Viele Hundebesitzer träumen von einem wohlerzogenen Hund, der stets gehorsam folgt. Die Realität sieht allerdings oft anders aus – aber das ist kein Grund zur Panik. Mit einer positiven Einstellung und viel Geduld verbessern Sie auch das Problemverhalten Ihres Hundes.
In diesem Buch gibt die Autorin Sybille Ehlers Ihnen hilfreiche Tipps für die Arbeit an problematischen Verhaltensweisen. Nachdem in den ersten Kapiteln Grundlagenwissen vermittelt wird, erhalten Sie detaillierte Anleitungen zum Aufbau der wichtigsten Signale für den Hund und lernen so, in Problemsituationen optimal zu reagieren.
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. GRUNDLAGENWISSEN, EIN ÜBERBLICK
2.1 Lernen bei Hunden
2.2 Motivation
2.3 Tücken physischer Bestrafung oder „Warum kann körperlicher Strafeinsatz im Training mit Hunden nicht effektiv sein?“
2.4 Verhaltensstörung oder störendes Normalverhalten?
3. WICHTIGE SIGNALE UND VERHALTENSKETTEN ALS VORAUSSETZUNGEN UND NÖTIGE „WERKZEUGE“ FÜR DAS TRAINING AN PROBLEMATISCHEN VERHALTENSWEISEN
3.1 Markersignal oder sekundärer positiver Verstärker
3.2 „Freundlicher“ Verhaltensabbruch für „kleinere“ unerwünschte Verhaltensweisen
3.3 Abbruchsignal mit Alternative/„Lass es“
3.4 Rückorientierung – gemeinsam unterwegs
3.5 „Wir gehen“ – die Blitzwendung oder das Umkehrsignal
3.6 „Zeigen und Benennen“
3.7 Überlagern und Überschreiben von Erregung
3.8 Entspannung/Absenken der Erregung
3.9 Target/Handtarget
3.10 Alternativverhalten/Ersatzverhalten
3.11 Distanzvergrößerung/Distanzverkleinerung
4. DIE EINSTELLUNG DES HUNDEHALTERS – VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE ARBEIT AM PROBLEMVERHALTEN
4.1 Emotionen bei Hunden
4.2 Freundlichkeit und Geduld
4.3 Konsequenz
4.4 Klare und eindeutige Kommunikation (Ja-Nein-Kommunikation)
4.5 Souveränität
4.6 Gelassenheit
4.7 Situationsanalyse
4.8 Trainingstagebuch
5. DIE HÄUFIGSTEN PROBLEME
5.1 Vor der Arbeit am Problemverhalten (der Checkup beim Tierarzt)
5.2 „Leinenaggression“ (Hund-Hund-Aggression)
5.3 Jagdverhalten
5.4 Angstprobleme
5.5 Unruhe und Aufregung – Überaktivität und Hyperaktivität
5.6 Forderndes Verhalten
5.7 Territorialverhalten
5.8 Abnorm repetitives Verhalten
5.9 Markierverhalten und Unsauberkeit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Publikation ist es, Hundehaltern fundiertes Fachwissen und praktische Anleitungen zur Bewältigung problematischer Verhaltensweisen bei Hunden an die Hand zu geben, um ein harmonisches Zusammenleben zu fördern. Dabei wird ein wissenschaftlich fundierter, gewaltfreier Ansatz verfolgt, der auf positiver Verstärkung basiert und dem Halter hilft, die Ursachen von Fehlverhalten zu verstehen und gezielt zu trainieren.
- Grundlagenwissen zu Lernverhalten und Motivation von Hunden
- Die Bedeutung der Einstellung des Hundehalters als Basis für den Trainingserfolg
- Eine umfassende Toolbox mit wirkungsvollen Signalen für das Training
- Differenzierung zwischen störendem Normalverhalten und behandlungsbedürftigen Verhaltensstörungen
- Gezielte Ansätze zur Arbeit an häufigen Problemen wie Leinenaggression, Angststörungen und Jagdverhalten
Auszug aus dem Buch
3.1 Markersignal oder sekundärer positiver Verstärker
Im Kapitel zum Lernverhalten habe ich erklärt, dass eine Belohnung für das richtige und erwünschte Verhalten möglichst schnell, also innerhalb von einer halben bis einer Sekunde erfolgen muss. Da in dieser kurzen Zeitspanne oft aufgrund der Entfernung keine unmittelbare Belohnung möglich ist, benötigen Sie ein Handwerkszeug, um das richtige Verhalten auf Distanz zu belohnen. Man spricht hier auch von markieren. So können Sie Ihr Timing deutlich verbessern.
Die Belohnung selbst sollte etwas sein, das natürliche Bedürfnisse oder einen angeborenen Bedarf des Hundes befriedigt und das der Hund als angenehm empfindet. Hierzu gehören Futter, Handlungen, Spiel, Sozialkontakt etc. Diese Belohnungen werden auch primäre positive Verstärker genannt: Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verhalten wieder gezeigt wird.
