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Weltoffen dank "weltwärts"? Zum Erwerb interkultureller Kompetenz am Beispiel des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes

Titel: Weltoffen dank "weltwärts"? Zum Erwerb interkultureller Kompetenz am Beispiel des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes

Magisterarbeit , 2012 , 94 Seiten , Note: 2,1

Autor:in: Nastaran Moghaddami-Talemi (Autor:in)

Ethnologie / Volkskunde
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Am Beispiel von „weltwärts“, dem entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), geht die vorliegende Arbeit der Frage nach, ob die Erfahrungen durch einen internationalen Freiwilligendienst die Zunahme interkulturellen Kompetenz fördern. Neben dem Überblick über den aktuellen Forschungsstandes und über verschiedene Konzepte und Modelle interkultureller Kompetenz werden verschiedene Messverfahren interkultureller Kompetenz vorgestellt und dahingehend untersucht, inwiefern sie sich als Indikator zur Erfassung interkultureller Handlungskompetenz eignen. Unter Einbeziehung verschiedener Analyseverfahren werden Variablen entwickelt, die im Rahmen einer empirischen Studie unter ehemaligen Freiwilligen untersucht und abschließend diskutiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zur Geschichte internationaler Freiwilligendienste

1.1.1 weltwärts – der entwicklungspolitische Freiwilligendienst

1.2. Zur Wirkung von Freiwilligendiensten

2 Forschungsstand der interkulturellen Kompetenzwissenschaft

2.1 Ethnologische Perspektiven interkultureller Kompetenz

2.2 Das Verhältnis von Identität und interkultureller Kompetenz

2.3 Vorurteile und Stereotypisierungen im Freiwilligendienst

2.4 Verständnis von Kultur in der interkulturellen Kompetenzforschung

2.4.1 Bedeutung Hofstedes für die interkulturelle Kompetenzforschung

2.5 Konzepte interkultureller Kompetenz

2.6 Modelle und Entwicklungsprozesse interkultureller Kompetenz

2.6.1 Das Spiralenmodell interkulturellen Lernens nach Gisela Führing

2.6.2 Das Phasenmodell interkulturellen Lernens nach Leenen und Grosch

2.6.3 Phasenmodell interkultureller Sensibilität

3 Methoden zur Erfassung interkultureller Kompetenz

3.1 Überblick über gängige Fragebogenverfahren

3.1.1 Das IDI

3.1.2 Die Critical Incident Methode

4. Theorieteil

5. Methodisches Vorgehen

5.1 Sampling

5.1.1 Datenaufbereitung und Datenverarbeitung

5.2 Analysemethode und Operationalisierung der Variablen

5.2.1 Abhängige Variable

5.2.2 Unabhängige Variablen

5.2.3 Auswertungsstrategie

6 Analyse

6.1 Beschreibung der Stichprobe

6.2 Univariate Analyse der Dimension interkulturellen Lernens

6.2.1 Zur kognitiven Dimension interkulturellen Lernens

6.2.2 Zur affektiven Dimension interkulturellen Lernens

6.2.3 Zur konativen Dimension interkulturellen Lernens

6.3 Bivariate Analyse

6.4 Auswertung der ExpertInnen-Interviews

6.5 Zusammenfassung der Analyseergebnisse

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Abschlussarbeit untersucht, ob die Teilnahme am entwicklungspolitischen Freiwilligendienst "weltwärts" tatsächlich den Erwerb interkultureller Kompetenz bei den Freiwilligen fördert. Unter Anwendung methodischer Triangulation und der Analyse von drei Dimensionen interkulturellen Lernens (kognitiv, affektiv, konativ) wird das Potenzial des Programms evaluiert.

  • Wirkung internationaler Freiwilligendienste auf die Persönlichkeitsentwicklung
  • Theoretische Grundlagen interkultureller Kompetenz und interkulturellen Lernens
  • Methoden zur Erfassung interkultureller Handlungskompetenz
  • Analyse des "weltwärts"-Programms mittels Experteninterviews und Fragebögen
  • Bedeutung interkultureller Sensibilität und Konfliktlösungsstrategien

Auszug aus dem Buch

1.1 Zur Geschichte internationaler Freiwilligendienste

Sherraden definiert internationale Freiwilligendienste (engl. „International voluntary services”) als: „[…] an organized period of engagement and contribution to society by volunteers who work across an international border, in another country, or countries. [ An international voluntary service] may be sponsored by public or private organizations, it is recognized and valued by society, and volunteers receive little or no monetary compensation" (Sherraden et al. 2008:397).

Die ersten Initiativen für den gezielten Aufbau interkultureller Austauschprogramme reichen zurück bis 1920. Jeweils in der Zeit nach dem ersten und zweiten Weltkrieg entstanden Nicht-Regierungsorganisationen (NRO) wie „Service Civil International“ (SCI) in Frankreich oder „American Field Service“ (AFS) in den USA. Internationale Freiwilligendienstprogramme mit dem Fokus auf der Arbeit im sozialen Bereich stellten eine spätere Entwicklung in diesem Prozess dar (Clowes/Schenk 2010).

Die Geschichte von Freiwilligendiensten, die durch religiöse Netzwerke ins Leben gerufen wurden, reicht teilweise Jahrhunderte weiter zurück, als die hier beschriebenen Vorgänge. Obgleich sich heute viele religiöse und säkulare Freiwilligendienste in ihrer Zielsetzung gleichen, fand sich deren Ursprung eher in einem religiös motivierten, häufig missionarisch geprägten Altruismus und Sendungsbewusstsein als in der Förderung eines auf gegenseitigen Austausch beruhenden interkulturellen Dialoges.

