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Axel Honneth: Arbeitslosigkeit zwischen Menschenwürde und Gerechtigkeit

Kampf um Anerkennung

Title: Axel Honneth: Arbeitslosigkeit zwischen Menschenwürde und Gerechtigkeit

Term Paper , 2013 , 16 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Catharina Haertel (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Letztes Jahr hat die Hartz IV Reform ihren 10. Geburtstag gefeiert. Nichts fürchten die Deutschen mehr, als arbeitslos zu werden. Gleichwohl wird Deutschland von seinen Nachbarn für seine stabile Wirtschaft und seine niedrigen Arbeitslosenquoten beneidet. Der Begriff „German Jobwunder“ hat das Zeug, zu einem neuen deutschen Lehnwort im Englischen zu werden. Dennoch ist Arbeitslosigkeit eines der größten Probleme im modernen Sozialstaat. 2012 betraf dies im Jahresdurchschnitt 2.897.000 Menschen, davon wurden 902.000 von den Agenturen für Arbeit und 1.995.000 von den Jobcentern betreut. Dabei handelt es sich zwar um die geringste Höhe seit 1991, aber die Erfahrung mit Arbeitslosigkeit bzw. der Thematisierung von Arbeitslosigkeit hat die Angst davor geschürt. Welche Auswirkungen dieses auf Gesellschaft sowie seine Individuen hat und welche Bedeutung Gerechtigkeit und Menschenwürde in diesem Zusammenhang haben, soll im Folgenden dargestellt und mit der kritischen Theorie der Anerkennung Axel Honneths verbunden werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arbeitslosigkeit

2.1. Der Begriff der Arbeitslosigkeit

2.2. Bedeutung der Arbeitslosigkeit für die Gesellschaft

2.3. Bedeutung der Arbeitslosigkeit für das Individuum

3. Menschenwürde und Gerechtigkeit

3.1. Der Begriff der Menschenwürde

3.2. Das Existenzminimum als menschenwürdige Existenzsicherung

3.3. Gerechtigkeit als Grundgedanke des Sozialstaates

4. Axel Honneths kritische Theorie

4.1. Die drei Sphären der Anerkennung

4.2. Gerechtigkeitstheorie

5. Sorgt der Staat für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Anerkennung unter den Bürgern?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf Individuen und Gesellschaft unter Berücksichtigung der Anerkennungstheorie von Axel Honneth. Ziel ist es zu analysieren, inwiefern das staatliche Handeln – insbesondere im Kontext von Hartz IV – den Anforderungen an Menschenwürde, Gerechtigkeit und soziale Anerkennung gerecht wird.

  • Analyse des Begriffs und der sozio-ökonomischen Bedeutung von Arbeitslosigkeit.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen Menschenwürde, Existenzsicherung und staatlicher Gerechtigkeit.
  • Erläuterung der Anerkennungstheorie Axel Honneths und ihrer drei zentralen Sphären.
  • Kritische Reflexion staatlicher Sozialpolitik anhand der Stigmatisierung und Ausgrenzung von Arbeitslosen.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die drei Sphären der Anerkennung

Die Grundlage zu Axel Honneths kritischer Theorie an der modernen Gesellschaft bilden drei Sphären, die jeweils ihrerseits dem Analysemuster Honneths unterliegen. Er bezieht sich in seinen Ausführungen auf die Bereiche der Persönlichkeitstheorie, der Anerkennungsformen, des Entwicklungspotenzials und der praktischen Selbstbeziehung von Individuen und stellt dar, was geschieht, wenn diese Missachtungen erfahren und ihre Persönlichkeit bedroht sehen. Die drei Sphären, die vollständig durchlaufen werden, um zu einem gesunden Selbst und Anerkennung zu führen, sind:

• Soziale Wertschätzung

• Recht

• Liebe

Die Sphäre der sozialen Wertschätzung charakterisiert das Individuelle im Menschen jedoch immer vor dem Hintergrund der Leistungsgesellschaft. Ein intersubjektiver Wertehorizont ist daher die Voraussetzung für eine wechselseitige Wertschätzung. Da nur kollektive Werte zu einem kulturellen Selbstverständnis führen können, bilden sich kulturelle Statusgruppen heraus, die innerhalb als symmetrisch und zwischen den Gruppen als asymmetrisch bezeichnet werden. Menschen brauchen gleiche Ziele, um zu einer wechselseitigen Anerkennung zu gelangen. Die Voraussetzung dafür sind persönliche Eigenschaften, die zum Erreichen gesellschaftlicher Ziele beitragen und schon im frühen Kindesalter gestellt werden. Es gilt das Prinzip der Chancengleichheit. Individuelle Leistungen werden anerkannt und gewertschätzt. Da nicht alle Menschen jedoch gemeinsame Werte haben können, orientieren sie sich an gleichen Werten, was zu einer hierarchisch gestaffelten Wertschätzung führt und dazu, dass Menschen in den Kampf um Aufenthalt in der Statusgruppe treten. Dieser Kampf konnte erst durch den Wandel von ständischen zu modernen Gesellschaftsformen entstehen. Der Mensch wurde vor einem gemeinsamen Wertehorizont immer individueller und konnte so seine Selbstbestimmung ausbilden. Identitätsbildung ist also gleichzusetzen mit Individualitätsbildung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichem Erfolg ("German Jobwunder") und der anhaltenden Problematik der Arbeitslosigkeit sowie der daraus resultierenden Angst der Individuen.

