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Interkulturelle Identität und Autobiographie

Analyse anhand der Werke "Les yeux baissés", "La nuit sacrée" und "L'enfant de sable" von Tahar Ben Jelloun

Titre: Interkulturelle Identität und Autobiographie

Epreuve d'examen , 2013 , 90 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anna Uhlhorn (Auteur)

Philologie française - Littérature
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Darstellung interkultureller Identität im Migrationskontext anhand ausgewählter Romane des maghrebinischen Autors Tahar Ben Jelloun. Unter besonderer Berücksichtigung seiner Herkunft und Vergangenheit, ebenso wie der Kolonialgeschichte Marokkos, sollen Aspekte der Identitätsproblematik, die die Romanfiguren durchleben, herausgestellt werden. Ebenso sollen enthaltene autobiographische Merkmale analysiert werden

Die hier relevante Beziehung von Literatur und Geschichtsschreibung resultiert aus der französischen Kolonialgeschichte und der ab den 50er Jahren sich anschließenden Immigrationsbewegung der nordafrikanischen Staaten Marokko, Tunesien und Algerien nach Europa. Diese Immigrationswelle der Maghrebstaaten führte zu neuen kulturellen Konstellationen, neuen Familienbildern und politischen sowie sozialen Konflikten, wodurch verschiedene Assimilationsstrategien zum Tragen kommen

Diese Konflikte betreffen vor allem das Aufwachsen der Immigrantenkinder in einem neuen kulturellen und sozialen Umfeld, umgeben von fremden Wertvorstellungen und einer neuen und unbekannten Religion. Einerseits wird zu Hause in der Familie die islamische Tradition gelebt, andererseits werden sie in der Schule mit der westlichen Kultur konfrontiert. Dieses Aufwachsen zwischen zwei Welten stellt diese Generation vor eine nur schwer zu bewältigende soziale wie emotionale Aufgabe und führt in der Regel zu Identitätskonflikten.
Inwieweit der Autor Tahar Ben Jelloun seine persönlichen Erfahrungen, Lebensereignisse und persönliche Wertungen in seine Romane einfließen lässt, soll unter anderem in dieser Arbeit herausgestellt werden.

Extrait


Gliederung

2. Einleitung

3. Fragestellung und Methodik

4. Biographie – Tahar Ben Jelloun

5. Schreiben in der Sprache des Anderen

6. Identität und Interkulturalität

7. Soziokulturelle Hintergründe der postkolonialen maghrebinischen Literatur

8. Autobiographie

9. Analyse der Werke „L’enfant de sable“, „La nuit sacrée“ und „Les yeux baissés“

9.1. Inhalt und zeitgeschichtliche Einordnung der Romane

9.1.1. L’enfant de sable

9.1.2. La nuit sacrée

9.1.3. Les yeux baissés

9.2. Die Erzählsituation

9.2.1. Die Erzählsituation in „L’enfant de sable“ und „La nuit sacrée“

9.2.2. Die Erzählsituation in „Les yeux baissés“

9.3. Analyse der Romane

9.3.1. Die Identitätsproblematik

9.3.1.1. Ahmed-Zahra auf der Suche nach seiner ‚féminité‘

9.3.1.2. Fathma – Aufwachsen zwischen zwei Welten

9.3.2. Analyse der autobiographischen Merkmale in den Romanen

9.3.3. Das soziokulturelle Umfeld und seine Folgen für die Romanfiguren

10. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung interkultureller Identität und die Identitätsproblematik im Migrationskontext anhand ausgewählter Romane des maghrebinischen Autors Tahar Ben Jelloun. Dabei wird analysiert, inwiefern autobiographische Elemente oder Autofiktion in den Werken vorliegen und wie sich die Migration auf die Protagonisten auswirkt.

  • Identitätskonstruktion und Interkulturalität im Migrationskontext
  • Bedeutung der Sprache und des Schreibens in der "Sprache des Anderen"
  • Analyse autobiographischer Merkmale und Fiktionalität in der Maghrebliteratur
  • Soziokulturelle Einflüsse der Kolonialgeschichte auf die Romanfiguren
  • Umgang mit Identitätskonflikten und Assimilationsstrategien bei Migranten

Auszug aus dem Buch

9.1.1. L’enfant de sable

Der Roman „L’enfant de sable“ wurde 1985 als erster der drei hier ausgewählten - Romane im Verlag „Éditions du Seuil“ in Frankreich veröffentlicht. Dieser Roman brachte Tahar Ben Jelloun große Bekanntheit und steigerte das allgemeine Interesse an der französischsprachigen Maghrebliteratur.

Der Roman erzählt die Geschichte von Ahmed, einem marokkanischen Jungen, der als Mädchen geboren wird. Da der Vater nach der Geburt seiner achten Tochter enttäuscht ist, dass seine Frau ihm erneut keinen Sohn geboren hat, beschließt er, dass das Mädchen als Junge aufwachsen soll. Mit dieser Täuschung lebt Ahmed und nutzt alle Vorteile die ihm das Leben als Junge in Marokko bietet. Mit zunehmendem Alter entdeckt er jedoch mehr und mehr seine weibliche Seite und gerät so in einen inneren Konflikt. Folglich zieht sich Ahmed immer mehr aus seinem Umfeld zurück, bis zu dem Tag, an dem sein Vater stirbt. Von da an besteht für Ahmed kein Grund mehr, sein wahres ‚Ich‘ zu verbergen und beginnt sein Leben als Frau – Zahra.

