Diese Hausarbeit nimmt Bezug auf das Seminar „Die deutsch-französische Freundschaft: 50 Jahre Elysée-Vertrag“, welches eine Teilleistung im Rahmen des Moduls 5 „Bildung und Erziehung im gesellschaftlichen Kontext“ darstellt. Dieses ist im Masterstudiengang Wirtschaftspädagogik an der Universität Kassel zu absolvieren. Ziel ist die Erstellung einer vier- bis achtseitigen qualitativ hochwertigen Hausarbeit. Mein großes Interesse an Frankreich bewegte mich zur Wahl dieses Seminars. Gerade die Thematik der deutsch-französischen Beziehungen ist im Jahre 2013 besonders relevant, da sich der Abschluss des Elysée-Vertrags (1963) nun zum 50ten Mal jährt. Das Thema der vorliegenden Arbeit lautet „Der Weg Deutschlands und Frankreichs zum Elyséevertrag ab 1945 mit Blick auf die Herausforderungen dieser Zeit“. Die Arbeit gliedert sich wie folgt: Im Rahmen dieser Arbeit wird zunächst die Entwicklung in den deutsch-französischen Beziehungen chronologisch in vier Phasen eingeteilt: „Que faire d’Allemagne“, „Europäische Integration durch deutsch-französische Annäherung“, „Normalisierung und Annäherung“ sowie „Der politische Weg zum Elysée-Vertrag“. Abschließend wird eine Bewertung der Intentionen in den deutsch-französischen Beziehungen vorgenommen. In der Ausarbeitung wird klar herausgearbeitet, was nach der Stunde „Null“ nach dem zweiten Welt-krieg in den deutsch-französischen Beziehungen passierte, sodass es Anfang der 1960er Jahre mit dem Elysée-Vertrag zum Freundschaftsvertrag zwischen Deutschland und Frank-reich kommen konnte. Aufgrund des begrenzten Umfangs der Hausarbeit und der Tatsache, dass die Arbeit nicht im Studiengang Geschichte sondern Wirtschaftspädagogik geschrieben wird, können gewisse Aspekte nur sehr eingeschränkt dargestellt werden. Eine ausführlichere Behandlung der Fragestellung würde den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen. Bei der Literaturrecherche wurde nichtdestotrotz einschlägige, relevante und aktuelle Literatur verwendet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil
2.1 Phase 1: Que faire d’Allemagne
2.2 Phase 2: Europäische Integration durch deutsch-französische Annäherung (1949 – 1954)
2.3 Phase 3: Normalisierung und Annäherung (1955 – 1958)
2.4 Phase 4: Der politische Weg zum Elysée-Vertrag (1958 – 1963)
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung der deutsch-französischen Beziehungen von der Stunde Null nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Abschluss des Elysée-Vertrags im Jahr 1963 nachzuzeichnen und die zugrunde liegenden politischen Motive sowie Herausforderungen zu analysieren.
- Chronologische Analyse der deutsch-französischen Beziehungen in vier Phasen
- Einfluss des Kalten Krieges auf die europäische Integration
- Die Rolle der französischen Besatzungspolitik und des Wandels hin zur Aussöhnung
- Bedeutung der politischen Führung durch Adenauer und de Gaulle
- Strukturelle Entwicklung von der Konfrontation zur engen Kooperation
Auszug aus dem Buch
Phase 1: Que faire d’Allemagne
Zunächst sollen die geschichtlichen Ereignisse in dieser Phase beschrieben werden: Vom 04. bis zum 11.02.1945 fand die Gipfel-Konferenz von Jalta statt, in der Frankreich den Status einer Siegermacht erhielt mit eigener Besatzungszone im Südwesten Deutschlands. Es handelte sich hierbei um ein diplomatisches Treffen der alliierten Staatschefs Franklin D. Roosevelt (USA), Winston Churchill (Vereinigtes Königreich) und Josef Stalin (UdSSR) im Badeort Jalta. Churchill überzeugte Stalin und Roosevelt vom Vorschlag einer eigenen französischen Besatzungszone (vgl. Defrance/Pfeil 2011, S. 43). Es wurde zudem die neue Landkarte Europas beschlossen: Deutschland musste Gebietsverluste hinnehmen durch die Westverschiebung Polens, den Verlust Schlesiens, Königsbergs und Ostpreußens (vgl. Chaigneau/Seidendorf 2012, S. 38). Vom 17.07. bis 02.08.1945 fand die Konferenz von Potsdam statt, als Treffen der drei Hauptalliierten zur Beratung über das weitere Vorgehen (vgl. ebd.). Am 1. Januar 1947 wurden die ursprünglich getrennten US-amerikanischen und britischen Besatzungszonen zur Bizone zusammengeschlossen. Im Anschluss wurde sehr schnell die Forderung nach einer Trizone, unter Einbeziehung der französischen Besatzungszone, erhoben. Damit wuchs der Druck auf Frankreich, eine westdeutsche Staatenbildung zu akzeptieren (vgl. ebd., S. 39). Im März 1948 einigten sich die drei Westmächte in London darauf, ihre Besatzungszonen in Deutschland, die amerikanische, die britische sowie die französische Besatzungszone, zur so genannten Trizone zusammenzuschließen. Am 01.06.1948 stimmte Frankreich dann den Londoner Empfehlungen zu. Hiermit wurde beschlossen, den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands eine gemeinsame staatliche Ordnung zu geben (vgl. Schwarz 1994, S. 72).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Rahmen der Hausarbeit, ihre Motivation und die chronologische Gliederung der deutsch-französischen Beziehungen in vier spezifische Phasen.
