Black-Box Beratung - Empirische Studien zu Coaching und Supervision

Supervision und Gesellschaft


Referat (Ausarbeitung), 2010
28 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Gegenstand und Problematik
1.2 Gang der Ausarbeitung

2. Kontext
2.1 Aufbau des Werkes
2.1 Zu den Autoren

3. Referat
3.1 „Die fließende Grenze der Supervision - von der Methodik der Psychotherapie in der supervisorischen Praxis“
3.1.1 Exkurs: Die Methode der „Objektiven Hermeneutik“
3.2 Personenorientierte Beratung über mehrere hierarchische Ebenen - Inwieweit kann ein Supervisor mögliche latente Probleme eines einzelnen Klienten objektiv erkennen und beheben?

4. Schlussbetrachtung
4.1 Resümee
4.2 Fazit

5. Bibliographie

6. Annex

1. Einführung

Das Seminar des Sommersemesters 2010, „Supervision und Gesellschaft“, thematisierte Supervision auf unterschiedlichen Ebenen. Allgemein beginnend mit der Supervision als „Soziologische Beratung“, ihrem Stand und ihren Möglichkeiten, näherte sich das Seminar der Supervision auch als Medium kommunikativer Sozialforschung. Insgesamt wurde Supervision im Zeichen von Organisation, Arbeit und Ökonomisierung beleuchtet, wozu schließlich auch die gesellschaftliche Bedeutung von Beratung, die Zukunft der Gruppenanalyse sowie die psychoanalytische Supervision zählten.

In Anbetracht der jungen Supervisionsforschung ist sowohl die Forschungsdichte als auch die Publikationsliste dieser Disziplin relativ übersichtlich. Vor diesem Hintergrund dominieren besonders viele disziplinspezifische Beiträge, etwa aus der Psychologie (Medizin; Heilkunde), der Betriebswirtschaftslehre oder Organisationswissenschaft sowie Publikationen theoretischen Charakters. Im Rahmen des Seminars galt es jedoch auch eine empirische Annäherung an die Supervision zu unternehmen. Eine Möglichkeit dazu bot die Monographie „Black-Box Beratung?“ von Karolina Galdynski und Stefan Kühl, die Inhalt der Seminarsitzung vom 27. Mai 2010 war.

1.1 Gegenstand und Problematik

Gegenstand vorliegender Ausarbeitung ist das dritte Kapitel des Werkes von Galdynski und Kühl, „Black Box Beratung - Was findet in den Beratungsinteraktionen statt?“, welches in der Sitzung vom 27. Mai 2010 referiert wurde und hiermit nochmals schriftlich fixiert wird.1

Das Kapitel stellt die Supervisions- und Beratungsinteraktion als solche heraus und geht der Frage nach, was in einer solchen Interaktion genau geschieht. Der Fokus liegt dabei auf der verbalen bzw. nonverbalen Kommunikation unter den Anwesenden in einer Supervisionssitzung, wobei die abgedruckten Studien exklusiv Einzelsupervisionen untersuchen. Zu erwähnen ist in dieser Hinsicht, dass Beratungsgespräche unterschiedlich strukturiert sein können: personenorientierte Beratung erfolgt nicht nur in Einzelsitzungen, sondern auch in Teams bzw. Gruppen, was wiederum nicht zu vernachlässigende Effekte auf die Beratung haben kann (Kühl 2008: 70 ff.).

Unter der Annahme, dass Supervision die beratene Person „entstört“, also Probleme, die in der Person „liegen“, während der Sitzungen behandelt, so dass diese nicht in die Organisation durchdringen, problematisieren beide Beiträge vielmehr einen diametralen Effekt: es zeigt sich, dass organisationale Probleme allem voran personell zugerechnet werden, was teilweise zur Verstellung und Verzerrung struktureller Probleme der Organisation führt. Entgegen dem von Praktikern und Experten hierzu geäußerten und naheliegenden Verdacht, dass dies aus dem Begehen professioneller Fehler resultiert, wird in den Beiträgen evident, dass es vielmehr am Rahmen der Beratung liegt. Letzterem Aspekt zollen beide Beiträge, mittels Problematisierung der Vertraulichkeit dieser „dyadischen Beziehung“, entsprechend Tribut.

