BRIC - Wirtschaftsmächte der Zukunft


Seminararbeit, 2009

23 Seiten, Note: 2,2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Brasilien
2.1 Brasiliens Geographie
2.2 Brasiliens Bevölkerung
2.3 Brasiliens Wirtschaft

3. Russland
3.1 Russlands Geographie
3.2 Russlands Bevölkerung
3.3 Russlands Wirtschaft

4. Indien
4.1 Indiens Geographie
4.2 Indiens Bevölkerung
4.3 Indiens Wirtschaft .

5. China
5.1 Chinas Geographie .
5.2 Chinas Bevölkerung
5.3 Chinas Wirtschaft

6. Fazit

Anhang I: Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Unter dem Kürzel „BRIC“ werden die Staaten Brasilien, Russland, Indien und China zusammengefasst.

Den BRIC-Staaten wird aufgrund ihrer riesigen Bevölkerung, dem Einsetzen eines langanhaltenden Wirtschaftsaufschwungs und dem großen Nachholbedarf ein bedeutendes Wachstumspotenzial zugesagt, so dass die Erwartungen an die Marktentwicklung dort entsprechend hoch sind.

Für ausländische Konzerne sind BRIC-Staaten als billige Produktionsstandorte und aufgrund ihrer riesigen, kaum erschlossenen Absatzmärkte interessant. Darüber hinaus verfügen einige der Länder über riesige Rohstoffvorkommen. Aufgrund dieses enormen Potenzials haben Investmentbanken Aktien von Unternehmen dieser Länder in sogenannten BRIC-Fonds gebündelt.[1]

Auf der Börse jedenfalls, werden die BRICs bereits heute als Investitionsstandorte der Zukunft gehandelt. „BRIC-Fonds kommen in Mode“[2], denn BRIC-Länder sind ein „Synonym für Wachstum“[3]. Allein von 2004 bis 2007 haben Aktien von Unternehmen aus den BRIC-Staaten viel besser abgeschnitten als Schwellenländer- Werte insgesamt (MSCI Emerging Markets). Den globalen Aktienindex „MSCI World“, der die Entwicklung von weltweiten Aktien widerspiegelt, haben sie weit übertroffen. (Abb. 1).[4]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wachstumsverläufe von den Aktienindizes: MSCI BRIC, MSCI Emerging Markets, MSCI Welt

Quelle: Spiegel Online, http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-25117-2.html#backToArticle=508017, Stand 10.08.2009.

Geistiger Vater des BRIC-Begriffs ist Jim O’Neill, Chefvolkswirt der Investmentbank Goldman Sachs, der im Jahre 2003 die Studie „Dreaming with BRICs: The Path to 2050“ veröffentlichte.[5] In seinem Sensationsbericht heißt es: „Over the next 50 years, Brazil, Russia, India and China – the BRICs economies – could become a much larger force in the world economy.”[6] O’Neill prognostiziert, dass bereits im Jahr 2040 die BRIC-Staaten zusammen eine stärkere Wirtschaftsmacht erreichen könnten als die G6-Staaten USA, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien (Abb. 2) und dass im Jahr 2050 von den derzeitigen G6-Ländern voraussichtlich nur noch die USA und Japan in der G6-Gruppe vertreten sein werden (Abb.3).[7] Dabei soll China schon bald die USA überholt haben und Indien – mit weitem Abstand zum nächst Platzierten – zur drittgrößten Wirtschaftsmacht aufsteigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Entwicklung des Bruttoinlands- produktes von BRIC und G6-Staaten

Quelle: Goldman Sachs, http://www2.goldmansachs.com/ideas/ brics/book/99-dreaming.pdf, Stand 10.08.2009.

Abbildung 3: Die 10 Wirtschaftsmächte der Zukunft

Quelle: Goldman Sachs, http://www2.goldmansachs.com/ideas/ brics/book/99-dreaming.pdf, Stand 10.08.2009.

