Corporate Social Responsibilty in China: Beeinflussung durch Staatskapitalismus und Konfuzianismus?


Hausarbeit, 2013
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Theoretisch-konzeptionelle Analyse der CSR Tätigkeit
2.1 CSR im internationalen Umfeld
2.2 Institutionelle Perspektive
2.2.1 National Business System Ansatz
2.2.2 National Business System China
2.2.2.1 Background Social Institutions
2.2.2.2 Proximate Social Institutions
2.2.2.3 Zwischenfazit
2.3 Methodik der Website Analyse

3 Unternehmensanalyse China National Petroleum Corporation (CNPC)
3.1 Unternehmensprofil
3.2 Prozesse, Motivation und Stakeholder

4 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Matten/Moon beschreiben Corporate Social Responsibilitiy mit den Worten: "CSR is an umbrella term overlapping with some, and being synonymous with other, conceptions of business-society relations"[1] und lassen somit die Vielschichtigkeit des Begriffs erahnen. Die vorliegende Arbeit wird sich in Folgendem differenzierter mit CSR Praktiken in der Volksrepublik China auseinandersetzen, wobei die Frage im Fokus steht, inwiefern Staatskapitalismus und Konfuzianismus CSR Praktiken in China beeinflussen. Der erste Abschnitt stellt durch eine theoretisch-konzeptionelle Betrachtung der CSR-Tätigkeit eine Umfeldanalyse dar. Hierbei wird im Rahmen einer allgemeinen Annäherung an die Thematik der Begriff CSR mit Hinblick auf seinem internationalen Kontext näher betrachtet. Daraufhin folgt eine Beschreibung des National Business System, das sich auf kulturell-kognitiver Ebene in Background Social Institutions und auf normativ-regulativer Ebene in Proximate Social Institutions gliedert. Im darauffolgenden Abschnitt werden diese theoretischen Konstrukte auf China übertragen, wobei im Kontext der Background Social Institutions der Einfluss des Konfuzianismus auf die Implementierung von CSR im Fokus steht. Komplementär hierzu wird im Rahmen der Proximate Social Institutions die Rolle des chinesischen Staates differenzierter analysiert. Eine kurze Ausführung über die Methodik der Website Analyse beschließt die theoretisch-konzeptionelle Betrachtung und leitet in die Unternehmensanalyse über. In deren Zentrum stehen Prozesse, Stakeholder sowie Motivationen der staatseigenen China National Petroleum Corporation, wobei auch hier wiederum auf die Frage eingegangen wird, inwiefern Staatskapitalismus und Konfuzianismus CSR Praktiken beeinflussen.