1.2 Gang der Ausarbeitung

Zu Beginn wird der Rahmen des Referates abgesteckt, indem auf die Autoren, den Aufbau sowie den Entstehungszusammenhang des Werkes von Galdynski und Kühl eingegangen wird (2.). Daraufhin folgt der Hauptteil des Referates (3.), welcher die zentralen Aspekte beider Studien rezipiert darstellt und sowohl die Argumentation der AutorInnen beinhaltet als auch, aus Gründen der Nachvollziehbarkeit und Hauptintention des Kapitels bzw. Referates, Auszüge relevanter empirischer Belege der Supervisionssitzungen. Ein kritisch würdigendes Fazit (4.) schließt die Arbeit ab.

Die Darstellungen sind dabei keineswegs erschöpfend zu verstehen; sie stellen lediglich eine Verschriftlichung des am 27. Mai 2010, auf Grundlage des vorliegenden Werkes, gehaltenen Referates dar und sollen vordergründig eine kontroverse Diskussion anregen.

2. Kontext

Bislang beschränkte sich der wissenschaftliche Zugang zu empirischen Studien der Supervisionsforschung auf quantitativ angelegte Verfahren mit der üblichen deskriptivstatistischen Auswertung. Letztere haben durchaus ihre Berechtigung, vermögen allerdings, mit ihrem eindimensionalen wissenschaftlichen Zugang, nur unzureichend auszuleuchten, was in der Beratung(sinteraktion) genau geschieht. Aus dem Forschungsinteresse, diese „Blackbox“ zu illuminieren, resultierte schließlich das Desideratum von Galdynski und Kühl.

Realisiert wurde die Arbeit mittels kleinerer empirischer Studien, die im Rahmen eines Lehrforschungsprojektes der Universität Bielefeld durchgeführt wurden. Das Kernelement bildeten Beratungsgespräche, die aufgezeichnet, transkribiert und anschließend sequenzweise analysiert wurden. Vordergründiges Ziel war dabei die Rekonstruktion latenter Strukturen im Beratungssetting. Entgegen der Vermutung einer Diskussion reiner Beratungsgesprächsanalysen thematisiert das Werk „Beratung“ auf mehreren Ebenen: wird zu Beginn die Popularität des Beratungsansatzes dargestellt, folgt, in einem weiteren Schritt, die Analyse der Formen von Professionsbildung und die Auslotung der Kompetenzdarstellung(sproblematik), woraufhin der Beitrag schließlich mit der Bestimmung der Schwierigkeiten bei der Evaluation von Beratungsvorhaben abgerundet wird.

Methodologisch wurde bei der Darstellung entweder auf die Printmedienanalyse oder auf leitfragengestützte Interviews zurückgegriffen. Insgesamt stellen die Beiträge jedoch nur Auszüge aus den einzelnen kleineren Studien dar. Ergänzend ist in diesem Zusammenhang allerdings ein wissenschaftliches Lehrbuch erschienen, das zentrale Aspekte des Coachings und der Supervision aus soziologischer Perspektive analysiert.

2.1 Aufbau des Werkes

Das Werk umfasst insgesamt 168 Seiten, welche in vier Kapitel unterteilt sind. Teil I beinhaltet „Empirische Studien zur Popularität einer Beratungsform“. Teil II stellt die „Schwierigkeiten der Professionsbildung“ heraus. In Teil III widmen sich die Autoren der „Black Box Beratung - Was findet in den Beratungsinterkationen statt?“ und der abschließende Teil IV zeigt wesentliche Aspekte „Zur Evaluation von Beratung“ auf.

Jeder Teil setzt sich aus zwei verschiedenen Beiträgen zusammen.2 Einerseits kann jeder Teil aufgrund seiner eingegrenzten Thematik als eigenständige Einheit gesehen werden, wodurch Redundanzen nur schwer vermeidbar sind, andererseits ergeben sich nahtlose Übergänge, sodass sich die Teile insgesamt in den Rahmen der Monographie einfügen und ein Ganzes bilden.

Die nun folgende Ausführungen beschränken sich auf Teil III und diskutieren, unter Berücksichtigung des redaktionellen Druckfehlers, „Die fließende Grenze der Supervision - von der Methodik der Psychotherapie in der supervisorischen Praxis“ von Anastasia Dörr sowie „Personenorientierte Beratung über mehrere hierarchische Ebenen - Inwieweit kann ein Supervisor mögliche latente Probleme eines einzelnen Klienten objektiv erkennen und beheben?“ von Andrea Franzke und Mia-Alina Schauf.

