der kommunistischen Kontrolle zu entziehen.

Nachdem der Stellvertreter des amerikanischen Militärgouverneurs General Lucius D. Clay Gemeindewahlen für Januar 1946 in der Besatzungszone einberäumt hatte, musste sich die KPD mit einer möglichen Niederlage und potentieller Abkoppelung der SPD auseinandersetzen. Da man ein Desaster wie bei den im November 1945 stattgefundenen ungarischen und österreichischen Vota unter allen Umständen verhindern wollte, die Kommunisten hatten große Verluste einzustecken und konnten ihre Ziele bei weitem nicht erreichen, forderte explizit die SMAD gemeinsame Wahllisten beider Parteien, hätte das nur allzu wahrscheinliche Verlieren des Moskauer Protegés bei den für Januar geplanten Abstimmungen existentiell die deutschlandpolitischen Interessen der KPdSU-Führung bedroht. Somit war eine angestrebte Vereinnahmung der SPD-Mitgliedschaft logische Konsequenz.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung steckt den zeitlichen und politischen Rahmen der Zwangsvereinigung von SPD und KPD ab und formuliert die leitende Forschungsfrage nach dem Ausmaß der erzwungenen Pression.

2. Stand der Forschung, weiterführende Fragen und aktuelle Quellenlage: Dieses Kapitel erörtert den Kenntnisstand zur Stalinisierung der SED und reflektiert über die nach 1990 zugänglich gewordenen Quellen für die historische Forschung.

3. Historische Ausgangssituation: von Teheran über Jalta hin nach Potsdam und schließlich den Befehl Nr.2: Es werden die machtpolitischen Interessen der Siegermächte und die daraus resultierenden Rahmenbedingungen für das besetzte Deutschland dargestellt.

4. Organisatorischer Neubeginn und Zusammenarbeit von KPD und SPD im Juni/Juli 1945: Dieses Kapitel analysiert die frühen, oft schwierigen Kooperationsversuche der beiden Parteien der Arbeiterklasse unter den Bedingungen militärischer Administration.

5. Einheitsdrang/Einheitszwang im September 1945 bis April 1946: Der Hauptteil untersucht detailliert die Strategien der KPD zur Herbeiführung der Fusion sowie die Reaktionen und schwindenden Handlungsspielräume der ostdeutschen SPD.

5.1. Erste Konfliktfelder und „Verräter an der Arbeiterklasse“: Hier wird die Rolle der Bodenreform und der wachsende Druck der Kommunisten auf die SPD-Basis als Ursache für Spannungen beleuchtet.

5.2. Kommunistische Intentionen und beginnende Isolierung des ZA: Das Kapitel thematisiert die Instrumentalisierung von Wahlen und die systematische Isolierung des sozialdemokratischen Zentralausschusses durch das KPD-Führungspersonal.

5.3. Die Flucht nach vorne als letzte Rettung sozialdemokratischer Prinzipien?: Dieser Abschnitt analysiert die Zwangslage des Berliner ZA, der schließlich dem Fusionsdruck nachgab, um die Partei in die Einheitspartei zu retten.

6. Fazit: Das Fazit beantwortet die zentrale Frage der Zwangsvereinigung und ordnet die Untersuchungsergebnisse in den Kontext der sich wandelnden westdeutschen Historiographie ein.

Schlüsselwörter

Zwangsvereinigung, KPD, SPD, SBZ, SED, Sowjetisierung, Stalinisierung, SMAD, Arbeiterbewegung, politische Unterdrückung, Parteigeschichte, deutscher Nachkrieg, politische Einheit, Parteisäuberungen, politische Führung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Prozess der Zusammenführung von Sozialdemokraten und Kommunisten zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in der sowjetischen Besatzungszone kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Machtpolitik der Siegermächte, die unterschiedlichen Organisationsstrukturen von SPD und KPD, die Rolle der SMAD bei der Fusionserzwingung sowie die parteiinterne Opposition innerhalb der SPD.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, zu klären, inwieweit die Vereinigung der beiden Parteien tatsächlich auf einem freiwilligen Zusammenschluss beruhte oder ob sie das Ergebnis systematischer Pression und sowjetischer Steuerung war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden historischen Quellenanalyse, wobei neben zeitgenössischen Dokumenten und Protokollen auch die seit 1990 zugänglichen Archivbestände und die einschlägige wissenschaftliche Forschungsliteratur ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert den Zeitraum von September 1945 bis April 1946, insbesondere die kommunistischen Taktiken, die Isolierung des sozialdemokratischen Zentralausschusses und die schrittweise Ausschaltung oppositioneller Kräfte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Zwangsvereinigung, Sowjetisierung, Stalinisierung, SMAD, Parteiapparat und der Konflikt zwischen der SPD-Basis und der parteiinternen Führung.

Welche Rolle spielten die Gemeindewahlen von 1946 für das Fusionsbestreben?

Die drohenden Wahlen im Januar 1946 zwangen die KPD und SMAD zu massiverem Druck auf die SPD, da man aufgrund schlechter Wahlergebnisse in anderen Ländern eine Niederlage des kommunistischen Lagers fürchtete und eine Einheitsliste zur Sicherung der eigenen Macht instrumentalisierte.

Wie bewertet der Autor die "Milchmädchenrechnung" der ostdeutschen SPD?

Der Autor bezeichnet die Hoffnung vieler ostdeutscher SPD-Funktionäre, die SED von innen heraus demokratisch mitgestalten zu können, als "Milchmädchenrechnung", da sie die reale kommunistische Machtdominanz und den sowjetischen Einfluss maßlos unterschätzten.

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Details

Title
Die erzwungene Einheit der Arbeiterklasse - Sozialdemokraten und Kommunisten in der SBZ
College
Technical University of Darmstadt  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
Sommersemester03 - Einführung in die Neuere Geschichte
Grade
2,5
Author
Daniel Mielke (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V26505
ISBN (eBook)
9783638288156
Language
German
Tags
Einheit Arbeiterklasse Sozialdemokraten Kommunisten Sommersemester03 Einführung Neuere Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Mielke (Author), 2004, Die erzwungene Einheit der Arbeiterklasse - Sozialdemokraten und Kommunisten in der SBZ, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26505
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