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Entwicklung der Großbanken im Dritten Reich: Die Dresdner Bank

Bankenwirtschaft im Dritten Reich

Titre: Entwicklung der Großbanken im Dritten Reich: Die Dresdner Bank

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 31 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Alen Bosankic (Auteur)

Sociologie - Economie et Industrie
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Nur wenige Forschungsgegenstände des Dritten Reichs sind derart intransparent und umstritten, wie die Wirtschaft unter nationalsozialistischer Diktatur. Mangelnde oder komplett fehlende Beweise, ungenaue Quellen sowie teils noch ungeöffnete Archive sind nur einige der intervenierenden Störfaktoren, die Wissenschaftlern den Weg zur eindeutigen Erkenntnis von der Beziehung zwischen Naziregime und Wirtschaft erschweren. Nichts desto trotz zeichnete sich über die letzten Jahre, gerade in diesem Segment ein enormer Zuwachs an Forschungsengagement ab, wobei jüngste Publikationen sich insbesondere die Verflechtungen von Einzelunternehmen in der Nazizeit zum Fokus gemacht haben.
Unstreitig ist, dass das Naziregime die Wirtschaft des Dritten Reichs, mit seinem leistungsfähigen wirtschaftlich-industriellen Potenzial, schier mühelos für ihre grausame Politik instrumentalisierte; sie war der Treibstoff Hitlers Aggressions- und Vernichtungsmaschinerie. Disputabel hingegen bleiben weiterhin die Definition der Wirtschaftsordnung des Dritten Reichs, der Umfang in dem die Wirtschaft vom Naziregime profitierte sowie die Regimenähe ausgewählter Unternehmen. Besonders letzteres haben sich Wissenschaftler zum Untersuchungsschwerpunkt gemacht; nicht allein aus dem Grunde, dass Wirtschaft ohne unternehmerisches Handeln undenkbar ist, sondern weil führende Unternehmen aus der Nazizeit heute aufs Neue zu den Top Global Playern gehören. Das Beispiel par excellence ist die Dresdner Bank.
Vorliegende Arbeit widmet sich dieser Problematik im Bezug auf die geschichtliche Entwicklung der Dresdner Bank. Mit Berücksichtigung der Unternehmensentwicklung unter nationalsozialistischer Diktatur wird die Rolle der Großbank im Zuge wirtschaftlicher Vernichtung deutscher Juden skizziert. Dabei werden verschiedene Perspektiven beleuchtet, in etwa Akteursmotive, Unternehmensstrategie, Entscheidungs- und Handlungsspielräume sowie die daraus resultierte Regimenähe mit dem Einfluss der politischen Verbindungen auf das Geschäftsgebaren. Abschließend wird auf den Begriff der Schuld anhand diverser Kategorien Bezug genommen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erster Teil

2.1. Trägerin zweier Traditionen – Geschichtsskizzierung der Dresdner Bank

2.2. Struktur der Dresdner Bank

2.3. Personalpolitik: Vorstand & Aufsichtsrat

2.4. Personalpolitik: Jüdische Angestellte der Dresdner Bank

2.5. Geschäftstätigkeit im Inland

2.6. Geschäftstätigkeit im Ausland

2.7. Das Inlandsgeschäft als besonderer Beitrag zur Kriegsfinanzierung

3. Zweiter Teil

3.1. Motive – Handlungen – Optionen: Allgemeiner Wirtschaftsrahmen

3.2. Motive – Handlungen – Optionen: Revirement des Vorstands

3.3. Motive – Handlungen – Optionen: Entjudung

3.4. Motive – Handlungen – Optionen: Rüstungsfinanzierung

4. Dritter Teil

4.1. Resümee: Entwicklung

4.2. Resümee: Engagement und Motive

4.3. Fazit: Die Konstruktion des Schuldbegriffs

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung der Dresdner Bank während der Zeit des Nationalsozialismus, mit einem besonderen Fokus auf die Rolle der Großbank bei der wirtschaftlichen Vernichtung deutscher Juden sowie ihrer Verflechtung in die Rüstungs- und Kriegspolitik des Regimes. Ziel ist es, die Handlungsspielräume, Akteursmotive und Unternehmensstrategien vor dem Hintergrund politischer Verbindungen kritisch zu analysieren und anhand verschiedener Kategorien eine Einordnung der Schuldfrage vorzunehmen.

  • Historische Entwicklung und Struktur der Dresdner Bank
  • Personalpolitik und "Entjudung" des Bankmanagements
  • Geschäftstätigkeit im In- und Ausland unter NS-Bedingungen
  • Die Dresdner Bank als Vertrauensbankier der SS und Rüstungsfinancier
  • Analytische Auseinandersetzung mit den Begriffen ökonomische Rationalität, Regimenähe und Mittäterschaft

Auszug aus dem Buch

3.4. Motive – Handlungen – Optionen: Rüstungsfinanzierung

Unschwer auszurechnen war für die Bank, wie viel attraktivere Entwicklungsmöglichkeiten der konjunkturelle Aufschwung ihrem Unternehmen ohne die Dominanz und die Reglementierung des Staats geboten hätte; Realität hingegen war, dass ihre Geschäftsentfaltung bis auf weiteres durch das Ziel staatlicher Aufrüstung und Kapitallenkung eingeengt war.

