Historische Finanzkrisen gab es schon mehrfach in der Vergangenheit. Als die schlimmste gilt bis dato die große Depression der 30er Jahre. So gab es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder spektakuläre Finanzmarktkrisen, die das Vertrauen der Investoren zutiefst erschütterten und die Wirtschaft in eine rezessive Phase stürzte. Die Ursachen, das Ausmaß und der Verlauf der Krisen waren allesamt unterschiedlich. In einem Punkt aber waren sie sich gleich und zwar, dass die Finanzmärkte nicht mehr in der Lage waren ihr Kapital effizient zu verteilen.
Die globale Finanzkrise beginnend im Jahr 2006 kam für viele überraschend und breitete sich in rasantem Tempo aus. Allerdings muss man dies differenzierter betrachten, denn sie hat sich in mehreren Phasen zu dem entwickelt was sie heute ist. In meiner Arbeit werden die Auswirkungen der Finanzkrise untersucht, die sich auf dem US- Hypotheken Markt entwickelten und wie ein Virus auf die globalen Finanzmärkte ausbreitete. Die Folge war eine tiefe Rezession der Weltwirtschaft. Als Zeitraum habe ich die Jahre 2006 – 2009 herangezogen. In der benannten Krise haben viele unterschiedliche Faktoren eingespielt und eine unaufhaltsame Kettenreaktion nach sich gezogen. Die Sub-Prime Krise war der Auslöser für die darauffolgende Finanzmarktkrise. Die globale Finanzkrise hat wiederum erhebliche Auswirkungen auf die Realwirtschaft ausgeübt. Dies war nur möglich durch die starke Verflechtung der verschiedenen Märkte und hat dieses Desaster möglich gemacht.
In dieser Seminararbeit werden folgende Fragestellungen untersucht: „ Welche Auswirkungen hatte die Sub-Prime Krise auf die globalen Finanzmärkte?“; „ Wie wurde aus der Finanzkrise eine Wirtschaftskrise?“; „ Welche Marktsegmente waren in Deutschland besonders betroffen?“; „ Welches wirkungsvolle Instrument hat Deutschland während der Wirtschaftskrise geholfen?“; Als passendes Beispiel werden die Auswirkungen in der Deutschen Metall- und Elektroindustrie herangezogen. Im abschließenden Fazit werden die behandelten Fragen kurz zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Auswirkungen der Finanzkrise
2.1 Die Auswirkungen der Sub-Prime Krise auf die internationalen Finanzmärkte
2.1.1 Vertrauenskrise
2.1.2 Liquiditätskrise
2.2 Auswirkungen auf die Realwirtschaft
2.3 Auftragsmangel - Kurzarbeit
3. Fazit
A Anhang
A. 1 Überblick über das Abschreibungsvolumen von Banken weltweit
A. 2 Gründe steigender Kreditzinsen
A. 3 Beschäftigungserwartung in der Metall- und Elektroindustrie
A. 4 Kurzarbeit in der Metall- & Elektroindustrie
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und den Verlauf der globalen Finanzkrise ab 2006, insbesondere deren Übertragung vom US-Hypothekenmarkt auf die internationale Realwirtschaft. Im Zentrum steht die Frage, wie durch die enge Marktverflechtung eine Finanzmarktkrise in eine tiefe wirtschaftliche Rezession mündete und welche staatlichen Instrumente, speziell am Beispiel der deutschen Metall- und Elektroindustrie, zur Krisenbewältigung eingesetzt wurden.
