Stillen und Säuglingsernährung im Wandel der Zeit


Hausarbeit, 2013
34 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung
1.1) Aufbau der Arbeit

2) „Stillen“: Definition, Wortbedeutung, Abgrenzung

3) Geschichte des Stillens
3.1) Darstellung in Mythos und Religion
3.2) Antike
3.3) Mittelalter
3.4) Neuzeit
3.5) 20. und 21. Jahrhundert

4) Schluss

5) Literaturverzeichnis

6) Anhang
Mythologie und Religion
Antike
Mittelalter
Neuzeit
20. und 21. Jahrhundert

1) Einleitung

Muttermilch wird oft als die beste, praktischste und preiswerteste Nahrung für ein Neugeborenes angepriesen, so z. B. durch die populären Aussagen ÄStillen ist ein Menschenrecht“ (WHO), Äbreast is best“ (La Leche Liga) oder ÄStillen ist das Beste für ihr Kind“ (Hipp). Lange Zeit war es normal und auch lebensnotwenig, die Kinder (selbst) zu stillen und stellte die einzige Möglichkeit zur Säuglingsernährung dar. Das (mütterliche) Stillverhalten änderte sich dann in Abhängigkeit vom Gesellschaftswandel mehrfach, sodass es zum Beginn des neuen Jahrtausends schon lange nicht mehr selbstverständlich ist.1

Stillen ist ein zentraler Teil eines umfassenden Ganzen, und es kann für eine Frau bereichernd und entlastend sein, die individuelle Geschichte mit ihrem Kind in den großen Zusammenhang einer anderen Geschichte - unserer Kulturgeschichte - zu bringen. (...) Gerade das Wissen um diese Geschichte, deren Folgen Mütter auf Schritt und Tritt spüren, kann helfen, zu einem instinktiven Vertrauen in die mütterliche Kraft und zu einer geglückten Stillbeziehung zurückzufinden.2

Dieses Zitat beschreibt sehr treffend den Motivationsgrund der vorliegenden Arbeit. Denn bei der Betrachtung der Thematik des Stillens und der Säuglingsernährung ist es nötig, verschiedene Aspekte mit einzubeziehen: Neben der Tatsache, dass das Stillverhalten zahlreichen sozialen, religiösen und medizinischen Einflüssen unterworfen war und ist,3 darf es nämlich, um dem Phänomen des Stillens gerecht zu werden, nicht einzig von der biologisch-physiologischen und anatomischen Seite her betrachtet werden. Mit einbezogen werden müssen auch die gesell- schaftlichen und kulturellen Aspekte, die dem Stillen nützlich oder erschwerend zur Seite ste- hen, damit man zu einem Verständnis dafür gelangt, was Stillen zu einer bestimmten Zeit für eine Kultur bedeutet (hat).4 Die Kulturgeschichte des Stillens kann helfen zu zeigen, dass die Bedeutung des Stillens von dem Stellenwert des Kindes in der jeweiligen Gesellschaft abhängt und weiterhin Ävon der moralisch-sittlichen Aufladung dieser weiblichen Tätigkeit“.5 Wenn das Stillen zu mancher Zeit und in gewissen gesellschaftlichen Schichten nämlich aus medizinischer Sicht an- oder abgeraten wurde, so wurde es zu wieder anderer Zeit und anderem Ort als ethisch-moralische Pflicht angesehen, aus wieder anderer gesellschaftlicher Perspektive galt es hingegen als beinahe unangemessen.6

1.1) Aufbau der Arbeit

Trotz der leider oft fehlenden Wissenschaftlichkeit von Einträgen in Wikipedia, soll an dieser Stelle dennoch der Einleitungssatz des Eintrags zur Begrifflichkeit ÄStillen“ in dieser Online- Enzyklopädie aufgeführt werden. Entschieden wurde sich hierzu, da diese Definition verschiedene Faktoren beinhaltet, die den Aufbau sowie das Ziel der vorliegenden Arbeit gut veranschaulichen und aufzeigen:

Als Stillen oder Brusternährung[4] wird die Ernährung des Säuglings und Kleinkinds[3] an der Brust von Mutter, Amme oder einer anderen Frau[2] bezeichnet (vergleiche den allgemeineren, auch auf Tiere bezogenen Begriff ÄSäugen“[1] ).7

Die für diese Arbeit relevanten Teilaspekte werden in der Reihenfolge, wie sie in der vorliegenden Ausarbeitung abgearbeitet werden, kurz erläutert:8

[1] Der Hinweis auf den Begriff ÄSäugen“: In der Definition von Wikipedia als letzter Aspekt genannt, soll in der vorliegenden Arbeit der erste einleitende Punkt darin bestehen, eine genaue Begriffsdefinition und Wortherkunft der Begrifflichkeit ÄStillen“ zu geben und hier u. a. auch die Unterscheidung bzw. Abgrenzung zum Begriff des ÄSäugens“ stattfinden.