1961 führte Präsident John F. Kennedy das „Peace Corp“ ein, das bis heute umfassendste Freiwilligendienstprogramm weltweit. Das Programm war allerdings ein Ergebnis des Kalten Krieges und vordergründig eher dazu gedacht, den chinesischen und sowjetischen Einfluss entgegen zu treten, als interkulturellen Austausch zu fördern. Mittlerweile zählt jedoch auch für das Friedenscorps die Förderung des interkulturellen Austausches zu den vorrangigen Zielsetzungen des Programms (Cobbs-Hoffman 2000). Mehr als 200.000 US-Amerikaner haben bis heute im Friedenscorps gedient (Peace Corps 2012).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die theoretische Problematik von Perspektive und Repräsentation im Rahmen internationaler Freiwilligendienste und definiert die Forschungsfrage bezüglich des "weltwärts"-Programms.

2 Forschungsstand der interkulturellen Kompetenzwissenschaft: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über ethnologische Perspektiven, Identitätskonzepte, Stereotypisierung, Kulturbegriffe sowie diverse Modelle und Entwicklungsprozesse interkultureller Kompetenz.

3 Methoden zur Erfassung interkultureller Kompetenz: Hier werden gängige Messverfahren wie Fragebogen- und Attributionstests vorgestellt, mit besonderem Fokus auf das IDI-Verfahren und die Critical-Incident-Methode.

4. Theorieteil: Dieser Abschnitt verknüpft die theoretischen Grundlagen mit der spezifischen Fragestellung der Arbeit und leitet zur methodischen Herangehensweise über.

5. Methodisches Vorgehen: Das Kapitel beschreibt das Sampling der Experteninterviews, die Erstellung und Auswahl der Fragebögen sowie die methodische Strategie zur Operationalisierung der kognitiven, affektiven und konativen Dimensionen.

6 Analyse: Das Kernkapitel präsentiert die Auswertung der empirischen Daten, unterteilt in Stichprobenbeschreibung, univariate Analysen der Dimensionen interkulturellen Lernens, bivariate Zusammenhänge sowie Expertenmeinungen.

7 Fazit: Das Fazit fasst die positiven Ergebnisse der Untersuchung zusammen und gibt Empfehlungen für eine methodische Erweiterung sowie strukturelle Anpassungen des Freiwilligendienstes.

Schlüsselwörter

weltwärts, interkulturelle Kompetenz, Freiwilligendienst, interkulturelles Lernen, Persönlichkeitsentwicklung, interkulturelle Sensibilität, Critical Incidents, Kulturaustausch, Entwicklungszusammenarbeit, Identität, Vorurteile, Stereotypen, Fragebogenverfahren, ethnorelatives Mindset, Bildungsarbeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen internationaler Freiwilligendienste – speziell des "weltwärts"-Programms – auf die Entwicklung der interkulturellen Kompetenz der teilnehmenden Freiwilligen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse interkultureller Lernprozesse, der Auseinandersetzung mit eigenen Vorurteilen und Identität sowie der Evaluierung, ob ein Auslandsaufenthalt tatsächlich die Fähigkeit zur interkulturellen Interaktion stärkt.

Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, ob die Teilnahme am "weltwärts"-Freiwilligendienst eine nachweisbare Zunahme interkultureller Kompetenz bei ehemaligen Freiwilligen bewirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt methodische Triangulation: eine Kombination aus schriftlichen, webbasierten Fragebögen (mit Selbsteinschätzung und Critical Incidents) sowie Experteninterviews mit Vertretern von Entsendeorganisationen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Theoriebildung zu interkulturellen Modellen, die methodische Erläuterung der Datenerhebung sowie eine detaillierte Analyse der Ergebnisse anhand der kognitiven, affektiven und konativen Dimensionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind weltwärts, interkulturelle Kompetenz, interkulturelles Lernen, Critical Incidents sowie verschiedene Entwicklungsmodelle wie das IDC/DMIS.

Wie bewerten die Experten in den Interviews das Programm?

Die Experten betonen das große Potenzial des Programms, weisen aber kritisch darauf hin, dass der Erwerb interkultureller Kompetenz kein automatischer Prozess ist, sondern maßgeblich von der individuellen Persönlichkeit und einer guten pädagogischen Begleitung abhängt.

Welche Rolle spielen "Vorurteile" in dieser Studie?

Vorurteile werden als zentraler Bestandteil der affektiven Dimension analysiert. Die Studie zeigt, wie Freiwillige während ihres Dienstes mit solchen Denkmustern konfrontiert werden und welche Lernprozesse (z.B. vom Ethnozentrismus hin zu ethnorelativem Verständnis) sich daraus entwickeln können.

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Details

Titel
Weltoffen dank "weltwärts"? Zum Erwerb interkultureller Kompetenz am Beispiel des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Ethnologie)
Note
2,1
Autor
Nastaran Moghaddami-Talemi (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
94
Katalognummer
V266026
ISBN (eBook)
9783656557623
ISBN (Buch)
9783656557616
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Freiwilligendienste Interkulturelle Sensibilität Interkulturelles Lernen Interkulturelle Kompetenz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nastaran Moghaddami-Talemi (Autor:in), 2012, Weltoffen dank "weltwärts"? Zum Erwerb interkultureller Kompetenz am Beispiel des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266026
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Leseprobe aus  94  Seiten
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