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Formen und Funktionen der Paranoia in Darren Aronofkys „Pi“

Titre: Formen und Funktionen der Paranoia in Darren Aronofkys „Pi“

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2011 , 21 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Anja Redecker (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Comparée
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Résumé Extrait Résumé des informations

1 Einleitung
1998 erschien Darren Aronofskys erster Spielfilm, „π“. Mit einem zusammengesammelten Budget von nur 60.000$ schuf der sich auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnende Regisseur einen beklemmenden Film über einen Mann, der ob seiner Obsession für die Idee ein welterklärendes Muster in Zahlenform zu finden, seine Menschlichkeit und beinahe seinen Verstand verliert. Max Cohen (Sean Gulette) entwickelt im Verlauf des Films immer stärkere paranoisch anmutende Verhaltensmuster und Symptome, die in dieser Arbeit analysiert werden sollen.
Die Untersuchung von „π“ soll zeigen, in welcher Form Paranoia hier medial repräsentiert wird. In gewisser Weise steht Aronofskys Erstling in dieser Hinsicht beispielhaft für den Paranoia-Film der 90er Jahre. Derartige Zusammenhänge sollen nach einer kurzen Einführung in das klinisch-individuelle Krankheitsbild der Paranoia skizziert werden. Anschließend soll „π“ unter verschiedenen Leitfragen untersucht werden, wie z.B.: Wird dem Rezipienten hier bloß ein individueller Krankheitsverlauf geschildert? Wie wird er selbst in das Geschehen einbezogen und mit welchen filmischen Mitteln wird eine solche Verknüpfung zwischen Betrachter und Betrachtetem hergestellt? Verkörpert Max vielleicht mehr als „bloß“ einen Paranoiker im klinisch-psychoanalystischen Sinn? Welche Symptome weist er auf und wie entwickelt sich sein Habitus, sein Charakter?
Es handelt sich bei „π“ um einen extrem durchstilisierten Film. Musik, Geräusche, Einstellungen: Sie bilden zusammen ein vollkommen stimmiges, durchdacht ästhetisches Gefüge, dessen Betrachtung auf einer künstlerischen Ebene allein eine Arbeit wie diese füllen könnte. Daher kann die nachfolgende Untersuchung nicht auf alle Stilelemente und Filmtechniken eingehen, die Aronofsky mit seinem Team entwickelt, gestaltet und verwendet. Stattdessen sollen anhand der Analyse des Protagonisten Max Cohen (Sean Gulette) verschiedene Mittel beispielhaft aufgezeigt und ihre Wirkung dargestellt werden, sofern sie unmittelbar auf das Thema dieser Arbeit Bezug nehmen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Verwendungsweisen des Begriffs der Paranoia

2.1 Die klinisch-psychoanalytische Perspektive

2.2 Paranoia als kulturelles und filmisches Phänomen

3 Auftreten und Funktion der Paranoia in „π“

3.1 Verschwörung der Zahlen oder Erlösung durch Mathematik?

3.2 Die Subjektivität von Erinnerung – Erleuchtung durch Blendung

3.3 Bindeglieder zur Menschlichkeit

3.4 Religion und Migräne – Halluzination und Realität

3.5 Point of View – Der Sog in Max‘ Welt

4 Fazit

5 Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Darren Aronofskys Spielfilm „π“ hinsichtlich der medialen Repräsentation von Paranoia. Dabei wird analysiert, wie das klinisch-individuelle Krankheitsbild mit soziologischen und filmästhetischen Aspekten verknüpft wird, um den Zuschauer in die subjektive Erlebniswelt des Protagonisten zu ziehen.

  • Analyse der Paranoia-Symptomatik bei Max Cohen in Anlehnung an psychoanalytische Konzepte (z.B. nach Freud).
  • Untersuchung der filmischen Mittel zur Etablierung einer subjektiven Erzählperspektive.
  • Betrachtung von Max Cohens obsessivem Streben nach mathematischen Mustern als Ausdruck gesellschaftlicher Entfremdung.
  • Analyse zwischenmenschlicher Beziehungen (Sol, Devi) als Bindeglieder zur Realität.
  • Deutung der filmischen Darstellung von Wahnsinn, Religiosität und Halluzination.

Auszug aus dem Buch

3.1 Verschwörung der Zahlen oder Erlösung durch Mathematik?

Das einzig verbliebene, bestimmende Element in Max‘ Welt sind die Zahlen, ist die Mathematik. Seine Wohnung besteht fast ausschließlich aus dem ungeheuren Computer „Euclid“, jegliche Wahrnehmung des Protagonisten, wie die Blätter eines Baumes oder die Form einer Muschel am Strand, scheint von Mustern und Zahlen bestimmt. Schlagzeilen interessieren Max nicht, in der Zeitung blättert er direkt zu den Aktienkursen. Sein einziger Freund ist sein ehemaliger Lehrer, ihr gemeinsamer Zeitvertreib ein hochkomplexes, mathematisch-logisches Spiel.