2 Theoretisch-konzeptionelle Analyse der CSR Tätigkeit

2.1 CSR im internationalen Umfeld

CSR wurde in den letzten Jahren, vor allem im internationalen Rahmen, vermehrt Gegenstand empirischer Untersuchungen, sowie deskriptiver und normativer Veröffentlichungen. Trotz zahlreicher Forschungen, muss als axiomatisch angesehen werden, dass eine detaillierte global-gültige Definition aufgrund historischer, kultureller und sozio-ökonomischer Unterschiede kaum möglich ist. Aguilera beschreibt CSR als "context-specific organizational actions and policies that take into account stakeholders´ expectations and the triple bottom line of economic, social and environmental performance"[2]. Der Begriff kontext-spezifisch verdeutlicht in diesem Zusammenhang die hohe Heterogenität von CSR-Konzeptionen, die kulturspezifischen Ausprägungen beinhalten. Länderbezogene CSR-Analysen müssen daher grundsätzlich in Bezug auf die jeweiligen institutionellen Rahmenbedingen untersucht werden. Analysen der 37 am häufigsten verwendeten Definitionen verzeichnen eine Akkumulation von fünf grundlegenden Thematiken: Stakeholder, sowie soziale, ökonomische, freiwillige und umweltbezogene Dimensionen[3]. Der Begriff CSR lässt sich durch die Trennung in seine einzelnen Komponenten näher analysieren. 'Corporate' beschreibt grundsätzlich alle Arten von Unternehmen, wobei allerdings multinational agierende Unternehmen vermehrt im Fokus wissenschaftlicher Publikationen stehen. 'Social' bezeichnet im weiteren Sinne soziale Verantwortung, die auch ökologische und gesellschaftliche Verantwortung beinhalten kann. Die Heterogenität des CSR-Verständnisses spiegelt sich auch in der Transkription des Begriffs 'social' wieder, der im skandinavischen Raum als 'societal' übersetzt wird, was dezidiert den gesellschaftlichen Charakter des Begriffs hervorhebt. Die Interpretation des englischen Begriffs fokussiert somit ein höheres makro-ökonomisches Level als das ursprüngliche angel-sächsische Model des Good Governance und betont somit die polyvalenten Ebenen, auf deren Grundlagen Corporate Citizenship[4] interpretiert werden kann[5]. In diesem Zusammenhang kann Bezug genommen werden auf die so genannte Triple Bottom Line of Sustainable Development, wobei sich 'Sustainability' "demnach an einem nachhaltigen, langfristigen und gesellschaftlich verantwortlichen Wirtschaften im ökonomischen, sozialen, und ökologischen Bereich" orientiert[6]. 'Responsibility' stellt ein Spannungsfeld zwischen den reziproken Ansätzen des Shareholder Values und der Stakeholder-Theorie dar, wobei die grundlegende Frage nach der Aufgabe der Unternehmen innerhalb einer Gesellschaft reflektiert wird. Friedmann argumentiert im Rahmen des Shareholder Values, dass Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bereits durch die Generierung von Gewinnen und die Bereitstellung von Gütern, Dienstleistungen, sowie Arbeitsplätzen Rechnung tragen und betont im liberal-kapitalistische Ansatz, dass 'social well-being' in den Verantwortungsbereich der Regierung fallen würde[7]. Konträr dazu fokussiert die Stakeholder-Theorie, die maßgeblich von Edward Freeman entwickelt wurde, den Einfluss externer und interner Einzelpersonen, Gruppen oder Organisationen, die Unternehmenstätigkeiten beeinflussen oder von ihnen beeinflusst werden[8]. Stakeholder können auf Unternehmen Druck ausüben und unternehmerisches Engagement in CSR-bezogenen Thematiken fordern. Sowohl der Ansatz des Shareholder Values, als auch die Stakeholder-Theorie fließen mit zahlreichen weiteren Aspekten von CSR-Analysen in die Systematisierung nach Carroll ein, welche die gesellschaftliche Forderung nach ökonomische Verantwortung und Gesetzestreue, sowie die Erwartung ethischer Verantwortung wiederspiegelt. Darüber hinaus wünscht sich die Gesellschaft eine philanthropische Verantwortung seitens der Unternehmen[9]. Es lässt sich kurz zusammenfassen, dass CSR im Allgemeinen ein ethisches Konzept beschreibt, dessen Ausprägungen und Entwicklungen von historischen, kulturellen, politischen und sozio-ökonomischen Einflüssen bestimmt werden. Eine allgemeingültige, globale Definition von CSR ist nicht möglich, da unternehmerische Verantwortung durch kulturspezifische Charakteristika und die jeweiligen Gesellschaften definiert wird.

