Der demographische Wandel könnte zu der Annahme verleiten, dass Kinder als Zielgruppe für Unternehmen zunehmend unattraktiver werden, da sie zahlenmäßig eine schwindende Gruppe sind. Studien zeigen jedoch, dass es immer mehr Ein-Kind-Haushalte gibt, in denen die komplette Aufmerksamkeit der Eltern einem einzigen Kind gilt und dementsprechend hat sich auch die Finanzkraft von Kindern entwickelt – dies macht die Kinder zu einer interessanten Zielgruppe für Unternehmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Problemstellung
2 Ziel und Aufbau der Arbeit
3 Marktsegmentierung der Zielgruppe Kinder
3.1 Babys und Kleinkinder
3.2 Kinder im Vorschulalter
3.3 Grundschulkinder
3.4 Pre-Teens
3.5 Jugendliche
4 Kinder als Käufer
5 Der Kindermarkt als multidimensionaler Markt
5.1 Primärmarkt
5.2 Beeinflussungsmarkt
5.3 Zukunftsmarkt
6 Kommunikationskanäle zur Erreichung der Kinder
6.1 Kommerzielle Quellen
6.1.1 TV, Konsolen und Videospiele
6.1.2 Internet
6.1.3 Point of Sale
6.1.4 Print
6.2 Interpersonelle Quellen
6.2.1 Familie
6.2.2 Kindergarten und Schule
6.2.3 Peer-Gruppen
7 Gestaltungsaspekte der Markenkommunikation
8 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zunehmende Bedeutung von Kindern als attraktive Zielgruppe für Unternehmen. Dabei wird analysiert, wie Marken Kinder effektiv durch verschiedene Marktsegmente und Kommunikationskanäle erreichen können, um frühzeitig eine Markenbindung aufzubauen und als "Top-Marke" wahrgenommen zu werden.
- Marktsegmentierung der Zielgruppe Kinder nach Alter und Entwicklung
- Analyse des Kindermarktes in Primär-, Beeinflussungs- und Zukunftsmarkt
- Evaluation kommerzieller und interpersoneller Kommunikationskanäle
- Untersuchung von Ingame-Advertising und digitalen Angeboten
- Bestimmung relevanter Erfolgsfaktoren für Top-Marken in der Kinderkommunikation
Auszug aus dem Buch
5.1 Primärmarkt
Das vorherige Kapitel hat Kinder in verschiedene Altersstufen segmentiert und die Kaufkraft dargestellt. Ohne Zweifel kann man sagen, dass unsere Jüngsten über erhebliche Geldsummen verfügen. Gepaart mit dem Wissen, dass bereits 66% der Grundschulkinder und 82% der Pre-Teens ihr Geld selbstständig ausgeben dürfen, macht Kinder zu attraktiven, potentiellen Käufern.
Unter Primärmarkt ist der Markt zu verstehen, der Kinder als direkte Käufer und/oder Nutzer adressiert. Vor allem Hersteller und Händler für Spielzeug, Süßigkeiten, Speiseeis, Frühstückskost oder Sportartikel benutzen gezieltes Marketing, um Kinder anzusprechen. Mit zunehmendem Alter spielen Elektronikartikel, wie das Handy, Mobilfunkverträge, elektronische Spiele und Mode eine Rolle und Süßigkeiten treten in den Hintergrund.
An der Kassenzone von Supermärkten schafft der Handel durch geschickte Produktplatzierungen Reize, die die Kinder dazu verlocken nach einer Süßigkeit, einem Getränk oder kleinen Spielzeugen zu verlangen. Ein Großteil der Eltern, erfüllt den „quengelnden“ Kindern den Wunsch auf den letzten Metern zur Kasse. Während Mütter und Kinder in Familien mit drei und mehr Kindern gelernt haben, dass die Welt nicht untergeht, wenn die Bitten der Kinder nicht ständig erfüllt werden, sind Mütter mit nur einem Kind darauf bedacht, die Wünsche Ihrer Kinder zu erfüllen.
Kinder haben bereits früh ein ausgeprägtes Markenbewusstsein. Kinder im Alter von drei Jahren können Marken unterscheiden. 54% der 6- bis 13-jährigen achten z.B. beim Kauf der Schulranzen auf dessen Marke. Deshalb ist ein zielgruppenspezifisches Marketing auf dem Primärmarkt unabdingbar.