[2] ÄBrust von Mutter, Amme oder einer anderen Frau“: Im Rahmen dieser Definition wird die aktuelle primäre Wortbedeutung bzw. -wendung von Stillen [Ä(einen Säugling) an der Brust Muttermilch9 trinken lassen“]10 mit der Beschreibung einer Amme [ÄFrau, die ein fremdes Kind (mit ihrem eigenen zusammen) stillt und betreut“]11 erweitert, weswegen hier bereits zwei Bilder einer möglichen Ernährerin des Kindes genannt werden - die Mutter auf der einen, die Amme auf der anderen Seite. Da die Ammentätigkeit in vielen Epochen (vgl. Punkt 3) sehr verbreitet war und sich lange Zeit fortsetzte, ist dies ein Aspekt, der (zwangsläufig) mitunter einen zentralen Punkt in der vorliegenden Arbeit einnimmt.

[3] ÄSäugling oder Kleinkind“: Auch das Alter des Kindes ist ein Aspekt, der berücksichtigt werden soll: Zu welcher Zeit war es also üblich, das Kind abzustillen, ab wann und bis wann wurde es an der Brust ernährt, wann (und wie) anderweitig?

[4] ÄStillen oder Brusternährung“: Liegt in dieser Definition der Fokus auf der Ernährung durch die Brust, erscheint es notwendig, gerade wenn die Entwicklungen der letzten Jahrhunderte mit einbezogen werden sollen, sich mit der Gegenform hiervon - der Äkünstlichen“ Säuglingsernährung - auseinanderzusetzen und auch, auf die jeweiligen Epochen12 bezogen, die entsprechenden Formen alternativer Ernährungsmethoden vorzustellen.

Generell soll am Anfang jedes Abschnittes ein zeitlicher Überblick über die Entwicklung in der jeweiligen Epoche gegeben und anschließend etwas zur Tätigkeit der Amme bzw. dem Stillverhalten allgemein erläutert werden und am Ende jedes Kapitels zum einen etwas zum Zeitpunkt des Abstillens, wie lange es also üblich war zu stillen, und zum anderen etwas zu alternativer Säuglingsnahrung und entsprechenden Nahrungsgefäßen gesagt werden. Mittels der Beschreibung der unterschiedlichen Fokusse, die diese Arbeit behandeln soll, kann also deutlich werden, dass die Frage, die der Ausarbeitung zugrunde liegt, ist, wie das Stillen, die Säuglingsernährung und die ÄBedeutung“ hiervon in der jeweiligen Epoche aussahen, wie sie sich entwickelt und über die Zeit verändert haben und welche sie heutzutage einnehmen.13

2) „Stillen“: Definition, Wortbedeutung, Abgrenzung

Der Begriff ÄStillen“ hat laut Duden drei Bedeutungen:

1) (Einen Säugling) an der Brust Muttermilch trinken lassen; einen Säugling durch regelmäßiges Stillen ernähren. 2) (Ein Bedürfnis) befriedigen, zum Aufhören bringen. 3) Etwas zum Stillstand bringen, eindämmen.14

Folgende Synonyme für ÄStillen“ lassen sich im Duden finden:

An die Brust legen, anlegen, die Brust geben, nähren, säugen; (Medizin, Biologie) laktieren; abdecken, befriedigen, decken, zufriedenstellen, zum Aufhören bringen; (gehoben) sättigen; (bildungssprachlich) saturieren; (Psychologie) absättigen; abschwächen, begrenzen, beschränken, bremsen, dämpfen, eindämmen, mildern, unterdrücken, unter Kontrolle bringen, vermindern, verringern, zum Stillstand bringen; (gehoben) dämmen, Einhalt gebieten/tun, mindern.15

Wie ersichtlich wird, ist dieses Verb primär mit der Bedeutung Äzum Schweigen/ Stoppen brin- gen“, abgeleitet vom Adjektiv Ästill“ versehen. ÄStillen“ hat also nicht, wie z. B. das Wort Äsäu- gen“, die Wortbedeutung primär im Bezug auf das (biologische) Ernähren, sondern auf das Moment des Stillwerdens des Säuglings. Im Fokus steht also die Mutter-Kind-Beziehung, die über das Ernähren hinausgeht und auf der Sphäre des Beruhigens, Besänftigens, Beschwichti- gens und Versöhnens liegt.16 Mit dem deutschen Wort Ästillen“ fällt es leicht, eben nicht nur den körperlichen oder biologischen Vorgang zu betrachten, was z. B. mit dem englischen Begriff Äbreastfeeding“17 oder dem französischen Ausdruck Äallaitement maternel“ nicht so einfach ist. Durch die Nähe der Worte ÄStille“ und Ästillen“ wird automatisch etwas Atmosphärisches asso- ziiert, welches Mutter und Kind gleichermaßen umfasst und in uns automatisch ein Bild von Ruhe und Entspannung hervorruft.18