2.2 Institutionelle Perspektive

2.2.1 National Business System Ansatz

Wie bereits angeführt werden CSR-Tätigkeiten durch länder-, bzw. institutionsspezifische Merkmale determiniert, die aus normativen, kulturell-kognitiven, sowie regulativen Elementen bestehen[10]. Good Citizenship gliedert sich in zwei Hauptkategorien. Während die background social institutions auf kulturell-kognitiver Ebene CSR-Konzepte begründen, beschreiben proximate social institutions soziale Grundlagen, die von normativen und regulativen Umständen geprägt werden. Dies schließt beispielsweiße die Ausprägung des Sozialstaats und den Zustand des Finanz- und Sozialsystems mit ein. In diesen Zusammenhang ist auch der Business-System-Ansatz anzusiedeln, "der in besonderer Weise betont, dass nationale institutionelle Rahmenbedingungen die Ausgestaltung von Organisationen und Managementpraktiken beeinflussen"[11]. Whitley, der Begründer des Business-System-Ansatzes, entwickelte die Theorie, dass sich Business Systems durch die Form und das Ausmaß der organisationalen Integration wirtschaftlicher Tätigkeiten definieren. Darüber hinaus werden sie durch die Beziehungen ihrer sozialen Akteure, wie Anbieter und Nachfrager, geprägt[12]. Auf Basis dieser Schlüsselmerkmale lassen sich weitere Typologien diversifizieren, die in Gestalt der 'ownership coordination' Beziehungen zwischen Besitzern und Managern von Unternehmen charakterisieren. Im Bereich der 'non-ownership coordination' werden "Beziehungen zwischen den Mitgliedern einer Wertschöpfungskette, Beziehungen zwischen Wettbewerbern und Beziehungen zwischen Unternehmungen in unterschiedlichen Branchen"[13] detaillierter analysiert. Die dritte Typologie befasst sich mit 'employment relations', bzw. Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Staatliches Handeln stellt durch seinen normativen und regulativen Charakter einen national-institutionellen Rahmen für Business Systems dar und bedingt somit auf der Makroebene die Bildung von National Business Systems. Der Staat agiert in besonderer Weise als Politik-, Finanz-, Ausbildungs-, und Arbeitssystem und strukturiert durch diese Institutionen Business Systems[14]. Da CSR-Praktiken durch das jeweilige Business System determiniert werden, erfordert ein supranationaler Vergleich von Good Corporate Governance die Analyse des institutionellen Umfelds. Charakteristika der National Business Systems wirken sich auch auf die Form von CSR-Aktivitäten aus. Während innerhalb einer liberal-kapitalistischen Marktwirtschaft Corporate Citizenship explizit propagiert wird, gestaltet sich CSR in sozialen Marktwirtschaften, in denen National Business Systems einen höheren Grad der Institutionalisierung aufweisen, eher implizit[15]. Obgleich Schwellenländer bislang wenig erforscht sind, zeichnen sich Tendenzen expliziter CSR ab. Yin/Zhang erörtern in Referenz auf Matten/Moon: "The authors observe a rising trend of explicit CSR in developing and transitional economies, characterized by greater discretionary social programs, social strategies and private-public partnerships, which they justify on the grounds of isomorphic pressure from worldwide trade networks, the interconnection of nation states in international organizations and non-governmental organizations"[16]. National Business Systems beschreiben somit, auf der Makroebene, einen institutionellen Rahmen, in den auf der Mesoebene Business Systems eingefasst sind. Diese setzen sich nach Matten/Moon aus dem national-institutionellen Umfeld, der Organisation der Marktprozesse, dem Koordination- und Kontrollsystem, sowie der Natur des Unternehmens zusammen und determinieren somit die Art und Weise von CSR-Tätigkeit[17].

[...]


[1] (Matten & Moon, 2008)

[2] (Aguinis & Glavas, 2012)

[3] vgl. (Moon & Shen, 2010)

[4] Die Begriffe Corporate Citizenship, Good Corporate Governance, CSP, CSR werden im Folgenden synonym verwendet

[5] vgl. (Argandona & Weltzien Hoivik, 2009)

[6] (Hiß, 2005)

[7] vgl. (Hiß, 2005) in Bezug auf (Friedmann, 1970)

[8] vgl. (Hiß, 2005)

[9] vgl. (Hiß, 2005)

[10] vgl. (Aguinis & Glavas, 2012)

[11] (Wagenbach & Meyer, 2008)

[12] vgl. (Wagenbach & Meyer, 2008)

[13] (Wagenbach & Meyer, 2008)

[14] vgl. (Matten & Moon, 2008)

[15] vgl. (Matten & Moon, 2008)

[16] (Yin & Zhang, 2012) in Bezug auf (Matten & Moon, 2008)

[17] vgl. (Matten & Moon, 2008)

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Corporate Social Responsibilty in China: Beeinflussung durch Staatskapitalismus und Konfuzianismus?
Hochschule
Universität Passau  (Lehrstuhl für interkulturelle Kommunikation)
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
19
Katalognummer
V266322
ISBN (eBook)
9783656565659
ISBN (Buch)
9783656565666
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
corporate, social, responsibilty, china, beeinflussung, staatskapitalismus, konfuzianismus
Arbeit zitieren
Klara Stocklassa (Autor), 2013, Corporate Social Responsibilty in China: Beeinflussung durch Staatskapitalismus und Konfuzianismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266322

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