Der Begriff Intermedialität ist in den letzten Jahren immer gebräuchlicher und alltäglicher geworden. Was aber steckt dahinter? Was bedeutet „Intermedialität“ und wieso ist diese so relevant geworden für unser heutiges Medienverhalten? Immer häufiger begegnen einem Begriffe wie „Literaturverfilmung“ oder „Buch zum Film“. Sie sind für uns zur Normalität geworden und wir begegnen ihnen mit Akzeptanz. Dennoch ist es interessant herauszufinden, wie diese unterschiedlichen Arten des intermedialen Zusammenspiels definiert und behandelt werden.
In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich zum einen mit dem Intermedialitätsbegriff im Allgemeinen und zum anderen mit der filmischen Schreibweise als Beispiel für Intermedialität bei Alfred Döblins 1929 erschienenen Roman „Berlin Alexanderplatz“. In diesem Roman wird die Vielschichtigkeit Berlins, die Gleichzeitigkeit verschiedener Handlungen und das Bemühen eines ehemaligen Straftäters sich anständig zu benehmen, thematisiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Begriff Intermedialität
2.1 Intermedialität – Begriffsbestimmung nach Irina Rajewsky
3 Berlin Alexanderplatz als Roman für Literaturverfilmungen?
3.1 Filmisches Schreiben bei „Berlin Alexanderplatz“ nach Ekkehard Kaemmerling
3.2 Der Rosenthaler Platz
3.3 Epilog bei „Berlin Alexanderplatz“
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Phänomen der Intermedialität, insbesondere die Anwendung einer filmischen Schreibweise in Alfred Döblins Roman „Berlin Alexanderplatz“, um zu klären, inwiefern diese Technik das Werk für filmische Adaptionen prädestiniert.
- Grundlagen des Intermedialitätsbegriffs nach Irina Rajewsky
- Analyse der filmischen Erzähltechniken im Roman
- Untersuchung von Montage, Zeitgestaltung und Perspektivwechsel
- Fallbeispiele: Rosenthaler Platz und Epilog
- Eignung des Romans als Vorlage für Literaturverfilmungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Filmisches Schreiben bei „Berlin Alexanderplatz“ nach Ekkehard Kaemmerling
Als Beispiel der Intermedialität wird in dieser Hausarbeit das filmische Schreiben bei „Berlin Alexanderplatz“ herausgearbeitet. Dafür wird Ekkehard Kaemmerlings Text „Die filmische Schreibweise“ hinzugezogen. Er beschreibt in seinem Text einzelne Merkmale des filmischen Schreibens, wie z.B. die Montage, und weist exemplarisch auf Textausschnitte aus „Berlin Alexanderplatz“ hin. Diese werden auch hier aufgezeigt.
Durch die knappen Ortsbeschreibungen, die fetzenartigen Dialogausschnitte und die zahlreichen eingefügten Zeitungsartikel liest sich der Roman „wie ein geschriebener Film“19. Bei der filmischen Schreibweise gibt es keine Trennung mehr zwischen dem Strom des fortlaufenden Textes, der vom Leser während des Lesens erfahren wird und zwischen der Regungslosigkeit eines Bildes, welches in seinem kompletten Umfang in einem Moment erfahren wird. (186) Aber ist nicht jede Schreibweise irgendwie filmisch? Kaemmerling äußert sich dazu so:
„Die Technik des Films legte die Formen und Möglichkeiten menschlicher Wahrnehmung in dem Moment fest, als der Roman in seiner aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts überkommenen Schreibweise mit den Veränderungen der Umwelt erkenntnisvermittelnd nicht mehr Schritt zu halten vermochte, und der Umgang mit den im Film verwandten Weisen des Sehens und „Beschreibens“ auf den Roman übergriff.“20
Erklären lässt sich die filmische Schreibweise durch die verschiedenen filmischen Sichten, auf die im folgenden Teil eingegangen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Intermedialität ein und stellt das Ziel der Hausarbeit dar, die filmische Schreibweise in Döblins Roman zu untersuchen.