Seit dem 8. Jahrhundert lässt sich nachweisen, dass im Althochdeutschen der Begriff Ästillen“ synonym für den bis dato üblichen Ausdruck Äsäugen“ verwendet wird. Mutmaßen lässt sich, dass es bei der Wortneuschöpfung darum ging, durch eine euphemistische Wortwahl einen Vor- gang, der immer mehr tabuisiert wurde, zu verdecken (vgl. die Entwicklung hiervon unter Punkt

3). Im Neuhochdeutschen wird allerdings erst seit dem 16. Jahrhundert der Begriff Äein Kind stillen“ anstelle von Äein Kind säugen“ verwendet. Heute sind beide Ausdrucksweisen zwar noch synonym in Gebrauch, das Wort Ästillen“ ist allerdings wesentlich geläufiger19 und soll daher auch im Folgenden verwendet werden.20

3) Geschichte des Stillens

3.1) Darstellung in Mythos und Religion

Bereits mesolithische Felszeichnungen aus den Jahren 10000 bis 5000 v. Chr. zeigen erste Darstellungen des Stillens. Auch in Mythologiezeugnissen lassen sich Hinweise auf Brusternährung finden, nicht nur der eigenen Kinder.21 In einem sumerischen Wiegenlied aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend ist von einer Mutter die Rede, die verspricht, dem Kind für den kommenden Tag eine fröhliche Saugmagd zu beschaffen, was bereits erste Hinweise auf eine statt der Mutter säugende Amme liefert.22

Bei einem Blick auf die griechische Mythologie und Gottheiten stößt man z. B. auf die Geschichte des griechischen Göttervaters Zeus, der von der Ziege Amalthea gesäugt wurde; auch Romulus und Remus, die Begründer Roms, wurden von einer Wölfin gesäugt.23 Ebenfalls die Kinder des Pharaos im alten Ägypten wurden scheinbar primär von Ammen und nicht der eigenen Mutter gestillt, während alle anderen ägyptischen Frauen ihre Kinder selbst nährten.24 Die hohe Wertschätzung und der hoher Respekt für stillende Frauen kann u. a. an der Fülle an Abbildungen von Darstellungen der Müttergottheiten erkannt werden; so z. B. im antiken Ägypten die bekannte Darstellung der Göttin Isis, die den Horusknaben stillt.25 In den meisten dieser Darstellungen des Brustfütterns, ist das Kind, mit dem linken Arm der Mutter gehalten und an der linken Brust trinkend, nahe am mütterlichen Herzen, dargestellt.26

Ein weiterer griechischer Schöpfungsmythos besagt, dass die Entstehung der Milchstraße27 durch das Verspritzen der Muttermilch der Göttermutter Hera, deren Tropfen sich in Sterne verwandelten, geschah.28

Die mythische Zeit, aus der direkt keine schriftlichen Quellen vorliegen,29 bringt das Stillen mit den Göttern in Zusammenhang, was als Ausdruck einer hohen Wertschätzung angesehen wer- den kann. Dennoch wird bereits aus diesen kurzen Beispielen deutlich, dass das Stillen keines- wegs ein Bereich war, der sich durchwegs nur der der leiblichen Mutter zuordnen ließ.30

3.2) Antike

Die Antike bietet einige gesicherte Hinweise des Bruststillens in Form von ärztlichen Texten, Artefakten wie Nahrungsgefäße, Bilder von Muttergottheiten31, Wandgemälden sowie Vasen- zeichnungen32, weiterhin in Form von Einschätzungen von Philosophen sowie Dramatikern, Familienberichten, Ammenverträge und Grabesinschriften33 - aus diesen Quellen geht auch hervor, dass Ammen in der griechischen und kaiserzeitlichen römischen Antike weit verbreitet waren.34

Generell lässt sich das Ammenwesen bis in die Beginne der Überlieferung über die kindliche Aufzucht zurückverfolgen, wonach die Säugamme Äeine uns aus der Bibel, dem Codex Hammurabi, den ägyptischen Papyrustexten, der griechischen und römischen Literatur vertraute Gestalt“35 ist und somit auf das Bild der Kleinkinderziehung zeitüberdauernd eingewirkt hat.36 In der besagten Gesetzessammlung des Hammurabi von Babylon (ca. 2000 v. Chr.) wurde, wegen der deutlich höheren Kindersterblichkeit bei Ammen als zu Hause, zum Schutz des Kindes die Organisation des Ammenberufs unter den Paragraph 194 gestellt:37

Wenn ein Mann sein Kind einer Amme anvertraut hat und sein Kind verstarb in der Hand der Amme, sich die Amme aber dann ohne Wissen seines Vaters und seiner Mutter ein anderes Kind anlegt [ohne die Eltern des neuen Kindes darüber zu informieren], so soll man es ihr nachweisen, und man soll ihr, weil sie sich ohne Information seines Vaters und seiner Mutter ein anderes Kind angelegt hat, die Brust abschneiden.38

