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Der Indigenous Peoples Rights Act der Philippinen. Eine ethnologische Kritik

Título: Der Indigenous Peoples Rights Act der Philippinen. Eine ethnologische Kritik

Tesis de Máster , 2011 , 108 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Patrick Mielke (Autor)

Etnología / Folclore
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Die Magisterarbeit im Fach Ethnologie setzt sich kritisch mit dem 'Indigenous Peoples Rights Act of 1997' (IPRA) der Philippinen auseinander, der theoretisch eines der progressivsten Gesetze weltweit hinsichtlich der Verwirklichung 'indigener Rechte' darstellt. Die kritische Betrachtung des Gesetzes wird mit dem Fallbeispiel der Subanon vom Mt. Canatuan (Zamboanga del Norte, Mindanao) verknüpft. Den Ausgangspunkt der Untersuchung bildet die Frage, wie effektiv 'indigene Rechte' durch das Gesetz gesichert werden können, und welche Probleme sich ergeben, wenn diese durch staatliche und unternehmerische Interessen herausgefordert werden.
Davon ausgehend, dass die Beziehung zwischen 'indigenen Gemeinschaften' und dem Staat durch ein postkoloniales Machtverhältnis geprägt ist, verfolgt die Arbeit das Ziel, aufzuzeigen, wie bzw. ob sich dieses durch den IPRA verändert hat und welche praktischen Auswirkungen hinsichtlich der Handlungsmöglichkeiten 'indigener Gemeinschaften' damit einhergehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

I. THEORETISCHER, HISTORISCH-POLITISCHER UND RECHTLICHER RAHMEN

1. THEORETISCHER RAHMEN

1.1 Das Konzept der ‚indigenous peoples’ im internationalen Recht

1.2 Wer sind die ‚indigenous peoples’?

1.3 Adam Kupers „The return of the native”

1.4 Fazit

2. HISTORISCH-POLITISCHER RAHMEN

2.1 Die Ethnisierung der philippinischen Gesellschaft

2.2 Die Politisierung ethnischer Identitäten während der Marcos-Herrschaft

2.3 Die Anerkennung ‚indigener Rechte’ in den Philippinen - die Post-Marcos Ära

2.4 Politische Ordnung

2.5 Fazit

3. DER INDIGENOUS PEOPLES RIGHTS ACT

3.1 Allgemeine Bestimmungen

3.2 Das Recht auf Ahnenland und Ancestral Domain

3.3 Das Recht auf Selbstbestimmung und Selbstregierung

3.4 Das Recht auf free and prior informed consent

3.5 National Commission on Indigenous Peoples

3.6 Kritik

3.6.1 Generalisierungen und Homogenisierungen

3.6.2 Einschränkungen und Limitierungen – Supreme Court-Entscheidungen

3.6.3 Überschneidung von Rechtsansprüchen und weitere Kritikpunkte

3.6.4 Free and prior informed consent. Ein Instrument des Empowerment?

3.6.5 National Commission on Indigenous Peoples. Eine Behörde zum Schutz ‚indigener Rechte und Interessen’?

3.7 Fazit

II. FALLBEISPIEL: DIE SUBANON VOM MT. CANATUAN UND IHR STREBEN NACH SELBSTBESTIMMUNG UND SELBSTREGIERUNG SOWIE RECHTSSICHERHEIT FÜR IHR ANCESTRAL DOMAIN

4. ETHNOGRAPHISCHES SETTING

4.1 Einleitung

4.2 Wirtschaftsweise & Landkonzept

4.3 Gesellschaftliche Organisation

4.4 Gewohnheitsrecht

4.5 Orale Geschichte der Siocon Subanon

5. DIE SUBANON VOM MT. CANATUAN UND IHR STREBEN NACH SELBSTBESTIMMUNG UND SELBSTREGIERUNG SOWIE RECHTSSICHERHEIT FÜR IHR ACESTRAL DOMAIN