Im Folgenden möchte ich näher auf die vier BRIC-Staaten eingehen. Dabei werde ich nicht nur die wirtschaftliche Seite der einzelnen Staaten betrachten, sondern auch einen Blick hinter die Kulissen der jeweiligen Länder werfen. Meines Erachtens ist ein Land im Allgemeinen durch seine Geographie, Bevölkerung und die Wirtschaft geprägt. Deshalb werde ich bei jedem BRIC-Land genauer auf diese drei Punkte eingehen, mit dem Ziel einer allgemeinen Überblickverschaffung. Um der Thematik gerecht zu werden, werde ich den Schwerpunkt auf die Wirtschaft jedes Landes setzen, wobei ich zwischen Wirtschaftssektoren Landwirtschaft, Industrie und Dienstleitungen unterscheiden und diese jeweils erläutern werde. Zum Ende des Referates werde ich mich kritisch mit den von Goldman Sachs prognostizierten Entwicklungen auseinander setzen und meine persönliches Fazit zu abgeben.

2. Brasilien

Gemessen an Einwohnerzahl, der Fläche und der Ökonomie ist Brasilien das mit Abstand größte Land Südamerikas. In der BRIC- Rangliste steht Brasilien jedoch bei der Weltrangliste des Bruttoinlandsproduktes auf dem letzten Platz. Der aktuellen Regierung, unter der Führung von Luiz Inácio Lula da Silva, gelang es eine wirtschaftliche Stabilisierung herzustellen und erfolgreich der steigenden Inflation entgegen zu wirken, was in dem stetigen Wirtschaftswachstum der letzten Jahre resultierte. Trotzdem kann Brasilien wirtschaftstechnisch nicht mit den übrigen drei BRIC-Staaten mithalten.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Brasilianische Flagge

Quelle: CIA, The World Factbook, https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/flags/flagtemplate_br.html, Stand 13.08.2009.

2.1 Brasiliens Geographie

Brasilien (Abb. 5) nimmt nahezu die Hälfte der Fläche Südamerikas ein und ist mit 8.459.417 Quadratkilometern weltweit das fünft-größte Land. Brasilien wird im Norden vor allem durch die großen Regenwälder im Amazonas-Tiefland sowie im Süden von Gebirgen, Hochebenen und Hügeln geprägt. Das Land besteht zu etwa 60 % aus Hochebene und etwa 40 % aus Flachland. Die Landwirtschaft nimmt besonders in den Savannen des Mittelwestens eine wichtige Stellung ein. Die meisten Millionenstädte befinden sich nahe der Küste zum Atlantischen Ozean, die Mehrzahl der Brasilianer lebt hier. Die Küste hat insgesamt eine Länge von 7,491 Kilometern. Der Amazonas, mit einer Länge von 6.448 Kilometern, ist der längste Fluss weltweit und Brasiliens dominierendes Gewässer.[9]

Brasiliens Hauptstadt „Brasília“ (Abb. 6) wurde am 21. April 1960 gegründet und hat eine Einwohnerzahl von knapp 2,5 Millionen. Brasília befindet sich auf dem zentralen Hochplateau des Landes in 1158 Metern Höhe in der Mitte Brasiliens, aber weit entfernt von den anderen Zentren wie Rio de Janeiro (930 km) und Recife (1653 km).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Brasilien (Kartenausschnitt)

Quelle: Wikipedia, http://de.wikipedia.org/ wiki/Brasilien, Stand 13.08.2009.

Brasilien ist reich an Bodenschätzen. Noch immer werden seine Ressourcen systematisch erfasst. Das Land verfügt über die weltweit größten Eisenerzreserven, die sich auf geschätzte 48 Milliarden Tonnen belaufen. Die bereits bekannten Vorkommen reichen aus, den Weltbedarf an Eisen (berechnet auf der Grundlage des heutigen Verbrauchs und des voraussichtlichen Wachstums) über die kommenden 500 Jahre zu decken. Darüber hinaus besitzt Brasilien bereits ausgewiesene Reserven von 208 Millionen Tonnen Mangan, zwei Millionen Tonnen Bauxit, 53 Millionen Tonnen Nickel und vielen anderen Reserven an Stoffen wie Kalium, Blei, Graphit, Chrom und Gold. Von Bedeutung sind auch die Reserven des seltenen radioaktiven Elementes Thorium und die neuesten Funde von hochprozentigem (1,3 %) Uranerz. Neunzig Prozent aller Edelsteine der Welt, wie Diamanten, Aquamarine, Topase, Amethyste, Turmaline und Smaragde, werden in Brasilien gefördert. Ab Ende 2005 ist Brasilien Selbstversorger mit Erdöl, welches vor der Atlantikküste gefördert wird.[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Hauptstadt Brasília

(geographische Lage)

Quelle: Wikipedia, http://de.wikipedia.org/ wiki/Brasilien, Stand 13.08.2009.