Ergebnis der zunehmenden Verbreitung von Ammen war ein differenziertes Ammenwesen, das viele Jahrhunderte lang Bestand hatte, sodass z. B. im 6. und 7. Jahrhundert v. Chr. Ammen- märkte in Griechenland wie auch in Rom an der Tagesordnung waren. Dennoch wurde im Allgemeinen das Stillen durch die Mutter39 bevorzugt und oft auch angepriesen, v. a. D. wegen der psychischen Bindung.40 Die Diskussion, ob nicht die geeignetste Instanz für das Stillen die eigene Mutter ist, führte z. B. auch der Pseudoschriftsteller Plutarch (die Originalfigur lebte 45- 125 n. Chr.). In seiner Schrift ÄÜber Kindererziehung“ sprach er sich ausdrücklich für das Selbststillen der Mutter aus und begründete dies mit ihren angeborenen weiblichen Bedingungen; er glaubte, dass sie Ädie sittliche Tätigkeit der Ernährung und Erziehung des Säuglings aus ‚inbrünstiger‘ Liebe dank ihres weißschäumenden Blutes vollziehen könnte.“41 Ammen hatten oft mit dem Vorwurf zu kämpfen, dass sie die ihnen in Obhut übergebene Kinder emotional und physisch vernachlässigten, da sie den einzelnen Kindern zu wenig Milch geben könnte - die Konsequenz daraus, dass die Amme oft mehrere Kinder gleichzeitig stillte.42 Weiterhin wurde v. a. D. seitens Philosophen und Mediziner der negative Einfluss der Ammen auf Moral und Sprache der Kinder beklagt;43 so hatte sich z. B. bereits Platon bei der Konzeption des Idealstaates 370 v. Chr. dafür ausgesprochen, die Kinder den Ammen zu übergeben, das Stillen jedoch den leiblichen Müttern zu überlassen.44

In der aristokratischen Gesellschaft der griechischen Frühzeit waren es primär die privilegierten Frauen (auch hier gab es natürlich Ausnahmen45 ), die eine Amme engagieren konnten; doch bereits in der klassischen Zeit wurde dieses Phänomen zu einer quasi bürgerlichen Norm, die auch zunehmend als öffentliche Institution von der Gesellschaft anerkannt wurde.46 Griechische Ammen waren in der frühen Zeit gefangene oder gekaufte Sklavinnen; ihre Rolle war aber nicht nur auf das Säugen beschränkt, da sie darüber hinaus für die gesamte Pflege und frühe Erziehung verantwortlich war. Man glaubte, dass durch die Milch Charaktereigenschaften übertragen werden könnten; so verglich z. B. Pseudo-Plutarch die kindliche Seele mit einem Stück Wachs, weswegen man ÄLehren wie ein Siegel in sie eindrücken“47 kann und es somit vonnöten wäre, die Amme sorgfältig auszuwählen, die als erste die Kindesseele nähren würde.48 So lassen sich bei verschiedensten Autoren zahlreiche Kriterien finden, der eine Amme genügen musste: Plutarch war es z. B. wichtig, dass die Amme Ävon griechischer Sitte“ ist;49 andere Autoren weisen auf einen guten Wuchs der Brüste, generell einen wohlgebauten Körper, auf einen frischen und gesunden Teint und v. a. D. auf einen ruhigen und ausgeglichenen Charakter der Ammen hin. Sie sollte nicht jünger als 20 und nicht älter als 40 Jahre alt sein, sauber, gesund und integer sein, sowie mehrfach geboren haben; auch sollte die Amme möglichst kein anderes Kind mehr stillen.50 Sie mussten hübsch sein und durften keine roten Haare haben; weiterhin wurde, wie bereits erwähnt, großer Wert auf Sprache und Sitte gelegt.51 Am begehrtesten waren in der Antike Ammen aus Sparta, weil man sich von ihnen eine robuste Gesundheit für die Kinder erhoffte.52 Weiterhin musste auch eine gute Qualität der Ammenmilch gewährleistet sein, weswegen auch spezielle Diäten verordnet wurden. Derartige Angaben finden sich auf ägyptischen Papyri erhaltenen Dienstverträgen.53

