"Da sind weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau. Denn ihr alle seid eins in Chistus Jesus.“(Gal 3,28)
In der folgenden Ausarbeitung stelle ich „Paulus und seine Briefe“ vor. Grundlegend beziehe ich mich in meiner Arbeit auf die Mitschriften der Vorlesung aus dem WS 2011/12 von Herrn Prof. Dr. Wolfgang Weiß: „Paulus und seine Briefe“, die Mitschriften aus dem Seminar „Paulus - Leben und Werk“ von Frau Silke Polewka, die Mitschriften aus dem Tutorium zu „Paulus und seine Briefe“ von Frau Sabine Bosse sowie auf die Zürcher Bibel von 2007.
Der Schwerpunkt meiner Ausarbeitung liegt vor allem auf den Briefen des Paulus. Diese werde ich im weiteren Verlauf meiner Arbeit zuerst unter dem Aspekt des Briefaufbaus untersuchen, vorab in der allgemeinen Form und später in Bezug auf jeden der authentischen Briefe des Paulus. Des Weiteren werde ich den Briefaufbau spezifisch mit dessen Inhalten untermauern, um letztendlich Schlüsse auf die theologischen Ausführungen nehmen zu können. Außerdem werden die echten von den unechten Briefen des Paulus abgegrenzt. Der Vollständigkeit des Schwerpunktes halber, habe ich den Philemon (Phlm) mit den Mitschriften des Seminars bearbeitet, da dieser nicht in der Vorlesung behandelt wurde. Ebenfalls habe ich den Röm komplett nach meiner Aufteilung - Inhalt, Briefaufbau, Theologie - bearbeitet, trotz der unvollständigen Bearbeitung in der Vorlesung.
Ein weiterer Berarbeitungspunkt ist die Person des Paulus. Hierbei finden seine Funktion und seine Chronologie besondere Beachtung. Außerdem werde ich das Werk des Paulus kurz zusammenfassen. Um berufsfeldbezogen zu argumentieren, werde ich unter Zuhilfenahme des Niedersächsischen Kercurriculums für Evangelische Theologie zuerst die Einbettung des Paulus im Lehrplan und danach die Umsetzung im Unterricht beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Person Paulus
2.1 Chronologie
2.2 Das paulinische Werk
2.3 Das Leben der von Paulus gegründeten Gemeinden - Die Ordnung der Gemeinden
3 Die Briefe des Paulus
3.1 Briefaufbau
3.2 Die authentischen Briefe
3.2.1 Der erste Brief an die Thessalonicher
3.2.1.1 Briefaufbau
3.2.1.2 Theologie
3.2.2 Der Brief an die Galater
3.2.2.1 Briefaufbau
3.2.2.2 Theologie
3.2.3 Der Brief an die Philipper
3.2.3.1 Briefaufbau
3.2.3.2 Theologie
3.2.4 Der Brief an Philemon
3.2.4.1 Briefaufbau
3.2.4.2 Theologie
3.2.5 Der erste Brief an die Korinther
3.2.5.1 Briefaufbau
3.2.5.2 Theologie
3.2.6 Der zweite Brief an die Korinther
3.2.6.1 Briefaufbau
3.2.6.2 Theologie
3.2.7 Der Brief an die Römer
3.2.7.1 Briefaufbau
3.2.7.2 Theologie
3.3 Die deuteropaulinen und die Pastoralbriefe
4 Paulus in der Schule
5 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, eine fundierte Übersicht über das Leben und Werk des Apostels Paulus sowie eine systematische Analyse seiner authentischen Briefe zu erstellen, um deren strukturelle und theologische Hintergründe aufzuarbeiten.
- Biografische Daten und Chronologie des Wirkens von Paulus
- Strukturanalytische Untersuchung des Aufbaus paulinischer Briefe
- Theologische Kerninhalte wie Rechtfertigungslehre, Eschatologie und Soteriologie
- Organisationsformen und Charismen in den paulinischen Gemeinden
- Berufsfeldbezogene Betrachtung der Thematisierung von Paulus im Religionsunterricht
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Der erste Brief an die Thessalonicher
Der Abfassungsort des 1Thess ist unbekannt und kann nur hypothetisch erschlossen werden. Neben Paulus werden im Präskript Silvanus und Timotheus als Mitabsender genannt. Wenn man den Informationen aus dem 2Kor 1,19 nachgeht, haben eben diese drei zusammen die Gemeinde in Korinth gegründet. Dies kann für eine Abfassung zu Beginn des Aufenthaltes in Korinth sprechen, da anscheinend noch keine christliche Gemeinde vorhanden war, die Grüße an die Gemeinde in Thessalonich hätte ausrichten lassen können. Daher kann man davon ausgehen, dass der 1Thess 50 oder 51 n.Chr in Korinth geschrieben wurde und somit der älteste erhaltene Paulusbrief ist. Thessalonich war zur Zeit der Abfassung des paulinischen Briefes Hauptstadt der Provinz Makedonien. Die Stadt war ein guter Handelsplatz aufgrund ihrer günstigen Verkehrslage am Hafen und des direkten Wegs (Via Egnatia) nach Rom.
