Ein Bericht über das DaF-Hospitationspraktikum an der Universität Mailand


Praktikumsbericht / -arbeit, 2012

23 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0. Einleitung
1.1. Das Seminar Didaktik V: Unterrichtsanalyse - Hospitations- und Lehrpraktikum.
1.2. Allgemeines über die Unterrichtsbeobachtung in beiden Klassen

2.0. Erste Klasse des Praktikums: Deutsch III. Unterrichtsbeobachtung
2.1. Unterrichtsplanung
2.1.1. Bedingungsfeldanalyse: Einschränkungen und Handlungsspielräume
2.1.2. Sachanalyse: die fachwissenschaftliche Einarbeitung
2.1.3. Didaktische Analyse: Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen
2.2. Durchführung des Unterrichts

3.0. Zweite Klasse des Praktikums: Deutsch für Anfänger: Unterrichtsbeobachtung.
3.1. Unterrichtsplanung
3.1.1. Bedingungsfeldanalyse: Einschränkungen und Handlungsspielräume
3.1.2. Sachanalyse: die fachwissenschaftliche Einarbeitung
3.1.3. Didaktische Analyse: Begründung der didaktisch-methodischen Entscheidungen
3.2. Durchführung des Unterrichts

4.0. Schlussbemerkungen-Reflexionen zum Praktikum

5.0. Literaturverzeichnis

1.0. Einleitung.

In dieser Arbeit wird, laut Titel, das Praktikum des 8. Semesters im Rahmen des Seminars Didaktik V als Abschluss des Studiums für Deutsche Sprache und Philologie der Aristoteles Universität Thessaloniki didaktisch analysiert. Das Praktikum über die Didaktik der deutschen Sprache als Fremdsprache folgte auf die Vorbereitung im 7. Semester, nämlich das Seminar Didaktik IV der gleichen Kursleiterin. Aus eigener Motivation hat die Schreibende entschieden, das Praktikum statt, wie üblich, an einer griechischen Schule, an der Universität von Mailand im Rahmen des Erasmus Placement Programms zu absolvieren.[1]

Konkreter wird in folgenden Kapiteln dargestellt, was wir im Seminar Anfang des Semesters besprochen und gelernt haben und wie das Hospitationspraktikum gestaltet war. Im wichtigsten und längsten Teil der Arbeit geht es um das Praktikum selbst, und zwar werden die Unterrichtsbeobachtung und Unterrichtsplanung in beiden Klassen ausführlich analysiert.

1.1. Das Seminar Didaktik V: Unterrichtsanalyse - Hospitations- und Lehrpraktikum.

Der theoretische Teil des Seminars wurde in der Form eines intensiven Blockseminars durchgeführt, und dabei wichtige didaktische Aspekte besprochen, Beobachtungsmaterialien analysiert und geübt und die letzten Schritte der Vorbereitung vorgenommen, um zu unserem, und für die meisten auch ersten, Unterricht gut vorbereitet und konzentriert zu erscheinen. Ebenso nützlich war auch die Behandlung der Berichte und der Klausur letzten Semesters, da wir die Verbesserungsmöglichkeiten besprochen haben, um in Zukunft ähnliche Fehler zu vermeiden.

Innerhalb dieser fünf Tagen wurden Themen besprochen wie: wie organisiert man ein Leseverständnis/Textarbeit/Kontrollphase oder: wie sieht eine echte Gruppen- und Partnerarbeit anhand von Videosequenzen aus realem Unterricht. Um zu üben haben wir Z.B. schrittweise Vermutungen angestellt, wie die Unterrichtsphasen gestaltet sein könnten, und dann den realen Unterricht angeschaut. Dadurch haben wir Kommentare und Einwürfe geäußert; dass man Z.B. keine spontanen und irrelevanten Fragen stellen darf, nachdem man eine bestimmte Aufgabe gestellt hat, wo diese Fragen nicht enthalten sind, das verhindert nämlich die Interaktion (für die Beobachtungsprotokolle siehe auf Seite 3 bis 7 des Anhangs).

