Die Arbeit untersucht kontrastiv die Eigenschaften von Modalpartikeln im Deutschen und Russischen und bezieht sich dabei wesentlich auf die Arbeiten von Thurmair, Abraham und Kirschbaum.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Definition der Modalpartikeln
1.1. Klassifikation der Partikeln
1.2. Verwendung der Modalpartikeln
2. Polyfunktionalität der Partikeln
3. Modalpartikeln im Russischen
3.1. Unterscheidungskriterien
3.2. Illokutionsbezogene Merkmale
Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Kategorie der Modalpartikeln im Russischen unter komparativer Berücksichtigung der Partikelforschung im Deutschen, um herauszufinden, ob sich eine systematische Äquivalenz zwischen den Partikelsystemen beider Sprachen nachweisen lässt.
- Grundlagen der Partikelforschung und terminologische Abgrenzung
- Kriterien für das satzgliedhafte Verhalten von Partikeln
- Analyse der Polyfunktionalität von Partikeln im Kontext der Sprechakttheorie
- Vergleich der illokutionsverstärkenden Funktionen russischer und deutscher Partikeln
- Untersuchung der Distribution und Satzstellung von Modalpartikeln
Auszug aus dem Buch
3.1. Unterscheidungskriterien der Partikeln
In der Grammatik der russischen Sprache von Kirschbaum werden Partikeln als "unveränderliche Hilfswörter" bezeichnet, die "die Bedeutung eines Wortes, einer Wortgruppe oder eines Satzes modifizieren" (Kirschbaum 2001:265). Man unterscheidet zwischen Modalpartikeln und formbildenden Partikeln (mit deren Hilfe bestimmte Verbformen gebildet werden). Die Modalpartikeln lassen sich nach dem Inhalt der durch sie ausgedrückten Beziehungen in weiteren Gruppen klassifizieren, wie hinweisende oder schlussfolgernde Partikeln, verstärkende Partikeln, einschränkende Partikeln, Partikeln zum Ausdruck von Wunsch, Vermutung oder Zweifel, bejahende oder zustimmende Partikeln, verneinende oder ablehnende Partikeln und Fragepartikeln. Schon in dieser Definition wird die Unflektierbarkeit der Partikeln betont. Um die weiteren Unterscheidungsmerkmale der Partikeln von den anderen Unflektierbaren zu ergründen, wird im Folgenden die Partikel prosto ('einfach') ausführlich analysiert.
Die im Wörterbuch aufgeführten Bedeutungen von prosto unterscheiden deutlich seine Adverbfunktion von seinen Partikelfunktionen. Diesen Unterschied kann sowohl ein Muttersprachler, als auch derjenige, der Russisch erlernt bzw. erlernt hat, intuitiv erkennen. Prosto:
(1) Partikel: einfach, geradezu, z.B.: Man kann es einfach nicht glauben!
(2) Partikel: einfach, eben, halt, nur, z.B.: Er ist eben dumm.
(3) Adverb: einfach, zufällig, ohne Absicht, z.B.: Ich bin zufällig vorbeigekommen. (Ožegov 1984:539)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der Modalpartikeln und Darlegung der linguistischen Fragestellung hinsichtlich der Äquivalenz zwischen dem Russischen und Deutschen.
1. Definition der Modalpartikeln: Theoretische Herleitung des Partikelbegriffs und Vorstellung von Klassifikationskriterien basierend auf der Forschung von Thurmair.
1.1. Klassifikation der Partikeln: Detaillierte Untersuchung der Partikelklassen und deren Abgrenzung durch syntaktische sowie prosodische Merkmale.
1.2. Verwendung der Modalpartikeln: Analyse der kommunikativen Funktion von Partikeln zur Einbindung von Äußerungen in den Interaktionszusammenhang.
2. Polyfunktionalität der Partikeln: Untersuchung der systematischen Beziehung zwischen der Distribution eines Zeichens und seiner heterogenen Bedeutungsstruktur.
3. Modalpartikeln im Russischen: Übertragung der deutschen Kriterien auf die russische Sprache am Beispiel spezifischer lexikalischer Einheiten.
3.1. Unterscheidungskriterien: Analyse der Unflektierbarkeit und funktionalen Spezifik anhand der Partikel "prosto".
3.2. Illokutionsbezogene Merkmale: Untersuchung von Partikeln wie "tol'ko" hinsichtlich ihrer Funktion zur Verstärkung des Illokutionstyps in verschiedenen Satzmodi.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Vergleichbarkeit der Partikelsysteme und Feststellung der Problematik allgemeiner Übersetzungsregeln.
Schlüsselwörter
Modalpartikeln, Russisch, Deutsch, Kontrastive Linguistik, Sprechakttheorie, Illokution, Polyfunktionalität, Satzmodus, Syntax, Partikeldefinition, Sprachvergleich, Pragmatik, prosto, tol'ko, Satzskopus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich der kontrastiven Untersuchung russischer und deutscher Modalpartikeln, um deren Funktion und Verwendung systematisch zu vergleichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Klassifikation von Partikeln, der Analyse ihrer Polyfunktionalität sowie ihrer Rolle als Satzoperatoren im illokutiven Bereich.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob für die russischen Modalpartikeln analoge Grundkriterien zu den in der deutschen Forschung (z.B. von Thurmair) etablierten Kriterien gelten und ob 1:1 Entsprechungen zwischen den Sprachen existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein strukturell-analytischer Ansatz gewählt, bei dem Partikeln anhand definierter Kriterien (wie Unflektierbarkeit, Erfragbarkeit, Satzskopus) in ihrem jeweiligen syntaktischen und illokutiven Kontext geprüft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Klassifikation, der Analyse von Partikeln als Satzoperatoren sowie der konkreten Anwendung dieser Kriterien auf russisches Sprachmaterial.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Modalpartikeln, Sprechakttheorie, Illokution, Kontrastive Linguistik und Satzmodus geprägt.
Welche Rolle spielt die Partikel "prosto" in der Untersuchung?
Sie dient als exemplarisches Untersuchungsobjekt, um die Unterscheidung zwischen Adverbfunktion und Partikelfunktion im Russischen aufzuzeigen und die Übertragbarkeit theoretischer Kriterien zu testen.
Warum ist eine direkte Übersetzung von Modalpartikeln oft problematisch?
Da Modalpartikeln eine explizit sprechaktbezogene Funktion erfüllen, sind sie sehr offen für kontextuelle Bedeutungen, was eine systematische 1:1 Entsprechung zwischen Sprachen häufig ausschließt.
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- MA Irina Giertz (Author), 2003, Untersuchung der Modalpartikeln im Russischen im Vergleich zu den Modalpartikeln im Deutschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26562