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Die Frau im Nationalsozialismus und das Studium der Zeitungskunde/ Zeitungswissenschaft

Eine Studie zu den Absolventinnen von Leipzig anhand der Promotionsakten

Title: Die Frau im Nationalsozialismus und das Studium der Zeitungskunde/ Zeitungswissenschaft

Diploma Thesis , 1995 , 121 Pages , Grade: 2,4

Autor:in: Katrin Jacob (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Summary Excerpt Details

Aus der Einleitung:
(...)
Anfang der 80er Jahre rückte in der feministischen und historischen Frauenforschung die Thematik der Frau im Nationalsozialismus in den Vordergrund. Ausgehend von den Quellenstudien Annette Kuhns und Valentine Rothes wurden Frauen zuerst einseitig als Opfer eines patriarchalen, extrem frauen- und menschenfeindlichen Männerregimes betrachtet. Oder die Rolle der Frau in der Widerstandsbewegung untersucht.
Ende der 80er Jahre zerbricht Angelika Ebbinghaus mit ihren Ergebnissen über der aktiven Rolle der Frauen NS-Biopolitik dieses Korsett. „Wenn Frauen reaktionäre Ziele verfolgten, sind wir es gewohnt, stets das männliche Geschlecht und dessen Motive dafür verantwortlich zu machen. Eine engagierte Frauenforschung sollte der Frage nachgehen, warum Frauen, die sich den Idealen der ersten Frauenbewegung verpflichtet fühlten, sich so bruchlos in die sexistische und rassistische Fürsorgepolitik des Nationalsozialismus einfügten, ohne nennenswerten Widerstand zu leisten.”
Bis Ende der 80er Jahre entschuldigte die bundesdeutsche Frauenforschung „zumindest partiell” die Beteiligung von Frauen am Nationalsozialismus.
(...)
Während meiner ersten Recherchen stellte sich heraus, das sich die Zahl der Absolventinnen am damaligen Institut für Zeitungswissenschaft kontinuierlich erhöhte. Eine erste Überraschung für mich. Ich hatte nach der ersten Literatursichtung angenommen, eine rückläufige Tendenz zu finden.
Dann stieß ich auf die Anfang der 60er Jahre von Ralf Dahrendorf entwickelte These von der „Modernisierung wider Willen”.
(...)
Ich werde zeigen, dass die Absolventinnen des Instituts für Zeitungskunde keine Opfer waren. Sie waren vielmehr Mitläuferinnen und Täterinnen, in Form „geistiger Brandstifterinnen”. Sie haben sich zu Schriftleiterinnen ausbilden lassen, in diesem Beruf gearbeitet und die nationalsozialistische Ideologie mit verbreitet. Auch während des Studium haben sie aktiv das nationalsozialistische System unterstützt. Selbst wenn sie nur Mitläuferinnen waren, so standen sie der nationalsozialistischen Ideologie nahe und arrangierten sich mit dem System.
Meine Diplomarbeit soll andere Studentinnen und Interessenten auch über einen Lebensabschnitt von Frauen informieren und zeigen, wie Männer versucht haben, Frauen in die von ihnen gebauten Schranken zu verweisen.
(...)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das ideologische Frauenbild im Nationalsozialismus

2.1 Die Entwicklung der Ideologie und die Herleitung des Wesens und der Aufgaben der Frau

2.2 Die „NS-Biopolitik” und der Mutterkult

2.3 Die Erwerbstätigkeit von Frauen

2.4 Frauen im Journalismus

2.4.1 Die Entwicklung der Stellung des Schriftleiterberufs

2.4.2 Der Beruf der Schriftleiterin

2.4.3 „NS Frauen-Warte” – Schriftleiterinnen im Dienst des „Mutterkultes”

3 Das Frauenstudium an deutschen Universitäten von 1933-1945

3.1 Zur Situation an den deutschen Universitäten vor und nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten

3.2 Das Frauenstudium an den deutschen Universitäten dieser Zeit

3.3 Die Situation an der Universität Leipzig

4 Biographische Analyse

4.1 Methoden und Kriterien der Auswertung

4.2 Die Ergebnisse

5 Sprachlich-qualitative Analyse der Dissertationsthemen und der ausgewählten Dissertationen

5.1 Vergleich der Themenwahl

5.1.1 Methoden und Kriterien

5.1.2 Die Ergebnisse

5.2 Vergleich der Dissertationen

5.2.1 Methoden und Kriterien

5.2.2 Die Ergebnisse

5.2.2.1 Jahrgang 1935/36

5.2.2.2 Jahrgang 1940/41

5.2.2.3 Jahrgang 1944/45

6 Auswertung und Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Frauen im Nationalsozialismus am Beispiel der Absolventinnen des Instituts für Zeitungswissenschaft der Universität Leipzig im Zeitraum von 1933 bis 1945. Ziel ist es, die biographischen Daten, die Wahl der Dissertationsthemen sowie die sprachliche Argumentationsstruktur der Absolventinnen zu analysieren, um der Frage nachzugehen, ob diese Frauen lediglich passive Opfer oder aktive Mitläuferinnen und „geistige Brandstifterinnen“ des NS-Regimes waren.

