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Andrej Tarkowskijs Bedeutung für die Entwicklung des sowjetischen Science Fiction-Films

Fremde Planeten und die Zone

Titel: Andrej Tarkowskijs Bedeutung für die Entwicklung des sowjetischen Science Fiction-Films

Hausarbeit , 2013 , 16 Seiten , Note: 2,7

Autor:in: Polina Polovnikova (Autor:in)

Filmwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Filmkultur der Sowjetunion hat eine lange Geschichte voller politischer Unterdrückung und Repressionen vorzuweisen. Die Spezifik der sowjetischen Filmproduktion besteht in seiner ideologisch-propagandistischen Funktion. Von Lenin über Stalin bis hin zum Tauwetter und Perestrojka haben die politischen Ereignisse die Entwicklung des sowjetischen Films maßgebend geprägt. Aus diesem Grund beleuchtet diese Arbeit zunächst die für die Filmkunst relevanten politischen Rahmenbedingungen der von 1917 bis 1991 bestehenden UdSSR.
Den zentralen Aspekt dieser Arbeit bildet die geschichtliche Entwicklung des sowjetischen Science Fiction-Films. Die von Karl Marx formulierte Aussage, Religion sei das Opium des Volkes, die zu einer der zentralen Parolen sowjetischer Kulturpolitik wurde, führte dazu, dass alles Mystische und Übernatürliche in der Kunst unterdrückt und verboten worden ist. Science-Fiction ist das einzige der phantastischen Genres, das es geschafft hat, sich in der Sowjetunion durchzusetzen und musste damit das gesamte Bedürfnis des Publikums nach Phantastik befriedigen.
Eine besondere Bedeutung wird dem Regisseur Andrej Tarkowskij und seinen weltbekannten Meisterwerken Stalker1 (1979) und Solaris2 (1972) zugewiesen, die den sowjetischen Film auch außerhalb der ehemaligen Sowjetunion vertreten. Tarkowskij repräsentiert den sowjetischen Autorenfilm und die jungen Regisseure der Tauwetterperiode. Seine Besinnung auf Ästhetik und ständige Suche nach Innovationen standen im Wiederspruch zum sozialistischen Prinzip der Massentauglichkeit, weshalb sein Leben einen besonders tragischen Lauf nahm. Tarkowskij hatte nicht den Anspruch, die übernatürlichen Gegebenheiten in seinen Filmen zu erklären. Seine Filme lösen sich daher vom typischen Verständnis der sowjetischen Sci-Fi, der es nur deswegen geschafft hatte sich durchzusetzen, da er auf einer wissenschaftlich fundiert, also erklärbaren Perspektive aufbaute.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Geschichtliche Randbedingungen

3. Science Fiction als Genre

4.Geschichtliche Entwicklung

5. Andrej Tarkowskij

6.Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung des sowjetischen Science-Fiction-Films vor dem Hintergrund der politischen Rahmenbedingungen in der UdSSR. Dabei wird insbesondere die Rolle des Regisseurs Andrej Tarkowskij analysiert, dessen Schaffen die Gattung maßgeblich prägte und eine Abkehr von rein wissenschaftlich-technischen Zukunftsvisionen hin zu philosophisch-ethischen Fragestellungen darstellt.

  • Politische Rahmenbedingungen und staatliche Zensur in der UdSSR
  • Definition und Entwicklung des Genres Science Fiction
  • Die Besonderheit des sowjetischen Science-Fiction-Kinos
  • Andrej Tarkowskijs künstlerische Vision in Filmen wie Solaris und Stalker
  • Kultureller Kontext und filmisches Erbe des russischen Kinos

Auszug aus dem Buch

Andrej Tarkowskij

Seine filmische Karriere begann Tarkowskij in jener Zeit, in der Hoffnungen eines antistalinistischen «Tauwetters» immer noch zu spüren waren und die Künste zur experimenteller Suche und bewußter Individualität ermutigten. Gleichzeitug war es aber die Zeit, in der diese Hoffnungen langsam zurückgingen und von einer dogmatischen Bürokraten-Arroganz nach und nach verdrängt wurden. Für Tarkowskij und andere von der Aufbruchsstimmung geprägten Künstler bedeutete dies zahlreiche Auseinandersetzungen mit Kultur- und Filmverwaltern. Wie bereits erwähnt fand in dieser Zeit eine künstlerisch-kulturelle Stagnation statt. Kreatives Arbeiten und Originalität wurden zunehmend gehindert. So wurde beispielsweise Tarkowskijs Film Andrej Rubljov (1969) über sechs Jahre lang aufs Eis gelegt. In der dogmatischen Verdrehung eines Leninsatzes über die Massenwirksamkeit des Kinos, wurde eine Massenkultur an trivial schematischen Filmen gefördert. Die damit einhergehende «Allgemeinverständlichkeit» wurde zu einer Norm, die sich mit den Arbeiten von Tarkowskij nicht verbinden ließ. Ihm wurde ein «Ideo-ästhetische[r] Eigensinn, der kompromißlos nach Wegen jenseits tradierter, gängiger Normen und Erwartungen suchte» zugesprochen, der sich in jahrelangen Auseinanderseitzungen mit der Parteiführung zeigte.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die politische Geschichte der Sowjetunion als Rahmenbedingung für die Filmkunst und führt die Bedeutung von Science-Fiction als Genre sowie die Sonderstellung Tarkowskijs ein.

