Ziel der Arbeit soll es sein, aufzuzeigen, inwieweit sich eine Stiftung als Nachfolgeinstrument für mittelständische Unternehmen und deren Unternehmer/–familien eignet. Hierbei werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Unternehmensnachfolge bei mittelständischen Unternehmen sowie von Stiftungsformen der privaten Nachfolge geklärt, um dann auf die Spezialformen der unternehmensverbundenen Stiftungen einzugehen. Abschließend werden die Vor- und Nachteile bei der Einbeziehung von Stiftungen in die Unternehmensnachfolge aufgezeigt.
Ein eigenes Unternehmen stellt für viele Unternehmer ihr Lebenswerk dar, das sie mühsam aufgebaut haben, mit dem sie durch Krisen und Erfolge gegangen sind und mit dessen Wachstum ihr persönliches Ansehen und finanzielles Wohlergehen gestiegen ist. Von daher ist es nachzuvollziehen, dass eine Unternehmensnachfolge, die auf Grund des Alters, von Krankheit oder aus wirtschaftlichen Gründen in Betracht gezogen werden muss, einen erfolgskritischen Moment für die Unternehmer darstellt.
Die Wahl der Nachfolgeart ist eine komplexe Aufgabe, die langfristig geplant und bei der alle Eventualitäten in Betracht gezogen werden sollten.
Neben der Frage wer das Unternehmen am besten weiterführen kann, beschäftigen Unternehmer i.d.R. auch die Sicherung des Unternehmensfortbestandes sowie die Versorgung der Familie. Vor diesem Hintergrund wurde in den letzten Jahren immer wieder der Einsatz einer Stiftung als Möglichkeit der Unternehmensnachfolge empfohlen. Sie eigne sich als vernünftige und lohnenswerte Alternative und führe dazu, dass der Stifter seine Ideale auch nach Ausscheiden aus dem Unternehmen oder Ableben weiter sichern kann. Hinzu wird positiv bewertet, dass die Versorgung der Familie sichergestellt sei und das gleichzeitig der Name des Stifters mit einem sinnvollen Beitrag für die Allgemeinheit in Erinnerung bleiben kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Unternehmensnachfolge bei mittelständischen Unternehmen
2.1.1 Definition mittelständischer Unternehmen gemäß IfM Bonn und der europäischen Kommission
2.1.2 Bedeutung mittelständischer Unternehmen in Deutschland
2.1.3 Definition der Unternehmensnachfolge
2.1.4 Ursachen für die Unternehmensnachfolge
2.1.5 Formen der Unternehmensnachfolge
2.1.5.1 Unentgeltliche Übertragung
2.1.5.2 Entgeltliche Übertragung
2.2 Stiftungen
2.2.1 Definition
2.2.2 Entstehung
2.2.3 Rechtliche Grundlagen
2.2.4 Stiftungslandschaft Deutschland
2.2.4.1 Regionale Verteilung
2.2.4.2 Vermögensgrößen
2.2.4.3 Stiftungszwecke
2.2.5 Stiftungsformen der privaten Nachfolgeplanung
2.2.5.1 Stiftungen des öffentlichen Rechts
2.2.5.2 Familienstiftungen
2.2.5.3 Bürgerstiftungen
2.2.5.4 Gemeinnützige Stiftungen
2.2.6 Unternehmensverbundene Stiftungen
2.2.6.1 Unternehmensträgerstiftung
2.2.6.2 Beteiligungsträgerstiftung
2.2.6.3 Stiftung & Co. KG
2.2.6.4 Doppelstiftung
2.3 Steuerliche Aspekte bei Stiftungen
2.3.1 Besteuerung bei der Errichtung
2.3.1.1 Stiftungen im Allgemeinen
2.3.1.2 Besonderheiten bei Familienstiftungen
2.3.2 Fortlaufende Besteuerung
2.3.3 Besteuerung des Stifters
2.3.4 Besteuerung der Destinatäre
2.3.5 Erbersatzsteuer bei Familienstiftungen
3 Kritische Auseinandersetzung mit der Stiftung als Instrument der Unternehmensnachfolge
3.1 Motive bei der Einbeziehung von Stiftungen in die Unternehmensnachfolge
3.1.1 Motiv der Unternehmenskontinuität
3.1.2 Motiv der Sicherung der Unternehmensliquidität und des Familienvermögen
3.2 Nachteile bei der Wahl der Stiftung als Unternehmensnachfolge
3.3 Umsetzung in der Praxis
3.3.1 Die Lidl Stiftung & Co. KG und die Hertie-Stiftungen
3.3.2 Praktikabilität aus Sicht der Bank
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Eignung der Stiftung als Instrument der Unternehmensnachfolge für mittelständische Unternehmen und deren Eigentümerfamilien. Im Fokus steht dabei die Analyse, inwieweit Stiftungen zur Sicherung der Unternehmenskontinuität beitragen können, welche steuerlichen Aspekte hierbei eine Rolle spielen und welche praktischen Vor- sowie Nachteile mit diesem Nachfolgemodell verbunden sind.