Unternehmen wie Disney, deren Kerngeschäft Zeichentrickfilme sind, verstehen sich ebenfalls darauf, Merchandising Artikel zu vertreiben, um sich weitere Einnahmequellen zu sichern und die Bekanntheit der Marke zu steigern. So verwundert es nicht, dass Disney selber zu einer der wertvollsten Marken auf der Welt zählt und bei Kindern hoch im Kurs steht - nicht nur als Unterhaltungsmöglichkeit, sondern auch bei der Wahl des geeigneten Spielzeugs oder der Bettwäsche im Schlafzimmer.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Die Arbeit beleuchtet die wirtschaftliche Relevanz von Kindern als Zielgruppe trotz des demografischen Wandels und stellt die Herausforderung dar, diese reaktante Zielgruppe effektiv anzusprechen.
2 Ziel und Aufbau der Arbeit: Es wird dargelegt, wie die Arbeit durch eine Segmentierung, Potenzialanalyse und Untersuchung von Kommunikationskanälen die Markenführung bei Kindern analysiert.
3 Marktsegmentierung der Zielgruppe Kinder: Dieses Kapitel differenziert die Zielgruppe anhand von Altersstufen wie Babys, Vorschulkindern, Grundschulkindern, Pre-Teens und Jugendlichen, um gezielteres Marketing zu ermöglichen.
4 Kinder als Käufer: Hier wird das wachsende finanzielle Potenzial der Kinder und ihr Einfluss als Konsumenten sowie Mitentscheider in der Familie untersucht.
5 Der Kindermarkt als multidimensionaler Markt: Die Einteilung in Primär-, Beeinflussungs- und Zukunftsmarkt verdeutlicht die verschiedenen Rollen, die Kinder für Marken spielen.
6 Kommunikationskanäle zur Erreichung der Kinder: Das Kapitel vergleicht verschiedene kommerzielle Medien wie TV, Internet und POS mit interpersonellen Quellen wie Familie, Schule und Peer-Gruppen.
7 Gestaltungsaspekte der Markenkommunikation: Es werden spezifische Attribute und Erfolgsfaktoren für Top-Marken definiert, um Kinder effektiv und authentisch anzusprechen.
8 Zusammenfassung und Ausblick: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine frühzeitige Investition in die Markenbindung bei Kindern für den langfristigen Erfolg entscheidend ist und die Analyse neuer Medien die zukünftige Herausforderung darstellt.
Schlüsselwörter
Kinder-Marketing, Markenbindung, Zielgruppenanalyse, Marktsegmentierung, Konsumkindheit, Medienkompetenz, Primärmarkt, Beeinflussungsmarkt, Zukunftsmarkt, Ingame-Advertising, Markenkommunikation, Markensozialisation, Kaufkraft, Peer-Gruppen, Authentizität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Bedeutung von Kindern als Zielgruppe für Unternehmen und untersucht Strategien, wie Marken erfolgreich und nachhaltig eine Beziehung zu jungen Konsumenten aufbauen können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die Segmentierung nach Altersstufen, die ökonomische Kaufkraft von Kindern, die verschiedenen Marktrollen (Primär-, Beeinflussungs- und Zukunftsmarkt) sowie die Analyse effektiver Kommunikationskanäle.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, warum Marken gezielt in die Kommunikation mit Kindern investieren sollten, um durch frühzeitige Markenpräferenz langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu sein.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die durch statistische Daten, Studien sowie Praxisbeispiele (wie etwa LEGO, Disney, Adidas oder Bosch) gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Segmentierung der Kinder, die detaillierte Darstellung des Kindermarktes, die Analyse von Medien- und Interaktionskanälen sowie die Ableitung von Gestaltungsregeln für eine effektive Markenkommunikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Kinder-Marketing, Markenbindung, Markensozialisation, Kindermarkt, Medienkindheit und Kommunikationskanäle.
Was unterscheidet den Zukunftsmarkt vom Primärmarkt?
Während im Primärmarkt das Kind als unmittelbarer Nutzer oder Käufer agiert, betrachtet der Zukunftsmarkt das langfristige Potenzial, Kinder frühzeitig an eine Marke zu binden, damit sie diese auch im Erwachsenenalter bevorzugen.
Wie spielt das Alter bei der Segmentierung eine Rolle?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Kinder je nach Alter unterschiedliche Entwicklungsstufen durchlaufen, was differenzierte Marketingstrategien erforderlich macht – von der Ansprache der Eltern bei Kleinkindern bis hin zur Individualitätsorientierung bei Jugendlichen.
- Arbeit zitieren
- Christian Nagelschmitz (Autor:in), 2013, Kinder und Marken: Kinder als Zielgruppe für Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265617