Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen des demografischen Wandels auf den Lebensmitteleinzelhandel.
Die Menschen werden immer älter. Die Bevölkerung im Allgemeinen aber auch immer kleiner, da nicht genug Kinder geboren werden. Diese Entwicklung hat Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche. Auf die deutsche Wirtschaft und im Besonderen auf den Lebensmitteleinzelhandel werden ältere Konsumenten einen erheblichen Einfluss ausüben.
Da sie zahlenmäßig in Zukunft den größten Teil der Bevölkerung darstellen und über eine bedeutende Kaufkraft verfügen, wird eine Veränderung der Zielgruppe von der heute hauptsächlich umworbenen Gruppe der 14- bis 49-Jährigen, hin zur Generation 50plus stattfinden. Die demografische Entwicklung sowie die daraus resultierenden Auswirkungen auf die verschiedenen Bereiche werden in dieser Arbeit im ersten Teil behandelt.
Um nun aus Sicht des Lebensmitteleinzelhandels speziell auf diese Kundengruppe eingehen und reagieren zu können, ist es außerordentlich wichtig, die Veränderungen zu kennen und zu verstehen, die ältere Menschen durchleben. Die biologischen, psychologischen und soziologischen Veränderungen dieser Generationen werden in dieser Arbeit nacheinander beleuchtet und mögliche Reaktionen des Lebensmitteleinzelhandels in Form von strategischen und operativen Maßnahmen dargestellt.
Aufgrund der derzeit zu beobachtenden Problematik, dass gerade den Senioren zunehmend die Möglichkeit genommen wird, in der Nähe ihrer Wohnung Lebensmittel einzukaufen, soll sich der letzte Teil der Arbeit eben diesem Problem widmen, indem die fehlende Nahversorgung in Deutschland näher beschrieben wird und mögliche Maßnahmen für die verschiedenen Seniorentypen dargelegt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Demografischer Wandel
3 Verhalten älterer Konsumenten
3.1 Kaufkraft
3.2 Einflussfaktoren auf das Konsumverhalten von Senioren
3.2.1 Altern aus biologischer Sicht
3.2.2 Altern aus psychologischer Sicht
3.2.3 Altern aus soziologischer Sicht
3.3 Informationsverhalten
4 Mögliche Reaktionen des Lebensmitteleinzelhandels
4.1 Strategien
4.1.1 Marketing für Senioren
4.1.2 Integrationsmarketing
4.2 Marketingpolitische Instrumente
4.2.1 Ladengestaltung und Warenpräsentation
4.2.2 Preis- und Produktpolitik
4.2.3 Kommunikationspolitik
4.2.4 Sortimentspolitik
4.2.5 Personalpolitik
4.2.6 Standortpolitik
5 Nahversorgung mit Lebensmitteln
5.1 Entwicklungen im Lebensmitteleinzelhandel
5.2 Problemdefinition
5.3 Lösungsansätze
5.3.1 Freunde und Verwandte
5.3.2 Internet und Lieferservice
5.3.3 Einkaufsservice
5.3.4 Ambulanter Handel
5.3.5 Tante-Emma-Läden durch Franchising
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des demografischen Wandels auf den deutschen Lebensmitteleinzelhandel und untersucht, wie Unternehmen durch angepasste Strategien und operative Maßnahmen auf die Bedürfnisse der Generation 50plus reagieren können, um die Nahversorgung langfristig zu sichern.
- Herausforderungen des demografischen Wandels für den Einzelhandel
- Verhalten und Anforderungen älterer Konsumenten (biologisch, psychologisch, soziologisch)
- Strategische Optionen des Marketings (Integrationsmarketing vs. zielgruppenspezifisches Marketing)
- Operative Marketing-Instrumente zur seniorengerechten Angebotsgestaltung
- Lösungsansätze für eine verbesserte Nahversorgung im ländlichen Raum
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Altern aus biologischer Sicht
Nachstehend werden nun typische physische Erscheinungen des fortschreitenden Alters aufgeführt und kurz erläutert, wobei in Kapitel 4 ausführlicher auf das daraus resultierende Einkaufsverhalten bzw. die Anforderungen an das Marketing eingegangen wird.
Zunächst einmal sind Veränderungen des äußeren Erscheinungsbildes, wie Haarausfall, Ergrauen der Haare, Bildung von Falten und Pigmentflecken auf der Haut offensichtlich. Es gibt aber auch einige, die nicht sofort ersichtlich sind. Hierzu zählen zum Beispiel alle Sinnesorgane, die sich individuell mit zunehmendem Alter verschlechtern.
Bezüglich des Sehens ist festzuhalten, dass die Sehschärfe um bis zu 80 % nachlässt. Auch die Pupille selbst unterliegt Veränderungen. Sie ist bei 80-Jährigen nur noch halb so groß wie bei 60 Jahre jüngeren Menschen. Das Erkennen von Farben lässt im Laufe der Zeit nach, die Linse wird gelblich und trüb. Ab ca. 55 Jahren verengt sich das Blickfeld, man sieht nur noch einen kleineren Winkel. Des Weiteren nimmt die Anpassung der Augen von hell auf dunkel, und umgekehrt, stark ab.