Generell übernahm die Amme eine entscheidende Rolle im Haushalt und verblieb auch in der Familie, wenn das Kind bereits abgestillt war.54 Was den Zeitpunkt des Abstillens angeht, lässt sich sagen, dass z. B. der antike griechische Mediziner Galenos den Rat erteilte, erst mit drei Jahren abzustillen.55 Eine weitere Empfehlung seitens der Ärzte der Hippokratischen Schule war, die Säuglinge erst einige Tage nach der Geburt, anzulegen.56 Das Alter, ab wann die Säuglinge im eigenen Heim tatsächlich abgestillt wurden, ist unsicher. Obwohl Ammen-Verträge von einer Zeitspanne von sechs Monaten57 Brusternährung und 18 Monaten Kuhmilchernährung sprechen, deutet die Vielzahl an Nahrungsgefäßen in unterschiedlichster Art, die zum Teil in Kindergräbern in Griechenland und Italien gefunden wurden, darauf hin, dass das Abstillen recht früh zu beginnen schien, da es z. B. spezielle Säuglings- bzw. Kleinkindgefäße gab.58 Im antiken Rom war es in Patrizierfamilien üblich, die Säuglinge von mehreren Ammen ernäh- ren und versorgen zu lassen, was dazu führte, dass das Ammenwesen zu einem regen Auf- schwung in der städtischen römischen Oberschicht ab dem 2. Jh. v. Chr. führte. Je besser die Stellung der Mutter in der Gesellschaft war, desto eher wurde die eigenhändige Versorgung des Nachwuchses verweigert. Gründe hierfür waren z. B. Mangel an Muttermilch, Unannehmlich- keit des Stillens für die Mutter, Furcht vor Verunstaltung der weiblichen Brust und natürlich der Tod der Mutter im Kindbett.59 Wohlhabende Römer kauften hierzu Sklavinnen, die kürzlich selbst geboren hatten; finden konnten sie diese in der Nähe der für die Bürger Roms beim Fo- rum Olitorium befindlichen ÄMilchsäulen“ und konnten diese mieten und für zwei Jahre unter Vertrag nehmen.60 Hierzu ist anzumerken, dass die Amme dennoch darüber hinaus bis ins hohe Alter eine wichtige Person für ihren ehemaligen Schützling61 eingenommen hat.62 Ammen mussten sich auch hier an bestimmte Regeln halten: Sie sollte ein ausgeglichenes Leben führen und bestimmte Arbeiten verrichten um die Brust zu stimulieren, z. B. Betten machen, Eimer tragen, Gewichte heben; sie musste sich besonders ernähren; untersagt waren Schwanger- schaften (in diesem Fall musste eine Strafe gezahlt werden) und auch Geschlechtsverkehr, da man glaubte, dass Sperma die Milch sauer macht und eine Schwangerschaft die Milch vergif- tet.63

Dass auch in dieser Gegend die stillende Mutter eigentlich das ÄOptimum“ war64, macht der Schriftsteller Tacitus deutlich, indem er den reichen Römerinnen um ca. 100 n. Chr. die Germaninnen vorhält, welche seiner Meinung nach völlig ohne Ammen auskamen: ÄJede Mutter stillt ihr Kind selbst. Man überläßt sie nicht Mägden oder Ammen.“65 Über die Stillgebräuche in Rom schreibt er hingegen Folgendes:

Früher war es das größte Lob einer Mutter, das Haus zu schützen und den Kindern zu dienen, die sie auf ihrem Schoß und an ihrer Brust heranzog, aber nicht einer Amme überließ. Jetzt dagegen wird das Kind einer griechischen Amme übergeben.66

Im antiken Rom wurde scheinbar sehr früh abgestillt, was der Arzt Soranus von Ephesus67 kritisiert und von Ävoreiligen Müttern“ spricht, wenn dem Nachwuchs bereits nach 40 Tagen Getreidebrei erhalte, weil das Stillen als Last empfunden würde. Er empfahl als erste Nahrung für einen Neugeborenen gekochten Honig oder Honig mit Ziegenmilch; als erste feste Nahrung68 dann in Honigwasser, Milch oder Honigwein aufgeweichte Brotkrumen, später Weizengraupensuppe, dünnen Brei oder weiche Eier.69 Auch eine lange Tradition der Zufütterung von Mehlbreien lässt sich verfolgen, häufig eine Beigabe von Opium und Likören als ÄRuhigstellter“.70 Üblich war es auch, Tiermilch zu verabreichen, indem, wie bildliche Darstellungen und Mythen beweisen, das Kind direkt an den Euter gehalten wurde.71

Ersichtlich ist, dass künstliche Säuglingsernährung bereits im Altertum verwendet wurde, was auch den Gebrauch von entsprechenden Fütterungsgefäßen, die teilweise als Beigabe aus Kindergräbern bis heute erhalten geblieben sind, verstehen lässt.72 Die kleineren Nahrungsgefäße wurden womöglich dazu genutzt, um, wie von Soranus vorgeschlagen, Honig und Ziegenmilch den Kleinsten zu füttern.73

[...]


1 Vgl. Schneider, Claudia. Soziodemographische Bedingungen im Freiburger Entbindungskollektiv und deren Einflüsse auf Stillen und Ernährung des Säuglings (Diss.). Freiburg 2010, S. 1.

2 Henzinger, Ursula. Stillen. Die Quelle mütterlicher Kraft. Düsseldorf 1999, S. 11.

3 Vgl. Friedrich, Jule. Die Bedeutung des Stillens (S. 532-534). In: Stiefel, Andrea/ Geist, Christine/ Harder, Ulrike (Hrsg.). Hebammenkunst: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Stuttgart 2013, S. 532.

4 Vgl. Schneider, Gabriele. Phänomenologie des Stillens zwischen Kultur und Kommerz. Untersuchung des Stillverhaltens an einem Äbabyfreundlichen Krankenhaus“ (Diss.). Freiburg 2008, S. 3.

