Die Digitalisierung hat Medieninhalte und deren Übertragung in hohem Masse standardisiert. Dies führt zu einem radikalen Umbruch und der Verschmelzung traditionell getrennter Wertschöpfungsketten.
Der Autor untersucht Anhand von Internet-Theorie (z.B. Long Tail, Tipping Point, Network Effects, Digital Ecosystem) und Organisations- und Transaktionskosten-Theorie die Folgen dieser Konvergenz auf die Organisation von Unternehmen der Technologie-, Medien-, und Telekommunikationsbranchen. Anhand von Fallbeispielen aus der Praxis zeigt er auf, wie Unternehmen sich verändern, um mit dem Digitalen Wandel Schritt zu halten.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 UNTERSUCHUNGSGEGENSTAND UND FORSCHUNGSLEITFRAGEN
1.2 METHODIK UND VORGEHENSWEISE INNERHALB DER ARBEIT
2 GESTALTUNG UND EINFLUSSGRÖßEN DER ORGANISATION
2.1 DIE ROLLE DER ORGANISATION IM UNTERNEHMEN
2.2 GESTALTUNG DER ORGANISATION
2.2.1 Organisatorische Differenzierung
2.2.2 Organisatorische Integration
2.2.2.1 Gliederungsprinzipien – Funktion und Objekt
2.2.2.2 Koordinationsinstrumente
2.3 EINFLUSSGRÖßEN DER ORGANISATION
2.3.1 Transaktionskosten und Koordinationsformen
2.3.1.1 Markt Koordination
2.3.1.2 Koordination durch Hierarchie
2.3.1.3 Hybrid Koordination
2.3.2 Kontingenztheoretischer Ansatz
2.3.2.1 Umwelt – Komplexität, Dynamik, Unsicherheit
2.3.2.2 Fertigungs- und Kommunikationstechnologie
2.3.2.3 Strategie
2.3.2.4 Faktorspezifität und Abhängigkeit
3 FORMEN DER KONVERGENZ
3.1 TECHNOLOGISCHE KONVERGENZ
3.1.1 Inhalteformate
3.1.2 Distributionsnetze
3.1.3 Endgeräte
3.2 REZEPTIVE KONVERGENZ
3.3 WIRTSCHAFTLICHE KONVERGENZ
4 KONVERGENZ UND DIE ORGANISATION DER TMT-UNTERNEHMEN
4.1 DIE UNTERNEHMEN DER TMT-BRANCHE
4.1.1 Medienunternehmen
4.1.2 Netzbetreiber
4.1.3 IT- und Consumer Electronics Unternehmen
4.2 VERÄNDERUNG ORGANISATORISCHER EINFLUSSGRÖßEN DURCH KONVERGENZ
4.2.1 Umwelt – der Long Tail Effekt
4.2.2 Fertigungs- und Kommunikationstechnologie - Digitalisierung
4.2.3 Strategie – digitale Ökosysteme und Netzwerkeffekte
4.2.4 Faktorspezifität und Abhängigkeit – Standards, Module und Systeme
4.3 BRANCHENSPEZIFISCHE EFFEKTE DER KONVERGENZ
4.3.1 Medienunternehmen
4.3.2 Netzbetreiber
4.3.3 IT- und Consumer Electronics Unternehmen
4.3.4 Effekte auf die Gesamt-Wertkette der TMT-Märkte
5 FALLBEISPIELE AUS DER PRAXIS
5.1 MEDIENUNTERNEHMEN – AXEL SPRINGER AG
5.2 NETZBETREIBER – DEUTSCHE TELEKOM AG
5.3 IT- UND CONSUMER ELECTRONICS UNTERNEHMEN – SONY
6 FAZIT, EVALUATION UND AUSBLICK
6.1 FAZIT
6.2 EVALUATION – ANFORDERUNGEN AN DIE ORGANISATION
6.3 AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie sich technologische, rezeptive und wirtschaftliche Konvergenz auf die Organisationsstruktur von Unternehmen in der TMT-Branche (Technology, Media & Entertainment, Telecommunication) auswirkt. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, ob und wie Unternehmen ihre Organisation anpassen müssen, um den konvergenzbedingten Veränderungen in Technologien, Produkten und Märkten gerecht zu werden.
- Analyse der theoretischen Grundlagen der Organisationslehre (Differenzierung, Integration, Kontingenztheorie, Transaktionskosten).
- Untersuchung der verschiedenen Formen der Konvergenz und deren Einflussfaktoren.
- Herleitung der branchenspezifischen Auswirkungen auf Medienunternehmen, Netzbetreiber und IT-/CE-Unternehmen.
- Validierung der theoretischen Erkenntnisse anhand von Fallbeispielen (Axel Springer AG, Deutsche Telekom AG, Sony).
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Inhalteformate
Konvergenz von Inhalteformaten wurde durch Digitalisierung möglich. Alle vorhandenen medialen Inhalte – Text, Bild, Video und Audio oder auch dreidimensionale Modelle und Programme – können durch Digitalisierung in diskrete Informationssignale heruntergebrochen werden, nämlich in Bits, also den zwei Informationen „eingeschaltet“ oder „ausgeschaltet“: 0 oder 1. Analog zu den Bausteinen der DNA in der Biologie, aus dessen Kombinationen alle Lebewesen in Form mannigfaltiger genetischer Codes zusammengesetzt sind, können durch Bits in Form des Binärcodes alle erdenklichen Medieninhalte dargestellt werden.