2 Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die historische Entwicklung zwischen Deutschland und Frankreich ab 1945, von den ersten Besatzungsjahren bis zur Unterzeichnung des Freundschaftsvertrags.
2.1 Phase 1: Que faire d’Allemagne: Dieses Kapitel behandelt die unmittelbare Nachkriegszeit, die Besatzungszonen und die französische Politik der Schwächung Deutschlands.
2.2 Phase 2: Europäische Integration durch deutsch-französische Annäherung (1949 – 1954): Hier wird der Beginn der europäischen Integration durch den Schuman-Plan und die Gründung der EGKS sowie die Aufnahme der BRD in die NATO beschrieben.
2.3 Phase 3: Normalisierung und Annäherung (1955 – 1958): Dieses Kapitel beleuchtet die Rückgabe des Saarlandes und die zunehmende Intensivierung der zivilgesellschaftlichen und nuklearen Zusammenarbeit.
2.4 Phase 4: Der politische Weg zum Elysée-Vertrag (1958 – 1963): Dieser Abschnitt widmet sich den entscheidenden politischen Treffen zwischen Adenauer und de Gaulle, die letztlich zum Abschluss des Elysée-Vertrags führten.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie sich die Beziehung von einer tiefen Feindschaft zu einer engen Partnerschaft innerhalb einer Generation entwickelte und welche Rolle dabei die politische Interessenlage spielte.
Schlüsselwörter
Elysée-Vertrag, Deutschland, Frankreich, Europäische Integration, Besatzungszonen, Adenauer, de Gaulle, Kalter Krieg, deutsch-französische Aussöhnung, EGKS, Saarfrage, Trizone, politische Kooperation, Nachkriegsgeschichte, Freundschaftsvertrag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den historischen Prozess der deutsch-französischen Aussöhnung von 1945 bis 1963 mit dem Ziel, den Weg zum Elysée-Vertrag nachzuzeichnen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die französische Besatzungspolitik, die europäische Integration, die Rolle der NATO und die persönliche Zusammenarbeit zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Deutschland und Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg von einer Phase der Konfrontation und gegenseitigen Kontrolle schrittweise zu einer engen politischen Partnerschaft entwickelten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin wendet eine chronologische Literaturanalyse an, um die historischen Ereignisse in vier aufeinanderfolgenden Phasen zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in vier Phasen: Von der „Stunde Null“ und dem Status als Besatzungsmacht über die ersten Schritte der europäischen Integration und die Saarfrage bis hin zur finalen politischen Annäherung unter de Gaulle und Adenauer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Elysée-Vertrag, deutsch-französische Aussöhnung, Europäische Integration, Kalter Krieg und die politische Führung durch Adenauer und de Gaulle.
Welche Bedeutung kommt dem „Schuman-Plan“ in dieser Untersuchung zu?
Der Schuman-Plan wird als wesentlicher Wendepunkt markiert, da er durch die Schaffung einer supranationalen Behörde für Kohle und Stahl die ökonomische Basis für die politische Integration schuf.
Warum war das persönliche Verhältnis zwischen Adenauer und de Gaulle laut der Arbeit so entscheidend?
Die Arbeit betont, dass ihr persönliches Engagement und ihr Bekenntnis zur Aussöhnung beim Treffen in Colombey-les-deux-Eglises die politische Abkehr von den anfänglichen französischen Zielen der Schwächung Deutschlands ermöglichten.
- Citation du texte
- Verena Bartschat (Auteur), 2013, Der Weg Deutschlands und Frankreichs zum Elyséevertrag ab 1945, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267055