In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich mich mit einem Auszug aus Gerhard Friedrich Müllers, seines Zeichens russischen Hofhistoriograph, Sammlung Russischer Geschichte beschäftigen. Die Quelle stammt aus dem 2. Band, erschienen 1758, Teil 5/6: Die Geschichte der Gegenden an dem Flusse Amur, von der Zeit, da selbige unter der Russischen Oberherrschaft gestanden. Ich werde die in etwa drei Originalseiten gliedern und die einzelnen Abschnitte auf ihren Inhalt hin analysieren. Welche Informationen darin enthalten sind versuche ich ebenso herauszuarbeiten wie den Stil des Geschriebenen um abschließend den Versuch einer Analyse zu unternehmen.
Beginnen möchte ich mit einer Biographie des Verfassers und hierbei sein Leben und Wirken skizzieren. Über den geschichtlichen Hintergrund der Region in der Zeit, auf der sich der Autor bezieht und einen kurzen geographischen Exkurs komme ich zur Originalquelle.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Person des Historiographen Gerhard Friedrich Müller
3. Die Geschichte der Region
4. Die Geographie der Region
5. Quellentext
6. Resümee
7. Bibliographie
8. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit analysiert einen historischen Quellenauszug von Gerhard Friedrich Müller aus dem Jahr 1758, um die russisch-chinesischen Beziehungen und die gewaltsamen Übergriffe russischer Kosaken in der Amurregion zu untersuchen.
- Biografie und Wirken von G.F. Müller als russischer Hofhistoriograph
- Historischer Kontext der russischen Expansion nach Sibirien
- Geographische Merkmale und Biodiversität der Amurregion
- Analyse der primärquellenbasierten Schilderung von Kampfhandlungen
- Untersuchung der diplomatischen Haltung Chinas gegenüber den russischen Siedlern
Auszug aus dem Buch
Die russisch-chinesischen Beziehungen
Den 2ten Juny 1651 traf Chabarow mit aller seiner Mannschaft auf grossen und kleinen Fahrzeugen von Albasin eine Rejse den Amur abwerts an, auf welcher er solche Thaten verrichtete, die in Ansehung seines kleinen Heers unglaublich sejn würden, wenn nicht eine jede mit schriftlichen Zeugnissen könnte erwiesen werden.
Nach den ersten zween Tagen kam er zu einer verbrannten Daurischen Stadt, die ein Fürst Dasaul im Besiz gehabt hatte, daher er sie Dasaulow gorod nannte. Weil daselbst keine lebendige Seele zu finden war: so hielt er sich nicht auf. Und eben so ergieng es den folgenden Tag an zweenen Orten, wo Daurische Hütten stunden, deren Einwohner bei Wahrnehmung der Russen, die Flucht ergriffen hatten.
Mit Untergange der Sonnen kam er an eine Festung, die durch Zwischenwände in drei Abtheilungen unterschieden war. Dieselbe gehörte drejen Fürsten, Gugudar, Olgamsa und Lotobim, die solche nur kurz vorher zu ihrer Sicherheit gegen die Russen erbauet hatten. Die Festungswerke waren von Holz, mit Erde aufgefüllet, und zu oberst mit Leimen verschmieret. Man sahe keine Thore. Umher waren fadentiefe Graben gezogen, in welche aus der Festung verdeckte Gänge führten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Quellengrundlage von G.F. Müller und Definition der Analyseziele für die vorliegende Arbeit.
2. Zur Person des Historiographen Gerhard Friedrich Müller: Biographische Skizzierung des Lebens und Wirkens von G.F. Müller, unter besonderer Berücksichtigung seiner Rolle als russischer Hofhistoriograph.
3. Die Geschichte der Region: Darstellung der historischen Expansion russischer Kosaken und Siedler in sibirische Gebiete sowie der daraus resultierenden Konflikte mit Einheimischen und chinesischen Interessen.
4. Die Geographie der Region: Geographische Einordnung des Amurbeckens als ökologisch wertvoller Grenzraum zwischen Russland und China.
5. Quellentext: Analyse der spezifischen Kampfhandlungen und Eroberungen in der Festung der Dauren, inklusive einer kritischen Quellenbetrachtung.
6. Resümee: Zusammenfassende Bewertung der analysierten Quelle sowie Reflexion über die Forschungsperspektiven zur Expansion im Amurgebiet.
7. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Sekundär- und Primärliteratur.
8. Anhang: Bereitstellung ergänzender kartographischer Materialien zur Amurregion.
Schlüsselwörter
Russland, China, Amur, Kosaken, Gerhard Friedrich Müller, Sibirien, Eroberung, Grenzkonflikte, Dauren, Chabarow, Expansion, Pelzhandel, Historische Quelle, Kolonialgeschichte, 18. Jahrhundert
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht historische Raubzüge russischer Kosaken gegen die daurische Bevölkerung im Amurgebiet basierend auf Quellenmaterial von G.F. Müller.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Expansion in Sibirien, dem Wirken von G.F. Müller und den diplomatischen sowie militärischen Konflikten mit chinesischen Vertretern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Analyse des Stils und Informationsgehalts der Quelle Müllers sowie die Einbettung der Geschehnisse in den historischen Kontext der russisch-chinesischen Beziehungen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine quellenkritische Analyse durchgeführt, bei der die Schilderungen Müllers mit historischem Hintergrundwissen verglichen und auf Subjektivität geprüft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biographische Einordnung, eine historische und geografische Kontextualisierung sowie eine detaillierte Analyse des ausgewählten Quellentextes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kosaken, Amur, Expansion, Grenzkonflikte und quellenkritische Analyse charakterisiert.
Wie bewertet der Autor die Objektivität des Quellentextes?
Der Autor weist kritisch darauf hin, dass die Quelle aus den Aufzeichnungen der Kosaken selbst stammt und von einer heroisierenden Darstellung sowie subjektiven Verzerrungen geprägt sein könnte.
Welches Verhalten der chinesischen Gesandtschaft wird beschrieben?
Die chinesische Gesandtschaft beobachtete die Kämpfe zunächst aus der Ferne und signalisierte später einen Wunsch nach Frieden, da sie keinen direkten Befehl zum Eingreifen erhalten hatte.
- Citation du texte
- Hannes Blank (Auteur), 2013, Die russisch-chinesischen Beziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265162