2 Der Begriff Intermedialität: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Mediums und diskutiert verschiedene medientheoretische Ansätze zur Definition von Intermedialität.
2.1 Intermedialität – Begriffsbestimmung nach Irina Rajewsky: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Begriffsbestimmung durch Irina Rajewsky, wobei Formen wie Medienkombination, Medienwechsel und intermediale Bezüge differenziert werden.
3 Berlin Alexanderplatz als Roman für Literaturverfilmungen?: Der Abschnitt leitet zur spezifischen Untersuchung von Alfred Döblins Roman über und stellt die Forschungsfrage nach der Eignung des Werks für eine filmische Umsetzung.
3.1 Filmisches Schreiben bei „Berlin Alexanderplatz“ nach Ekkehard Kaemmerling: Dieses Kapitel analysiert konkrete filmische Stilmittel im Roman, wie Montage, Zeitgestaltung und Dialogführung, anhand der Theorie von Ekkehard Kaemmerling.
3.2 Der Rosenthaler Platz: Anhand einer detaillierten Szenenanalyse des Rosenthaler Platzes werden die filmischen Darstellungsweisen in der Beschreibung eines urbanen Raums verdeutlicht.
3.3 Epilog bei „Berlin Alexanderplatz“: Die Analyse des Epilogs zeigt auf, wie durch Perspektivwechsel und eine an das Medium Film angelehnte Erzählstruktur ein filmischer Eindruck beim Leser erzeugt wird.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass „Berlin Alexanderplatz“ durch die gezielte Integration filmischer Elemente als intermediale Lektüre gelten kann.
Schlüsselwörter
Intermedialität, Filmische Schreibweise, Berlin Alexanderplatz, Alfred Döblin, Irina Rajewsky, Ekkehard Kaemmerling, Montage, Literaturverfilmung, Medienwechsel, Adaptation, Erzähltechnik, Rosenthaler Platz, Medienwissenschaft, Romananalyse, Intermediale Bezüge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Intermedialität und untersucht, wie Alfred Döblin in seinem Roman „Berlin Alexanderplatz“ Techniken des Films in die literarische Erzählweise integriert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung der Intermedialität, die Analyse filmischer Elemente im Roman (wie Montage oder Zeitgestaltung) und die Adaptionsfähigkeit literarischer Werke.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, ob und warum der Roman „Berlin Alexanderplatz“ aufgrund seiner filmischen Schreibweise besonders gut für filmische Adaptionen geeignet ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine medienwissenschaftliche Literaturanalyse, wobei insbesondere die Theorien von Irina Rajewsky und Ekkehard Kaemmerling auf ausgewählte Textstellen des Romans angewendet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von filmischen Stilmitteln (Montage, Zeiterfahrung, Schuss-Gegenschuss) sowie die Anwendung dieser Erkenntnisse auf spezifische Kapitel wie den Rosenthaler Platz und den Epilog.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zu den prägenden Begriffen gehören Intermedialität, filmische Schreibweise, Montage, Adaptation und die spezifische mediale Verzahnung von Text und Bild bei Döblin.
Wie definiert der Autor das „filmische Schreiben“ im Kontext von Döblins Werk?
Es wird als eine Technik beschrieben, die dem Roman einen Rhythmus verleiht, der dem Zuschauererlebnis im Kino ähnelt, etwa durch den Verzicht auf vermittelndes Erzählen zugunsten einer unmittelbaren, szenischen Darstellung.
Welche Rolle spielen der Rosenthaler Platz und der Epilog in der Argumentation?
Sie dienen als konkrete Fallbeispiele, an denen die Montage von Raum und Zeit sowie der Einsatz von Einstellungsgrößen demonstriert wird, um die These der filmischen Erzählweise zu untermauern.
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- Laura Peters (Autor), 2013, Elemente der Intermedialität in "Berlin Alexanderplatz"., Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266787