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Ethnisch-nationalistischer Terrorismus in Europa - Ziele und Ergebnisse des Handelns der ETA

Title: Ethnisch-nationalistischer Terrorismus in Europa - Ziele und Ergebnisse des Handelns der ETA

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 24 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Juliane Hack (Author)

Sociology - Law and Delinquency
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[...] Was nun genau verbirgt sich hinter dem „Modewort“ Terrorismus? Ausgehend von dieser Fragestellung sollen in der folgenden Arbeit wesentliche Aspekte des wissenschaftlichen Forschungsstandes zum Thema „Terrorismus“ herausgegriffen
werden. So werden Definitionsvorschläge für die in den Medien ständig wiederkehrende Vokabel „Terrorismus“ dargeboten und spezielle Charakteristika terroristischen Handelns herausgearbeitet. Anschließend wird eine Typologisierung
einzelner Ausprägungen nach Waldmann vorgeschlagen. Nach dieser Differenzierung
in die Grundtypen „sozial- revolutionärer“, „ethnisch- nationalistischer“ und „religiöser“
Terrorismus soll ein Teilbereich, der ethnisch-nationalistische, anhand des baskischen
Falles der ETA genauer betrachtet werden. In einem ersten Schritt wird die baskische Region gemäß den Definitionen der ETAAnhänger,
sogenannter Etarras, und des spanischen Staates vorgestellt. Historische und
soziodemografische Besonderheiten können eine Erklärung für die gesteigerte Gewaltbereitschaft im Baskenland bieten. Durch den daran anschließenden geschichtlichen Überblick über die Entstehung der ETA aus dem Ekin und ihre allmähliche Gewalteskalation soll beispielhaft eine Terrorgruppe mit ihrem Aufbau, ihrer Organisation und ihren Mitgliederstrukturen
dargestellt werden. Die Gewalteskalation steht im engen Zusammenhang mit den Zielen
der ETA und deren Wandel. Die Durchsetzung radikaler Kräfte führte zu einer Steigerung der Gewaltbereitschaft, die sich anfangs der achziger Jahre nach dem Gewinn der Autonomie der Region potenzierte. Ab Mitte der 80er brachte verstärkter Polizeieinsatz und internationale Zusammenarbeit eine Beruhigung der Region. Ein Waffenstillstand 1999 schuf Hoffnungen auf Frieden,
die trotz mancher Rückschläge auch heute noch anhalten. Die Darstellung der Geschichte und des Aufbaus der ETA ist nicht auf andere
Terrorgruppen verallgemeinerbar, kann aber exemplarisch einen Einblick in Ideen,
Handlungsweisen und Organisation einer ethnisch-nationalistisch ausgerichteten
Terrororganisation bringen. Den Schluss der Arbeit sollen einige Anmerkungen zu Möglichkeiten der Lösung des
baskischen als eines ethnisch- nationalistischen Konfliktes im Nationalstaat bringen. Eine Konzentration der EU auf ihre Regionen kann nationalistischen Bewegungen den sprichwörtlichen Wind aus den Segeln nehmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Terrorismus als aktuelles Medienberichterstattungsthema

2. Der Begriff des Terrorismus

2.1 Wissenschaftliche Definition des Terrorismus

2.2 Typologisierung des Terrorismus

3. Voraussetzungen für die Entstehung der ETA im Baskenland

3.1 Grundlegende geografische, geschichtliche und sozialstrukturelle Daten des Baskenlandes

3.2 Der baskische Nationalist Arana y Giori

3.3 Die gezielte Unterdrückung der Basken in der Ära Francos

4. Die Entwicklung und Radikalisierung der ETA

4.1 Gründung und Ziele des Ekin

4.2 Die ETA-Frühphase 1959- 1966

4.3 Mitglieder, Organisationsstruktur und Ausrichtung der ETA

4.4 Wichtige Etappen in der Geschichte der ETA

5. Heutige Situation

6. Bibliographie

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den ethnisch-nationalistischen Terrorismus in Europa am Beispiel der baskischen Organisation ETA, analysiert deren Entstehungsgeschichte, Radikalisierungsprozesse sowie die Auswirkungen ihres Handelns unter Berücksichtigung soziologischer Definitionen und aktueller politischer Rahmenbedingungen.

  • Wissenschaftliche Begriffsbestimmung und Typologisierung des Terrorismus
  • Historische und soziologische Voraussetzungen für den Konflikt im Baskenland
  • Entwicklung der ETA von der Entstehung (Ekin) bis zur Radikalisierung
  • Analyse der Organisationsstruktur und der Strategien der ETA
  • Bewertung der heutigen Situation und Perspektiven für den Friedensprozess

Auszug aus dem Buch

4.3 Mitglieder, Organisationsstruktur und Ausrichtung der ETA

Ein Blick in die Organisation der ETA bringt interessante Erkenntnisse über den Aufbau und das Bestehen terroristischer Gruppierungen. Generell ist es nicht ganz einfach, einen Einblick zu erhalten, da die Organisationen äußerste Geheimhaltung aufgrund der drohenden Zerschlagung bewahren. Einblicke in die Innenstruktur der ETA ermöglichten Gefangene und Aussteiger, sodass man sich ein relativ genaues Bild des Funktionierens der ETA (zumindest in der Vergangenheit) machen kann.

Die ETA besteht aus zwei „Klassen“ von Mitgliedern, „liberados“ und gewöhnliche Mitglieder.