Sein menschliches Selbst in vollkommener Auflösung begriffen, widmet Max sich nur noch dem numerischen Denken. Er verkörpert die „stetige Entfremdung von der natürlichen Lebenswelt“ einer modernen Gesellschaft par excellence. Die Flucht in ein abstraktes Ordnungsgefüge, oder die Suche nach ihm, dient hier als Parabel für die Auswirkungen von – populär verstandener – Paranoia: Max Ermittlung einer Zahlenfolge, der DNA der Welt, der Existenz an sich, funktioniert letztlich ähnlich wie ein Verschwörungstheoriemechanismus. Alles soll zusammenpassen, also fügt sich die in diesem Sinne paranoide Wahrnehmung dem übereifrigen Geist um dies zu gewährleisten.

Max‘ Verdacht richtet sich scheinbar gegen äussere Faktoren, Zahlen, Gesetze, doch in Wahrheit steht sein eigenes Selbst, sein eigenes Weltbild, seine elementaren Eigen- und Wirklichkeitswahrnehmungen zur Disposition.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in Darren Aronofskys Film „π“ ein und definiert das Forschungsziel, die Darstellung von Paranoia-Symptomen am Beispiel des Protagonisten Max Cohen zu untersuchen.

2 Verwendungsweisen des Begriffs der Paranoia: Dieses Kapitel erläutert die klinisch-psychoanalytischen Grundlagen der Paranoia nach Freud sowie deren Wandel zum kulturellen und filmischen Phänomen in der postmodernen Gesellschaft.

3 Auftreten und Funktion der Paranoia in „π“: Der Hauptteil analysiert die spezifischen Symptome von Max Cohens Paranoia, seine mathematische Obsession, die Bedeutung seiner Beziehungen und die filmischen Techniken zur Vermittlung seines psychischen Zustands.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass „π“ sowohl eine individuelle als auch eine soziologische Ebene der Paranoia darstellt und den Zuschauer durch bewusste Identifikation zur Selbstreflexion anregt.

5 Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendete Primär- und Sekundärliteratur sowie die genutzten Medien auf.

Schlüsselwörter

Darren Aronofsky, π, Paranoia, Psychoanalyse, Sigmund Freud, Mathematische Obsession, Filmanalyse, Subjektive Kamera, Verschwörungstheorie, Entfremdung, Identifikation, Wahnsinn, Halluzination, Postmoderne, Max Cohen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie der Film „π“ von Darren Aronofsky das Phänomen Paranoia sowohl aus einer klinisch-psychoanalytischen Sicht als auch als kulturelles, modernes Phänomen filmisch inszeniert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die mathematische Obsession des Protagonisten, die Wechselwirkung zwischen Individuum und Gesellschaft, die Darstellung von Wahnsinn und Halluzinationen sowie die filmische Vermittlung von Paranoia.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Aronofsky durch filmische Mittel den Zuschauer in die subjektive, paranoide Gedankenwelt seines Protagonisten Max Cohen hineinzieht und welche Funktionen diese Paranoia im Film erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine film- und kulturanalyse sowie eine psychoanalytische Deutung angewandt, wobei Theorien von Freud und Flusser genutzt werden, um das Verhalten des Protagonisten zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Zahlenbesessenheit von Max, die Rolle seiner sozialen Kontakte Sol und Devi, die filmtechnische Umsetzung seines verzerrten Realitätsempfindens und die Verbindung von Religiosität mit seinem Wahn untersucht.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Paranoia-Symptomatik, Subjektivität der Kamera, mathematische Genugtuung, Entfremdung und die Rolle von Erlöserfiguren in der Populärkultur charakterisiert.

Welche Bedeutung kommt der Vaterfigur im Kontext der Arbeit zu?

Die Autorin stellt die These auf, dass der Verlust oder die Abwesenheit des Vaters eine entscheidende, parallele Ursache für die Entwicklung der Paranoia sowohl bei der Freudschen Fallstudie (Schreber) als auch bei der Filmfigur Max Cohen sein könnte.

Wie unterscheidet sich Max' Beziehung zu Sol von seiner Beziehung zu Devi?

Während Sol als väterliche Mentorfigur und Spiegelbild der eigenen Obsession dient, wird Devi als Mutterfigur wahrgenommen, vor deren menschlicher Zuwendung und physischer Präsenz sich Max aufgrund seines isolierten, technisierten Lebens entziehen will.

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Résumé des informations

Titre
Formen und Funktionen der Paranoia in Darren Aronofkys „Pi“
Université
University of Bonn  (Germanistik, Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft)
Cours
Paranoia - Erzählstrukturen in Literatur und Film
Note
1,3
Auteur
Anja Redecker (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
21
N° de catalogue
V265283
ISBN (ebook)
9783656549871
ISBN (Livre)
9783656547792
Langue
allemand
mots-clé
formen funktionen paranoia darren aronofkys
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anja Redecker (Auteur), 2011, Formen und Funktionen der Paranoia in Darren Aronofkys „Pi“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265283
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Extrait de  21  pages
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