5.1 Ausgangslage

5.2 Die Durchsetzung des Canatuan Projekts: Militarisierung und Manipulierung

5.2.1 Militarisierung

5.2.2 Manipulierung oder „Wer sind die ‚rechtmäßigen’ Subanon?“

5.2.3 Probleme / Zwischenfazit

5.3 Die Inanspruchnahme des Gewohnheits- und des internationalen Rechts

5.3.1 Die Einschaltung des ‚Gukom der sieben Flüsse’

5.3.2 Die Einschaltung des UN-Committee on the Elimination of Racial Discrimination

5.3.3 Die Anerkennung der traditionellen Führungsstruktur und die Aussöhnung der Subanon vom Mt. Canatuan

5.3.4 Probleme / Zwischenfazit

5.4 Die Rolle der NGOs

SCHLUSSBETRACHTUNGEN

AUSBLICK

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Wirksamkeit des philippinischen "Indigenous Peoples Rights Act" (IPRA) als Instrument zum Schutz der Rechte indigener Gemeinschaften. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob dieses Gesetz tatsächliche Empowerment-Prozesse ermöglicht oder lediglich neue bürokratische Hürden und Abhängigkeiten schafft, besonders wenn indigene Landrechte mit staatlichen und unternehmerischen Interessen in Konflikt geraten.

  • Kritische Analyse des IPRA im Kontext postkolonialer Machtverhältnisse.
  • Untersuchung der historischen Marginalisierung indigener Gruppen auf den Philippinen.
  • Detaillierte Fallstudie zu den Subanon vom Mt. Canatuan und deren Widerstand gegen Bergbauprojekte.
  • Evaluierung der Rolle von Gewohnheitsrecht, staatlichen Behörden (NCIP) und NGOs bei der Durchsetzung indigener Rechte.

Auszug aus dem Buch

Die Ethnisierung der philippinischen Gesellschaft

Trotz des gemeinsamen malaiischen, austronesisch-sprachigen Ursprungs lassen sich die inzwischen geschätzt mehr als 100 Millionen Einwohner der Philippinen, als Konsequenz aus der kolonialen Geschichte des Landes, in drei Bevölkerungsgruppen unterteilen: ‚mainstream’ Filipinos oder Christen, ‚Moros’ oder Muslime sowie zahlreiche ‚indigene Gruppen’, die als ‚indigenous peoples’ oder ‚indigenous cultural communities’ bezeichnet werden. Erstere stellen die ökonomisch und politisch dominante, römisch-katholisch geprägte Mehrheitsbevölkerung, die heute über 80 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht. Sie sind überwiegend Küsten- und Tieflandbewohner, deren Vorfahren während der spanischen und amerikanischen Kolonialzeit christianisiert und verwestlicht wurden.

Die Muslime, deren Bevölkerungsanteil etwa bei fünf Prozent liegt, bewohnen vorwiegend die Küsten- und Tieflandregionen im südwestlichen und zentralen Mindanao, der Sulu-See und im südlichen Palawan. Bereits vor Ankunft der Spanier waren sie in Sultanaten organisiert und widersetzten sich erfolgreich der Kolonialisierung durch Spanier und Amerikaner bis etwa 1913, wodurch für mehrere Jahrhunderte eine faktische Trennung dieser Gebiete vom Rest der Philippinen bestand. Die Muslime setzen sich aus zehn ethnolinguistischen Gruppen zusammen. Die drei zahlenmäßig bedeutendsten sind die Maguindanaon am Pulangi Fluss in Zentralmindanao, die Marano am Lanao See und die Tausug auf Jolo.

Zusammenfassung der Kapitel

1. THEORETISCHER RAHMEN: Dieses Kapitel verortet das Konzept indigener Völker im internationalen Recht und setzt sich kritisch mit Adam Kupers theoretischer Debatte über Indigenität auseinander.

