Gelegentlich suchen wir nach Motiven für unser Verhalten. Motive sind nicht direkt beobachtbar, vielmehr dienen sie als gedankliche Hilfskonstruktionen, in Fachtermini als sogenannte hypothetische Konstrukte bekannt. Diese sollen „zwischen beobachtbaren Gegebenheiten, die aufeinander folgen, erklärend vermitteln“, wie Heckhausen (1974, S.142) es ausdrückt.
Oftmals ergeben sich Erklärungsschwierigkeiten, wenn zwischen Verhalten und angenommen Motiv keine eindeutige Beziehung besteht. Nach Heckhausen (1989) befasst sich die Motivationsforschung mit der Funktion von Aktivitäten und dem Entstehen von Verhalten.
Motivation entsteht aus der Interaktion von Person und Situation, d.h. spezifische überdauernde Persönlichkeitsmerkmale (die Motive) werden durch die Wahrnehmung bestimmter Situationsbedingungen, die man als Anreize bezeichnet, aktiviert. Die Motivationsdiagnostik versucht durch geeignete Verfahren, Aussagen über individuelle Antriebe, Bedürfnisse, Strebungen, Interessen, Handlungsziele u. ä. zu gewinnen.
In dieser Arbeit erfolgt eine Betrachtung von Motiven und Motivation. Desweiteren erfolgt eine Unterteilung der Motivation in vier Grobklassen von Motivationsformen und vier Grobklassen von Motivationsdefiziten nach Rheinberg (2004). Anschließend erfolgt eine detaillierte vergleichende Betrachtung von verschiedenen Motivationstheorien.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hauptteil
- Motive
- Motivation
- Motivationsformen und Motivationsdefizite
- Motivationstheorien im Vergleich
- Theorie des „Flow-Erleben“ nach Csikszentmihalyi (1975)
- Der psychologische Zusammenhang zwischen Motivation und Willen nach Ach und Lewin
- Das „Rubikon-Modell“ nach H. Heckhausen
- Schlussteil
- Literatur
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Erläuterung von Motiven und Motivation. Sie soll einen umfassenden Überblick über die Entstehung und Funktionsweise von Motivation als psychologisches Phänomen liefern. Die Arbeit beleuchtet die verschiedenen Formen der Motivation und deren Defizite, sowie die zentralen Motivationstheorien und deren Vergleich.
- Motive als zeitlich überdauernde psychische Dispositionen
- Motivation als zielgerichtetes Verhalten
- Motivationsformen und -defizite
- Vergleich verschiedener Motivationstheorien
- Einfluss von Person und Situation auf die Motivation
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Diese Einleitung führt in das Thema Motivation ein und erläutert die Bedeutung von Motiven als gedankliche Konstrukte, die menschliches Verhalten erklären können. Sie beleuchtet die Interaktion von Person und Situation, die zur Entstehung von Motivation führt. Der Fokus liegt auf der Beschreibung von Motiven als überdauernde Persönlichkeitsmerkmale, die durch bestimmte Anreize in der Situation aktiviert werden.
Hauptteil
Motive
Dieser Abschnitt befasst sich mit der Definition und den Eigenschaften von Motiven als zeitlich überdauernde psychische Dispositionen. Er beschreibt die Unterscheidung zwischen primären und sekundären Motiven und deren Bedeutung für menschliches Handeln. Der Abschnitt beleuchtet auch die evolutionäre Perspektive auf Motive und deren Rolle für das Überleben und die Weitergabe von Genen.
Motivation
Dieser Abschnitt erläutert Motivation als zielgerichtetes Verhalten, das aus der Interaktion von Person und Situation entsteht. Er beschreibt die verschiedenen Komponenten der Motivation, einschließlich kognitiver Prozesse, anreizverleihender Effekte und der Bedeutung von Affektwechseln. Der Abschnitt verdeutlicht auch den Einfluss von individuellen Unterschieden in der Motivstärke, die durch die Bewertung von Anreizen und die Erwartung der Zielerreichung entstehen.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter dieser Arbeit sind Motivation, Motive, Anreize, Handlungsziele, Bedürfnisse, Interessen, Motivationsformen, Motivationsdefizite, Motivationstheorien, Flow-Erleben, Rubikon-Modell, psychologischer Zusammenhang, Persönlichkeitsmerkmale, Werte, Erwartungen, Verhalten, Situation, Person, Affektwechsel, kognitive Prozesse.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Motiven und Motivation?
Motive sind zeitlich überdauernde Persönlichkeitsmerkmale (Bedürfnisse), während Motivation der aktuelle Zustand ist, der aus der Interaktion von Person und Situation (Anreizen) entsteht.
Was versteht man unter dem "Flow-Erleben" nach Csikszentmihalyi?
Flow bezeichnet den Zustand des völligen Aufgehens in einer Tätigkeit, bei dem Anforderung und Fähigkeit optimal im Einklang stehen und das Zeitgefühl verloren geht.
Was erklärt das "Rubikon-Modell" von Heckhausen?
Das Modell beschreibt die Phasen einer Handlung: vom Abwägen (prädezisional) über das Überschreiten des "Rubikons" (Entschluss) bis hin zur Ausführung und Bewertung der Handlung.
Welche Motivationsdefizite gibt es nach Rheinberg?
Die Arbeit unterteilt Motivation in vier Grobklassen von Formen und vier entsprechende Klassen von Defiziten, die erklären, warum Handlungen unterbleiben.
Was sind "hypothetische Konstrukte" in der Motivationsforschung?
Motive sind nicht direkt beobachtbar; sie werden als gedankliche Hilfskonstruktionen genutzt, um beobachtbares Verhalten erklärend zu vermitteln.
Welche Rolle spielt die Situation bei der Entstehung von Motivation?
Die Wahrnehmung bestimmter Situationsbedingungen fungiert als Anreiz, der die inneren Motive einer Person aktiviert und so zielgerichtetes Verhalten auslöst.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Arndt (Autor:in), 2014, Grundsätzliches zur Motivation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/266977