Augustinus und sein Werk "De Magistro"


Seminararbeit, 2012

15 Seiten, Note: 1, 0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitun

2. Das Leben des Augustinu

3. Historischer Kontext

4. Über Augustinus‘ De Magistro

5. Die Kerngedanken in De Magistro
5.1 Die Funktion der Wörte
5.2 Wie man lernt – der Lernprozes
5.3 Was ist wahres Wissen und wie kann man es erlangen

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

1.) Einleitung

„Was, meinst du, wollen wir bewirken wenn wir sprechen?“[1] (mag. 1) Mit dieser Frage beginnt das Werk De Magistro von Augustinus und spricht damit sogleich das zentrale Thema des Werkes an: der pädagogische Nutzen der Sprache für das Wissen bzw. bringt die Sprache auch Wissen hervor? Im ersten Kapitel des Dialogs formuliert Augustinus sodann die zentralen Thesen und Prämissen, denen er im weiteren Verlauf nachgehen wird. Einleitend sollen diese hier kurz zusammengestellt werden.

Auf die Frage nach dem Ziel von Sprechen wird an erster Stelle das Belehren genannt. Es wird deutlich, dass von Augustinus Sprache instrumentell aufgefasst wird. Sie dient der Mitteilung von Gedanken, ist eine Art von äußerer Willensbekundung. Des Weiteren ist wichtig, dass Augustinus das Lehren nicht vom Lernen unterscheidet: „Auch dann [beim Lernen] wollen wir meiner Auffassung nach nichts anderes als belehren; denn du fragst doch nur, um den, welchen du fragst, über das, was du wissen willst, zu belehren, nicht wahr?“ (mag. 1) Als weiteren Zweck der Sprache verweist Augustinus an dieser Stelle nebenbei auch noch auf das Vergegenwärtigen / Erinnern. Dass dieses Erinnern jedoch die wichtigste Rolle von Sprache ist, soll im Verlauf dieser Ausarbeitung aufgezeigt werden. Vorab soll noch darauf hingewiesen werden, dass nach Augustinus Sprache aus einzelnen Wörtern besteht, die Zeichen für eine Sache sind. Diese Wörter haben eine klangliche Seite und eine Bezeichnungsfunktion. Damit entspricht er der antiken Auffassung von Sprache. Ermöglichen die Wörter nun tatsächlich das Lehren / Lernen? Inwieweit kann ein menschlicher Lehrer Wissen vermitteln? Diesen Fragen geht Augustinus in seinem Werk nach.

Der weitere Verlauf der Ausarbeitung gliedert sich folgendermaßen: Nach dieser kurzen Einleitung, die die wichtigsten Prämissen und Gedanken zusammenstellt, soll die Person Augustinus mit seiner Biographie und seinem Wirken im Kontext vom Übergang von antikem-griechischem Denken hin zum christlichen Gedankengut näher beleuchtet werden. Daraufhin werden die wichtigsten formalen und inhaltlichen Ideen des Werkes De magistro vorgestellt. Anschließend folgen nähere Betrachtungen zur Funktion der Wörter, zum wahren Lehren / Lernen und zum wahren Wissen. Den Abschluss bildet eine kurze Zusammenfassung, die die erarbeiteten Gedanken nochmals präzise vor Augen führt.

2.) Das Leben des Augustinus

Der heilige Augustinus war, neben Thomas von Aquin, der wichtigste Kirchenlehrer der lateinischen Kirche und zählt zu den vier großen Kirchenvätern, die da heißen: Ambrosius, Hieronymus, Gregor der Große und Augustinus.

