Die ländlichen Siedlungen in Deutschland heute

Ihre Formen und ihre Verteilung


Hausarbeit, 2012
17 Seiten, Note: 2,3
C. M. (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Was bestimmt die räumliche Lage?

2. Ländlicher Siedlungsraum

3. Formentypen der ländlichen Siedlungen
3.1 Übersicht über Siedlungsformen in Deutschland
3.2 Übersicht über Flurformen in Deutschland

4. Geographische Verbreitung ländlicher Siedlungen in Deutschland heute
4.1 Verschiedene Ansätze zur Lagebestimmung
4.2 Geographische Lage ländlicher Siedlungen in Deutschland

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht über Siedlungsformen

Abbildung 2: Verbreitung der ländlichen Siedlungsformen in Deutschland 1990

1. Was bestimmt die räumliche Lage?

Der ländliche Raum besitzt heute viele Funktionalitäten. So kann er z.B. für Freizeit, Tourismus und Industrie, zur modernen Agrarkultur, aber auch als eine Art Landschaftspark oder für Deponien genutzt werden (vgl. Huigen et al. 1992: 20ff). Eine andere Funktion ist die Besiedelung durch den Menschen. Dies ist ein aktuelles Thema, denn Landkreise um Großstädte haben aktuell Wanderungsgewinne und verzeichnen eine Bevölkerungszunahme (vgl. Walchshöfer 2003: 53). Wie auch schon Borsdorf und Bender (2010: 30) erkannt haben, beschreibt und erfasst die Siedlungsgeographie den Siedlungsraum und ihre Lage, sowie ihre Funktionen, die Haus- und Siedlungsformen aber auch das Baumaterial (vgl. Borsdorf/Bender 2010: 30).

In dieser Seminararbeit stehen die Lage und die verschiedenen Formen der Siedlungen im Vordergrund, denn es wird folgende Fragestellung bearbeitet: Welche ländlichen Siedlungsformen mit welcher geographischen Verteilung gibt es heute in Deutschland?

Im Zuge der Bearbeitung wird in Kapitel 2.1 die Siedlung im Allgemeinen vorgestellt, und ihre verschiedenen Formen erläutert. Ebenso werden wichtige Grundbegriffe definiert. In Kapitel 4 gewährt die Arbeit einen Einblick in die geographische Verteilung dieser Siedlungen in Deutschland. Zum Schluss fasst ein Fazit das Erarbeitete prägnant zusammen. Die drei Themen werden grob sowie einführend behandelt und erlauben eher einen Überblick, der am Ende aber die Fragestellung doch präzise beantwortet. Es werden somit die verschiedenen Formentypen der Siedlungen beschreibend charakterisiert und beispielhaft einer geographischen Lage in Deutschland zugeordnet. Diese geographische Lage besitzt gewisse Einflussfaktoren. So gibt es zum Beispiel die absolute und die realtive Lage. Die absolute Lage wird bestimmt, indem man sich Mithilfe des Gradnetzes an der geographischen Länge und Breite orientiert (vgl. Lienau 2000: 123). Bei der relativen Lage spielen die physische Umgebung und auch das Verhältnis zu anderen Siedlungen eine Rolle (vgl. Lienau 2000: 124).

Die für diese beiden Lagen der ländlichen Siedlungen hauptverantwortliche Genese und Entstehungszeit eben jener Siedlungen bleibt in der Arbeit größtenteils unberücksichtigt. Es handelt sich hier zwar um einen wichtigen Punkt, besonders auch deshalb, weil sich die Formen der Siedlungen aufgrund veränderter Funktionalitäten mit der Zeit verändern (vgl. Borsdorf/Bender 2010: 30). Weil die Lage historisch bedingt ist und sich deren Bewertung häufig ändert, ist folglich die Genese der Hauptgrund für die regionale Häufung der einzelnen Siedlungsformen (vgl. Lienau 2000: 125). Dennoch dient dieses Thema weniger der Beantwortung der Fragestellung, als zur Erläuterung und Erklärung und findet deshalb keinen Platz in dieser Arbeit. Denn in dieser Seminararbeit soll der aktuelle ländliche Raum, der 80 % der Landesfläche einnimmt (vgl. Haber 2002: 35) samt seinen Siedlungen und deren aktueller Lage behandelt werden.

2. Ländlicher Siedlungsraum und ländliche Siedlungen

Zuerst ist es wichtig zu wissen, in welchem geographischen Raum sich die Siedlungen befinden. Der geographische Raum gliedert sich in Ökumene, Subökumene und Anökumene. Als Ökumene wird der Raum der Erde bezeichnet, der zeitweise oder dauernd vom Menschen bewohnt wird. Dies kann sowohl ein fester Kontinent als auch eine Insel sein. Die Anökumene beschreibt den Raum, der vom Menschen völlig unbesiedelt ist. Hier treten gelegentlich Einzelsiedlungen auf (vgl. Borsdorf/Bender 2010: 41).

Die Subökumene ist eine Vermischung aus Dauersiedlungen mit periodisch genutzten Siedlungen (vgl. Borsdorf/Bender 2010: 41). Sie umfasst Einzelsiedlungen sowie nicht permanente Siedlungen und macht ca. 41% der Landoberfläche der Erde aus. Die Vollökumene umfasst 47 % der Landoberfläche (vgl. Borsdorf/Bender 2010: 42; Hambloch 1966). Innerhalb dieser Vollökumene befinden sich die Städte und auch die dorfartigen Siedlungen, die in dieser Arbeit im Vordergrund stehen (vgl. Borsdorf/Bender 2010: 46). Sehr ähnlich untergliedert der Raumordnungsbericht der Bundesregierung, herausgegeben vom BBR, den Siedlungsraum in folgende siedlungsstrukturelle Regionstypen: Agglomerationsräume, Verstädterte Räume und Ländliche Räume (vgl. BBR 1999a, S. 1).