5 Seichter, Sabine. Erziehung und Ernährung. Weinheim/ Basel 2012, S. 226.

6 Vgl. ebd.; vgl. Lehmann, Wolfgang. Die Ernährung des Säuglings im Laufe der Jahrtausende. Belp 1954.

7 Wikipedia. ÄStillen“. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Stillen [Stand: 20.12.2012].

8 Damit die Teilaspekte dem Wikipedia-Zitat zugeordnet werden können, werden diese nummeriert.

9 Auch wenn nicht explizit von der Ämütterlichen Brust“ gesprochen wird (Ammen stillten immerhin auch mit ÄMuttermilch“), wird, v. a. D. zur heutigen Zeit, wo das Ammenwesen Äausgestorben“ ist, hiermit wahrscheinlich am ehesten tatsächlich die Brust der leiblichen Mutter assoziiert.

10 Vgl. Duden. ÄStillen“. URL: http://www.duden.de/suchen/dudenonline/stillen [Stand: 30.12.2012].

11 Vgl. Duden. ÄAmme“. URL: http://www.duden.de/suchen/dudenonline/amme [Stand: 30.12.2012].

12 Bei der Unterteilung der Epochen wurde sich an der oft bei diesem Thema existierenden Aufteilung in folgende Epochen bzw. Richtungen orientiert: Mythologie und Religion, Antike (Griechenland, Rom), Mittelalter, Neuzeit, 20. und 21. Jahrhundert (vgl. z. B. Schneider 2008).

13 Aus diesem Grund wurde auch der Titel ÄStillen und Säuglingsernährung“ gewählt - einerseits sollte hierdurch das aktive Bruststillen bzw. das Ernähren des Säuglings deutlich werden - andererseits die Ernährungs(formen) des Säuglings, von was er also wie ernährt wurde und wird.

14 Vgl. Duden. ÄStillen“. URL: http://www.duden.de/suchen/dudenonline/stillen [Stand: 30.12.2012].

15 Vgl. ebd.

16 Vgl. Schneider 2008, S. 4. Bereits der Eintrag im Grimm´schen Wörterbuch (1941) zeigt, dass in keiner Weise das Wort auf das Säugen des Kindes begrenzt war: Ädie grundlage des gebrauchs ist die tatsache, dasz durch das säugen das kind beruhigt wird und zu weinen aufhört. einzelne belege lassen diesen zusammenhang erkennen; meist ist die wendung formelhaft, ohne beziehung zu ihrem ausgangspunkt: mater lactat (…)“ [Dollmayr, Victor u. a. Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm (Bd. 10). Leipzig 1941, Sp. 3009-3019].

17 ÄEine eigene Bedeutung hat das Stillen im Englischen. Während in den meisten europäischen Sprachen vor allem die Bedeutung des Stillens von der Mutter im Vordergrund steht, kennt das Englische auch ‚the baby breastfeeds‘ also das Kind stillt. Dabei wird Stillen als eine doppelte Bewegung aufgefasst, die sowohl von der Mutter als auch vom Kind ausgeht“ (Schneider 2008, S. 5).

18 Vgl. Lange, Ute. Die Bedeutung des Stillens (o. S.). In: Deutscher Hebammenverband (Hrsg.). Praxisbuch:Besondere Stillsituationen. Stuttgart 2012.

19 Vgl. Kluge, Friedrich. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Berlin 2002.

20 Vgl. Lange 2012, o. S.

21 Vgl. Schneider 2008, S. 5.

22 Vgl. Scherbaum, Veronika/ Perl, Friederike M./ Kretschmer, Ursula (Hrsg.). Stillen. Frühkindliche Ernährung und reproduktive Gesundheit. Köln 2003, S. 1.

23 Vgl. hierzu Abb. 1) Romulus und Remus im Anhang, S. 26.

24 Vgl. Scherbaum/ Perl/ Kretschmer 2003, S. 5f.

25 Loytved weist darauf hin, dass womöglich mit dieser Abbildung jedoch nur dargestellt ist, wie Isis (der Sage nach) die Brandwunden ihres Sohnes mit Muttermilch behandelt [vgl. Loytved, Christine. Die Geschichte des Stillens - Überlegungen zur Forschungslage (S. 29-44). In: Borrmann, Brigitte/ Schücking, Beate A. (Hrsg.). Stillen und Müttergesundheit. V&R unipress, Göttingen 2006, S. 30]. Zu einer näheren Information zur Göttin Isis vgl. genauer Schneider 2008, S. 6. Vgl. Abb. 2) Die Göttin Isis stillt den Horusknaben im Anhang, S. 26.

26 Vgl. Fildes, Valeria A. Breasts, bottles & babies. Edinburgh 1986.

27 Der altgriechische Name galaxias ί, von dem auch der heutige Fachausdruck ÄGalaxie“ stammt, ist von dem Wort gala ά (Milch) abgeleitet (vgl. Schneider 2008, S. 6).