- Theoretische Grundlagen der Unternehmensnachfolge bei mittelständischen Unternehmen
- Stiftungsarten und rechtliche Rahmenbedingungen für die Nachfolgeplanung
- Steuerliche Behandlung von Stiftungen und Erbersatzsteuer bei Familienstiftungen
- Analyse der Motive für eine Stiftungslösung (z.B. Unternehmenskontinuität)
- Kritische Würdigung der Praktikabilität aus Sicht der Banken
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Definition
„What is defined as a foundation in one country may not qualify as such in an other“.27
Vielmehr sei der Ursprung einer Stiftung zu definieren, der darin bestehe, das Eigentum eines (Geld-)Gebers an eine Institution zu übertragen, damit diese mit Auflagen das Vermögen verwaltet und die daraus resultierenden Erträge für einen bestimmten Zweck verwendet.28
Einen weiteren Ansatz bietet Strachwitz, der bei der Stiftungsdefinition die zeitliche Unbegrenztheit in den Fokus rückt: "Eine Stiftung ist das Ergebnis der Übertragung von Vermögenswerten an eine mit eigener Satzung ausgestattete Organisation, die so gestaltet ist, dass diese Satzung die Verwalter der Organisation bezüglich der Erhaltung und Verwendung des Vermögens dauerhaft bindet."29
Neben der Bindung an den Stifterwillen und dem eingeschränkten Verfügungsrecht der Organe, stehen bei Strachwitz demnach der Erhalt und die Verwendung des Vermögens im Vordergrund.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Unternehmensnachfolge ein und definiert das Ziel der Arbeit, die Eignung der Stiftung als Nachfolgeinstrument zu prüfen.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Definitionen mittelständischer Unternehmen, die Gründe für Unternehmensnachfolgen sowie die rechtlichen und steuerlichen Grundlagen von Stiftungen.
3 Kritische Auseinandersetzung mit der Stiftung als Instrument der Unternehmensnachfolge: Hier werden die Motive für den Einsatz von Stiftungen, wie Unternehmenskontinuität, gegen die Nachteile und Herausforderungen in der Praxis abgewogen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine Stiftung eine interessante Alternative darstellen kann, jedoch eine sorgfältige und frühzeitige Planung erfordert, um Zielkonflikte zu vermeiden.
Schlüsselwörter
Unternehmensnachfolge, Mittelstand, Stiftung, Familienstiftung, Gemeinnützige Stiftung, Doppelstiftung, Stiftungsrecht, Erbschaftssteuer, Erbersatzsteuer, Unternehmensvermögen, Unternehmenskontinuität, Nachfolgeplanung, Steueroptimierung, Stiftung & Co. KG, Beteiligungsträgerstiftung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie mittelständische Unternehmer eine Stiftung als Instrument für die geregelte Nachfolge ihres Unternehmens nutzen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen der Unternehmensnachfolge, die verschiedenen Stiftungsformen, die steuerlichen Aspekte bei der Stiftungsgründung sowie die Vor- und Nachteile dieses Instruments.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit sich eine Stiftung als Nachfolgeinstrument eignet, um die Unternehmenskontinuität zu sichern und die Familie zu versorgen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse sowie eine ergänzende Auswertung von Experteninterviews mit Bankberatern zur praktischen Anwendung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Nachfolge und Stiftungsrecht sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Motiven, Nachteilen und Praxisbeispielen (Lidl, Hertie).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Unternehmensnachfolge, Familienstiftung, Erbersatzsteuer, Unternehmenskontinuität und Stiftung & Co. KG.
Warum spielt die Erbersatzsteuer bei Familienstiftungen eine Rolle?
Da Familienstiftungen grundsätzlich keine Erbschaftssteuer bei Eigentümerwechseln auslösen, unterstellt der Gesetzgeber alle 30 Jahre einen fiktiven Generationenwechsel, um diesen steuerlichen Vorteil auszugleichen.
Wie bewerten Bankexperten die Stiftung als Nachfolgeinstrument?
Die befragten Experten halten das Modell für sehr sinnvoll bei großen Vermögen, sehen jedoch in der Praxis oft zu geringe Kapitalvolumina und eine abnehmende Flexibilität bei den aktuellen Zinsniveaus.
- Citar trabajo
- Maria Heinsohn (Autor), 2013, Grenzen und Möglichkeiten der Stiftung bei der Unternehmensnachfolge für mittelständische Unternehmen. Ein geeignetes Instrument?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265791