Es ist wohl kein Wunder, dass bei etwa 1,5 Millionen Fernsehspots jährlich in Deutschland, einige Werbetreibende versuchen mittels manipulativen Werbetechniken – der persuasiven Kommunikation – ihre Zielgruppe zu beeinflussen, um so an ihr Ziel – einen höheren Produktabsatz – zu kommen. Denn, nur etwa 1% dieser Werbefilme dringt in die Köpfe der Konsumenten vor. Doch ist beispielweise Schockwerbung, die zur Einstellungsänderung oder zu einer höheren Wahrnehmung (Aktivierung) führen soll aus ethischer Sicht betrachtet in Ordnung? Wo sind die Grenzen? Ist die Schwelle guten Geschmacks überschritten, wenn eine Diskothek ihr alkoholisches Angebot mit dem Slogan „Billig macht willig“ bewirbt? Kann es außerdem sein, dass persuasive Kommunikation die Gesellschaf nachhaltig schädigt? Doch die größte Frage, die sich in dieser Arbeit stellt ist: ist es überhaupt möglich mittels persuasiver Kommunikation Menschen nachhaltig zu beeinflussen? Sie zu manipulieren? Also eine Verhaltensänderung bei Menschen herbeizuführen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Vorgehensweise
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Persuasive Kommunikation
2.2 Ethik und Moral
3. Ethik und Moral im Kontext der persuasiven Kommunikation
3.1 Ethische und moralische Fragestellungen im Bezug auf diverse Werbemaßnahmen
3.2 Schädigt persuasive Werbung die Gesellschaft und die Kultur?
4. Persuasive Kommunikation ist gleich unbewusste Manipulation?
4.1 Werbewirkung und Modelle der Einstellungsänderung
4.1.1 Stufenmodelle der Werbewirkung
4.1.2 Modelle der Einstellungsänderung
4.2 Verändert persuasive Kommunikation die Einstellung von Menschen?
4.2.1 Persuasive Kommunikation in der Werbung ist gleich Manipulation
4.2.2 Persuasive Kommunikation kann nicht die Einstellung von Menschen verändern
5. Fazit
5.1 Zusammenfassung der Analyseergebnisse
5.2 Anregungen für die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit von Werbemaßnahmen, die persuasive Kommunikation und manipulative Techniken nutzen, um das Konsumverhalten zu beeinflussen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob persuasive Kommunikation tatsächlich in der Lage ist, Einstellungen nachhaltig zu manipulieren, oder ob Konsumenten bewusst gegen solche Beeinflussungsversuche immun sind.
- Ethische und moralische Bewertung von Werbepraktiken
- Analyse psychologischer Beeinflussungstechniken
- Untersuchung von Modellen zur Werbewirkung und Einstellungsänderung
- Diskussion über die gesellschaftlichen und kulturellen Auswirkungen von Werbung
- Kritische Auseinandersetzung mit Manipulationsvorwürfen
Auszug aus dem Buch
3.1 Ethische und moralische Fragestellungen im Bezug auf diverse Werbemaßnahmen
Man stelle sich vor, es ist Vorweihnachtszeit. Alles ist bunt dekoriert, Lebkuchenduft liegt in der Nase, fröhliche Musik tönt aus den Lautsprechern des Kaufhauses in dem man sich gerade mit seinem (Paten-) Kind befindet, um sich „Tipps für den Weihnachtsmann“ zu holen. Überall lachende Kindergesichter, überall farbenfrohe, heitere Werbereklamen und Plakate von denen Puppen herunter grinsen…und dann diese Werbung mittendrin:
Abbildung 1: LEGO Werbekampagne (Quelle: http://zweinullig.de/lego-werbung)
Was soll man auf Kinderfragen antworten, die wissen wollen was dieser Mann auf dem Plakat da tut und warum da ganz groß der Name des Lieblings-Spielzeugherstellers daneben steht? Ist es ethisch vertretbar für ein Unternehmen, das Bausteine zum Spielen herstellt sich so in der Öffentlichkeit zu positionieren? Die Botschaft ist zwar klar - Kinder sollen lieber mit Bauklötzen spielen, anstatt sich von scheinbar schädlichen Fernseh-Inhalten berieseln zu lassen – doch ist das nicht genauso gefährlich den Nachwuchs dermaßen zu irritieren und sie bewusst solchen Botschaften auszusetzen, nur um Aufmerksamkeit für das eigene Produkt zu erregen?
