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Rechtliche und soziale Aspekte des Boulevardjournalismus

Title: Rechtliche und soziale Aspekte des Boulevardjournalismus

Term Paper , 2013 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Felix Neff (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Trotz sinkender Auflagenzahlen und generell starker Veränderungen des weltweiten Pressemarkts, vor allem durch den Übergang in den digitalen Markt, sind Boulevardzeitungen, Klatschblätter und die Regenbogenpresse nach wie vor äußerst erfolgreich. Gehören Frauenzeitschriften zu der leitenden Kategorie, ist Boulevardjournalismus und Klatsch in vielen Genres vorzufinden. Selbst bei Nachrichten, Reportagen u.ä. ist eine zunehmende Boulevardisierung festzustellen.
Im Folgenden werden die konzeptionellen Grundlagen gestellt, indem der Begriff "Massenmedien", die Presse als Bestandteil davon und die Boulevardpresse als hier genauer behandeltes Genre definiert werden. Daraufhin werden die sozialen Aspekte, die bei der Entstehung, der Verbreitung, als auch bei dem Konsum boulevardesker Publizistik eine Rolle spielen näher erläutert. Woher stammt die menschliche Faszination mit Klatsch und Tratsch und wie gehen die Medien vor, um das Bedürfnis der Konsumenten danach zu befriedigen?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen

2.1.Massenmedien

2.2.Presse als Teil der Massenmedien

2.3.Boulevardpresse

3. Soziale und rechtliche Aspekte der Boulevardpresse

3.1.Soziale Aspekte der Boulevardpresse

3.2.Rechtliche Aspekte der Boulevardpresse

3.3.Der "News of the World Abhörskandal"

4. Résumé

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der gesellschaftlichen Faszination für Boulevardmedien und den damit verbundenen rechtlichen sowie ethischen Grenzüberschreitungen. Ziel ist es, die soziologischen Hintergründe des Erfolgs von Klatsch und Tratsch sowie die juristischen Grauzonen aufzuzeigen, in denen sich diese Presseform bewegt, illustriert durch den Fall des "News of the World"-Abhörskandals.

  • Grundlagen der Massenmedien und deren Funktion in der Gesellschaft
  • Soziologische Analyse der Faszination für Boulevardjournalismus
  • Rechtliche Rahmenbedingungen, Pressefreiheit und Sorgfaltspflicht
  • Analyse von Grauzonen und Strategien zur Umgehung von Regulierungen
  • Fallstudie: Der Abhörskandal der britischen "News of the World"

Auszug aus dem Buch

3.1. Soziale Aspekte der Boulevardpresse

Aus soziologischer Sicht können die Gründe für die Faszination und den daraus resultierenden Erfolg von Klatsch in der Presse auf vier Faktoren zurückgeführt werden:

1. Bereits Anfang des vergangenen Jahrhunderts wurde allgemein akzeptiert, dass Klatsch "ein typisches informelles Kontrollmittel ist und seine verhaltensregulierende, Konformität erzwingende Funktion vor allem in kleinen, stabilen, moralisch homogen strukturierten Gruppen oder Gesellschaften entfaltet." Auf die Opfer wird Druck ausgeübt, indem durch breitflächiges Klatschen und Lästern, also missbilligendes Auslassen über Taten, Einstellungen o.ä. in Magazinen, Zeitschriften und sonstigen Plattformen für Boulevardgerede zu erreichen versucht wird, dass das missbilligte Verhalten entsprechend der allgemeinen Erwartungen angepasst wird.

2. Klatsch, stark ironisches oder gar abwertendes Diskutieren anderer wirkt gruppenstabilisierend und verstärkt die Geltung sozialer Normen und Regeln. Voraussetzung dafür ist, dass man selbst Mitglied jener Gruppe ist, von welcher der Klatsch ausgeht. Die Boulevardpresse entspricht dabei durch den zumeist günstigen und diskreten Erwerb am Kiosk oder im Supermarkt einer enorm großen Gruppe, welcher man unabhängig von der eigenen Identität sehr einfach beitreten kann.

3. "Klatsch [...] kann als eine Einrichtung zur Durchsetzung und Verteidigung individueller Interessen betrachtet werden." Es kann somit als strategische Handlung gesehen werden, die dem Zweck dient, Interessen und Ansichten zu legitimieren, beziehungsweise, fremde Interessen und Ansichten in negativem Licht darzustellen. Das Sprichwort "In jeder Lüge steckt ein bisschen Wahrheit" findet im Zusammenhang mit Klatsch besonderen Anklang, da in der Klatschpresse ständig vorkommende Gerüchte, Halbwahrheiten etc. in der Regel immer auf tatsächlichen Fakten basieren. Es ist der Kontrast verschiedener Ansichten und die daraus folgende Interpretation der Journalisten, die zu einem manchmal stark verzerrten Realitätsbild in Boulevardmedien führt.