Im ersten Teil des Romans wird beschrieben, wie Ahmed-Zahra’s Vater durch Bestechung und Täuschung die Maskerade aufrechterhält und seine Tochter als Sohn ausgibt. Es gelingt ihm mit allen Mitteln die Beschneidung Ahmed-Zahra’s vorzutäuschen und alle Anzeichen des ‚Frau-werdens‘ zu verstecken. In diese Täuschung sind bis dahin nur Ahmed, seine Frau und die Hebamme eingeweiht.

Im zweiten Teil des Buches, nach dem Tod des Vaters und seiner Ehefrau Fatima, besteht für Zahra keine Notwendigkeit mehr, die Täuschung aufrecht zu erhalten und beginnt sein Leben als Frau.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der interkulturellen Identität im Migrationskontext ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach autobiographischen Elementen in den Werken Tahar Ben Jellouns.

3. Fragestellung und Methodik: Hier werden das Ziel der Arbeit, die zu untersuchenden Romane sowie das methodische Vorgehen zur Analyse der Identitätsproblematik und autobiographischen Züge definiert.

4. Biographie – Tahar Ben Jelloun: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg Tahar Ben Jellouns und erläutert prägende Erfahrungen in Marokko und Frankreich, die seine spätere literarische Arbeit maßgeblich beeinflussten.

5. Schreiben in der Sprache des Anderen: Hier wird die Rolle des Französischen als Literatursprache für maghrebinische Autoren sowie die damit verbundene Hybridität und Problematik der Identitätssuche diskutiert.

6. Identität und Interkulturalität: Dieses Kapitel widmet sich der Definition des Begriffs Identität und untersucht die Auswirkungen von Immigration und Akkulturationsstrategien auf das Individuum.

7. Soziokulturelle Hintergründe der postkolonialen maghrebinischen Literatur: Die historischen Ereignisse im Maghreb, insbesondere die französische Kolonialherrschaft, werden hier als theoretische Grundlage für die Analyse der Werke dargestellt.

8. Autobiographie: In diesem Kapitel wird das Genre der Autobiographie definiert und dessen Bedeutung sowie Schwierigkeiten im postkolonialen Kontext und für die Maghrebliteratur erläutert.

9. Analyse der Werke „L’enfant de sable“, „La nuit sacrée“ und „Les yeux baissés“: Dieser Hauptteil analysiert die drei Romane detailliert hinsichtlich der Identitätsproblematik, Erzählsituation, autobiographischer Merkmale und soziokultureller Einflüsse.

10. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und beantwortet die zentrale Fragestellung bezüglich der autobiographischen Prägung und der Identitätskonstruktion in Ben Jellouns Romanen.

Schlüsselwörter

Tahar Ben Jelloun, Identität, Migration, Maghreb, Autobiographie, Autofiktion, Postkolonialismus, Interkulturalität, Identitätsproblematik, Sprache, Hybridität, Rassismus, Kolonialherrschaft, Akkulturation, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung interkultureller Identität in Romanen des maghrebinischen Autors Tahar Ben Jelloun und untersucht deren autobiographischen Bezug.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Identitätssuche zwischen verschiedenen Kulturen, die Auswirkungen von Immigration, die Rolle der französischen Sprache im postkolonialen Kontext sowie die Verarbeitung persönlicher Erfahrungen in der Literatur.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob die analysierten Romane („L’enfant de sable“, „La nuit sacrée“ und „Les yeux baissés“) autobiographische Aspekte enthalten oder ob es sich um Autofiktion handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung erfolgt durch eine literaturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Textstellen in Verbindung mit biographischen Daten des Autors und postkolonialen Literaturtheorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Identitätskonflikte der Protagonisten, die Erzählstrukturen, die soziokulturellen Hintergründe der Werke sowie die Integration autobiographischer Elemente.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Identität, Migration, Maghrebliteratur, Postkolonialismus, Autobiographie, Hybridität und die französische Sprache als Literatursprache.

Warum spielt das Hammam eine wichtige Rolle bei Ben Jelloun?

Das Hammam fungiert im Roman als Schwelle und zentraler Ereignisraum, an dem der Übergang von der auferlegten Geschlechterrolle zur Identitätssuche markiert wird.

Welche Bedeutung haben die "sieben Türen" in den Romanen?

Die "sieben Türen" (sept portes) strukturieren die Identitätsfindung der Protagonistin und symbolisieren die verschiedenen Phasen der Entwicklung von der Geburt bis zur Akzeptanz der weiblichen Identität.

Warum ist die Wahl des Französischen als Literatursprache problematisch?

Die Wahl der "Sprache des Anderen" führt zu einer Distanzierung vom Heimatland und der Muttersprache, gilt jedoch gleichzeitig als Ausdruck der postkolonialen Realität und als Mittel zur kritischen Auseinandersetzung.

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Résumé des informations

Titre
Interkulturelle Identität und Autobiographie
Sous-titre
Analyse anhand der Werke "Les yeux baissés", "La nuit sacrée" und "L'enfant de sable" von Tahar Ben Jelloun
Université
University of Augsburg
Note
1,0
Auteur
Anna Uhlhorn (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
90
N° de catalogue
V265444
ISBN (ebook)
9783656551003
ISBN (Livre)
9783656551058
Langue
allemand
mots-clé
interkulturelle identität autobiographie analyse werke tahar jelloun
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anna Uhlhorn (Auteur), 2013, Interkulturelle Identität und Autobiographie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265444
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