2.1 Zu den Autoren

Sämtliche AutorenInnen der Studien sind SoziologInnen. Aufgrund der verschiedenen Forschungsschwerpunkte und Spezialisierungen ist ihnen dennoch eine Heterogenität nicht abzusprechen. Dies trifft auch auf die Autorinnen der beiden Beiträge in Teil III zu: Anastasia Dörr und Mia-Alina Schauf, beide Soziologinnen an der Universität Bielefeld, sind unter anderem auf dem Forschungsgebiet der Organisations-, Religions- und Wissenschaftsforschung unter Anwendung quantitativer wie qualitativer Methoden tätig. Die durchgängige Vielfalt der Forschungsschwerpunkte der Autorenschaft verleiht dem Werk zusätzlich eine kritische Nuance.

3. Referat

Der im vorliegenden Werk ausnahmslos verwendete Begriff der „Beratung“ stellt auf die personenorientierte Beratung in Organisationen ab. Unter diesen Begriff fassen die AutorInnen auch das Coaching bzw. die Supervision und definieren näher, dass personenorientierte Beratung nicht auf Organisationen als Ganzes ausgerichtet ist, sondern auf die in ihr agierenden Mitglieder (Galdynski/Kühl 2009: 11). Sowohl Coaching als auch Supervision sind Beratungsformen, bei denen es nicht um den Verkauf von Produkten geht, sondern das Angebot eines Zeitfensters, in dem Ursachen bestimmter Probleme analysiert und Lösungsvorschläge gesucht werden. Dabei beraten die Supervisoren und Coaches ihre Klienten nur in Bezug auf die Mitgliedschaftsrolle in der jeweiligen Organisation; andere Rollen, beispielsweise innerhalb der Familie als „Mutter“, „Vater“, in der Ehe oder als Parteimitglied, spielen lediglich peripher, als Hintergrundinformation, eine Rolle (Galdynski/Kühl 2009: 11).3 Das zentrale Themenfeld liegt, unter anderem, in der Bewältigung von Konflikten, wozu etwa hierarchieebenen-übergreifende Interessenskonflikte in Organisationen zählen. Insgesamt bietet personenorientierte Beratung Raum für Reflexion bei belastender Erfahrung in und bei der Arbeit, um möglichst die Leistungsfähigkeit und Motivation der Organisationsmitglieder zu steigern (ibidem).

Wie das in der Supervisions- bzw. Beratungsinteraktion bewerkstelligt (oder zumindest versucht) wird und was in dieser genau geschieht, zeigen die beiden Beiträge. Ersterer legt den Fokus auf die Methodik der Psychotherapie in der supervisorischen Praxis, wohingegen der zweite Beitrag herausstellt, inwieweit ein Supervisor latente Probleme eines einzelnen Klienten objektiv erkennen und beheben kann.

3.1 „Die fließende Grenze der Supervision - von der Methodik der Psychotherapie in der supervisorischen Praxis“

Grenzte sich Supervision in der Fachliteratur der 60-er und 70-er Jahren noch vehement von der „Therapie des Supervisanden“ ab und sah den Supervisor keinesfalls als „Therapeut“, so unterlag diese Abgrenzung offensichtlich einem Wandel. Insbesondere durch die Erweiterung des „Supervisionsfeldes“ werden die Grenzen zwischen Supervision und Psychotherapie heute vielfach als fließend beschrieben, denn in der Supervision geht es um weitaus mehr, als die reine Erweiterung und Vertiefung von Fachkenntnissen (Galdynski/Kühl 2009: 155). Über die reine Praxisberatung hinaus, wird Supervision als „Korrektive für ein berufliches Burn-Out oder „Psychohygiene“, zur „Erhaltung und Wiederherstellung der seelischen Gesundheit“ definiert (ibidem). So ist nicht mehr ausschließlich die Verbesserung der Beziehung zwischen Supervisand und Klient oder die Veränderung institutioneller Gegebenheiten Gegenstand der Supervision, sondern zunehmend auch „Persönlichkeitsmerkmale der Supervisanden“ (ibidem). Trotzdem zielt auch diese „Psychohygiene“ auf die Optimierung der Arbeitssituation bzw. Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der Supervisanden ab.

Für diesen Trend zur Psychohygiene in der Supervision lassen sich, nach Dörr, zwei Argumentationsstränge ausmachen, nämlich einerseits die Argumentation der klientenzentrierten Psychohygiene, andererseits die der organisationszentrierten.

