Die antike griechische Kunst und Literatur prägt die westliche Kultur bis heute. Besonders ausgeprägt war die Rezeption der griechischen antiken Kultur in Deutschland in den Epochen der Klassik und Décadence. Bemerkenswert ist, dass sich Vertreter beider Epochen trotz ihrer starken Gegensätze auf die Werke der Antike berufen. In der vorliegenden Arbeit soll gezeigt werden, wie die philosophischen Schriften des Fin de Siècle, Nietzsches "Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik" und Rosenkranz' "Ästhetik des Hässlichen" trotz der Referenz auf eine gemeinsame Quelle die Ansichten der Klassik von Winckelmann bis Goethe umdeuten und umkehren.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Winckelmanns Ästhetik des Ideals
- Schiller
- Schillers Ästhetik vor dem Hintergrund seiner Antikenrezeption
- Die Funktionen der tragischen und komischen Kunst bei Schiller
- Rosenkranz' Ästhetik des Hässlichen
- Nietzsche: Geburt der Tragödie
- Der Dualismus zwischen Dionysos und Apollo
- Bestimmung der Tragödie
- Vergleich der verschiedenen Philosophien
- Behandlung der griechischen Kunstgattungen, Medien und Mittel der Kunst
- Funktion der Kunst in der jeweiligen philosophischen Anschauung
- Ergebnisse
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Rezeption der griechischen Antike in den Schriften von Winckelmann, Schiller, Rosenkranz und Nietzsche. Im Fokus steht die Frage, wie diese Philosophen die Schönheit und Funktion der antiken Kunst interpretieren und inwiefern sich ihre Ansichten vor dem Hintergrund der jeweiligen Epoche verstehen lassen.
- Die Bedeutung der griechischen Antike für die europäische Kunst und Philosophie
- Die Entwicklung des ästhetischen Ideals von der Klassik bis zur Moderne
- Der Einfluss des Idealismus und des Materialismus auf die Kunstauffassung
- Die Rolle der Tragödie und der Komödie in der Kunst
- Die Funktion der Kunst als Ausdruck des Menschlichen und des Göttlichen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel führt in die Thematik der Arbeit ein und erläutert die Bedeutung der griechischen Antike für die europäische Kunst und Philosophie. Im zweiten Kapitel wird Winckelmanns Ästhetik des Ideals vorgestellt, die auf der Schönheit der griechischen Skulpturen basiert. Das dritte Kapitel befasst sich mit Schillers Antikenrezeption und seiner idealisierten Sicht auf die griechische Kultur.
Schlüsselwörter
Griechische Antike, Kunstgeschichte, Ästhetik, Idealismus, Materialismus, Klassik, Moderne, Winckelmann, Schiller, Rosenkranz, Nietzsche, Tragödie, Komödie, Funktion der Kunst, Rezeption, Vergleich, Epochenanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Wie unterschied sich die Antikenrezeption in der Klassik von der Décadence?
Während die Klassik (Goethe, Winckelmann) das Ideal von "stiller Einfalt und edler Größe" suchte, deutete die Décadence (Nietzsche) die Antike eher dionysisch und tragisch um.
Was ist Nietzsches zentraler Beitrag zur Antikendeutung?
In "Die Geburt der Tragödie" führt er den Dualismus zwischen dem Apollinischen (Maß, Ordnung) und dem Dionysischen (Rausch, Ekstase) ein.
Welche Rolle spielt Rosenkranz' "Ästhetik des Hässlichen"?
Rosenkranz bricht mit dem reinen Schönheitsideal der Klassik und zeigt auf, dass auch das Hässliche ein notwendiger Bestandteil der ästhetischen Reflexion ist.
Wie sah Winckelmann die griechische Kunst?
Winckelmann begründete die Ästhetik des Ideals, basierend auf der Vollkommenheit griechischer Skulpturen, die als zeitloses Vorbild für deutsche Kunst galten.
Was ist die Funktion der Tragödie laut Schiller?
Schiller sieht in der Tragödie ein Mittel zur moralischen Erziehung, das den Menschen durch das Miterleben von Leiden zu einer höheren Freiheit führt.
- Arbeit zitieren
- Florian Bauer (Autor:in), 2011, Décadence. Rezeption oder Auseinandersetzung mit antiker griechischer Kunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266763