Die Transformation aller Inhalte in homogene Einzelbausteine stattet sie mit zuvor nicht vorhandenen Eigenschaften und Möglichkeiten aus. Digitale Inhalte können nahezu beliebig kombiniert werden. Es verschmelzen Text, Ton/Sprache, Bild und Bewegtbild zu multimedialen Inhalten (z.B. moderne Internetseiten mit Textbeiträgen, Videos und Podcasts). Die Inhalte können mit Meta-Daten versehen werden, also mit Zusatz-informationen, über die die Inhalte nach verschiedenen Kategorien indiziert und katalogisiert werden können. Inhalte werden so schnell auffindbar und bieten einen Mehrwert (z.B. automatische Filmauswahl nach Nutzerpräferenzen bei PVR’s (Personal Video Recorder) oder bei digitalem Radio die Anzeige von Sender, Interpret und Songtitel auf dem Radiodisplay).
Das Binärsignal ist technisch ohne weiteres duplizierbar. Dies bedeutet, dass digitale Inhalte völlig friktionsfrei und ohne Qualitätsverlust beliebig oft vervielfältigt und übertragen werden können. Dies ist bei analogen Formaten nicht möglich – jede Kopie bedeutet Qualitätsverluste. Bei digitalen Formaten hingegen kann Information „beliebig weitergegeben werden und man behält sie trotzdem“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Konvergenz der TMT-Branche ein, definiert den Untersuchungsgegenstand und die Forschungsleitfragen sowie die Methodik der Arbeit.
2 Gestaltung und Einflussgrößen der Organisation: Das Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Organisation, inklusive Differenzierung, Integration und Koordination, und diskutiert Einflussgrößen wie Transaktionskosten und den kontingenztheoretischen Ansatz.
3 Formen der Konvergenz: Hier werden die verschiedenen Ausprägungsformen der Konvergenz – technologisch, rezeptiv und wirtschaftlich – und ihre Auswirkungen auf Medieninhalte, Netze und Endgeräte erörtert.
4 Konvergenz und die Organisation der TMT-Unternehmen: In diesem Kapitel werden die theoretischen Erkenntnisse aus den vorangegangenen Abschnitten auf die Unternehmen der TMT-Branche übertragen und branchenspezifische Effekte analysiert.
5 Fallbeispiele aus der Praxis: Die Arbeit validiert die abgeleiteten theoretischen Erkenntnisse durch Fallstudien von Axel Springer AG, der Deutschen Telekom AG und der Sony Corporation.
6 Fazit, Evaluation und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, evaluiert die gewählte Methodik und wagt einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Konvergenz, TMT-Branche, Organisation, Transaktionskosten, Kontingenztheorie, Digitalisierung, Medienmanagement, Netzwerkeffekte, Wertschöpfungskette, Koordination, Hybrid-Koordination, digitale Ökosysteme, Informationstechnologie, Standardisierung, Diversifikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich das Phänomen der Konvergenz auf die Organisationsstrukturen von Unternehmen in der TMT-Branche (Technologie, Medien und Telekommunikation) auswirkt und welche Anpassungsstrategien sich daraus ergeben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Organisationstheorie, das Phänomen der technologischen und wirtschaftlichen Konvergenz, die Analyse der TMT-Wertschöpfungskette sowie deren Auswirkungen auf die interne Unternehmensführung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, wie Konvergenz die Organisation von TMT-Unternehmen beeinflusst und ob Unternehmen aufgrund konvergenzbedingter Veränderungen von Technologien, Diensten und Märkten ihre Organisation grundlegend anpassen müssen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt die Transaktionskostentheorie und den kontingenztheoretischen Ansatz, um den Zusammenhang zwischen externen Einflussfaktoren und interner Organisationsstruktur herzustellen, und validiert diese durch Fallbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Organisation und die Formen der Konvergenz definiert, gefolgt von der Anwendung dieser Theorien auf die spezifischen Märkte und Wertschöpfungsstufen der TMT-Branche.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch die Begriffe Konvergenz, TMT-Branche, Transaktionskosten, digitale Ökosysteme und Hybrid-Koordination beschreiben.
Wie verändert Konvergenz die TMT-Unternehmen konkret?
Konvergenz führt dazu, dass ehemals getrennte Infrastrukturen und Dienste verschmelzen. Dies zwingt Unternehmen zu einer zunehmenden vertikalen Integration oder Kooperation, um Komplexität zu beherrschen und Synergien zu realisieren.
Welche besondere Schlussfolgerung zieht der Autor für die Medienbranche?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Medienunternehmen durch die Entkoppelung von Inhalten und Trägern zu integrierten Multimedia-Aggregatoren werden müssen, was zentralisierte Newsrooms und crossmediale Planung erfordert.
- Arbeit zitieren
- Bertrand Born (Autor:in), 2013, Digitalisierung und Konvergenz. Umbruch in der Organisation der Technologie-, Medien-, und Telekommunikationsbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265943