  • Analyse des nationalsozialistischen Frauenbildes und der Ideologie
  • Untersuchung des Frauenstudiums an deutschen Universitäten unter den Bedingungen des NS-Staates
  • Biographische Analyse der Absolventinnen und deren Karrierewege im Journalismus
  • Sprachlich-qualitative Untersuchung der Dissertationen hinsichtlich nationalsozialistischer Propagandastrukturen

Auszug aus dem Buch

Die „NS-Biopolitik” und der Mutterkult

„Doch hat der völkische Staat eben nicht die Aufgabe, eine Kolonie friedsamer Ästheten und körperlicher Degeneraten aufzurichten. Nicht in ehrbaren Spießbürger oder tugendsamen alten Jungfern sieht er sein Menschheitsideal, sondern in der trotzigen Verkörperung männlicher Kraft und in Weibern, die wieder Männer zur Welt zu bringen vermögen.”44

Die Betonung des „Weiblichen” war ein konstitutives Element des nationalistischen Herrschaftssystems. Ein System, das auch in Hinblick auf die „NS-Biopolitik” und den Mutterkult auf Gewaltherrschaft beruhte. Einer Gewaltherrschaft, die nur zwischen lebenswertem, rein arischem Leben und lebensunwertem, nicht arischem Leben unterschied.

Gleichzeitig wurde durch gezielte Gesetzgebung in der Politik die Verfügung und die Kontrolle über den Körper der Frau erreicht.” Die Aufhebung aller Selbstbestimmungsrechte der Frau, die Prämisse für die nationalsozialistische biopolitische «Lösung der Frauenfrage» traf alle Frauen, wenn auch in sehr unterschiedlicher Weise.”45

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Autorin legt die Motivation für ihre Studie dar, die sich aus der Beschäftigung mit der Rolle der Frau im Nationalsozialismus und der spezifischen Situation am Leipziger Institut für Zeitungswissenschaft ergibt.

2 Das ideologische Frauenbild im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen des patriarchalen Frauenbildes, den „Mutterkult“ sowie die Rolle der Frau in der Arbeitswelt und im Journalismus unter der NS-Ideologie.

3 Das Frauenstudium an deutschen Universitäten von 1933-1945: Es wird die allgemeine universitäre Situation sowie die spezifische Lage in Leipzig beleuchtet, inklusive der Maßnahmen zur Lenkung und Einschränkung des Frauenstudiums.

4 Biographische Analyse: Anhand von Promotionsakten und Lebensläufen untersucht die Autorin die Herkunft und den Werdegang der Absolventinnen und Absolventen der Jahre 1933 bis 1945.

5 Sprachlich-qualitative Analyse der Dissertationsthemen und der ausgewählten Dissertationen: Hier erfolgt eine Untersuchung der Themenwahl und eine tiefgehende sprachliche Analyse ausgewählter Arbeiten auf ihre Argumentationsstruktur und nationalsozialistische Einflüsse.

6 Auswertung und Schlussfolgerungen: Die Autorin fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Absolventinnen keine passiven Opfer, sondern aktive Mitgestalterinnen waren, die sich an das System anpassten.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Frauenstudium, Zeitungswissenschaft, Universität Leipzig, Propaganda, Biopolitik, Mutterkult, Frauenrolle, Schriftleitergesetz, Dissertation, Dokumentenanalyse, NS-Frauenschaft, Antisemitismus, Frauenforschung, Ideologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht die Rolle und das Verhalten von Absolventinnen des Instituts für Zeitungswissenschaft der Universität Leipzig während des Nationalsozialismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die nationalsozialistische Frauenideologie, das Frauenstudium unter dem NS-Regime, die biographische Entwicklung der Studierenden und die Rolle der Frau im Journalismus jener Zeit.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob die Absolventinnen als passive Opfer oder als aktive Akteurinnen (Mitläuferinnen/Täterinnen) agierten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf der Methode der Dokumentenanalyse (Promotionsakten, Promotionsbücher) sowie einer sprachlich-qualitativen Analyse von Dissertationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die ideologische Herleitung des Frauenbildes, die universitäre Situation, eine biographische Auswertung der Studierenden sowie eine detaillierte sprachliche Untersuchung der eingereichten Dissertationsthemen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Nationalsozialismus, Frauenstudium, Zeitungswissenschaft, Propaganda, Biopolitik und Mitläufertum geprägt.

Warum war der Doktortitel für Frauen in der damaligen Zeit so wichtig?

In den untersuchten Briefwechseln wird deutlich, dass der Doktortitel als essenzielles Mittel galt, um auf dem Karriereweg voranzukommen und sich in einer männerdominierten Berufswelt zu behaupten.

Wie wirkten sich die Kriegsjahre auf die Zahl der Studentinnen aus?

Trotz restriktiver Maßnahmen kam es in den Kriegsjahren zu einem Anstieg der Studentinnenzahlen, unter anderem aus Angst vor der Zukunft und dem Wunsch nach einer abgesicherten Berufsausbildung.

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Details

Title
Die Frau im Nationalsozialismus und das Studium der Zeitungskunde/ Zeitungswissenschaft
Subtitle
Eine Studie zu den Absolventinnen von Leipzig anhand der Promotionsakten
College
University of Leipzig
Grade
2,4
Author
Katrin Jacob (Author)
Publication Year
1995
Pages
121
Catalog Number
V266343
ISBN (eBook)
9783656560456
ISBN (Book)
9783656560449
Language
German
Tags
frau nationalsozialismus studium zeitungskunde/ zeitungswissenschaft eine studie absolventinnen leipzig promotionsakten
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katrin Jacob (Author), 1995, Die Frau im Nationalsozialismus und das Studium der Zeitungskunde/ Zeitungswissenschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266343
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