4. Die Indiskretion, als die Klatsch eigentlich gesehen wird, ist durch die Konstitution der Boulevardpresse legitimiert worden. Das Verbreiten von Gerüchten und das sich Ergötzen an den Missgeschicken oder Misserfolgen anderer wird einerseits öffentlich geächtet und verurteilt, andererseits lustvoll privat praktiziert. Dieses "Guilty Pleasure" erreicht seinen Erfolg in der Gesellschaft dadurch, dass es für wenig Geld und mit wenig Aufwand erworben werden kann und man daraufhin durch diese Klatschblätter als Puffer einem geheimen Verlangen nachgehen kann, ohne direkt als Quelle des Vergehens angegriffen zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die anhaltende Relevanz der Boulevardpresse trotz digitaler Umbrüche und skizziert die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit ihren sozialen und rechtlichen Aspekten.

2. Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Massenmedien sowie das Genre der Boulevardpresse und ordnet die Presse in den größeren Kontext der modernen Medienlandschaft ein.

3. Soziale und rechtliche Aspekte der Boulevardpresse: Hier werden die soziologischen Faktoren für den Erfolg von Boulevardjournalismus analysiert und die rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Grauzonen beleuchtet, die im Abhörskandal der "News of the World" gipfeln.

4. Résumé: Das Fazit fasst zusammen, dass die Boulevardpresse eine bedeutende gesellschaftliche Rolle einnimmt, deren Mechanismen oft an der Grenze zum rechtlich Zulässigen operieren, wie das Extrembeispiel des Abhörskandals verdeutlicht.

Schlüsselwörter

Boulevardpresse, Massenmedien, Journalismus, Klatsch, Soziologie, Pressefreiheit, Sorgfaltspflicht, News of the World, Abhörskandal, Privatsphäre, Medienethik, Boulevardisierung, Klatschpresse, Gegendarstellung, Sensationsjournalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis der Gesellschaft zur Boulevardpresse, indem sie sowohl die soziologische Anziehungskraft von Klatsch als auch die rechtliche Problematik der Berichterstattung analysiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Definition der Boulevardpresse, die soziologische Funktion von Klatsch, die rechtlichen Grenzen journalistischen Handelns und die Konsequenzen aus dem "News of the World"-Skandal.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die Boulevardmedien trotz ethischer Bedenken und rechtlicher Grauzonen kommerziell erfolgreich bleiben und welchen Einfluss dieser Druck auf die Qualität des Journalismus hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung soziologischer Konzepte sowie eine Analyse rechtlicher Rahmenbedingungen anhand von Fachliteratur und einer Fallstudie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen der Massenmedien definiert, anschließend die soziologischen Faktoren von Klatsch dargelegt und schließlich die rechtlichen Anforderungen an die Presse mit einem konkreten Fallbeispiel (Abhörskandal) kritisch betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Boulevardpresse, Massenmedien, Klatsch, Pressefreiheit, Medienethik, Sorgfaltspflicht und der News-of-the-World-Skandal.

Warum ist die Boulevardpresse soziologisch so erfolgreich?

Der Erfolg basiert laut Arbeit auf vier Faktoren: Klatsch als informelles Kontrollmittel, gruppenstabilisierende Wirkung, Verteidigung individueller Interessen und die psychologische Legitimation durch das "Guilty Pleasure"-Prinzip.

Wie schützen sich Boulevardmedien vor rechtlichen Konsequenzen?

Medien nutzen rechtliche Grauzonen und formulieren kritische Behauptungen häufig als Fragen oder hypothetische Vermutungen, um eine direkte Angreifbarkeit wegen Falschbehauptungen zu vermeiden.

Welche Konsequenzen hatte der "News of the World"-Skandal?

Neben der Einstellung der Zeitung nach über 160 Jahren führte der Skandal zu einer breiten ethischen Diskussion, Rücktritten, Verurteilungen und politischen Reformen wie einer neuen Medienaufsicht in Großbritannien.

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Details

Title
Rechtliche und soziale Aspekte des Boulevardjournalismus
College
University of Applied Sciences Köln RFH
Grade
1,0
Author
Felix Neff (Author)
Publication Year
2013
Pages
22
Catalog Number
V267506
ISBN (eBook)
9783656578413
ISBN (Book)
9783656578376
Language
German
Tags
rechtliche aspekte boulevardjournalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Felix Neff (Author), 2013, Rechtliche und soziale Aspekte des Boulevardjournalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267506
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