Die massive staatliche Kreditschöpfung wurde hingegen als eher "entlastend" und nicht konkurrierend hingenommen, da ihre bankseitige Kreditvergabe zunächst sehr zurückhaltend lief: im Zuge eigener Konsolidierung musste die Bank noch hohe Rückstellungen für notleidende Kredite bilden, sowie ihren aus der Weltwirtschaftskrise hohen und risikoträchtigen Debitorenstand zurückführen. Bald jedoch zeichnete sich ab, dass das Ausleihgeschäft hinter den anderen Geschäftsbereichen zurückbleiben sollte, so auch im Krieg. Unbestritten erreichte sie zwar das normal übliche Geschäftsniveau, doch stagnierte die Kreditsumme trotz deutschem Wirtschaftsboom. Dies hatte zugleich mehrere Ursachen. Durch die allgemeine Konjunktur, die besonders bei den Industrieunternehmen zu einer Gewinnexplosion beitrug, verfügten die Konzerne vermehrt über liquide Mittel. Folglich nutzten sie die Kreditwirtschaft überaus rar, worüber hinaus es ihnen gelang ihre Altschulden in großem Stil zurückzufuhren. Neben den massiven öffentlichen Direktfinanzierungen wichtiger Kriegsrüstungsprojekte kamen diverse Staatssubventionen, günstige Darlehen und großzügige Anzahlungsleistungen auf Reichsaufträge hinzu, mit denen die Industrie den Großteil ihrer Betriebsmittelfinanzierungen deckte. Zunehmend spielten hier staatliche Spezialbanken eine Rolle, die auf dem von der Dresdner Großbank "angestammten" Terrain der kurzfristigen Darlehen, eine beachtliche Expansion verzeichneten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert die wissenschaftliche Problematik der Wirtschaftsforschung zum Dritten Reich und führt in die Fallstudie der Dresdner Bank als Beispiel für die Verflechtungen von Großbanken mit dem NS-Regime ein.

2. Erster Teil: Dieser Teil legt die historische Entwicklung der Dresdner Bank dar, analysiert deren Struktur, Personalpolitik (inklusive Entjudung) und die Geschäftstätigkeit im In- und Ausland unter dem NS-Regime.

3. Zweiter Teil: Der zweite Teil rekonstruiert die Zusammenhänge von Motiven, Handlungen und Optionen der Bankleitung anhand der Kategorien ökonomische Rationalität, Regimenähe und Mittäterschaft.

4. Dritter Teil: Der letzte Teil fasst die Erkenntnisse zusammen und bietet ein Fazit zur Konstruktion des Schuldbegriffs durch eine Analyse von Herrschaft als soziale Praxis.

Schlüsselwörter

Dresdner Bank, Drittes Reich, Nationalsozialismus, Rüstungsfinanzierung, Entjudung, Bankwesen, ökonomische Rationalität, Regimenähe, Mittäterschaft, Großbanken, Arisierung, Kriegswirtschaft, Unternehmensstrategie, NS-Diktatur, Schuldfrage

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle und das Verhalten der Dresdner Bank im nationalsozialistischen Deutschland zwischen 1933 und 1945.

Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Personalpolitik, den In- und Auslandsgeschäften, der Rüstungsfinanzierung und der Verflechtung der Bank mit dem NS-Regime.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage untersucht, inwieweit die Dresdner Bank durch unternehmerisches Handeln und politische Nähe zum NS-Regime in die Verbrechen der Zeit verstrickt war.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die unter anderem Kategorien wie ökonomische Rationalität, Regimenähe und Mittäterschaft operationalisiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Darstellung der Bank und eine detaillierte Auseinandersetzung mit Motiven und Handlungsspielräumen der Unternehmensführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Dresdner Bank, Rüstungsfinanzierung, Entjudung, NS-Diktatur und Mittäterschaft.

Wie positionierte sich die Dresdner Bank zur SS?

Die Bank fungierte als Vertrauensbankier der SS, indem sie Kreditgeschäfte für SS-Betriebe und KZ-Siedlungen abwickelte und die Kontoführung für wichtige SS-Personen übernahm.

Wie bewertet der Autor die "Arisierung" durch die Bank?

Der Autor stellt dar, dass die Bank die Arisierung zur Geschäftsexpansion nutzte, indem sie Firmen erwarb oder Arisierungen finanzierte, um ihren "Kapitalhunger" zu stillen.

Welchen Stellenwert hatte der Vorstand im Hinblick auf die NS-Ideologie?

Der Vorstand war intern heterogen; während einige Mitglieder durch Opportunismus oder Fanatismus regimekonform agierten, versuchten andere, die Bankautonomie gegen den Einfluss der Partei zu wahren.

Wie lautet das Fazit zur Schuldfrage?

Die Schuld der Bank liegt in der engen Verflechtung von ökonomischem Handeln und der Unterstützung des NS-Regimes, wobei der Autor auch einen alternativen Ansatz über Herrschaft als soziale Praxis zur Bewertung vorschlägt.

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Résumé des informations

Titre
Entwicklung der Großbanken im Dritten Reich: Die Dresdner Bank
Sous-titre
Bankenwirtschaft im Dritten Reich
Université
University of Frankfurt (Main)
Cours
Bankenwirtschaft im Dritten Reich
Note
2,0
Auteur
Alen Bosankic (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
31
N° de catalogue
V265133
ISBN (ebook)
9783656546146
Langue
allemand
mots-clé
entwicklung großbanken dritten reich dresdner bank bankenwirtschaft
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alen Bosankic (Auteur), 2008, Entwicklung der Großbanken im Dritten Reich: Die Dresdner Bank, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265133
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Extrait de  31  pages
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