Nachdem wir uns vorbereitet haben und jede Gruppe ihre Klasse und Plan kannte, begann die Hospitation. Normalerweise findet diese in einer Grundschule oder Gymnasium statt sowie in privaten Institutionen, wie das Goethe Institut Thessaloniki. Unsere Aufgabe ist den Unterricht zu beobachten und Beobachtungsbögen zur Interaktion, Grammatikbehandlung usw. auszufüllen, eine Lehrskizze anhand der vom Lehrerin gegebenen Materialien zu vorbereiten und mit ihm/ihr nach dem Unterricht eventuell zu besprechen und eine eigene Unterrichtsstunde zu gestalten. Dieser Lehrversuch ist nicht einfach, da wir zum ersten Mal in einer realen Klasse arbeiten und das bis zum diesen Punkt Theoretische und mit jedem Detail Geplante, muss jetzt in der Praxis durchgeführt werden, wobei man im realen Unterricht nicht alles vor sehen kann.

Es ist notwendig zu erwähnen, dass in meinem Fall viele dieser Faktoren anders waren: 1. Es ging nicht um eine Schule, sondern um eine Universität, 2. Die TN waren keine Kinder, sondern Erwachsene und zwar des gleichen Status, nämlich Studentinnen (eine Klasse von Germanistik Studentinnen und eine von Philosophie Studentinnen), 3. Wir teilten nicht eine gemeinsame Muttersprache, da meine Griechisch und der TN Italienisch war, 4. Die Unterrichtsräume waren ganz anders als in einer Schule, was Z.B. die Sozialformen oder Aktivitäten beschränken könnte. Das alles war aber keine Belastung sondern eine sehr gute Gelegenheit sich über Unterrichtgestaltung und Unterrichtplanung intensiver auszubilden und eine Aufforderung zur Selbstentwicklung. Die zwei Kursleiterinnen waren auch sehr hilfreich und kooperativ und haben mich in ihren Klassen herzlich aufgenommen, dabei habe ich viele nützliche Dinge von ihnen gelernt. Die Erfahrung des Praktikums im Ausland ist sehr wichtig, und ich würde ohne Vorbehalt Vorschlägen dass die Studentinnen in den nächsten Jahren auch über diese Möglichkeit informiert werden und mehr von uns die Gelegenheit haben, in Deutschland oder in anderen Ländern ein Praktikum zu absolvieren.

1.2. Allgemeines über die Unterrichtsbeobachtung in beiden Massen.

Die Unterrichtsbeobachtung dient zwei groben Zielen: dem Lernen und dem Beurteilen, die sich ihrerseits in folgende Feinziele unterteilen: Ausbildung der Beobachtenden, da das Praktikum zum Studium gehört, und die Bewertung und Beurteilung des Unterrichtverfahrens . Was die Rollenverteilung betrifft, als einzige Hospitantin hatte ich alleine die Verantwortung für meine Aktionen aber auch die Freiheit meine Arbeit unabhängig zu organisieren. Mein Verhältnis zu den Dozentinnen war natürlich immer respektvoll und höflich, und ich hatte die Freiheit Fragen zu stellen und mit ihnen zu diskutieren. Im Allgemeinen ging ich fast zu allen Vorlesungen, machte mir Notizen und wenn es Fragen gab und die KL Zeit hatte, klärten wir diese.

Die erste Sitzung habe ich ungesteuert beobachtet. Frau Dr. s. kannte ich schon aus dem Wintersemester als ich die Universität von Mailand besucht hatte, mit Frau Dr. Büch hatte ich bis dahin nur per E-Mail Kontakt. In der zweiten Sitzung habe ich die Lehrskizze und die Beobachtungsbögen für die Aspekte die vorgekommen sind ausgefüllt. Da ich noch ein ganzes Semester Zeit hatte, bin ich zu fast jeder Vorlesung gegangen und habe die ״Globale Unterrichtsbeobachtung” immer ausgefüllt obwohl ich für den Bericht nur eine brauchte. Die Texte zur Unterrichtsbeobachtung der beiden Klassen beziehen sich nur auf die jeweilige zweite Sitzung und nicht auf die weiteren globalen Beobachtungen. Leider war die Zeit ziemlich knapp um die Materialien der Sitzungen früher zu bekommen, die Lehrskizze zu vorbereiten und sie mit den KL zu besprechen.[2]

