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Wenn der Sohn seinen eigenen Vater spielt

Emotionalisierung bei Brecht und Stanislawski am Beispiel des Doku-Dramas George.

Titre: Wenn der Sohn seinen eigenen Vater spielt

Dossier / Travail , 2013 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Viktoria Freya Weigel (Auteur)

Théâtrologie, Danse
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Résumé Extrait Résumé des informations

In der vorliegenden Arbeit werden die Schauspieltheorien Bertolt Brechts und Konstantin S. Stanislawskis praxisnah auf ihre Bezüge zur Emotionalisierung untersucht. Das beinhaltet die jeweilige Einstellung der Theoretiker zur Rolle der Emotionalisierung im Theater sowie gegebenenfalls die vorgeschlagene Technik, mit der ebendiese Emotionalisierung erreicht oder
eben vermieden werden soll – andere schauspieltheoretische Ansätze hingegen werden für diese Untersuchung nicht zurate gezogen. Zudem wird nicht nur die emotionale Wirkung auf den Zuschauer untersucht, sondern diese Herangehensweise wird mit der emotionalen Beteiligung des Schauspielers verwoben.
Das Beispiel, an dem die Emotionalisierung bei Brecht und Stanislawski untersucht werden soll, ist das Doku-Drama George, das am 22.7.2013 erstausgestrahlt wurde. In Joachim A. Langs Film geht es um das Leben und Wirken des Schauspielers Heinrich George, wobei insbesondere zu beachten ist, dass die Hauptrolle von Georges Sohn Götz George gespielt wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Emotionalisierung bei Bertolt Brecht

3. Emotionalisierung bei Konstantin S. Stanislawski

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Schauspieltheorien von Bertolt Brecht und Konstantin S. Stanislawski im Kontext des Doku-Dramas "George". Das primäre Ziel besteht darin, die Bezüge zur Emotionalisierung – sowohl in Bezug auf die Wirkung beim Zuschauer als auch hinsichtlich der emotionalen Beteiligung des Schauspielers Götz George bei der Verkörperung seines eigenen Vaters – praxisnah zu analysieren und kritisch einzuordnen.

  • Vergleich der Schauspieltheorien von Brecht und Stanislawski im Hinblick auf Emotionalisierung.
  • Analyse der spezifischen Vater-Sohn-Konstellation durch Götz George.
  • Untersuchung filmischer Gestaltungsmittel und deren emotionale Wirkung.
  • Reflektion über das Spannungsfeld zwischen Schauspiel, Zeitzeugenschaft und historischer Aufarbeitung.

Auszug aus dem Buch

3. Emotionalisierung bei Konstantin S. Stanislawski

Beschäftigt man sich mit Emotionalität bei Konstantin S. Stanislawski, gilt es zunächst zu ergründen, was Stanislawski mit seinen Schauspieltheorien bezweckt. Vor allem wendet er sich von einem Schauspiel, das Emotionen nicht überzeugend übermittelt ab und davon, dass Darsteller „nach dem Schauspielerritus mechanisch mimen“. Brecht und Stanislawski können in puncto Emotionalisierung insofern als Kontrahenten betrachtet werden, als es Brechts Forderung ist, sich als Schauspieler bewusst von den Emotionen der Rolle abzugrenzen, während Stanislawskis Schauspieltheorien darauf hinauslaufen, dass sich der Schauspieler möglichst in die Rolle hineinversetzen und seine Emotionen mittels emotionalem Gedächtnis an die Emotionen seiner Rolle angleichen muss.

Das Eigene, Auserwählte, Beste wird vom Schauspieler behutsam auf die Bretter übertragen. Dabei werden sich Form und Umgebung entsprechend den Forderungen des Stückes ändern, aber die menschlichen Empfindungen des Schauspielers, die den Empfindungen der Rolle entsprechen, müssen lebendig bleiben.

Diese Vorstellung steht konträr zu Brechts Theorie, dass Emotion nur als Emotion des Schauspielers, die von der Emotion der Rolle abweicht, auftreten darf. Stanislawskis Maxime, nach der nun auch die zu analysierenden Szenen untersucht werden sollen, lautet: „Schaffen Sie erst die ›vorgestellten Situationen‹, versuchen Sie ehrlich daran zu glauben, dann entsteht die ›Echtheit der Leidenschaften‹ von selbst.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert das Forschungsinteresse an den Schauspieltheorien von Brecht und Stanislawski und stellt das Doku-Drama "George" sowie die besondere Konstellation der Besetzung vor.