Bei der klientenzentrierten Psychohygiene lautete die Devise:

„Nur ein zur Selbstreflexion fähiger Mensch kann gute Arbeit mit bzw. an seinen Klienten verrichten. Die Supervision sollte zur ‚Selbstwahrnehmung blinder Flecken‘ (Melzer 1970, S. 45) im beruflichen Handeln beitragen sowie ‚Abwehrmechanismen‘ (ebd., S. 96) beim Supervisanden bezüglich der Bewertung seiner Arbeit aufdecken. Insofern sind und müssen Persönlichkeitsmerkmale des Supervisanden Bestandteil des Supervisionsprozesses sein“

(Galdynski/Kühl 2009: 156).

Wohingegen die Argumentation organisationszentrierter Psychohygiene lautet:

„In Anbetracht zunehmender ‚personeller Fluktuationen‘ und ‚überhöhter Krankheitsraten‘ (Belardi 1992, S. 203) muss die Psychohygiene des Supervisanden in den Vordergrund rücken, um ihn wieder arbeitsfähig zu machen für einen Beruf (und die dahinter stehende Organisation), der die ‚psychische Verwundbarkeit eines Menschen erhöht‘ (Kamphuis 1963, S. 99)“ (Galdynski/Kühl 2009: 156).

Allgemein betrachtet stellen Supervisionssitzungen eine ungewöhnliche Gesprächssituation dar: sie sind minimal strukturiert und eine Beschränkung auf bestimmte Inhalte existiert nicht, sodass auch begünstigt wird, das „relativ intime Dinge“ zur Sprache kommen (Galdynski/Kühl 2009: 157). Plausibel scheint unter diesem Blickwinkel, dass persönliches „Material“ des Supervisanden Einzug in die Beratungssituation hält und der Supervision verstärkt „die Gefahr einer psychologischen Praxis“ innewohnt (ibidem).

Dörr substantiiert diese Argumente in der Analyse einer Einzelsupervisionssitzung. Dabei untersucht sie explizit sowohl die Art der Probleme, die in der Supervisionssitzung artikuliert werden, als auch die Reaktionen des Supervisors auf diese bzw. sein Angebot an Resolutionen. Für die Untersuchung wurde die Methode der objektiven Hermeneutik nach Ulrich Oevermann gewählt. Im Folgenden soll diese, vor der Analysedarstellung, in einem kleinen Exkurs skizziert werden.4

3.1.1 Exkurs: Die Methode der „Objektiven Hermeneutik“

Die Interpretationstechnik der Objektiven Hermeneutik wurde von Ulrich Oevermann und seinen Mitarbeitern in den 1970ern begründet (Galdynski/Kühl 2009: 198). Sie gehört zu den Methoden der empirischen Sozialforschung und dient der kontrollierten hermeneutischen Auswertung protokollierter Kommunikation (ibidem).

Die Methode versteht drei Varianten der Textauslegung: die Feinanalyse, die Sequenzanalyse und die ausführliche Interpretation der objektiven Sozialdaten. Kernelement der hier dargestellten Untersuchungen ist die sequenzielle Analyse, wobei Textprotokolle das Analysematerial bilden. Letzteres wird in einem sogenannten abduktiven Verfahren bearbeitet. Hierbei werden einzelne Satz- bzw. Textelemente auseinandergenommen und Lesarten generiert, die im Weiteren sukzessive ausgeschlossen werden. Daraus ergibt sich, im Laufe der Analyse, eine „Deutungshypothese über die Fallstruktur“ (Galdynski/Kühl 2009: 159). Schließlich folgt das Prüfungsverfahren der Fallstrukturhypothese: die Hypothese wird so lange an weiteren Textstellen geprüft, bis sie falsifiziert oder verifiziert ist. Im Falle einer Falsifikation wird die Ausgangshypothese verworfen und eine neue dem Prüfungsverfahren unterzogen, wohingegen eine verifizierte Hypothese eine dem Material am ehesten entsprechende darstellt (ibidem). Insgesamt sind bei der Durchführung, nach Oevermann, drei Aspekte zu beachten: (i) der erhebliche Zeitaufwand der Methode, (ii) der Ausschluss neurotischer und/oder ideologischer Verblendung des Interpreten und (iii) die Sicherstellung der Kompetenz für die zu untersuchende Sprach- und Interaktionsgemeinschaft (Galdynski/Kühl 2009: 198).