2.2 Brasiliens Bevölkerung

Brasilien gehört mit 198.739.269 Menschen zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Erde (Nummer 6 in der Weltrangliste). Dabei leben rund 86 % der Menschen in Städten. Die brasilianische Bevölkerung ist mit einem Durchschnittsalter von 28,6 Jahren relativ jung. Die Altersstruktur ist wie folgt aufgebaut:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[11]

Brasilien ist durch seinen ethnischen Reichtum geprägt. Weil die eingeborenen Indianer den Arbeitsanforderungen der Kolonisten nicht gewachsen waren, schafften die Portugiesen Sklaven aus Westafrika ins Land. Zwischen den portugiesischen Kolonisten, Indianern und Schwarzen kam es bald zur Vermischung. Die rassische Vielfalt erfuhr eine zusätzliche Bereicherung durch Einwanderungswellen aus Europa.[12]

Brasilien ist ein komplexes, vielfältiges und widersprüchliches Land, geprägt von starker regionaler Ungleichheit zwischen einem relativ entwickelten Süden und Südosten mit Bedingungen, die teilweise denen von Industrieländern gleichen und einem rückständigen, oft oligarchisch beherrschten Nordosten und Norden. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist in kaum einem Land so groß wie in Brasilien

(Gini-Index[13]: Platz 10 in der Weltrangliste). Rund 31 % der Brasilianer leben unter der Armutsgrenze, womit der Hunger auch heute noch ein weit verbreitetes Phänomen ist. Auf der anderen Seite verfügen zehn Prozent der Bevölkerung über nahezu die Hälfte des Volkseinkommens. Nur ein Prozent der Grundbesitzer besitzen die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche, dagegen verteilen sich weniger als drei Prozent der Landfläche auf drei Millionen Kleinbauern.[14]

Ein weiteres massives Problem in Brasilien ist die Kriminalität. Laut einem Bericht von „Focus“ gehen 46 % der Todesfälle bei jungen Menschen von 12 bis 19 Jahren auf Mord zurück.[15] Zudem ist die brasilianische Regierung, unter der Führung von Luiz Inacio Lula da Silva, mit der Korruptionsbekämpfung überfordert, was sich darin widerspiegelt, dass Brasilien im Welt-Korruptionsindex im Jahr 2008 von Platz 72 auf Platz 80[16] zurück gestuft wurde. Erst 2006 gab es eine große Korruptionsaffäre, die die Regierung, Mitglieder vieler Parteien sowie staatliche und nicht-staatliche Unternehmen umfasste. Der Präsident selbst ist jedoch offiziell nicht verstrickt.[17]

2.3 Brasiliens Wirtschaft

Aus weltwirtschaftlicher Sicht ist Brasilien die zehntgrößte Volkswirtschaft und gleichzeitig die führende Wirtschaftsmacht auf dem südamerikanischen Kontinent. Im Vergleich mit den anderen BRIC-Staaten schneidet Brasilien jedoch weniger gut ab, denn die Wachstumsrate von 5,2 % lag 2008 unter der der anderen drei BRIC-Länder. Die Arbeitslosenquote ist mit 8 % (Stand: 2008) zudem höher als die von China, Indien und Russland.

Ein weiteres Problem der brasilianischen Wirtschaft ist die massive Zuwanderung der Landbevölkerung in die Städte. Die steigende Urbanisierung kann einerseits mit der bereits erwähnten ungerechten Verteilung der landwirtschaftlichen Fläche begründet werden und andererseits mit dem Wunsch der Menschen an der expandierenden Industrie teilzuhaben.

Brasiliens Wirtschaft wird in die Wirtschaftssektoren Industrie, Landwirtschaft und Dienstleistungen aufgeteilt. Die jeweiligen Wirtschaftssektoren haben folgende Beiträge am BIP:

- Landwirtschaft: 5,5%
- Industrie: 28,5%
- Dienstleistungen: 66%

Der Dienstleistungssektor ist mit weitem Abstand Brasiliens größter Wirtschaftssektor und beschäftigt rund zwei Drittel der Arbeitenden Bevölkerung. Zum Dienstleistungssektor zählen unter anderem das Finanzwesen, der Tourismus, die Logistikbranche und viele andere dienstleistungstypische Tätigkeiten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7: Hauptlieferländer Brasiliens

Quelle: Germany Trade & Invest, https://www.gtai.de/ext/anlagen/PubAnlage_6075. pdf?show=true, Stand 18.08.2009.

