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Ein Licht in der Dunkelheit. Der Erfurter "Wolfram-Leuchter" als Sinnbild mittelalterlichen Glaubens

Titel: Ein Licht in der Dunkelheit. Der Erfurter "Wolfram-Leuchter" als Sinnbild mittelalterlichen Glaubens

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 35 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: M.A. Luise Schendel (Autor:in)

Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Erfurt, die Hauptstadt Thüringens, war bereits im Mittelalter ein Ort reger Wirtschaft. Hier entstanden viele historisch bedeutsame Gebäude, welche noch heute das Gesicht der Stadt zeichnen. Eines der wichtigsten ist dabei ohne Zweifel der Mariendom, der mit seiner reichen Ausstattung nicht nur einen großen architektonischen und kunsthistorischen Wert besitzt. Vielmehr ist auch sein Kirchengerät Zeuge eines regen christlichen Lebens zu jener Zeit. Eine Sonderstellung unter den sakralen Gegenständen nimmt dabei eine der frühesten vollplastischen Großbronzen ein – der geheimnisumwitterte „Wolfram-Leuchter".

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Das mittelalterliche Erfurt

2. Der „Wolfram-Leuchter“ im Mariendom

2.1. Der formale Aufbau

2.1.1. Die Leuchterfigur

2.1.2. Das Fußgestell

2.2. Verwandte Werke

2.2.1. Das Umfeld der Leuchterfigur

2.2.2. Das mittelalterliche Umfeld des Sockels

2.3. Der Figuren- Sockel- Verbund

2.3.1. Die heutige, verbundene Erscheinung

2.3.2. Der ursprüngliche Leuchter

2.3.2.1. Die Wirkung des Kandelaberoberteils

2.3.2.1.1. Das Licht

2.3.2.1.2. Die Materialwirkung

2.3.2.1.3. Der Träger des Lichtes

2.3.2.1.3.1. Die Mimik

2.3.2.1.3.2. Kleidung und Vorbildwirkung

2.3.2.1.3.3. Die Identität der Bronzegestalt

2.3.2.2. Der Leuchtersockel

2.3.2.2.1. Der Zinnenkranz

2.3.2.2.2. Drachen und Drachenreiter

2.3.2.3. Das Zusammenwirken der Bestandteile

3. Das Licht in der Dunkelheit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit widmet sich einer eingehenden kunsthistorischen Untersuchung des „Wolfram-Leuchters“ im Erfurter Mariendom. Das primäre Ziel ist es, die formale Beschaffenheit und ikonographische Bedeutung dieses einzigartigen mittelalterlichen Bronzekunstwerks zu analysieren, seine Einbettung in den religiösen Kontext zu hinterfragen und die Debatte um die ursprüngliche Zusammengehörigkeit von Leuchterfigur und Sockel anhand stilistischer Vergleiche zu beleuchten.

  • Formale Analyse der romanischen Bronzeplastik und ihrer Details.
  • Untersuchung der Symbolik von Licht und Feuer im mittelalterlichen Glaubensverständnis.
  • Kunsthistorische Einordnung durch Vergleich mit zeitgenössischen Werken.
  • Kritische Diskussion der ikonographischen Deutungsansätze, wie etwa der Jesaja-Interpretation.
  • Erörterung der strukturellen und inhaltlichen Einheit von Leuchteroberteil und Sockelgestell.

Auszug aus dem Buch

2.3.2.1.1. Das Licht.

So ging wahrscheinlich häufig vom ‚Kopfstück’ des Kandelabers Licht aus. Um Näheres über die Bedeutung dieses Feuerscheines zu erfahren, erscheint es aber nötig, die geistige Umgebung des „Wolframs“ näher zu beleuchten: Im Mittelalter war es seit der ottonischen Zeit allgemeiner Usus, den Raum um den Altar herum mit Hilfe (großformatiger) Kerzenleuchter zu erhellen. Da die Kandelaber in den eher dunklen Kirchenräumen eine technische Notwendigkeit darstellten und darum beinahe unabdingbar zum Kirchengeschehen gehörten, lag es zudem nahe, den Leuchtern in diesem Zusammenhang auch einen geistigen Platz im christlichen Glauben einzuräumen. So wurden das Licht und das Feuer als seine Quelle bereits zu Zeiten des ägyptischen Pharaos Echnaton dem göttlichen Prinzip zugeordnet, das mit seiner Wärme und Helligkeit das Leben auf Erden ermöglicht. So auch im christlich- europäischen Mittelalter. Im kirchlichen Kontext ist daher wahrscheinlich auch eine symbolhafte Vergegenwärtigung Gottes im finalen oberen Leuchterteil zu vermuten. Wird dieser These gefolgt, mag sich zudem auch die Dreizahl der Lichter aus der Bibel erklären. Dort ist von der heiligen Dreifaltigkeit die Rede - dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist-, die in den Erfurter Lichtern ihre Darstellung gefunden haben mag. Im Feuer selbst wird dabei jedoch nicht nur die Möglichkeit der Identifikation mit dem Himmlischen manifest. Vielmehr hat es auch die Eigenschaft, mit seinem Licht das umliegende irdische und kirchliche Geschehen zu offenbaren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Das mittelalterliche Erfurt: Kurze Einführung in die wirtschaftliche und architektonische Bedeutung Erfurts sowie die Einordnung des Mariendoms als Ort christlichen Lebens.