2. HISTORISCH-POLITISCHER RAHMEN: Der Abschnitt erläutert, wie koloniale Landpolitik und die Marcos-Diktatur zur Ethnisierung und Marginalisierung der philippinischen Minderheiten führten, was die Grundlage für die spätere IPRA-Gesetzgebung bildete.

3. DER INDIGENOUS PEOPLES RIGHTS ACT: Hier werden die Kernelemente des IPRA, wie das Recht auf Ahnenland und das FPIC-Verfahren, detailliert analysiert sowie die Kritik an der Umsetzung und den staatlichen Behörden dargestellt.

4. ETHNOGRAPHISCHES SETTING: Dieses Kapitel führt in die Lebensweise der Subanon ein, beschreibt deren Landkonzept, die gesellschaftliche Organisation und die Bedeutung des Gewohnheitsrechts.

5. DIE SUBANON VOM MT. CANATUAN...: Die Fallstudie analysiert den konkreten Konflikt der Subanon mit einem Bergbauunternehmen, beleuchtet die Rolle von Militarisierung, Manipulierung von Führungsstrukturen und den Weg der Versöhnung durch lokales Recht.

Schlüsselwörter

IPRA, Subanon, indigene Rechte, Ancestral Domain, Philippinen, Bergbau, Selbstbestimmung, Gewohnheitsrecht, Marginalisierung, FPIC, NCIP, Landrechte, Postkolonialismus, Mt. Canatuan, Empowerment.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Effektivität des philippinischen Gesetzes zum Schutz indigener Völker (IPRA) anhand theoretischer Diskurse und eines konkreten Fallbeispiels aus der Praxis.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Definition indigener Rechte, die historische Marginalisierung indigener Gruppen auf den Philippinen und der Konflikt zwischen indigenen Landrechten und unternehmerischen Bergbauinteressen.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, ob das IPRA tatsächlich indigene Gemeinschaften stärkt oder ob staatliche und wirtschaftliche Strukturen die Rechte dieser Gruppen weiterhin untergraben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit kombiniert eine juristisch-politische Analyse des IPRA mit einer ethnographischen Fallstudie (Subanon vom Mt. Canatuan), unter Verwendung von NGO-Berichten, juristischen Urteilen und einschlägiger Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische und rechtliche Einordnung des IPRA sowie eine detaillierte ethnographische und konfliktorientierte Untersuchung des Falls am Mt. Canatuan.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie indigene Rechte, IPRA, Subanon, Marginalisierung, Ancestral Domain und das FPIC-Verfahren charakterisiert.

Wie spielt das Gewohnheitsrecht bei den Subanon eine Rolle?

Das Gewohnheitsrecht dient den Subanon als traditionelles Instrument zur Konfliktlösung und zur Definition legitimer Führungsstrukturen, was im Konflikt gegen externe Akteure als Verteidigungslinie genutzt wird.

Welchen Einfluss hatte das Versöhnungsritual am Mt. Canatuan?

Das Versöhnungsritual fungierte als spiritueller und sozialer Akt, der half, die durch staatliche Manipulation verursachte Spaltung innerhalb der Subanon-Gemeinschaft zu heilen und die Anerkennung traditioneller Anführer wiederherzustellen.

Final del extracto de 108 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Indigenous Peoples Rights Act der Philippinen. Eine ethnologische Kritik
Universidad
University of Göttingen  (Institut für Ethnologie)
Calificación
1,3
Autor
Patrick Mielke (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
108
No. de catálogo
V267266
ISBN (Ebook)
9783656572978
ISBN (Libro)
9783656572961
Idioma
Alemán
Etiqueta
Ethnologie; Indigene Rechte; Rechtsethnologie; Politikethnologie; Postkoloniale Theorie; Subanon Philippinen Ressourcenkonflikte
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Patrick Mielke (Autor), 2011, Der Indigenous Peoples Rights Act der Philippinen. Eine ethnologische Kritik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267266
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