Heute ist die Stadt bekannt unter dem Namen Thessaloniki und liegt in Griechenland. Aufgrund des 1Thess 1,9 kann man darauf schließen, dass es sich bei der gegründeten Gemeinde in Thessalonich vor allem um Heidenchristen als Gemeindemitglieder handelte. Allerdings gab es eine Synagoge (vgl. Apg 17,1) in Thessalonich, daher kann man durchaus auch mit Judenchristen in der Gemeinde rechnen.
Inhaltlich ist im 1Thess eine Zweiteilung erkennbar. In den Kapiteln 1-3 ist die Danksagung klar hervorgehoben (vgl. 3,13), und ab Kapitel 4 steht die Heiligsprechung im Vordergrund (vgl. 5,23). Den Brief durchzieht ein immer wiederkehrender Parusiegedanke. Damit verbunden ist die Mahnung des Paulus an die Gemeinde, sich angesichts der bevorstehenden Parusie zu bewähren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Paulus und seine Briefe ein und erläutert die methodische Grundlage basierend auf Vorlesungsmitschriften und theologischer Literatur.
2 Die Person Paulus: Dieses Kapitel beleuchtet das Leben, die Chronologie des Wirkens und die Rolle von Paulus als Apostel sowie das Verständnis der von ihm gegründeten Gemeinden.
3 Die Briefe des Paulus: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse des Briefaufbaus sowie eine tiefgehende inhaltliche und theologische Untersuchung der authentischen Briefe des Paulus, ergänzt um Erläuterungen zu den deuteropaulinen Schriften.
4 Paulus in der Schule: Es wird die berufsfeldbezogene Einbettung der Thematik in den Religionsunterricht der Sekundarstufe 1 anhand von Curricula diskutiert.
5 Schlussbemerkung: Der Autor resümiert die Bedeutung des Paulus für das Neue Testament und reflektiert den Erkenntnisprozess während der Erstellung des Lerntagebuchs.
Schlüsselwörter
Paulus, Apostel, Briefe des Paulus, Theologie, Rechtfertigungslehre, Parusie, Korintherbriefe, Thessalonicherbrief, Galaterbrief, Philemon, Philipperbrief, Soteriologie, Gemeindeordnung, Religionsunterricht, Neues Testament
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Leben des Apostels Paulus und der Analyse seiner authentischen Briefe im Neuen Testament.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen die Chronologie des Wirkens von Paulus, die Struktur seiner Briefe sowie zentrale theologische Konzepte wie die Rechtfertigungslehre und die Eschatologie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, das Wirken des Paulus und die Inhalte seiner Briefe wissenschaftlich aufzuarbeiten und die Bedeutung von Paulus für die christliche Theologie sowie die schulische Vermittlung zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine kursorische Auswertung von Fachliteratur sowie ein Abgleich mit Vorlesungs- und Seminarmitschriften zur Rekonstruktion und Analyse der paulinischen Theologie vorgenommen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung des Briefaufbaus, der theologischen Schwerpunkte der einzelnen authentischen Briefe und der Gemeindeordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Paulus, Apostel, Briefe des Paulus, Rechtfertigungslehre, Parusie und Religionsunterricht charakterisiert.
Welche Bedeutung hat der "Tränenbrief" im 2. Korintherbrief?
Der "Tränenbrief" bezeichnet einen in den 2. Korintherbrief integrierten Textabschnitt, in dem Paulus versucht, der falschen Theologie seiner Gegner in Korinth entgegenzuwirken.
Warum spielt die Naherwartung eine so zentrale Rolle für das Verständnis von Paulus?
Die Naherwartung des unmittelbar bevorstehenden Kommens Jesu Christi beeinflusste das ethische Handeln und die Lebensführung der frühen Christen sowie die Dringlichkeit der paulinischen Mahnungen.
Wie unterscheidet der Autor zwischen echten und unechten Briefen?
Der Autor orientiert sich an der wissenschaftlichen Unterscheidung zwischen den von Paulus selbst verfassten authentischen Briefen und den sogenannten deuteropaulinen Schriften bzw. Pastoralbriefen.
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- Tessa Ostermann (Autor), 2012, Paulus und seine Briefe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265124