2. Der „Wolfram-Leuchter“ im Mariendom: Umfassende Untersuchung der Bronzeplastik, ihrer Maße, Datierung und ihres Standortes im Dom.

2.1. Der formale Aufbau: Detaillierte Beschreibung der Leuchterfigur und des vierbeinigen Fußgestells als Grundlage für die weitere Analyse.

2.2. Verwandte Werke: Kontextualisierung des Kunstwerks durch stilistische Vergleiche mit anderen mittelalterlichen Plastiken und Grabplatten.

2.3. Der Figuren- Sockel- Verbund: Analyse der heutigen Erscheinung und kritische Auseinandersetzung mit der Frage, ob Figur und Sockel ursprünglich eine Einheit bildeten.

3. Das Licht in der Dunkelheit: Fazit zur Einzigartigkeit des „Wolfram-Leuchters“ und seiner Rolle als Sinnbild für das Überwinden der Finsternis durch den Glauben.

Schlüsselwörter

Wolfram-Leuchter, Erfurter Mariendom, Mittelalter, Bronzeplastik, Romanik, Ikonographie, Lichtsymbolik, Christlicher Glaube, Kandelaber, Kunstgeschichte, Skulptur, Sakrales Gerät, Mittelalterliche Plastik, Religionsgeschichte, Bildprogramm

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem „Wolfram-Leuchter“ im Erfurter Mariendom, einem bedeutenden, aber geheimnisumwitterten romanischen Bronzekunstwerk.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die formale Beschreibung, die kunsthistorische Einordnung im europäischen Kontext sowie die ikonographische Bedeutung des Leuchters.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Beschaffenheit des Objekts zu analysieren, verschiedene Deutungsansätze kritisch zu prüfen und die Frage nach der ursprünglichen Zusammengehörigkeit von Leuchterfigur und Sockel zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine deskriptive und analytische kunsthistorische Methode angewandt, die auf Werksbetrachtung, Literaturanalyse und vergleichender Stilkritik basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte formale Untersuchung der Figur, einen Vergleich mit verwandten Kunstwerken sowie eine tiefgehende ikonographische Analyse des Figuren-Sockel-Verbunds.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Wolfram-Leuchter, Erfurter Mariendom, Mittelalter, Bronzeplastik, Romanik, Ikonographie und Lichtsymbolik.

Warum wird die Jesaja-Interpretation des Leuchters kritisch hinterfragt?

Die Interpretation wird angezweifelt, da sie zwar auf Indizien wie dem Blick und den Zinnen basiert, jedoch keine eindeutige, belegbare ikonographische Grundlage in der Romanik besitzt.

Welche Funktion hat der Zinnenkranz am Sockel?

Der Zinnenkranz dient als symbolisches Architekturelement, das möglicherweise auf eine Hoheitssymbolik oder die Vision des Himmlischen Jerusalems verweist, aber auch eine Grenze zwischen dem göttlichen Lichtträger und den dämonischen Wesen am Sockel bildet.

Was bedeutet das „F“, das am Leuchter eingepunzt wurde?

Die Bedeutung ist ungeklärt; in der Forschung wird spekuliert, ob es sich um die Signatur eines unbekannten Künstlers handeln könnte.

Ende der Leseprobe aus 35 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ein Licht in der Dunkelheit. Der Erfurter "Wolfram-Leuchter" als Sinnbild mittelalterlichen Glaubens
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Kunsthistorisches Seminar und Kustodie)
Note
1,0
Autor
M.A. Luise Schendel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
35
Katalognummer
V266625
ISBN (eBook)
9783656568971
ISBN (Buch)
9783656569008
Sprache
Deutsch
Schlagworte
licht dunkelheit erfurter wolfram-leuchter sinnbild glaubens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Luise Schendel (Autor:in), 2008, Ein Licht in der Dunkelheit. Der Erfurter "Wolfram-Leuchter" als Sinnbild mittelalterlichen Glaubens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266625
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Leseprobe aus  35  Seiten
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