Ziel der Unterrichtseinheit: Die Schülerinnen und Schüler verstehen die Reaktionen und deren Hintergründe von Menschen auf Fremde und wissen, wie man sich als Fremder fühlt. In der Auseinandersetzung mit der Bibelgeschichte „Zachäus der Zöllner“ (Lk 19,1-10), lernen die SuS Jesu Haltung und Handeln insbesondere gegenüber Fremden kennen. Auf dieser Grundlage können die SuS ihr eigenes Verhalten reflektieren und ihre Persönlichkeit weiterentwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1. Unterrichtsentwurf
2. Thema der Unterrichtseinheit
3. Ziel der Unterrichtseinheit
4. Thema der Stunde
5. Inhaltsbezogener Kompetenzbereich
6. Prozessbezogener Kompetenzbereich
7. Zielsetzung der Stunde
8. Inhaltsbezogene Teilschritte zur Kompetenzerweiterung
9. Prozessuale Teilschritte zur Kompetenzerweiterung
10. Stellung der Stunde in der Einheit
11. Lerngruppe und Rahmenbedingungen
12. Sachanalyse
13. Didaktische Reduktion
14. Didaktischer Begründungszusammenhang
15. Aufgabenanalyse
16. Inhalts-und aufgabenspezifische Lernausgangslage
17. Methodischer Begründungszusammenhang
18. Zachäusgeschichte
19. Verlaufsübersicht
Zielsetzung & Themen
Die Unterrichtseinheit zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler Jesu Haltung und Handeln gegenüber Fremden als vorbildhaft erkennen und auf ihr eigenes Leben übertragen, um Barrieren im sozialen Miteinander zu überwinden.
- Reflexion eigener Gefühle gegenüber Fremden und Ausgrenzung.
- Analyse der biblischen Erzählung von Zachäus (Lk 19,4-10).
- Verständnis der Person Jesu als Retter der Außenseiter.
- Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten für ein respektvolles Miteinander.
- Einführung in die Schneeballmethode zur kooperativen Problemlösung.
Auszug aus dem Buch
Zachäusgeschichte
Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Hause einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.
Zusammenfassung der Kapitel
Sachanalyse: Die biblische Erzählung über Zachäus wird exegetisch beleuchtet und als zentrales Motiv der lukanischen Theologie zur Sünderannahme und Nächstenliebe identifiziert.
Didaktische Reduktion: Die Geschichte wird als Lehrererzählung aus Sicht des Zachäus aufbereitet, um Identifikation und Empathie zu fördern, während komplexe theologische Aspekte zugunsten der handlungsleitenden Nächstenliebe zurückgestellt werden.
Didaktischer Begründungszusammenhang: Der Unterricht ordnet sich in das Kerncurriculum ein und nutzt das Prinzip der wechselseitigen Erschließung, um biblische Inhalte mit den persönlichen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler zu verknüpfen.
Aufgabenanalyse: Es werden didaktische Phasen von der Gefühlsreflexion bis zur kooperativen Analyse des Handeln Jesu beschrieben, die Sozial- und Kommunikationskompetenzen schrittweise fördern sollen.
Methodischer Begründungszusammenhang: Die Wahl des Wahrnehmungsspiels und der Schneeballmethode wird begründet, um die Fremd- und Selbstwahrnehmung sowie die aktive Partizipation der Lernenden zu unterstützen.
Schlüsselwörter
Religion, Zachäus, Zöllner, Jesus, Nächstenliebe, Fremde, Außenseiter, Inklusion, Religionsunterricht, Didaktik, Empathie, Kerncurriculum, Schneeballmethode, Handeln, Werte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf?
Der Entwurf beschreibt eine Religionsstunde für die 5. Klasse, in der sich die Schülerinnen und Schüler mit der biblischen Geschichte von Zachäus auseinandersetzen, um ihr Verhalten gegenüber Fremden zu reflektieren.
Welches zentrale Ziel verfolgt die Stunde?
Die Lernenden sollen Jesu Haltung als vorbildhaft verstehen und lernen, dass ein harmonisches Zusammenleben auf Offenheit und respektvolles Aufeinanderzugehen angewiesen ist.
Welche Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen Fremdsein, soziale Ausgrenzung, das Gefühl der Zugehörigkeit, die biblische Erzählung des Zöllners Zachäus sowie die praktische Anwendung christlicher Werte im Alltag.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Zum Einsatz kommt neben dem Unterrichtsgespräch eine vereinfachte Form der Schneeballmethode, die von Einzel- über Partner- zur Gruppenarbeit führt.
Was ist das zentrale Werkzeug für die Gruppenarbeit?
Die Schülerinnen und Schüler halten ihre Ergebnisse auf vorgefertigten Werkzeugen aus Pappe fest, die symbolisch die Überwindung von Trennungsmauern zwischen Menschen darstellen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Nächstenliebe, Empathie, Fremdwahrnehmung, Transformation durch Zuwendung und die Reflexion von Sozialkompetenz.
Warum wird die Geschichte aus der Sicht des Zachäus erzählt?
Dies dient der didaktischen Reduktion, um den Schülern eine Identifikationsfigur zu bieten und den Zugang zu den emotionalen Inhalten der Geschichte zu erleichtern.
Welche Bedeutung hat die didaktische Reserve?
Sie bietet eine zusätzliche Übung, in der Schüler sich als Fremder fühlen, der Annahme erfährt, um das Erlebte aus der Unterrichtseinheit praktisch zu vertiefen.
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- Lisa Müller (Autor), 2013, Bibelgeschichte: Zachäus. Religion 5. Klasse Realschule, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266704