Die Finanz- und Bankenkrise ab dem Jahr 2007 veranlasste Kommentatoren dazu von der „schlimmsten Krise seit dem schwarzen Freitag von 1929“ zu sprechen, oder davon dass die „Welt, so wie wir sie kennen, nicht mehr dieselbe sein wird .“ In der Arbeit wurde der Frage nachgegangen, wie es zu dieser weltweiten Krise kommen konnte. Dazu werden zunächst die gängigsten Erklärungsversuche für die Finanzkrise dargestellt. Daran anschließend wird der Frage nachgegangen, welche Rolle das europäische Finanzsystem im Zusammenhang mit der Staatsschuldenkrise gespielt hat. Zum Abschluss wird noch geklärt, inwieweit diese Krise vorhersehbar war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erklärungsversuche zur Finanzkrise
2.1. „Die USA sind an allem Schuld“
2.2. Finanzinnovationen und Systemdynamik
2.3. Deregulierung
2.4. Makroökonomische Ungleichgewichte
3. Die Staatsschuldenkrise als Krise des europäischen Finanzsystems
4. Vorhersehbarkeit der Finanzkrise
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Hintergründe der Finanz- und Staatsschuldenkrise, mit dem Ziel aufzuzeigen, dass die europäische Staatsschuldenkrise primär eine Folge des fragilen Finanzsystems und dessen systemischer Fehlentwicklungen ist, anstatt lediglich auf Budgetdefizite der einzelnen Staaten zurückzuführen.
- Erklärungsmodelle zur Entstehung der globalen Finanzkrise
- Die Rolle von Finanzinnovationen und unregulierten Märkten
- Makroökonomische Ungleichgewichte als Krisentreiber
- Ursachenanalyse der europäischen Staatsschuldenkrise
- Kritische Bewertung politischer Lösungsansätze
Auszug aus dem Buch
Die Staatsschuldenkrise als Krise des europäischen Finanzsystems
In diesem Abschnitt soll dargestellt werden, dass die Krise keine alleinige Ursache hat. Die oben genannten Ursachen wie Finanzmarktinnovationen, Deregulierung, Globalisierung, makroökonomische Ungleichgewichte, lockere Geldpolitik der USA usw. trafen zusammen mit Fehlentwicklungen im europäischen Finanzsystem. All dies führte dazu, dass sich eine weltweite Krise manifestieren konnte. Ursprung bilden weiterhin die „Subprime-Kredite“ allerdings lagen die Voraussetzungen für eine Weltwirtschaftskrise im europäischen Finanzsektor.
Die Krise in Europa ist also keine Krise des Euros, der Budgetdefizite, überhöhter Staatsschulden oder der Währungsunion als Ganzes. Vielmehr weist sie mehrere Charakteristika auf: Interkontinentale und innereuropäische Kapitalströme vervielfachten sich in den Jahren vor der Krise. Dabei handelte es sich um „Banking Glut“, also um eine Bankenschwemme. Das heißt, dass aufgrund der niedrigen Zinsen viel Geld aufgenommen werden konnte welches nun irgendwo veranlagt werden musste.
Kreditvolumen stieg doppelt so stark wie das BIP (Privatverschuldung). Spekulative Blasen in USA, Irland, Spanien. Akteure auf den Finanzmärkten, Volkswirte, Ökonomen usw. waren vom Ausmaß und der Tiefe des Einbruchs überrascht und geschockt. Führte zu einer Vertrauenskrise. Struktur- und Leistungsbilanzprobleme in der europäischen Peripherie (GIPSI-Staaten). Globalisierung schaffte unübersichtliche Finanzierungsnetzwerke was zu Bankeninsolvenzen geführt hätte, wären die Staaten nicht eingesprungen. Das Instrument der Abwertung fehlte in der Währungsunion und man verzichtete auf Hilfe bei Finanzierungsproblemen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Finanz- und Bankenkrise ab 2007 ein und skizziert die methodische Vorgehensweise bei der Untersuchung der Ursachen und der Rolle des europäischen Finanzsystems.
2. Erklärungsversuche zur Finanzkrise: Dieses Kapitel liefert eine Auswahl an Ursachen für die Krise, darunter die Rolle der USA, Finanzinnovationen, Deregulierung sowie makroökonomische Ungleichgewichte.
3. Die Staatsschuldenkrise als Krise des europäischen Finanzsystems: Der Abschnitt verdeutlicht, dass die Staatsschuldenkrise eine direkte Folge systemischer Fehlentwicklungen im Finanzsektor ist und nicht auf die Währungsunion allein reduziert werden kann.
4. Vorhersehbarkeit der Finanzkrise: Das abschließende Kapitel analysiert, inwieweit Krisenanzeichen zwar erkennbar waren, das fatale Zusammenspiel der Faktoren jedoch von der Fachwelt nicht antizipiert wurde.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Staatsschuldenkrise, Subprime-Kredite, Finanzinnovationen, Deregulierung, Bankensystem, Leistungsbilanzdefizite, GIPSI-Staaten, Risikomodelle, Spekulationsblasen, Globalisierung, Eurozone, Austerität, Marktversagen, Finanzmarktinstitutionen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Ursachen der Finanzkrise und zeigt auf, dass die Staatsschuldenkrise als Symptom einer tiefgreifenden Krise des europäischen Finanzsystems zu verstehen ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen die globale Finanzmarktdynamik, die Rolle von Finanzinnovationen, makroökonomische Ungleichgewichte und die politische Reaktion auf die Krise.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie es zu der weltweiten Krise kommen konnte und welche spezifische Rolle das europäische Finanzsystem bei der Entstehung der Staatsschuldenkrise gespielt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Verfasser nutzt eine Literaturanalyse, um gängige Erklärungsversuche zu synthetisieren und die Krisenentwicklung kritisch zu hinterfragen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung verschiedener Krisenursachen sowie eine detaillierte Analyse der europäischen Verflechtungen und systemischer Probleme.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Finanzmarktinnovationen, systemisches Marktversagen, GIPSI-Staaten und Austeritätspolitik geprägt.
Warum betont der Autor die „Banking Glut“?
Der Begriff beschreibt eine Bankenschwemme, bei der durch extrem niedrige Zinsen vor der Krise enorme Geldmengen in den Umlauf gelangten, die riskant angelegt werden mussten.
Was kritisiert der Autor an den politischen Gegenmaßnahmen?
Kritisiert wird, dass sich die Politik zu stark auf den Abbau von Budgetdefiziten konzentrierte, anstatt die strukturellen Probleme und die mangelnde Regulierung des Finanzsektors anzugehen.
- Arbeit zitieren
- Patrick Kogler (Autor:in), 2013, Staatsschuldenkrise als Krise des europäischen Finanzsystems, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266160