2.0. Erste Klasse des Praktikums: Deutsch III. Unterrichtsbeobachtung.

A. Allgemeines über die beobachtete Stunde.

Diese beobachtete Klasse setzt sich aus ungefähr zwanzig Studentinnen[3] zusammen, die im dritten Jahr Germanistik studieren und regelmäßig an diesem Kurs unter Leitung von Frau Dr. s. teilnehmen. Frau Dr. s. unterrichtet diese Gruppe bereits seit mehreren Semestern, und dass sieht man-auch, da sie alle ihre Teilnehmer kennt und zu ihnen eine lockere und freundliche Beziehung hat. Die TN sind im allgemeinen aufmerksam und gut motiviert. Dabei äußern sie sich oft und offen, was mich beeindruckt hat, wenn ich damit meine Erfahrung aus dem Deutschunterricht an der Universität vergleiche[4]. Die TN haben kleine Gruppe gebildet, die immer zusammen sitzen. Wenn es um eine Gruppenarbeit geht, bleiben sie meistens in diesen Gruppen, und oft wird es nach ein paar Minuten ziemlich laut. Wenn das passiert wendet sich die KL zu ihnen und fragt nach dem Verlauf der Aufgabe. Eine Lemmethode die die KL verwendet, ist dass sie in jeder thematischen Einheit einen Studenten oder eine Studentin nennt, die das Glossar schreibt. Das bedeutet, dass diese TN im Unterricht die wichtigsten Wörter notieren. Diese übersetzen sie dann auf italienisch, die KL korrigiert und schickt sie an alle per E-Mail. Ich fand das sehr nützlich und gut für alle, da sie alle natürlich auch dran kommen. Außer diesem Unterricht den ich beobachtet habe gibt es auch Extrastunden, wo vor allem die Übersetzung geübt wird. Ich bin in diesem Unterricht nicht anwesend gewesen, da es nicht besonders wichtig für die didaktische Beobachtung ist. Was mich überrascht hat, ist dass an der Universität Diktat geübt wird, nicht nur von Frau s. aber generell für Fremdsprachen.

Frau Dr. s. ist in ihrem Unterricht sehr gefällig und findet immer interessante Aufgaben um das Interesse ihrer TN zu erwecken (siehe Lehrskizze auf Seite 9 des Anhangs). Wie man an der Interaktion beobachten kann (siehe auf Seite 13 des Anhangs) ist ihre Art eher freundlich und humorvoll als autoritär. Dieses Verhalten scheinen die TN zu schätzen und sind auch ihrerseits offen und aufmerksam, und nutzen die Freiheit die ihnen gegeben wird um Fragen zu stellen und aktiv teilzunehmen.

Was ich besonders interessant in dieser Stunde fand war zum einen die Gruppenarbeit die Frau Dr. s. am Anfang des Unterrichts spontan einsetzte, weil viele TN in der letzten Sitzung abwesend waren und die Textbehandlung die wichtig war, verpasst hatten. Diese Entscheidung zeigte die Erfahrung und Bereitschaft der KL für ungeplante Situationen. Was mir noch einen sehr guten Eindruck gemacht hat war die Notizentechnik. Die TN üben eine direkte (kognitive) Lernstrategie, um das Wesentliche in einem Text finden zu können. Die KL fragte ihre TN welche Methoden sie zum Notieren verwenden, und so haben die TN ihre eigene Erfahrungen untereinander ausgetauscht. Der Unterricht war sehr gut organisiert außer dass keine Zeit blieb, um die Grammatik zu behandeln, wie geplant, es wurde mir aber klar dass man nicht immer alles in einer Stunde schafft, was man vor hat. Diesen Zeitdruck könnte man sich m.E. dadurch ersparen, dass man nicht den ganzen Text bei der Notizentechnik in der Klasse behandelte, sondern nur einen Teil davon, da der Text sowieso im Skript Stand und die TN diesen als HA zu Hause weiterüben könnten. Außerdem könnte der Schreibanlass (Notizen für die Fassung einer Zusammenfassung) vor der Aufgabe genannt werden, damit die TN wissen, worauf sie sich konzentrieren sollen.

B. Spezifische Aspekte der beobachtenden Stunde.

Die Redeanteile zwischen KL und TN werden ungefähr auf 60 zu 40 verteilt, der Anteil der KL ist die Aufgaben zu erklären und Fragen zu stellen, während die TN die Chance haben das authentische dialogi sch-interaktives Sprechen zu üben, sie interagieren als sie selbst[5] und teilen mit ihrer KL aber auch miteinander echte, reale Erfahrungen in der Zielsprache. Die KL lässt die TN aussprechen und wenn sie Fehler machen dann korrigiert sie sehr höflich und sogar humorvoll, oder bezieht diese Fehler in den Verlauf des Unterrichts mit ein, wobei sie nicht immer direkt korrigiert, sondern die TN auch zur Selbstkorrektur auffordert (über Lehrersprache Schülersprache Korrektur auf Seite 15 des Anhangs). Aus meiner Erfahrung aus weiteren Stunden werde ich hier erwähnen dass diese Anteile ist auch ein Ergebnis des gesamten Lehrziels, also des Hörverstehens (über die Behandlung von Texten und Hörmaterialien siehe auf Seite 17 des Anhangs) und der Fertigkeit Schreiben, weswegen es wichtiger war das Hören und Schreiben in dieser Sitzung zu üben, als das Sprechen. In anderen Sitzungen wurde das Sprechen viel mehr geübt.