2. Geschichtliche Randbedingungen: Es wird erläutert, wie ideologische Vorgaben wie der sozialistische Realismus und die Parteikontrolle durch Goskino die filmische Kreativität in der UdSSR über Jahrzehnte hinweg bestimmten.

3. Science Fiction als Genre: Das Kapitel definiert Science-Fiction im sowjetischen Kontext und identifiziert die zentralen Themenbereiche wie Kosmos, Robotertechnik und moralisch-ethische Entdeckungen.

4.Geschichtliche Entwicklung: Hier wird der chronologische Werdegang des Genres nachgezeichnet, von frühen Werken über die staatliche "Produktion der wenigen Filme" bis hin zu den Veränderungen während des Tauwetters.

5. Andrej Tarkowskij: Dieses Kapitel beleuchtet das Leben und Werk des Regisseurs, seine Konflikte mit der Zensur und seine spezifische Philosophie, die den Science-Fiction-Film als Mittel der spirituellen und moralischen Suche verstand.

6.Schluss: Das Fazit fasst den Rückgang der russischen Filmkultur nach dem Zerfall der Sowjetunion zusammen und würdigt Tarkowskij als bedeutendsten Vertreter des sowjetischen Kinos.

Schlüsselwörter

Sowjetunion, Science-Fiction, Andrej Tarkowskij, Solaris, Stalker, Sozialistischer Realismus, Filmgeschichte, Zensur, Ideologie, Weltall, Moral, Ethik, Filmkunst, UdSSR, Tauwetter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Besonderheiten des sowjetischen Science-Fiction-Films sowie den Einfluss politischer Repressionen und ideologischer Vorgaben auf die Filmschaffenden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Rolle des Staates bei der Filmproduktion, die Abgrenzung von Science-Fiction zu anderen phantastischen Genres und die philosophische Vertiefung durch bedeutende Regisseure.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das sowjetische Genre von einer rein technokratischen Zukunftsvision zu einer Ebene entwickelte, die menschliche Erinnerung und moralische Fragen in den Fokus rückte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine filmwissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte mit einer inhaltlichen Untersuchung von Schlüsselfilmen verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der geschichtlichen Bedingungen, die Genre-Definition, die historische Entwicklung der sowjetischen Science-Fiction und eine detaillierte Analyse von Andrej Tarkowskijs Wirken.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Analyse am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich geprägt durch die Begriffe sowjetischer Film, Science-Fiction, Zensur, ideologische Kontrolle und der Regie-Stil von Andrej Tarkowskij.

Wie unterscheidet sich Tarkowskijs Science-Fiction vom sowjetischen Standard?

Tarkowskij verdrängte wissenschaftlich-technische Beschreibungen zugunsten moralisch-ethischer Reflexionen, wodurch seine Filme den Fokus auf die menschliche Seele und Erinnerung legten, statt rein technologischen Fortschritt zu preisen.

Welche Rolle spielte die "Konfliktkommission" im Jahr 1986?

Sie wurde etabliert, um die Rechte von Filmschaffenden gegen die bürokratische Willkür der Ministerien zu schützen und trug dazu bei, zuvor verbotene Filme wieder zugänglich zu machen.

Warum wird die Zone in Tarkowskijs Stalker als zentrales Element genannt?

Die Zone fungiert als mysteriöser Ort, der außerhalb physikalischer Gesetze steht und als Spiegel für die Selbsterkenntnis und den Glauben der Protagonisten dient.

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Details

Titel
Andrej Tarkowskijs Bedeutung für die Entwicklung des sowjetischen Science Fiction-Films
Untertitel
Fremde Planeten und die Zone
Hochschule
Freie Universität Berlin
Veranstaltung
Filmgeschichte
Note
2,7
Autor
Polina Polovnikova (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
16
Katalognummer
V266300
ISBN (eBook)
9783656565468
ISBN (Buch)
9783656565550
Sprache
Deutsch
Schlagworte
andrej tarkowskijs bedeutung entwicklung science fiction-films fremde planeten zone
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Polina Polovnikova (Autor:in), 2013, Andrej Tarkowskijs Bedeutung für die Entwicklung des sowjetischen Science Fiction-Films, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266300
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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