Geboren wurde er im Jahre 354 in dem Örtchen Thagaste, gestorben ist er 430 in Hippo Regius. Beide Orte liegen in Nordafrika, im heutigen Algerien, damals jedoch waren sie Teil der römischen Provinz. Seine Mutter war die heilige Monika, eine tiefgläubige, christliche Frau, zu der er zeitlebens ein inniges Verhältnis hatte. Sein Vater, namens Patricius, war städtischer Beamter und Heide, der sich erst kurz vor seinem Tod taufen ließ. Historisch belegt sind 2 Geschwister von Augustinus, nämlich ein Bruder und eine Schwester. Da er jedoch in vielen Briefen und Aufschrieben von zahlreichen Neffen und Nichten berichtet, ist davon auszugehen, dass er durchaus noch weitere Geschwister hatte. Zunächst machte der junge Augustinus eine Beamtenausbildung in Thagaste und Madaura, später studierte er ab 370 Rhetorik in Karthago und übte schließlich Lehrtätigkeiten in Thagaste, Karthago und zum Schluss in Mailand aus. In seinen jungen Jahren lebte er ein „wildes“ Leben und war den weltlichen Genüssen und Verlockungen nicht abgeneigt – so entstand im Jahre 372 sein Sohn aus einem Liebesverhältnis. Der Name, den er ihm damals gab, wirkt rückblickend schicksalsträchtig, da er seinen Sohn Adeodatus (lat. „von Gott gegeben“) nannte. In der frühen Kindheit seines Sohnes widmete sich Augustinus Adeodatus nur wenig; später jedoch sollte sich das ändern und das innige Verhältnis, das beide zueinander hatten, wurde jäh durch den frühen Tod des Sohnes im Alter von nur 17 Jahren beendet. Augustinus war ein sehr gebildeter und intelligenter Mann, der sich Zeit seines Lebens mit sämtlichen Denkströmungen, Religionen und Philosophien, die in der Spätantike vorzufinden waren, beschäftigte. Er war unablässig auf der Suche nach Wahrheit und Weisheit mit dem Wunsch Erkenntnis und Erfüllung zu erlangen. Zunächst war er Anhänger des Manichäismus (eine Richtung der Gnosis (griech. Erkenntnislehre)) und war stark von dem griechischen Philosophen Plato geprägt. Zu der Zeit, in der er in Mailand als Rhetorikprofessor arbeitete, begegnete er 384 dem Mailänder Bischof, dem Heiligen Ambrosius, der ihn durch seinen festen Glauben und seine ergreifenden Predigten tief bewegte. Die vollständige Konversion erfolgte allerdings erst, nachdem er 386 ein Bekehrungserlebnis hatte: In einem Moment tiefer innerer Zerrissenheit, während er in einem Garten unter einem Feigenbaum lag, hörte er eine Kinderstimme sagen: „Tolle lege!“ („Nimm und lies!“). Daraufhin nahm er die Bibel, schlug sie auf und las die erste Stelle, auf die sein Blick fiel – eine Stelle des Römerbriefes, in der es um das Ablassen von den weltlichen Dingen und Versuchungen geht und man sich stattdessen keusch und sittlich auf seinen Glauben und Jesus Christus konzentrieren soll. Nach diesem Erlebnis zog er sich aus seinem Beruf zurück, trennte sich von seiner 15 Jahre dauernden Lebensgefährtin, der Mutter seines Sohnes, und schickte sie nach Nordafrika zurück, während er den Sohn bei sich in Mailand behielt. Fortan konzentrierte er sich sowohl auf seinen Sohn und dessen Erziehung als auch voll und ganz auf den christlichen Glauben. In der Osternacht 387 ließ er schließlich Adeodatus und sich taufen. Er ging nach Thagaste zurück und lebte eine Zeit lang mit Gleichgesinnten in einer Art klösterlicher Gemeinschaft auf einem Landgut. 391 wurde er zum Priester und 395 zum Bischof von Hippo geweiht. Sein Theologisches Lebenswerk umfasst über 100 Titel, 246 Briefe und 559 Predigten, wobei dies vermutlich nur Bruchteil dessen ist, was er zu Lebzeiten wirklich verfasst hat. Die wohl bekanntesten Schriften von Augustinus sind Der Gottesstaat und seine Bekenntnisse, in denen seine leidenschaftliche Suche nach Gott auch von anderen heute noch nachvollzogen werden kann.[2] Als einer der einflussreichsten Theologen und Philosophen der christlichen Spätantike hat er das Denken des Abendlandes wesentlich geprägt. Seine pädagogischen Ansichten haben die christliche Bildung begründet, die später in der Klosterschule des Mittelalters verwirklicht wurde.

3.) Historischer Kontext

Augustinus von Hippo gilt als einer der letzten großen Denker der Antike. Dies beruht nicht zuletzt darauf, dass er am Übergang von der Spätantike hin zum Mittelalter lebte und wirkte. Diese Übergangsphase war eine Zeit, geprägt von enormem kulturellem und sozialem Umbruch und Wandel. Eine ausführliche Betrachtung würde an dieser Stelle zu weit gehen. Allerdings bietet es sich an, drei bedeutsame Ereignisse im Leben des Augustinus darzustellen, da diese seinen Werdegang entscheidend beeinflussten.

Ein entscheidendes Ereignis in der Spätantike ist sicherlich die sogenannte „Konstantinische Wende”. Im Jahre 380 wurde das Christentum Staatsreligion im römischen Reich. Dieser langwierige Prozess, der das römische Reich und damit ganz Europa nachhaltig veränderte, hatte seine Anfänge bereits im Jahre 313, als auf Bestreben Kaiser Konstantins im ganzen Reich Religionsfreiheit gewährt wurde, woraufhin das zuvor unterdrückte Christentum massiv an Einfluss gewinnen konnte.

[...]


[1] Die zitierten Stellen beziehen sich auf folgende Ausgabe: Aurelius Augustinus, De magistro. Über den Lehrer. Lateinisch/ Deutsch. Übers.und hrsg. von Burkhard Mojsisch, Stuttgart 1998.

[2] Vgl. http://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Augustinus.html. (zuletzt aufgerufen am 08.06.2012).

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Augustinus und sein Werk "De Magistro"
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Pädogisches Begleitstudium)
Veranstaltung
Klassiker des pädagogischen Denkens
Note
1, 0
Autor
Jahr
2012
Seiten
15
Katalognummer
V265822
ISBN (eBook)
9783656554950
ISBN (Buch)
9783656555032
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Eine Seminararbeit, die in Augustinus Werk "De Magistro" einführt und den pädagogischen Grundgedanken des Werks herausarbeitet und analysiert.
Schlagworte
augustinus, werk, magistro
Arbeit zitieren
Verena Caroline Wernet (Autor), 2012, Augustinus und sein Werk "De Magistro", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265822

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