28 Zur Geschichte der Entstehung der Milchstraße vgl. ebd. Vgl. Abb. 3 Entstehung der Milchstraße im Anhang, S. 26.

29 Zu den ganz frühen Zeugnissen zum Stillverhalten sei gesagt, dass diese Darstellungen meist isoliert dastehen, weil es aus dieser Zeit wenige ergänzende Quellen gibt. ÄDoch darf die Geschichte des Stillens nicht aus einer bloßen Aneinanderreihung von einzelnen Bildern und Daten bestehen. Ist es für die ganz frühe Zeit nachvollziehbar, dass nicht mehr Informationen zu erhalten sind, ist es für die uns nähere Zeit eher unverständlich, warum sich die bisherige Forschung auf die wenigen Quellenarten beschränkt (…)“ (Loytved 2006, S. 30).

30 Vgl. Schneider 2008, S. 7.

31 Vgl. Abb. 4) Römische Muttergottheiten im Anhang, S. 26.

32 Vgl. Abb. 5) Rotfigurige Vase im Anhang, S. 27.

33 Vgl. Fildes 1986, S. 17.

34 Vgl. Gerber, Christine. Paulus und seine ÄKinder“. Beihefte zur Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft und die Kunde der älteren Kirche. Berlin 2005, S. 283.

35 Lloyd de Mause. Hört ihr die Kinder weinen. Eine psychogenetische Geschichte der Kindheit. Frankfurt am Main 1977, S. 58.

36 Vgl. Seichter 2012, S. 227.

37 Vgl. Lehmann 1954, S. 12, z. n. Seichter 2012, S. 228.

38 Wiesehöfer, Josef. Selbstsüchtige Mütter und gefühllose Väter? Bemerkungen zur Ernährung und zum Tod von Neugeborenen und Säuglingen der Antike (S. 503-532) In: Mauritsch, Peter u. a. Antike Lebenswelten: Konstanz - Wandel - Wirkungskraft. Wiesbaden 2008, S. 508.

39 In Bezug auf die Bedeutung und Rollen des Stillens in der Antike, ist auch der Hinweis von Sabine Seichter interessant, dass es weder im Griechischen noch im Lateinischen ein Begriff für Mutterschaft gab, welcher sich erst im 12. Jh. herausbildete, da ein symmetrisch Bezeichnung zur Vaterschaft gesucht wurde (vgl. Seichter 2012, S. 85).

40 Vgl. Schneider 2008, S. 8.

41 Seichter 2012, S. 228.

42 Ammen hatten natürlich, was eine physiologische Voraussetzung zum Stillen ist, leibliche Kinder (vgl. Gerber 2005, S. 283).

43 Dies belegt Ps.-Plutarch beispielhaft. Er begründet seinen Rat, Mütter selbst stillen zu lassen, damit, dass sie liebevoller und sorgfältiger seien als Ammen, die nur ihren Lohn liebten (vgl. ebd., S. 284).

44 Vgl. Seichter 2012, S. 228f.

45 Vgl. hierzu erneut die Abb. 5) Rotfigurige Vase im Anhang, S. 27, wo eine recht wohlhabende Mutter ihr Kind eigenhändig stillt und der Mann zuschaut.

46 Vgl. Seichter 2012, S. 228.

47 Plutarch. Über Kindererziehung (S. 128-149). In: Ders. Von der Ruhe des Gemütes, eingel. v. Bruno Snell. Frankfurt am Main 1948, S. 132, z. n. Seichter 2012, S. 228.

48 Vgl. Seichter 2012, S. 229.

49 Plutarch (Snell) 1948, S. 131.

50 Vgl. Braams, Wilhelm. Zur Geschichte des Ammenwesens im klassischen Altertum. Jena 1913, S. 12ff.

51 ÄVor allem darf die Sprache der Amme nicht fehlerhaft sein, hat doch für dieses Chrysipp, wenn möglich, philosophische Bildung gefordert, jedenfalls aber gewünscht, man sollte hierfür, soweit es die Verhältnisse erlaubten, die allerbesten Frauen auswählen. Und zweifellos hat auch hier die Rücksicht auf ihre guten Sitten Vorrang; jedoch sollte sie auch einwandfrei sprechen“ [Quintilianus, Marcus Fabius. Ausbildung des Redners (hrsg. v. Rahn, Helmut), Darmstadt 1988, S. 15].

52 Dahlke/ Dahlke/ Zahn sprechen hier von den Anforderungen an die Ammen in der Antike, weswegen davon ausgegangen werden kann, dass für das alte Rom ähnliche Kriterien galten, wie für das alte Griechenland (vgl. Dahlke, Ruediger/ Dahlke, Margit/ Zahn, Volker. Der Weg ins Leben. München 2001, o. S.).