Das Verfahren versteht die soziale Wirklichkeit als sinnhaft. Der subjektiv gemeinte (intendierte) Sinn besitzt für die Analyse jedoch zunächst keine Relevanz; der Fokus liegt auf der latenten „Sinnstruktur“ (Galdynski/Kühl 2009: 157). Es geht um die objektive Bedeutung einer Äußerung oder Handlung; das, was der Autor des Textes meinte, dachte, wünschte etc. wird völlig unbeachtet gelassen. Der Forscher interessiert sich daher nicht für die Intention des Sprechers, sondern vielmehr für die Funktion seiner Äußerung im Kommunikationszusammenhang, unabhängig davon, ob diese Funktion dem Sprecher bewusst ist oder nicht. Wichtig ist deshalb, dass schrittweise vorgegangen wird, „ohne vorab den inneren oder äußeren Kontext der Äußerungen zu explizieren“ (Galdynski/Kühl 2009: 199).

Aus diesen Bedingungen erwächst, unter anderem, der Anspruch des Verfahrens auf objektive Gültigkeit. Dieser fußt nämlich auf der Annahme, dass sich jegliche Kommunikation nach Regeln, sogenannten „generativen Strukturprinzipien“, vollzieht; Grammatikregeln sind hierbei ein Paradebeispiel: den Kommunizierenden sind diese meist nicht bewusst (vorwiegend Muttersprachlern), doch vollzieht sich ihre Kommunikation definitiv nach grammatischen Prinzipien (Galdynski/Kühl 2009: 158). Darüber hinaus wird den „generativen Strukturprinzipien“ eine weitere zentrale Rolle zuteil: obschon sich die Methode der objektiven Hermeneutik auf Einzelfälle bezieht, sind Verallgemeinerungen durchaus möglich; dadurch, dass die Strukturprinzipien in jedem einzelnen Handlungs-, Sprach- bzw. Interaktionssegment sozialer Wirklichkeit ergründet werden können, gewährleisten sie schließlich, dass aus den Ergebnissen Generalisierungen getroffen werden können (Galdynski/Kühl 2009: 159).

Demnach sind die nun folgenden Analyseergebnisse eines Gesprächs hinreichend, um auf eine allgemeine Supervisionspraxis zu schließen. So beansprucht Dörr schließlich auch, dass ihre Ergebnisdiskussion „das subtile Eindringen einer therapeutischen Orientierung in die Supervision“ anschaulich darlegt (Galdynski/Kühl 2009: 159).

[...]


1 Die nun folgenden Darstellungen erfolgen unter Berücksichtigung des redaktionellen Druckfehlers des Inhaltsverzeichnisses der zugrundeliegenden Monographie. Weiteres hierzu: s.h. Fußnote 2.

2 Leider weist das Inhaltsverzeichnis der 1. Auflage einen redaktionellen Druckfehler auf, wonach Teil II insgesamt zwei und Teil III insgesamt drei Beiträge enthält. Nach Lektüre der einzelnen Teile sowie aus der Lektüre des einleitenden und den wesentlichen Inhalt des Werkes zusammenfassenden Beitrag von Galdynski (S. 11-26), in welchem die Beiträge in aller Kürze in den Kontext der Supervisions- und Coachingforschung eingeordnet werden, ergibt sich jedoch die hier (und in Galdynskis Beitrag) angeführte, thematisch wesentlich plausiblere Aufteilung (zwei Beiträge in jedem Teil).

3 Coaching und Supervision werden in den Ausführungen als Synonyme erachtet und wechselseitig verwendet. Der Lesbarkeit halber wird sich im Weiteren jedoch auf den Begriff der „Supervision“ beschränkt. Darüber hinaus wird auf die weibliche Singularform „die Beraterin“ bzw. „die Coach“ verzichtet und stattdessen der männliche Plural benutzt, womit Männer und Frauen gemeint sind.

4 Der folgende Exkurs stellt die Methode in stark komprimierter Form dar und soll vorrangig dem besseren Verständnis der darauf folgenden Diskussion der Gesprächsanalyse dienen. Für ein umfassendes Verständnis der Methode ist die Auseinandersetzung mit dem Primärwerk Oevermanns sowie weiterer Sekundärliteratur unabdingbar.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Black-Box Beratung - Empirische Studien zu Coaching und Supervision
Untertitel
Supervision und Gesellschaft
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Soziologie und Sozialpsychologie mit dem Schwerpunkt Empirische Bildungsforschung)
Veranstaltung
Supervision und Gesellschaft
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
28
Katalognummer
V265135
ISBN (eBook)
9783656546719
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
black-box, beratung, empirische, studien, coaching, supervision, gesellschaft
Arbeit zitieren
Alen Bosankic (Autor), 2010, Black-Box Beratung - Empirische Studien zu Coaching und Supervision, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265135

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Black-Box Beratung - Empirische Studien zu Coaching und Supervision


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden