Narrative Analyse von Gen 39,1-23

Josef in Ägypten


Hausarbeit, 2013

14 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Narrative Analyse: Einführung

2 Die verwendete Textgrundlage

3 Das Buch Genesis, Kapitel 39

4 Textanalyse
4.1 Wechsel von Ort und Zeit, Personen
4.2 Gliederungssignale (formale Gliederung)
4.3 Propositionen/Makropropositionen/Teilthemen (inhaltliche Gliederung)
4.4 Leitworte, Stilfiguren

5 Fragen zum Erzähler
5.1 Erzähltyp (Ich-Erzähler/ Er/Sie-Erzähler? offenkundig/verborgen

6 Fragen zum Erzählstil
6.1 Gespräche: wer redet/handelt, wer redet/handelt nicht (Gesprächsprotokoll)?
6.2 Wird aus einer bestimmten Perspektive erzählt?
6.3 Gibt es eine Entwicklung einer Figur?
6.4 Schauplätze, Zeit (Setting, erzählte Zeit/Erzählzeit, Pro- und Analepsen)?
6.5 Leerstellen: Was wird nicht erzählt? Fragen, die offen bleiben?

7 Leser
7.1 Wird der Leser direkt/indirekt angesprochen? Wie?

8 Zusammenfassung der Ergebnisse.

1 Narrative Analyse: Einführung

Gegenstand der vorliegenden Hausarbeit ist eine narrative Analyse von Gen 39,1-23 (Josef in Ägypten), sohin das gesamte Kapitel 39. Das Adjektiv narrativ ist abgeleitet vom lateinischen Verb narrare mit den Bedeutungen: 1. kundtun, erzählen; 2. erwähnen, sagen, reden, sprechen. Das entsprechende Substantiv ist narratio, die Erzählung.

Funktion der narrativen Analyse ist die Untersuchung eines Textes aus der Perspektive seines Erzählcharakters. Daraus resultiert auch die Beschränkung der narrativen Analyse auf Erzähltexte. Diese Methode wurde aus der Literaturwissenschaft in die biblische Exegese übernommen.

Hervorzuheben ist, wenn wir von narrativer Analyse sprechen, dass es sich um eine synchrone Methode handelt: sie ist also nicht an der Entstehungsgeschichte des Textes interessiert, sondern an dessen gegenwärtiger Gestalt. Sie fragt danach, wie der Text gestaltet und strukturiert ist und betont damit, dass die Bibel als Literatur ihre eigenen Sinndimensionen hat - unabhängig von historischer Wahrheit.

Der zu analysierende Textabschnitt ist in einen größeren Erzählzusammenhang eingebettet, der nach seiner Hauptfigur auch als Josef-Zyklus bezeichnet wird und die Kapitel 37,1 bis 50,26 des Buches Genesis umfasst.

Bei Ausarbeitung der vorliegenden Untersuchung wurde bewusst auf die Heranziehung weiterführender Literatur verzichtet, um die im Proseminar vermittelten Methoden der Literarkritik und Textanalyse unbeeinflusst anwenden zu können. Dementsprechend findet sich in Anhang zu der Arbeit auch kein Literaturverzeichnis.

2 Die verwendete Textgrundlage

Als Textgrundlage für die nachfolgende Analyse verwende ich die Einheitsübersetzung (EÜ) der Bibel. Die EÜ ist eine 1962–1980 erstellte Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache für den Gebrauch im römisch-katholischen Gottesdienst. Sie wurde von katholischen Theologen unter zeitweiliger evangelischer Beteiligung erarbeitet, gilt als sinntreu und verwendet ein gehobenes Deutsch.

3 Das Buch Genesis, Kapitel 39

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4 Textanalyse

4.1 Wechsel von Ort und Zeit, Personen

V.1 von Kapitel 39 nimmt die Handlung dort wieder auf, wo Kapitel 37 geendet hatte. Das dazwischen eingeschobene Kapitel 38 erzählt eine Nebengeschichte, den Konflikt zwischen Tamar und Juda.

Erwähnt werden in diesem Eingangsvers die folgenden Personen: Josef, Potifar sowie die Ismaeliter, die aber nur als Gruppe Erwähnung finden, und die auch bereits in Kapitel 37 als diejenigen genannt wurden, die Josef nach Ägypten bringen sollten. Im Fortgang der Handlung spielen sie keine Rolle mehr.

Hauptperson des Josef-Zyklus ist natürlich Josef, der hier zu Beginn von Kapitel 39 mit Ägypten eine neue Bühne betritt. Bezeichnenderweise kommt Josef sofort ins Zentrum der politischen Macht des alten Ägypten, an den Hof des Pharao. Vermittelt wird diese Wendung durch den Hofbeamten des Pharao und Obersten der Leibwache Potifar, der Josef von den Ismaelitern erwirbt.

An weiteren Personen treten hinzu: in V.2 der Herr, der Gott Israels, der mit Josef war; in V.7 die Frau des Potifar, seines ägyptischen Herrn; in V.14 das nur passiv in Erscheinung tretende Hausgesinde ; in V.21 der Gefängnisleiter ; schließlich in V.22 die Gefangenen im Kerker, die der Hand Josefs anvertraut werden.

Schauplatz der gesamten Handlung ist Ägypten. Ab V.2 hält sich Josef im Haus seines ägyptischen Herrn auf, wobei V.12 berichtet, dass er hinausläuft. Ab V.20 bis V.23 bleibt der Kerker, wo die Gefangenen des Königs in Haft gehalten wurden, sein Aufenthaltsort.

4.2 Gliederungssignale (formale Gliederung)

Ein Gliederungssignal begegnet in V.2: der Herr war mit Josef. Dieses Signal steht in Verbindung mit einer Ortsangabe: Er blieb im Haus seines ägyptischen Herrn.

Beim nächsten Ortswechsel kehrt es wieder: in V.21 steht das Gliederungssignal … der Herr war mit Josef in Verbindung mit der vorangehenden Ortsangabe: Dort blieb er im Gefängnis.

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Narrative Analyse von Gen 39,1-23
Untertitel
Josef in Ägypten
Hochschule
Universität Wien  (Biblische Theologie - Altes Testament)
Veranstaltung
Seminar
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
14
Katalognummer
V265650
ISBN (eBook)
9783656552994
ISBN (Buch)
9783656553069
Dateigröße
490 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Genesis, Josef in Ägypten, Narrative Analyse
Arbeit zitieren
Mag. Siegfried Höfinger (Autor:in), 2013, Narrative Analyse von Gen 39,1-23, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265650

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