2. Arbeitslosigkeit: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Arbeitslosigkeit rechtlich und analysiert deren sozio-ökonomische Kosten für die Gesellschaft sowie die psycho-sozialen Auswirkungen auf das Individuum.

3. Menschenwürde und Gerechtigkeit: Hier werden die verfassungsrechtlichen Grundlagen der Menschenwürde und des Sozialstaates erörtert, wobei der Fokus auf dem soziokulturellen Existenzminimum und dem Gerechtigkeitsgedanken liegt.

4. Axel Honneths kritische Theorie: Dieses Kapitel stellt die drei Sphären der Anerkennung (Wertschätzung, Recht, Liebe) vor und kritisiert liberale Gerechtigkeitstheorien, die Anerkennung gegenüber der reinen Güterverteilung vernachlässigen.

5. Sorgt der Staat für Menschenwürde, Gerechtigkeit und Anerkennung unter den Bürgern?: Das Schlusskapitel prüft kritisch, ob das Hartz-IV-System den Anforderungen an eine würdige Teilhabe gerecht wird oder ob es zu Stigmatisierung und Ausgrenzung führt.

Schlüsselwörter

Arbeitslosigkeit, Anerkennungstheorie, Axel Honneth, Menschenwürde, Soziale Gerechtigkeit, Hartz IV, Existenzminimum, Leistungsgesellschaft, Stigmatisierung, Sozialstaat, Identitätsbildung, Soziale Wertschätzung, Arbeitsmarkt, Chancengleichheit, Soziale Ausgrenzung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Problematik der Arbeitslosigkeit im modernen Deutschland und hinterfragt, ob die staatliche Unterstützung, insbesondere im Rahmen der Hartz-IV-Gesetzgebung, den moralischen Anforderungen an Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit genügt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Arbeitsmarktpolitik, das verfassungsrechtliche Existenzminimum, die philosophische Anerkennungstheorie nach Axel Honneth und die soziologischen Folgen von Stigmatisierung durch Arbeitslosigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem staatlichen Anspruch auf soziale Sicherung und der erlebten sozialen Missachtung von Arbeitslosen aufzudecken und diese mittels der Honnethschen Anerkennungstheorie einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die soziologische und philosophische Konzepte auf aktuelle politische und sozialwissenschaftliche Daten sowie empirische Studien zum deutschen Arbeitsmarkt anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Definition von Arbeitslosigkeit, eine Analyse der verfassungsrechtlichen Begriffe Menschenwürde und Gerechtigkeit, die detaillierte Darstellung der Anerkennungstheorie nach Honneth und eine kritische Überprüfung staatlicher Maßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Anerkennung, Gerechtigkeit, Menschenwürde, Arbeitslosigkeit, Stigmatisierung und soziale Teilhabe.

Wie unterscheidet sich Honneths Gerechtigkeitstheorie von der liberalen Sicht?

Während liberale Theorien den Fokus auf die Verteilung von Gütern und Rechten legen, argumentiert Honneth, dass soziale Anerkennung in drei Sphären (Liebe, Recht, Wertschätzung) eine notwendige Voraussetzung für Gerechtigkeit ist.

Welche Rolle spielt die Familie bei der Anerkennung laut Honneth?

Die Sphäre der Liebe bildet laut Honneth die psychische Grundlage für die Entwicklung von Selbstvertrauen und ist somit die Basis für die Teilnahme an allen späteren gesellschaftlichen Anerkennungsbeziehungen.

Wie wirkt sich laut der Arbeit Hartz IV auf die Kinder von Betroffenen aus?

Es besteht die Gefahr, dass Kinder durch die Abwertung ihrer Eltern im gesellschaftlichen Diskurs frühzeitig soziale Ausgrenzung erfahren, was ihre eigene Identitätsbildung erschwert und den Teufelskreis der Arbeitslosigkeit über Generationen hinweg festigen kann.

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Details

Title
Axel Honneth: Arbeitslosigkeit zwischen Menschenwürde und Gerechtigkeit
Subtitle
Kampf um Anerkennung
College
http://www.uni-jena.de/  (Soziologie)
Course
Seminar
Grade
2,0
Author
Catharina Haertel (Author)
Publication Year
2013
Pages
16
Catalog Number
V267102
ISBN (eBook)
9783656578550
ISBN (Book)
9783656578536
Language
German
Tags
axel honneth arbeitslosigkeit menschenwürde gerechtigkeit kampf anerkennung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Catharina Haertel (Author), 2013, Axel Honneth: Arbeitslosigkeit zwischen Menschenwürde und Gerechtigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267102
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