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Bänkelsang. Kulturanthropologische Aspekte

Title: Bänkelsang. Kulturanthropologische Aspekte

Term Paper , 2013 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Gabriele Bänsch (Author)

Literature - Medieval Literature
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Summary Excerpt Details

Fachliteratur mit dem Hauptthema „Bänkelsang“ ist über 30 Jahre alt. Diese Hausarbeit unternimmt den Versuch, den kulturanthropologischen Aspekt des Bänkelsangs darzustellen. Wer waren diese Bänkelsänger, wann war ihre Blütezeit, wie gestalteten sich die sozialen und ökonomischen Verhältnisse jener Zeit, wer hörte ihnen zu, was waren Inhalte und Themen des Bänkelsangs, woher bezogen die Bänkelsänger ihr Rohmaterial?
Einleitend sollen zunächst die Begriffe „Anthropologie“ und „Kulturanthropologie“ erläutert werden. Dabei wird im Besonderen die kulturanthropologische Unterscheidung von emischer und etischer Sicht nach Marvin Harris erläutert.
Im folgenden Kapitel wird dargestellt, wie und mit welchen Utensilien ein Bänkelsänger seinen Vortrag gestaltet.
Anschließend wird die historische Entwicklung von seiner anfänglichen Entstehung aus dem Zeitungslied bis zu seinem Untergang im 20. Jahrhundert nachgezeichnet.
Danach wird aus kulturanthropologischer Sicht die soziale Stellung des Bänkelsängers über die verschiedenen Jahrhunderte erörtert.
Die thematischen und sprachlichen Besonderheiten des Bänkelsangs stellt das folgende Kapitel dar. Thematisch ist der Bänkelsang begrenzt auf Unerhörtes und Sensationelles. Dieser Begrenzung entspricht ein stereotyper Sprachgebrauch. Im Folgenden wird dann die Darstellung des Bänkelsangs in der Literatur von Grimmelshausen über Goethe bis Tieck aufgezeigt und es werden Beispiele für die umgekehrte Rezeption der Hochliteratur im Bänkelsang vorgestellt.
In den folgenden Kapiteln werden die Beziehungen zwischen Bänkelsang und Hochliteratur im Zusammenhang mit der Entstehung der Balladendichtung untersucht. Um dieses Thema einzuschränken, wird speziell auf das Motiv des Kindsmords eingegangen und dabei die Beziehung von Bänkelsang und Ballade am Beispiel der Ballade von Bürgers „Die Pfarrerstochter von Taubenhain“ und ihrer Verwendung durch die Bänkelsänger eingegangen. Dabei wird aufgezeigt, wie die anthropologische Fragestellung der Literatur im Bänkelsang durch eine fatalistische Lösung umgangen wird. Anschließend erfolgt ein kurzer Ausblick auf die parodistische Adaption des Bänkelsangs in der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts.
Zuletzt wird im Anschluss an Karl Veit Riedel eine kulturanthropologische Bewertung des Bänkelsangs aus emischer und etischer Sicht versucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffsklärungen

2.1 Anthropologie

2.2 Kulturanthropologie

3 Der Bänkelsang

3.1 Was ist ein Bänkelsänger?

3.2 Die Entwicklung des Bänkelsangs

3.3 Die soziale Stellung des Bänkelsängers

3.4 Die Themen und die Sprache des Bänkelsangs

4 Bänkelsang und Literatur

4.1 Der Bänkelsang in der Literatur und die Literatur im Bänkelsang

4.2 Die Balladendichtung und ihre Beziehung zum Bänkelsang

4.3 Das Kindsmord-Motiv aus kulturanthropologischer Sicht

4.4 Bürgers Ballade „Die Pfarrerstochter zu Taubenhain“ und ihre Verwendung im Bänkelsang – Ein Textvergleich

4.5 Die parodistische Adaption des Bänkelsangs in der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts

5 Kritik der volkskundlichen Wertung des Bänkelsangs bei Riedel

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kulturanthropologischen Aspekte des Bänkelsangs mit einem besonderen Fokus auf dessen Wechselbeziehung zur Balladendichtung in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dabei wird analysiert, inwiefern das Scheitern einer Adaption des Bänkelsangs für die Hochliteratur durch die zeitgenössische Anthropologie, insbesondere Kants pragmatische Anthropologie, begründet ist.

  • Historische Genese und Entwicklung des Bänkelsangs aus dem Zeitungslied.
  • Die soziale und gesellschaftliche Stellung des Bänkelsängers im historischen Kontext.
  • Analyse der thematischen und sprachlichen Stilmittel sowie der Rezeptionsgeschichte.
  • Vergleichende Untersuchung der Kindsmord-Thematik in Ballade und Bänkelsang.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der volkskundlichen Wertung des Phänomens durch Karl Veit Riedel.

Auszug aus dem Buch

3.1 Was ist ein Bänkelsänger?

Der Bänkelsang ist eine populäre, moralisierende Kunstform des 17. bis frühen 20. Jahrhunderts. Multimedial verbindet diese Kunstform Wort, Bild und Musik im lebendigen Vortrag. Zur Gruppe des Fahrenden Gewerbes zählend, stellten die Bänkelsänger auf Jahrmärkten, Messen, Rummelplätzen und auch bei anderen Gelegenheiten in Wort und Bild Geschichten von besonders trauriger Liebe, von Mord und Kindsmord, von Räubern, Wilderern, kriegerischen Ereignissen, Katastrophen und Unglücksfällen dar. Der Vortrag war immer von Musik begleitet. Eine Bank gehörte neben der Bildtafel (Schild) und dem Stab zu den Utensilien.