Eine weitere altersbedingte Veränderung lässt sich hinsichtlich des Hörens feststellen. Das Hörvermögen im Allgemeinen, als auch das hoher Töne nimmt ab, d. h. Töne müssen lauter und dürfen nicht zu hoch sein, um von den betreffenden Personen wahrgenommen und verstanden werden zu können. Außerdem lässt die Geschwindigkeit, das Gehörte zu verarbeiten, nach.
Auch die Intensität des Schmeckens und Riechens wandelt sich. Die Zahl der Geschmacksknospen nimmt ab.
Betrachtet man Motorik und Kraft von älteren Personen, so ist festzuhalten, dass unter anderem die Skelettmuskulatur sowie die Gelenkbeweglichkeit abnehmen. Dies hat zunehmende Versteifung und insgesamt geringere Beweglichkeit und Kraft zur Folge.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des demografischen Wandels für den Lebensmitteleinzelhandel ein und definiert die Zielgruppe der Generation 50plus für die vorliegende Arbeit.
2 Demografischer Wandel: Das Kapitel beschreibt die Ursachen der alternden Gesellschaft, wie sinkende Geburtenraten und steigende Lebenserwartung, sowie deren Auswirkungen auf zentrale gesellschaftliche Bereiche.
3 Verhalten älterer Konsumenten: Es wird analysiert, wie sich ältere Menschen in Bezug auf Kaufkraft, biologische, psychologische und soziologische Aspekte sowie ihr Informationsverhalten differenziert verhalten.
4 Mögliche Reaktionen des Lebensmitteleinzelhandels: Hier werden strategische und operative Anpassungen im Marketing-Mix sowie spezifische Maßnahmen wie der „Supermarkt der Generationen“ vorgestellt.
5 Nahversorgung mit Lebensmitteln: Dieses Kapitel thematisiert die Problematik der schwindenden Nahversorgung in ländlichen Gebieten und bewertet verschiedene Lösungsansätze wie Lieferservices und neue Ladenkonzepte.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die zukünftige Bedeutung der Generation 50plus für den Handel.
Schlüsselwörter
Demografischer Wandel, Generation 50plus, Lebensmitteleinzelhandel, Nahversorgung, Seniorenmarketing, Konsumverhalten, Integrationsmarketing, Marketing-Mix, Ladengestaltung, Produktpolitik, Kommunikationspolitik, Standortpolitik, Tante-Emma-Laden, Franchising, Kaufkraft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit untersucht die Herausforderungen, die der demografische Wandel für den deutschen Lebensmitteleinzelhandel mit sich bringt, und entwickelt Ansätze, um diese Kundengruppe gezielt anzusprechen und zu binden.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die sozio-ökonomischen Hintergründe des Alterns, die spezifischen Bedürfnisse der Generation 50plus im Supermarkt sowie Möglichkeiten zur Sicherung der Nahversorgung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, Strategien und operative Maßnahmen für den Lebensmitteleinzelhandel aufzuzeigen, um den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden und die Nahversorgung, insbesondere im ländlichen Raum, zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien und Statistiken (z.B. GfK, Allensbach, BAGSO), um die Bedürfnisse und das Verhalten der Senioren fundiert darzulegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Konsumentenmerkmale, die Ableitung von Marketingstrategien und Instrumenten (Marketing-Mix) sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Nahversorgungsproblemen und deren Lösungsansätzen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Demografischer Wandel, Generation 50plus, Lebensmitteleinzelhandel, Nahversorgung, Seniorenmarketing und Konsumentenverhalten geprägt.
Welche Bedeutung hat das "Integrationsmarketing" in diesem Kontext?
Das Integrationsmarketing zielt darauf ab, Angebote für Senioren zu modifizieren, ohne sie explizit als Produkte für Ältere zu kennzeichnen, um die Akzeptanz bei allen Altersgruppen zu wahren.
Warum spielt die Standortpolitik bei der Nahversorgung eine so wichtige Rolle?
Da Senioren oft in ihrem Wohnumfeld auf eine gute Erreichbarkeit angewiesen sind, stellt der Wegzug von Geschäften aus der Innenstadt und ländlichen Regionen („grüne Wiese“) ein Kernproblem für ihre Versorgung dar.
Welche Rolle spielt das "Tante-Emma-Laden"-Konzept durch Franchising?
Es dient als Lösungsansatz, um durch organisatorisch verbundene Kleinbetriebe die flächendeckende Nahversorgung in kleineren Gemeinden zu sichern und gleichzeitig durch persönliche Bindung Senioren zu unterstützen.
- Citar trabajo
- Julia Lugert (Autor), 2013, Der demografische Wandel und die Nahversorgung. Herausforderungen und Lösungsansätze für das Marketing im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267339