Beim Einsatz des primären Verstärkers ist es sehr wichtig, dass Sie etwas verwenden, das Ihr Hund – und nicht nur Sie – als belohnend empfindet. Diese „Entscheidung“ kann nur Ihr Hund treffen, zumal Verstärker situativ unterschiedliche Wertigkeiten haben. Hat der Hund sich z.B. gerade satt gefressen, so kann es passieren, dass ein Stück Futter nicht mehr in hohem Maße belohnend wirkt!
Im praktischen Training stehen Sie oft nicht direkt in der Nähe des Hundes und benötigen ein spezielles Signal, um die Zeitspanne bis zur eigentlichen Belohnung (dem primären Verstärker) zu überbrücken bzw. ein bestimmtes Verhalten des Hundes in diesem Moment ganz genau herauszustellen und ein genaues Timing zu gewährleisten. Dieses Signal ist somit im Grunde die Ankündigung einer Belohnung, die der Hund erlangen möchte. Dieses Werkzeug wird „sekundärer positiver Verstärker“ genannt (Zweitverstärker oder konditionierter Verstärker). Wir nennen es der Einfachheit halber Ihr Markersignal. Hiermit können Sie gewünschtes Verhalten sozusagen „markieren“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Einführung in die Thematik der verhaltensorientierten Hundearbeit und Plädoyer für einen gewaltfreien, fachlich fundierten Umgang mit problematischen Verhaltensweisen.
2. GRUNDLAGENWISSEN, EIN ÜBERBLICK: Vermittlung essenzieller Kenntnisse über die Lernformen des Hundes, die Bedeutung von Motivation sowie die Notwendigkeit, auf physische Bestrafung zu verzichten.
3. WICHTIGE SIGNALE UND VERHALTENSKETTEN ALS VORAUSSETZUNGEN UND NÖTIGE „WERKZEUGE“ FÜR DAS TRAINING AN PROBLEMATISCHEN VERHALTENSWEISEN: Vorstellung einer umfangreichen Toolbox an Signalen wie Markersignal, Abbruchsignalen und Entspannungstechniken als Basis für die Verhaltensmodifikation.
4. DIE EINSTELLUNG DES HUNDEHALTERS – VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE ARBEIT AM PROBLEMVERHALTEN: Fokus auf die menschliche Rolle, Bindungsaufbau, emotionale Souveränität des Halters und eine klare, faire Kommunikation.
5. DIE HÄUFIGSTEN PROBLEME: Detaillierte Analyse und konkrete Handlungsanweisungen zu spezifischen Themenfeldern wie Leinenaggression, Jagdverhalten, Angst, Überaktivität und Stubenreinheit.
Schlüsselwörter
Hundetraining, Verhaltensmodifikation, positive Verstärkung, Lernverhalten, Leinenaggression, Jagdverhalten, Angstprobleme, Markersignal, Impulskontrolle, Territorialverhalten, Bindung, Hundesprache, verhaltenstherapeutischer Ansatz, Stressmanagement, Kommunikation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Handbuch primär?
Das Buch bietet Hundebesitzern fundierte Anleitungen, um problematische Verhaltensweisen ihrer Hunde durch gewaltfreies Training und verhaltensmedizinische Ansätze nachhaltig zu verbessern.
Welche Themenfelder werden abgedeckt?
Neben den theoretischen Grundlagen zum Lernverhalten des Hundes behandelt das Werk praktische Trainingstools sowie spezifische Problemkomplexe wie Aggression, Angst, Jagdverhalten und Territorialität.
Was ist das primäre Ziel des Trainings?
Ziel ist es, dem Hund ein alternatives, erwünschtes Verhalten zu vermitteln und die emotionale Grundhaltung des Tieres in kritischen Situationen ins Positive zu verändern.
Welche wissenschaftliche Methode wird empfohlen?
Das Training basiert konsequent auf positiver Verstärkung und lerntheoretischen Grundlagen; physische Bestrafung und Gewalt werden ausdrücklich abgelehnt.
Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vermittlung wichtiger „Werkzeuge“ (Signale), die Einstellung des Halters sowie detaillierte Therapieansätze für die häufigsten Verhaltensprobleme im Alltag.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind positive Verstärkung, Verhaltensmodifikation, Distanzvergrößerung, Markersignal und eine klare Kommunikation zwischen Mensch und Hund.
Wie wichtig ist der tierärztliche Check-up vor dem Training?
Dies ist ein zentraler Schritt, da viele Verhaltensprobleme organische oder körperliche Ursachen (wie Schmerzen) haben können, die zunächst medizinisch abgeklärt werden müssen.
Warum wird die Arbeit mit einem „Trainingstagebuch“ empfohlen?
Es dient dazu, den Fortschritt objektiv zu dokumentieren und hilft dem Halter, in schwierigen Zeiten den Überblick über bereits erreichte Erfolge nicht zu verlieren.
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- Sybille Ehlers (Author), 2013, Probleme mit Hunden lösen – aber richtig, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/265983