Als Siedlung wird jede Form der menschlichen Wohnstätte bezeichnet (vgl. Borsdorf /Bender, 2010: 30). Sie kann sowohl als Einzelsiedlung aber auch als Gruppensiedlung vorkommen (vgl. Borsdorf/Bender 2010: 30). Die Siedlungen des ländlichen Raumes werden als ländliche Siedlungen bezeichnet (vgl. Borsdorf/Bender 2010: 30). Ländliche Siedlungen haben unter anderen folgenden Eigen­schaften: Ihre Bebauungsdichte reicht von sehr dichter Bebauung ohne Abstand wie bei Haufendörfern der Realteilungsgebiete, bis hin zu lockerer Bebauung. Dennoch haben sie eine relativ geringe Größe (vgl. Lienau 2000: 62ff.). So hat die ländliche Siedlung 2000 bis 5000 Einwohner (vgl. Heineberg 2006: 28). Diese Tatsache führt zu einer überschaubaren Gesellschaft, die eine hohe soziale Kontrolle ausübt. Es lebt sich hier folglich nicht so anonym wie in einer ein­wohnerstarken Großstadt, das bedeutet man kennt sich untereinander qualitativ und quan­titativ stärker. Darüber hinaus besitzt die ländliche Siedlung kaum Industrie und weist somit nur eine ge­ringe Anzahl eigener industrieller Arbeitsplätze auf. Aus diesem Grund hat diese oft ein Pendlerdefizit, weil sich die Arbeitsplätze meist außerhalb des eigenen Wohnortes befin­den. Die teilweise daraus folgende geringe Zentralität ist eine weitere Eigenschaft der ländlichen Siedlungen. Auch werden eher wenige hohe Häuser gebaut (vgl. Bors­dorf/Bender 2010: 78). Das Überwiegende Baumaterial des Gehöfts in ländlichen Sied­lungen in Deutschland ist das Fachwerk, nur in Süddeutschland gibt es Holzwohnsiedlun­gen (vgl. Borsdorf/Bender 2010: 57).

3. Formentypen der ländlichen Siedlungen

Die ländlichen Siedlungen treten in verschiedenen Formentypen auf. Im Folgenden werden diese Formentypen vorgestellt, um später jene im Zuge der Analyse der geographischen Verteilung bestimmen zu können. Die Formentypen ländlicher Siedlungen lassen sich nach folgenden Kriterien definieren: Die Grundrissform sowie die Regelmäßigkeit oder Unregelmäßigkeit der Anlage. Das bedeutet, es gibt die zwei Kategorien einer unregelmäßigen oder regelmäßigen Anordnung der Häuser und Straßen. Aber auch die Bebauungsdichte ist wichtig, denn ländliche Siedlungen besitzen nur eine geringe Dichte in Bezug auf Bebauung je Grundstück und Gebäudeabstand (vgl. Henkel 2004: 230 f.). Die ländliche Siedlung lässt sich zudem in mehrere Grundrisstypen einteilen. Im Folgenden werden die Typen Einzelsiedlung, Doppelhof, Weiler, Dorf und Großdorf vorgestellt.

3.1 Übersicht über Siedlungsformen in Deutschland

Einzelsiedlungen bestehen meist aus einer Wohnstätte oder anderen Stätte (vgl. Borsdorf/ Bender 2010: 81). Dabei weist diese eine isolierte Lage auf. Laut Born (1977: 32) kann die Einzelsiedlung neben landwirtschaftlichen Hofstellen auch aus Herrenhaus, Wirtschaftsgebäuden, Arbeitersiedlung und Park bestehen (vgl. Born 1977: 32). Dennoch sind jene oft verbandsmäßig zusammengeschlossen und werden dann als Bauernschaft oder Talschaft bezeichnet (vgl. Henkel 2004: 227).

Eine Übersicht über die verschiedenen Dorfformen gibt die Abbildung 1 auf Seite 4. Hier werden 10 Dorftypen in ihrem Grundriss dargestellt.

Befinden sich mehrere Einzelsiedlungen locker verteilt im Raum, so spricht man von einer Streusiedlung. Besteht eine Siedlung aus zwei Wohnstätten, so nennt man sie einen Doppelhof oder laut Henkel (2004: 228) eine Doppelsiedlung. Diese entstehen häufig durch die Teilung von Einzelhöfen (vgl. Heineberg 2007: 261).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die ländlichen Siedlungen in Deutschland heute
Untertitel
Ihre Formen und ihre Verteilung
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V266638
ISBN (eBook)
9783656573753
ISBN (Buch)
9783656573739
Dateigröße
927 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
siedlungen, deutschland, formen, verteilung, Dörfer, ländlicher Raum, Bewohner, Dorf, Siedlung, Geographie, Stadt, Weiler, Zeilendorf, Bachelor, Studium, Humangeographie, Anfänger, Studenten, Laien, Land, Leben, Karte
Arbeit zitieren
C. M. (Autor), 2012, Die ländlichen Siedlungen in Deutschland heute, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266638

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