Gewöhnliche Mitglieder könnte man „Hobbyterroristen“ nennen, sie gehen einem gewöhnlichen Berufsleben nach und sind nach Feierabend sporadisch für die Ziele der ETA im Einsatz.

„Liberados“ dagegen erhalten Lohn von der ETA für ihre terroristische Tätigkeit. Sie sind normalerweise Teile der „comandos“, die man auch als Zellen bezeichnen könnte, die Anschläge und Attentate realisieren. Gemeinsam ist den liberados das „commitment to the use of violence“ (Shabad/ Remo 1995, S.438).

Comandos sind kleine Zellen aus zwei bis vier Personen und führen verschiedene Aufgaben durch. Glück unterscheidet zwischen legalen und illegalen comandos (Glück 2003, S.49). In legalen sind die Mitglieder nicht polizeilich vermerkt, sodass sie keine verstärkte Aufmerksamkeit fürchten müssen und zum Beispiel Spitzeltätigkeiten als informative comandos durchführen können. Illegale comandos hingegen sind der Polizei bekannt und müssen deswegen im Untergrund agieren. Comandos wichtiger Regionen, vor allem Madrid, sind teilweise noch einmal in „taldes“, Untergruppen, unterteilt (Stelzer 1993, S.47).

Diese Struktur sorgt dafür, dass die Organisation schwer durch Spionage zu unterwandern und aufzulösen ist, da alle comandos unabhängig agieren und bei einer Ergreifung eines comandos keine Informationen weitergegeben werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Terrorismus als aktuelles Medienberichterstattungsthema: Dieses Kapitel verortet das Thema Terrorismus in der gegenwärtigen Medienlandschaft und begründet die Relevanz einer differenzierten Betrachtung regionaler Terrorgruppen in Europa.

2. Der Begriff des Terrorismus: Hier werden zentrale wissenschaftliche Definitionen diskutiert und eine Typologisierung nach Waldmann eingeführt, um den Rahmen für die Analyse der ETA zu setzen.

3. Voraussetzungen für die Entstehung der ETA im Baskenland: Es werden die historischen, geografischen und sozialstrukturellen Faktoren sowie der Einfluss des baskischen Nationalismus und der Franco-Diktatur beleuchtet.

4. Die Entwicklung und Radikalisierung der ETA: Dieses Kapitel zeichnet den Weg der ETA von ihrer Gründung aus dem Ekin, über ihre interne Organisationsstruktur bis hin zu ihrer historischen Radikalisierung nach.

5. Heutige Situation: Die aktuelle Lage der ETA wird als ein Prozess des Scheiterns der ursprünglichen Ideale bei gleichzeitigem Erreichen weitreichender Autonomierechte für das Baskenland beschrieben.

6. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Terrorismus, ETA, Baskenland, Ethnisch-nationalistischer Terrorismus, Radikalisierung, Autonomiestatut, Spanien, Gewaltspirale, Untergrundorganisation, Konfliktlösung, Identitätsbewusstsein, politische Umwälzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des ethnisch-nationalistischen Terrorismus am Beispiel der baskischen Organisation ETA und untersucht deren Ziele sowie die Ergebnisse ihres Handelns innerhalb der spanischen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Definition des Terrorismus, die historische Entwicklung des baskischen Nationalismus und die organisatorische Struktur sowie Strategieentwicklung der ETA.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wandlungsprozess der ETA von einer antikonformistischen Gruppe zu einer gewaltsamen Terrororganisation zu dokumentieren und die Wirksamkeit ihrer Strategien im Kontext der Autonomiebestrebungen zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die auf soziologischen Definitionen (insbesondere nach Waldmann) sowie historischen und politikwissenschaftlichen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird die Entstehung der ETA (aus dem Ekin), ihre Organisationsstruktur (Comandos), die Radikalisierungsphasen und die Auswirkungen staatlicher Repression und politischer Zugeständnisse (Autonomiestatut) detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie ETA, Baskenland, ethnisch-nationalistischer Terrorismus, Radikalisierung, Gewaltspirale und Autonomierechte charakterisiert.

Welche Rolle spielte der "Burgosprozess" für die ETA?

Der Burgosprozess 1970 gilt als Wendepunkt, da die ETA die Anklage gegen ihre Mitglieder als Plattform für ihre politische Botschaft nutzte und dadurch ihre öffentliche Unterstützung und internationale Bekanntheit paradoxerweise massiv steigern konnte.

Warum wird die ETA heute als weitgehend gescheitert angesehen?

Die ETA hat in der Bevölkerung ihren Rückhalt weitestgehend verloren, da das Baskenland heute eine der weitestgehenden Autonomiestellungen in Europa genießt, was die ursprüngliche Forderung nach totaler Unabhängigkeit als Ziel für die breite Masse obsolet gemacht hat.

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Details

Title
Ethnisch-nationalistischer Terrorismus in Europa - Ziele und Ergebnisse des Handelns der ETA
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Course
Soziologie des Terrorismus
Grade
2,3
Author
Juliane Hack (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V26637
ISBN (eBook)
9783638289122
Language
German
Tags
Ethnisch-nationalistischer Terrorismus Europa Ziele Ergebnisse Handelns Soziologie Terrorismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Hack (Author), 2004, Ethnisch-nationalistischer Terrorismus in Europa - Ziele und Ergebnisse des Handelns der ETA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26637
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