- Entwicklung und Ausbreitung der Sub-Prime Krise
- Mechanismen der Vertrauens- und Liquiditätskrise im Bankensektor
- Übertragung der Krise auf die Realwirtschaft und deutsche Industriezweige
- Staatliche Krisenintervention und die Bedeutung der Kurzarbeit
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Vertrauenskrise
Durch die stark sinkenden Preise am Immobilienmarkt und einem steigenden Zinsniveau drohten vermehrte Ausfälle von Krediten im Sub-Prime Segment. Dabei erwiesen sich vor allem die von Investmentbanken geschaffenen Wertpapiere „Colateralized Debt Obligations“ (Abkürzung CDO) als Hauptschuldige des Vertrauensschwundes. Durch die mehrfache Verschachtelung der verschiedensten Forderungsarten, die zudem ein stark voneinander abweichendes Risikopotenzial aufwiesen, ließ sich die Qualität der Wertpapiere für Anleger schwer einschätzen. Das hatte zur Folge, dass auch die in „CDO & CDO²“ verbrieften Hypotheken ein erhöhtes Ausfallrisiko vorwiesen und zu erhöhten Risikoprämien bei Neuemissionen führte. Infolgedessen griff der Vertrauensverlust auch auf bis dahin solide Kreditforderungen über, woraufhin der Wertpapiermarkt massive Werteinbrüche zu verzeichnen hatte. Die erschreckende Situation im Finanzwesen verschlechterte sich weiter und der Kapitalmarkt kam gänzlich zum erliegen. Der „LIBOR“ stieg an, die „SWAP SPREADS“ wuchsen und der „CDS – Markt“ brach in sich ein. Daraufhin war es Investmentbanken und anderen Finanzinstituten nicht mehr möglich Interbanken- oder kurzfristige Kredite zu bekommen, da Ihnen der direkte Zugang zur US-Notenbank fehlte.
Die Risiken im Finanzsektor wurden komplett neu bewertet. Diese generelle Umorientierung hatte einen übergreifenden Einfluss auf sämtliche Anlage- und Bonitätsklassen. Das hatte zur Folge, dass auch Verbriefungsgeschäfte einbrachen, denen keine Sub-Prime Kredite unterlagen. Als primär wirksamer Grund kann hierfür das fehlende Vertrauen unter den Banken aufgrund der hohen Intransparenz von den zuvor genannten Verbriefungsgeschäften gesehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die historische Relevanz von Finanzkrisen und definiert den Untersuchungszeitraum sowie die spezifischen Fragestellungen der Arbeit.
2. Die Auswirkungen der Finanzkrise: Dieses Kapitel analysiert die Auslöser der Sub-Prime Krise und deren verheerende Folgen für globale Finanzmärkte, die Realwirtschaft sowie die daraus resultierende Beschäftigungskrise.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Verflechtung von Finanz- und Realwirtschaft zusammen und bewertet die Wirksamkeit staatlicher Eingriffe, insbesondere des Instruments der Kurzarbeit.
A Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Daten zu Bankabschreibungen, Zinsentwicklungen sowie zur Beschäftigungssituation in der Metall- und Elektroindustrie.
Schlüsselwörter
Finanzkrise, Sub-Prime, Hypothekenmarkt, Realwirtschaft, Vertrauenskrise, Liquiditätskrise, Bankensystem, Kreditklemme, Basel II, Kurzarbeit, Metall- und Elektroindustrie, Rezession, CDO, Wertpapiere, Krisenmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der globalen Finanzkrise ab 2006, deren Ursprüngen im US-Hypothekenmarkt und deren Auswirkungen auf die weltweite Wirtschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder der Ausarbeitung?
Die zentralen Themen umfassen die Mechanismen der Finanzkrise, die Krise am Interbankenmarkt, die Folgen für die Realwirtschaft sowie staatliche Maßnahmen zur Krisenbewältigung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Kettenreaktion von der Sub-Prime Krise bis zur Wirtschaftskrise zu erklären und aufzuzeigen, wie Deutschland durch Instrumente wie die Kurzarbeit reagierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse und wertet aktuelle Wirtschaftsdaten sowie Tabellen zur Krisenentwicklung aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Finanzmarktprobleme, die Übertragung auf die Realwirtschaft (insb. Kreditklemme) und die arbeitsmarktpolitischen Folgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Finanzkrise, Sub-Prime, Kurzarbeit, Realwirtschaft, Kreditklemme und Vertrauenskrise.
Welche Rolle spielt die „Lehman-Pleite“ im Dokument?
Sie wird als Initialzündung und Zäsur betrachtet, da der Zusammenbruch dieser Bank den weltweiten Interbankenhandel zum Kollabieren brachte.
Warum wird die deutsche Metall- und Elektroindustrie als Beispiel herangezogen?
Dieser Wirtschaftszweig war besonders stark von der Krise und dem Auftragsrückgang betroffen und diente als zentrales Anwendungsfeld für staatliche Kurzarbeitsregelungen.
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- Bachelor of Arts Johannes Ekkehard Keiner (Author), 2012, Finanzkrise 1.0, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266437