Das wirtschaftliche Wachstum Brasiliens wird maßgeblich von der Industrie mitgetragen, zu der auch der Bergbau zählt. Die wichtigsten Industriezweige sind die Automobil- industrie, die pharmazeutische Industrie, der Maschinenbau, die Elektrotechnik, nicht-metallische Mineralien, Informations- und Kommunikations-technik, Textilindustrie und vor allem auch die Bauindustrie. Der Bergbau (einschl. Verarbeitung und Erdöl) ist mit 30% an den Gesamtexporten beteiligt. Eine wachsende internationale Nachfrage und steigende Rohstoff- preise gaben dem Sektor in den beiden letzten Jahren starke Impulse. Nachdem der Bergbau im Jahre 2007 um 3 % gewachsen war, erreichte er im Jahr 2008 einen Anstieg von 4,3 %.

[...]


[1] Vgl. banktip.de, http://www.banktip.de/rubrik2/20052/bric-rendite-mit-schwellenlaendern.html, Stand 10.08.2009.

[2] Welt Online, http://www.welt.de/print-wams/article127389/BRIC_Fonds_kommen_in_Mode.html,

[3] manager-magazin.de, http://www.manager-magazin.de/geld/geldanlage/0,2828,398407,00.html, Stand 10.08.2009.

[4] Vgl. Spiegel Online, http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-25117-2.html#backToArticle=508017, Stand 10.08.2009.

[5] Vgl. Spiegel Online, http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,508017,00.html, Stand 10.08.2009.

[6] Goldman Sachs, http://www2.goldmansachs.com/ideas/brics/book/99-dreaming.pdf, Stand 10.08.2009.

[7] Vgl. Goldman Sachs, http://www2.goldmansachs.com/ideas/brics/book/99-dreaming.pdf, Stand 10.08.2009.

[8] Vgl. CIA, The World Factbook, https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/br.html, Stand 13.08.2009.

[9] Vgl. Transamerika, http://www.transamerika.org/pages/brasilien/geographie.php, Stand 13.08.2009.

[10] Vgl. Brasilianische Botschaft, http://brasilianische-botschaft.de/land/geographie/, Stand 13.08.2009

[11] Vgl. CIA, The World Factbook, Zahlenmaterial, https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/br.html, Stand 13.08.2009.

[12] Vgl. Alle Länder unserer Erde – Lexikon der Staaten, Städte und Landschaften, 4. Aufl., Stuttgart 1994, S. 106.

[13] Gini-Index: ist ein statistisches Maß, das vom italienischen Statistiker Corrado Gini zur Darstellung von Ungleichverteilungen entwickelt wurde.

[14] Vgl. Bundeszentrale für politische Bildung, http://www.bpb.de/publikationen/2FD3J3,8,0, Stand 13.08.2009.

[15] Vgl. Focus online, http://www.focus.de/panorama/welt/kriminalitaet-junge-brasilianer-sterben-meist-durch- mord_aid_ 418879.html, Stand 17.08.2009.

[16] Vgl. Transparency International, Corruption Perceptions Index 2008, http://www.transparency.de/Tabellarisches- Ranking.1237.0.html, Stand 17.08.2009.

[17] Vgl. Der Fischer Weltalmanach, http://www.weltalmanach.de/archiv/archiv_detail.php?id=1181, Stand 17.08.2009.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
BRIC - Wirtschaftsmächte der Zukunft
Hochschule
Deutsche Außenhandels- und Verkehrsakademie DAV Bremen
Note
2,2
Autor
Jahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V265276
ISBN (eBook)
9783656549925
ISBN (Buch)
9783656547891
Dateigröße
7067 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BRIC, Brasilien, Russland, Indien, China
Arbeit zitieren
Konstantin Veidenheimer (Autor), 2009, BRIC - Wirtschaftsmächte der Zukunft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265276

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: BRIC - Wirtschaftsmächte der Zukunft



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden