Berufsethik. Diskussion berufsethischer Grundsätze anhand einer Selbstdarstellung


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Berufsethische Standards in der Beratungsdisziplin
2.1 Definition Berufsethik
2.2 Ziele ethischer Richtlinien im Berufsfeld Beratung
2.3 Die Person des/der Beraters/in
2.3.1 Werte/Biblisches Fundamen
2.3.2 Persönliche Gesundhei
2.3.3 Fachliche Kompetenz
2.3.4 Meldepflich
2.3.5 Gesetzliche Rahmenbedingungen
2.4 Beratungsbeziehung
2.4.1 Respekt vor der Person
2.4.2 Unabhängigkeit der Partner
2.4.3 Schweigepflich
2.5 Regeln im Beratungsprozess
2.5.1 Transparenz
2.5.2 Vereinbarungen
2.5.3 Entscheidungsfreihei
2.5.4 Dokumentation und Akteneinsich
2.5.5 Beschwerden und Abbruch
2.6 Merkblatt für Ratsuchende

3. Reflexion berufsethischer Richtlinien in Bezug auf die Selbstdarstellung als Beraterin mit der Homepage http://www.praxisbluetezeit.de
3.1 Aufbau der Homepage „Blütezeit“
3.2 Charakteristika der Selbstdarstellung (Internetauftritt)
3.2.1 Transparenz/Offenhei
3.2.2 Struktur
3.2.3 Kreativität/Individualitä
3.3 Inspiration
3.4 Konkrete Anregungen zu Veränderungen

4. Zusammenfassung

5. Quellen
5.1 Berufsethische Standards
5.2 Homepages
5.3 Literatur

1. Einleitung

Psychosoziale Beratung/Counseling mit ihren spezifischen Schwerpunkten gilt als eine Schlüsselkompetenz der Sozialen Arbeit und als Bindeglied zwischen innerpsychisch zentrierten Ansätzen (Psychotherapie) und reinen Informationsangeboten (vgl. Gahleitner, 2012). Um eine Berufsidentität für BeraterInnen zu etablieren, um Qualität zu sichern und weiterzuentwickeln, aber auch für die Orientierung Professioneller, Semi-Professioneller, Interessierter und Betroffener sind ethische Standards sinnvoll und nötig auch hinsichtlich der Transparenz und Nachvollziehbarkeit dieser in Deutschland jüngeren Wissenschaftsdisziplin.

Ziel dieser Seminararbeit ist es, spezifische berufsethische Grundsätze für die psychosoziale Beratung zusammenzufassen und aufzuzeigen, um diese dann anhand einer Selbstdarstellung kritisch zu diskutieren. Besondere Beachtung finden dabei die Kodizes christlicher Ausbildungsstätten und Verbände.

Im ersten Teil der der Hausarbeit wird der Begriff Berufsethik definiert. Daraufhin erfolgt eine Darstellung ethischer Standards unter Berücksichtigung ihrer grundsätzlichen Ziele zusammengefasst aus den Selbstdarstellungen und Veröffentlichungen von (zum Teil christlichen) Ausbildungsstätten und Dachverbänden der Beratung in Deutschland und der Schweiz. Im zweiten Teil der Arbeit werden die Kodizes anhand einer frei gewählten Selbstdarstellung (Homepage) der Autorin diskutiert. Abschließend folgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse.

2. Berufsethische Standards in der Beratungsdisziplin

2.1 Definition Berufsethik

„Die Berufsethik umfasst sowohl die persönlichen Wertsetzungen, die bei der Ausübung des Berufs Beachtung finden, als auch die Gesamtheit der Werte und Normen eines bestimmten Berufsstandes, die bei der Ausübung des Berufes von den Berufstätigen beachtet werden sollen.“ vgl. Uni-Hambug.de. Definition Berufsethik. Online im Internet unter http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/projekte/slex/seitendvd/konzepte/l50/l5060.htm (Stand 21.6.2012)

2.2 Ziele ethischer Richtlinien im Berufsfeld Beratung

Verschiedene (zum Teil christliche) Verbände und Gesellschaften rund um den Fachbereich Beratung/Counseling haben in ihren Veröffentlichungen bzw. Selbstdarstellungen berufsethische Richtlinien entworfen und sie in Ethikkodizes zusammengefasst. Diese Standards regeln neben dem Entwurf eines Grundverständnisses der Beratungsarbeit das Verhältnis der Ratsuchenden zum Berater (vgl. ACC-Ethikkodex, S. 4), beschreiben Qualitätsmerkmale und Standesregeln von (christlichen) BeraterInnen und stellen Rechte und Möglichkeiten der Ratsuchenden dar. Damit wird das Ziel verfolgt, Qualitätsstandards zu sichern und weiterzuentwickeln. Weitere Motive für die Erstellung von Kodizes sind das Bedürfnis, aufzuklären und zu informieren, das Verhindern von Missbräuchen und beraterischem Fehlverhalten sowie das Schaffen von Transparenz. Im Folgenden werden kategorisierte Grundsätze und Standesregeln aufgeführt[1].

2.3 Die Person des/der Beraters/in

2.3.1 Werte/Biblisches Fundament

Professionell arbeitende BeraterInnen sind sich ihrer Werthaltungen bzw. religiösen Einstellungen bewusst, unabhängig davon, ob sie implizit oder explizit in den Beratungsprozess eingebracht werden. Professionelle im Bereich Beratung werden sich im Allgemeinden mit der Ausrichtung und den Werten ihrer Ausbildungsstätte identifizieren, sodass diese gleichzeitig auch auf einen gewissen Arbeitsstil hinweisen kann. BeraterInnen, die ein Zertifikat eines, dem christlichen Bekenntnis verbundenen Instituts erhalten haben, vertreten in der Regel deren Grundhaltung und Motivation des (beraterischen) Handelns. Daher ist m.E. davon auszugehen, dass christliche BeraterInnen selbst in einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus und ganzheitlich in der Verantwortung vor Gott und einer Lokalgemeinde stehen und sich dem Wirken und der Kraft des Heiligen Geistes anvertrauen. Sie anerkennen die Bibel als inspiriertes Wort Gottes und leben ihren Glauben im Sinne des „Apostolischen Glaubensbekenntnisses“ (vgl. ACC Ethikkodex Schweiz, S. 2).

2.3.2 Persönliche Gesundheit

Aufgrund der vielschichtigen Verantwortungsebenen, auf denen BeraterInnen operieren (Verantwortung dem Ratsuchenden gegenüber, Verantwortung sich selbst gegenüber, m.E. Verantwortung Gott gegenüber, Verantwortung dem Landesgesetz gegenüber) sind sie bemüht, Maßnahmen für eigenen Heilung und gegen Machtmissbrauch aller Art zu ergreifen und sich fachkompetenter Hilfe anzuvertrauen, nicht nur im Notfall, sondern v.a. präventiv durch z.B. berufsbegleitende (Einzel-)Supervision (vgl. ACC, BI). Christliche BeraterInnen suchen beständig nach der Vertiefung, Reife und Wachstum ihrer Gottesbeziehung.

2.3.3 Fachliche Kompetenz

BeraterInnen sollten ausschließlich Dienst- und Hilfeleistungen anbieten, die ihren fachlichen Kompetenzen entsprechen. Diese sollten sie jederzeit mündlich darlegen und schriftlich in Form von Zertifikaten/Urkunden usw. nachweisen können. Darüber hinaus nehmen BeraterInnen regelmäßig an Fortbildungen und Supervision teil (vgl. DAKJEF; DGfB, um die Qualität ihrer Beratung zu sichern. Eine fachübergreifende Zusammenarbeit mit Psychiatern, psychologischen Psychotherapeuten und ggf. Rechtanwälten für Familienrecht sind vorteilhaft und als ergänzende Hilfe zum Nutzen des/der Ratsuchenden. Desweiteren halten sich BeraterInnen an die spezifischen Weisungen ihres Verbandes (vgl. ACC; DAJEB; DGfB; BI).

2.3.4 Meldepflicht

Manche Berufsverbände (z.B. ACC; DAKJEF; DGfB) verpflichten ihre BeraterInnen bei begründetem Eindruck dazu, Kollegen des gleichen Verbandes bei beraterischem Fehlverhalten (z.B. sexuelles oder finanzielles Ausnutzen) der Beschwerdestelle zu melden.

[...]


[1] Die Gliederung orientiert sich an den Kategorien des Ethikkodexes des ACC der Schweiz für Christliche BeraterInnen

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Berufsethik. Diskussion berufsethischer Grundsätze anhand einer Selbstdarstellung
Hochschule
Theologische Hochschule Friedensau  (Christliches Sozialwesen)
Veranstaltung
Berufsethik und Professionalität
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
16
Katalognummer
V265493
ISBN (eBook)
9783656551454
ISBN (Buch)
9783656551485
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Sehr gründliche Reflexion gemäß Themenstellung.
Schlagworte
berufsethik, diskussion, grundsätze, selbstdarstellung
Arbeit zitieren
Daniela Bachmann (Autor), 2012, Berufsethik. Diskussion berufsethischer Grundsätze anhand einer Selbstdarstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265493

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