53 Vgl. Schneider 2008, S. 9.

54 Wie im antiken Griechenland, gab es auch in Rom zahlreiche Grabesstellen und Inschriften über römischen Ammen. Wie auch in anderen Gesellschaften zu dieser Zeit, wurden die Ammen und Nährmütter als Gottheiten der Mütterlichen Liebe und Fruchtbarkeit vergöttert (vgl. Fildes 1986, S. 30).

55 Auch Meyer-Rebentisch/ Friedrichsen geben an, dass es insgesamt in der Antike üblich gewesen sei, die Kinder bis zum Alter von drei Jahren zu stillen (vgl. Meyer-Rebentisch, Karen/ Friedrichsen, Karen. Einmaleins der BabyErnährung. Stuttgart 2005, S. 234).

56 Wie in vielen Kulturen galt auch in Europa jahrhundertelang die Muttermilch der ersten Tage (Kolostrum), die ernährungsphysiologisch besonders wertvoll ist, als Abbauprodukt des Körpers und schlecht und schädlich für den Säugling (vgl. Masser, Ursula Margot. Stillberatung. Graz 2011, S. 8).

57 ÄDieser Termin, der sich am Auftreten der ersten Zähne orientieren dürfte, wird in der Erfahrung begründet liegen, dass gerade in diesem ersten halben Jahr die Anfälligkeit des Säuglings für bestimmte Krankheiten und sein Unvermögen, andere Nahrung als Frauenmilch zu sich zu nehmen, offensichtlich waren“ (Wiesehöfer 2008, S. 512).

58 Vgl. Fildes 1986, S. 25.

59 Vgl. Schneider 2008, S. 9.

60 Vgl. ebd.

61 Vgl. Abb. 6) Gedenken an eine römische Amme, „Severina nutrix“ im Anhang, S. 27.

62 Vgl. Schneider 2008, S. 8.

63 Vgl. ebd.

64 Vgl. Abb. 7) Stillende Mutter im Anhang, S. 27.

65 Tacitus, Germania, S. 20, z. n. Schneider 2008, S. 9.

66 ÄTacitus spielt also bereits auf jenen Gegensatz der von der Natur entfremdeten Römerinnen und den noch im Einklang mit der Natur lebenden Frauen der Germanen an, der uns später vor allem bei Jean-Jacques Rousseau begegnen wird“ (ebd.).

67 Die erste nennenswerte medizinische Schrift aus dem ersten oder zweiten Jahrtausend n. Chr., ist die ÄGyneology“ von Soranus von Ephesus, wo es um den Umgang mit Säuglingen und dessen Krankheiten geht. Soranus war der bedeutendste Autor von Brusternährung in der vorindustriellen Welt. Er als einzige Quelle spricht von der Benutzung von ÄFläschchen“ in der Antike (vgl. Fildes 1986, S. 26).

68 ÄDie Gelehrten jener Zeit empfahlen, erste Beikost für Babys etwa mit einem halben Jahr oder zu Beginn des Zahnens zu füttern“ (Meyer-Rebentisch, Karen/ Friedrichsen, Karen. Einmaleins der Baby-Ernährung. Stuttgart 2005, S. 234).

69 Wobei hier unterschiedliche Autoren bzw. Gelehrte zur damaligen Zeit unterschiedliche Empfehlungen gaben (vgl. hierzu Wiesehöfer 2008, S. 512).

70 Vgl. Seichter 2012 S. 229f.

71 Vgl. Meyer-Rebentisch/ Friedrichsen 2005, S. 234. ÄDie Methodik der Ernährung neugeborener Kinder am Euter lebender Tiere, die Griechen und Römern bekannt war, wie zahlreiche Mythenstoffe, aber auch Prokops Schilderung eines solchen Vorfalls im Verlauf des Gotenkrieges (539 n. Chr.) beweisen, war wohl nur wenig verbreitet und hätte (…) Risiken in sich geborgen.“ (Wiesehöfer 2008, S. 506). Kuh-, Esels- oder Ziegenmilch waren vor Homogenisierung und Pasteurisierung nicht steril und nicht immer frisch erhältlich, was ein zu großer Risikofaktor für die Gesundheit des Kindes war [vgl. Vieser, Michaela/ Schautz, Irmela. Die Amme (09.08.2009). URL: http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ berufsgeschichte-die-amme/1575480.html [Stand: 15.01.2013]].

72 Vgl. Meyer-Rebentisch / Friedrichsen 2005, S. 234.

73 Vgl. Abb. 8) Protogeometrisches Nahrungsbehältnis im Anhang, S. 27; Abb. 9) Nahrungsgefäße im Anhang, S. 28; Abb. 10) Römische Nahrungsgefäße im Anhang, S. 28.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
Stillen und Säuglingsernährung im Wandel der Zeit
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
34
Katalognummer
V265151
ISBN (eBook)
9783656550525
ISBN (Buch)
9783656547884
Dateigröße
1850 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
stillen, säuglingsernährung, wandel, zeit
Arbeit zitieren
Elena Eschrich (Autor), 2013, Stillen und Säuglingsernährung im Wandel der Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265151

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