2. Emotionalisierung bei Bertolt Brecht: Hier wird untersucht, inwieweit Brechts Forderungen nach Distanz, Verfremdung und einer kritischen Haltung im Film "George" umgesetzt werden oder ob die persönliche Emotionalität des Schauspielers Götz George diesen Prinzipien entgegensteht.

3. Emotionalisierung bei Konstantin S. Stanislawski: Dieses Kapitel analysiert, ob Stanislawskis Ideal des emotionalen Gedächtnisses und der "Echtheit der Leidenschaften" in der Darstellung angewandt wird, um eine tiefe emotionale Verschmelzung von Schauspieler und Rolle zu erreichen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der Film zwar Elemente beider Theoretiker aufgreift, aber primär durch eine eigene, hochgradig persönliche emotionale Ebene geprägt ist, die sich einer restlosen Kategorisierung nach den genannten Theorien entzieht.

Schlüsselwörter

Emotionalisierung, Bertolt Brecht, Konstantin S. Stanislawski, Doku-Drama, George, Götz George, Heinrich George, Schauspieltheorie, Vater-Sohn-Konstellation, Einfühlung, Verfremdungseffekt, emotionales Gedächtnis, Zeitzeuge, Inszenierung, Schauspiel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Doku-Drama "George" auf Basis der Schauspieltheorien von Bertolt Brecht und Konstantin S. Stanislawski.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum steht die Darstellung von Emotionen durch den Schauspieler Götz George, der in dem Film seinen eigenen Vater Heinrich George spielt.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen Schauspieltheorie und der speziellen Vater-Sohn-Konstellation im Film "George" zu analysieren und zu prüfen, wie Emotionalisierung in diesem Werk erreicht wird.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt die szenische Analyse ausgewählter Filmsequenzen und vergleicht diese mit den theoretischen Forderungen Brechts (Distanz, V-Effekt) und Stanislawskis (emotionales Gedächtnis, Echtheit der Leidenschaften).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der systematischen Untersuchung der Emotionalisierung bei Brecht und Stanislawski anhand spezifischer Szenen, wie dem "Wiedersehen" und dem "Verhör".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Kernbegriffe umfassen Emotionalisierung, Einfühlung, Verfremdungseffekt, Schauspieltheorie sowie die spezifische Besetzungskonstellation von Vater und Sohn.

Inwiefern beeinflusst die reale Verwandtschaft das Schauspiel von Götz George?

Die Arbeit stellt fest, dass die reale Beziehung zwischen Götz George und seinem Vater eine starke, persönlich motivierte Emotionalität in das Spiel bringt, die über ein reines technisches Schauspiel hinausgeht.

Warum wird im Film bewusst auf eine "reine" Umsetzung der Theorien verzichtet?

Laut der Analyse ist der Film "George" als persönliches Familiendrama konzipiert, das nicht den Anspruch verfolgt, eine wissenschaftliche Schauspieltheorie lehrbuchmäßig abzubilden.

Wie bewertet die Autorin die "Echtheit der Leidenschaften" bei Götz George?

Die Autorin kommt zum Schluss, dass die nach Stanislawski geforderte Verschmelzung von Akteur und Rolle nicht eintritt, da Götz George primär eigene Trauer und persönliche Auseinandersetzung in die Rolle einbringt.

Wird das Ziel einer kritischen Distanz nach Brecht im Film erreicht?

Nein, die Untersuchung zeigt, dass der Zuschauer eher eine tiefe emotionale Einfühlung erfährt, anstatt eine kritisch-distanzierte Haltung gegenüber dem darzustellenden Vorgang einzunehmen.

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Résumé des informations

Titre
Wenn der Sohn seinen eigenen Vater spielt
Sous-titre
Emotionalisierung bei Brecht und Stanislawski am Beispiel des Doku-Dramas George.
Université
Johannes Gutenberg University Mainz
Note
1,7
Auteur
Viktoria Freya Weigel (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
18
N° de catalogue
V265174
ISBN (ebook)
9783656550402
ISBN (Livre)
9783656547525
Langue
allemand
mots-clé
Heinrich George Götz George Brecht Stanislawski Emotion Fernsehfilm Joachim A. Lang
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Viktoria Freya Weigel (Auteur), 2013, Wenn der Sohn seinen eigenen Vater spielt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265174
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Extrait de  18  pages
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