Ein Instrument - Fidel, Geige, später Leierkasten oder Drehorgel - begleitete den Bänkelsänger bei seinem gesanglichen Vortrag, der unterbrochen wurde durch die Erzählung der Moritaten. Texthefte, welche die Geschichte in Prosa und Liedform enthielten, wurden dem Publikum zum Kauf angeboten und stellten in der Regel den einzigen Verdienst des Bänkelsängers dar. Schilder wurden bei Malern bestellt, die sich auf Schaubudenmalerei spezialisiert hatten. Die Texte wurden von den Bänkelsängern oder Verlegern in Auftrag gegeben. Der Verfasser blieb meist anonym. Der Bänkelsänger ist nur der Vortragende, der mit seinem Auftritt das Produkt verkauft. Dem Bänkelsang wird auch die Moritat zugerechnet, die in Verbindung mit Bildmotiven gesanglich vorgetragenen wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand und die methodische Herangehensweise, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen Bänkelsang und hochliterarischer Balladendichtung liegt.

2 Begriffsklärungen: Dieses Kapitel erläutert die terminologischen Grundlagen der Anthropologie und Kulturanthropologie, um den theoretischen Rahmen für die Analyse zu schaffen.

3 Der Bänkelsang: Hier wird der Bänkelsang als historisch-kulturelles Phänomen dargestellt, seine Entwicklung nachgezeichnet und die soziale Stellung sowie die Merkmale der Bänkelsänger erörtert.

4 Bänkelsang und Literatur: Der Hauptteil analysiert die wechselseitige Rezeption zwischen Bänkelsang und Literatur, beleuchtet das Kindsmord-Motiv und vergleicht beispielhaft Texte, um die Bänkelsang-Adaptionen einzuordnen.

5 Kritik der volkskundlichen Wertung des Bänkelsangs bei Riedel: Das Kapitel bietet eine kulturanthropologische Kritik an der traditionellen volkskundlichen Bewertung des Bänkelsangs, insbesondere anhand der Positionen von Karl Veit Riedel.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der Bänkelsang ein kommerzielles Phänomen war, dessen fatalistische Moral in klarem Gegensatz zum aufklärerischen Freiheitsbegriff stand.

Schlüsselwörter

Bänkelsang, Kulturanthropologie, Moritat, Balladendichtung, Kindsmord, Aufklärung, Sturm und Drang, Sozialgeschichte, Fahrendes Gewerbe, Rezeptionsgeschichte, Historische Anthropologie, Volkskunde, Stereotype, Textvergleich, Fatalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den kulturanthropologischen Aspekten des Bänkelsangs und untersucht insbesondere die Beziehung dieser populären Kunstform zur literarischen Balladendichtung des 18. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Bänkelsangs, die soziale Rolle der Bänkelsänger, die mediale Gestaltung der Moritaten sowie die literarische Adaption von Bänkelsang-Motiven durch namhafte Dichter.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es aufzuzeigen, warum der Versuch scheiterte, den Bänkelsang erfolgreich in die Hochliteratur zu integrieren, und dies mit dem anthropologischen Menschenbild des 18. Jahrhunderts zu begründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein kulturwissenschaftlicher Ansatz gewählt, der die hermeneutische Auswertung historischer Quellen mit einer diskursanalytischen Betrachtung der Literaturgeschichte und der Anthropologie verbindet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Darstellung des Bänkelsangs in der Literatur, dem Vergleich der Kindsmord-Thematik und der kritischen Reflexion volkskundlicher Wertungen des Bänkelsangs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Bänkelsang, Kulturanthropologie, Balladendichtung, Kindsmord, soziale Sicherung und historische Ungleichzeitigkeit charakterisiert.

Warum spielt der Kindsmord eine so zentrale Rolle für die Analyse?

Das Kindsmord-Motiv dient als Fallbeispiel, an dem sich die Unterschiede zwischen der gesellschaftskritischen Absicht der Hochliteratur und der fatalistischen Trivialisierung durch den Bänkelsang besonders prägnant aufzeigen lassen.

Wie bewertet die Autorin die volkskundliche Sicht von Karl Veit Riedel?

Die Autorin übt Kritik an Riedels Bewertung, da sie dessen emische (innenperspektivische) Sicht als zu stark an moralistischen Vorurteilen orientiert betrachtet und dem eine etische (beobachtende) Analyse entgegenstellt, die den Bänkelsang als professionelles kommerzielles Unternehmen begreift.

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Details

Title
Bänkelsang. Kulturanthropologische Aspekte
College
University of Hagen  (Institut für neuere deutsche und europäische Literatur)
Grade
1,3
Author
Gabriele Bänsch (Author)
Publication Year
2013
Pages
29
Catalog Number
V265464
ISBN (eBook)
9783656550914
ISBN (Book)
9783656550945
Language
German
Tags
Kulturanthropologie Balladen Kindsmord Riedel Bänkelsang Petzoldt Braungart Riha Kayser Tieck Frenzel Motive der Weltliteratur Bürger Schenda Anthropologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gabriele Bänsch (Author), 2013, Bänkelsang. Kulturanthropologische Aspekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265464
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