Neben emotionaler Werbung, die versucht durch Ansprache der Gefühlswelt des Konsumenten Aufmerksamkeit zu generieren, sind die Vermarktung von leeren Versprechungen und Illusionen als ethisch bedenklich einzustufen. Durch Vorgaukeln einer schönen, heilen Welt wird beim potenziellen Käufer eine Illusion geweckt, dass er es auch so hübsch haben könnte, würde er nur das beworbene Produkt kaufen. Von einem Mal auf das andere gehöre er zu einer angesagten Clique, ist beliebt und hat wohlmöglich seidige, von Spliss befreite Haare und dazu noch keine Schuppen mehr und dadurch mehr Selbstbewusstsein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definition der Problemstellung, Zielsetzung der Arbeit und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2. Theoretische Grundlagen: Einführung in die Begrifflichkeiten persuasive Kommunikation sowie Ethik und Moral im psychologischen und philosophischen Kontext.
3. Ethik und Moral im Kontext der persuasiven Kommunikation: Kritische Untersuchung von Werbemaßnahmen und deren potenziellen schädlichen Einfluss auf Gesellschaft und Kultur.
4. Persuasive Kommunikation ist gleich unbewusste Manipulation?: Analyse psychologischer Werbewirkungsmodelle und der Frage, ob eine tatsächliche Einstellungsänderung durch persuasive Kommunikation möglich ist.
5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Analyseergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Bedeutung ethischen Handelns in der Werbewirtschaft.
Schlüsselwörter
Persuasive Kommunikation, Werbung, Ethik, Moral, Werbepsychologie, Manipulation, Werbewirkung, Einstellungsänderung, Konsumentenverhalten, soziale Einflussnahme, unbewusste Reize, Camouflage-Techniken, Werbesoziologie, Verantwortung, gesellschaftliche Auswirkungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Dimension der Werbung und untersucht, inwiefern persuasive Kommunikation als Manipulation wahrgenommen werden kann und ob diese das Verhalten von Konsumenten unbewusst steuert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die ethischen Grundlagen der Kommunikation, psychologische Modelle der Werbewirkung sowie die kritische Reflexion von Verkaufstechniken und deren gesellschaftlichen Einfluss.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu erarbeiten, ob Werbemaßnahmen ethisch vertretbar sind und ob persuasive Kommunikation Menschen nachhaltig manipulieren kann, um deren Einstellungen oder Verhalten zu verändern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die Fachliteratur der Wirtschaftspsychologie und Ethik mit praxisnahen Werbebeispielen kombiniert, um die aufgeworfenen Fragestellungen kritisch zu hinterfragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Analyse ethischer Grenzfälle in der Werbung, eine Diskussion über unbewusste Manipulation und eine kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit von persuasiver Kommunikation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen persuasive Kommunikation, Manipulation, Werbepsychologie, Einstellungsänderung und ethische Verantwortung.
Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit von unterschwelliger Werbung?
Der Autor verweist auf Studien wie die "Vicary-Studie" und schlussfolgert, dass solche Effekte primär unter Laborbedingungen auftreten und im alltäglichen Leben keine unmittelbare, unbewusste Verhaltenssteuerung bewirken.
Was ist das zentrale Fazit hinsichtlich der Werbetreibenden?
Das Fazit betont, dass Werbetreibende zwar manipulative Techniken nutzen, die Konsumenten jedoch meist bewusst handeln und eine allgemeine Skepsis gegenüber Werbebotschaften besteht, was eine unbewusste Manipulation erschwert.
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- Eugenia Wolstein (Author), 2012, Ethik und Moral in der Werbung. Im Kontext der persuasiven Kommunikation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267113