Im Unterricht werden viele Sozialformen verwendet, und dass obwohl die Aula ziemlich begrenzend wegen der Sitzordnung scheint. Durch diesen Wechsel der Sozialformen werden die TN aktiviert. Die einzige Sozialform die leicht den Verlauf des Unterrichts stört ist die Gruppenarbeit, die aber trotzdem sehr oft verwendet wird. Da die TN immer mit ihren Freunden zusammen sitzen wird es manchmal ziemlich laut bei der Zusammenarbeit, in diesem Fall greift die KL ein und steuert die Aufgabe (über die Gruppenarbeit auf Seite 18 des Anhangs). Außerdem werden keine Rollen verteilt weder bei der Gruppen- noch bei der Partnerarbeit, aber das scheint eher die Zusammenarbeit und gleiche Teilnahme aller TN zu fördern, als störend zu sein.

Frau Dr. s. war sehr kooperativ und freundlich, sowohl zu mir als Hospitantin, wie auch zu ihren TN. Vor jeder Sitzung erklärte sie mir was sie vor hatte und was sie bearbeiten wurde und auch während des Unterrichts erklärte sie mir oft die Schwierigkeiten der TN bei den Aufgaben und sonstiges. Ich hatte das Skript des Seminars kopiert und wenn andere Materialien verwendet wurden, wurden mir auch diese gegeben. Nach den Sitzungen könnte ich auch mit ihr über den Unterricht diskutieren und meine Kommentare machen, die fast ausschließlich positiv waren. Obwohl, wie erwartet, ich manche Stellen gesehen habe die wir im Unterricht anders gelernt haben (z.B. die Rollenverteilung in der Partner- und Gruppenarbeit) war mein Eindruck im Allgemeinen positiv (über die Gruppenarbeit siehe auf Seite 18 des Anhangs).

2.1. Unterrichtsplanung.

Nach unserem Gespräch mit Frau Dr. s. haben wir uns entschieden dass ich in der letzten thematischen Einheit des Seminars in Erscheinung trete, nämlich ״Umwelt”. Frau Dr. s. hat mich gebeten eine Einführung zum wichtigen Wortschatz fürs Thema zu vorbereiten und mir eine ganze Sitzung dafür gegeben.

[...]


[1] Von Februar bis April 2012.

[2] Ziebell, Barbara: Unterrichtsbeobachtung und Lehrerverhalten. Femstudieneinheit 32. Langenscheidt. Goethe-Institut München 2003. Seite 12.

[3] In Italien studiert inan nicht exklusiv eine Sprache. Das Studium der Fremde Sprachen und Literaturen beinhaltet auf jeden Fall zwei Sprachen, also die TN studieren auch Englisc h, Spanisch usw. Die andere Sprache kann ein Vergleichs- oder sogar Hilfsmittel für Deutsch sein.

[4] Wobei es keine Trennung zwischen ״Anfängern” und ״Fortgeschrittenen” wie bei uns gibt, hauptsächlich weil es keine Muttersprachler unter den TN gibt.

[5] Storch Günther: Deutschals Fremdsprache- Eine Didaktik. Wilhelm Fink GmbH & Co. Verlags-KG. Paderborn, 1999. Seite 230.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Ein Bericht über das DaF-Hospitationspraktikum an der Universität Mailand
Hochschule
Αριστοτέλειο Πανεπιστήμιο Θεσσαλονίκης - Thessaloniki
Veranstaltung
Didaktik V
Note
1,5
Autor
Jahr
2012
Seiten
23
Katalognummer
V266827
ISBN (eBook)
9783668706811
ISBN (Buch)
9783668706828
Dateigröße
683 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bericht, daf-hospitationspraktikum, universität, mailand
Arbeit zitieren
Anastasia Mavridou (Autor), 2012, Ein Bericht über das DaF-Hospitationspraktikum an der Universität Mailand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266827

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