Kann das Phänom Politikverdrossenheit durch die politische Bildung in der Schule -also den Politikunterricht- bekämpft werden? Und wenn ja, wie?
Hier wird ein neues didaktisches Konzept für den Politikunterrichter vorgestellt, das dazu angetan ist, Politikverdrossenheit erst gar nicht entstehen zu lassen: Die Politikkompetenz.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufgaben der Politischen Bildung
3. Das Konzept „Politikkompetenz“
3.1 Fachwissen
3.2 Politische Urteilsfähigkeit
3.3 Politische Handlungsfähigkeit
3.4 Politische Einstellungen und Motivation
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Politischen Bildung (PB), der weit verbreiteten Politikverdrossenheit bei Jugendlichen entgegenzuwirken. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, ob und durch welche didaktischen Konzepte die PB junge Menschen wieder für politisches Engagement und Partizipation begeistern kann.
- Analyse der Ursachen von Politikverdrossenheit bei Jugendlichen
- Die Rolle der Politischen Bildung in der modernen Parteiendemokratie
- Das Modell der „Politikkompetenz“ als zentrales didaktisches Konzept
- Verknüpfung von Fachwissen, Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit und Motivation
- Herausforderungen und Rahmenbedingungen der schulinternen Politischen Bildung
Auszug aus dem Buch
3.2 Politische Urteilsfähigkeit
„Ein politisches Urteil ist eine Äußerung über eine politische Angelegenheit“ (Detjen et al. 2012: 35). Diese Angelegenheiten können die Aufgaben und Probleme des politischen Systems, Aufgaben und Probleme des sozialen Nahraums, politische Programme, aber auch politische Akteure sein. Dabei kann das Urteil wertend sein, indem es etwas als gut oder schlecht bewertet, es kann auch entscheidend sein, bspw. für oder gegen ein Handeln. Schließlich kann ein Urteil auch gestaltend formuliert werden, indem es konkrete Angaben über eine zu regelnde Materie oder Frage macht (vgl. Detjen et al. 2012: 35).
Die Politikdidaktiker und Politikwissenschaftler sind sich darin einig, dass Bürgerinnen und Bürger über politische Urteilsfähigkeit verfügen müssen (Detjen et al. 2012: 48). Dabei legt die Politikdidaktik Wert auf die inhaltliche Qualität eines Urteils, welche im Grunde auf Rationalität beruht, damit der Urteilende seine Entscheidung diskursiv begründen kann (vgl. Detjen et al. 2012: 48). Diese politische Rationalität setzt sich aus der Zweck- und der Wertrationalität zusammen, wobei erstere weitgehend identisch Effizienz ist, da sie eine „optimale Relation zwischen einem […] politischen Zweck und den zu seiner Verwirklichung eingesetzten Mitteln“ meint (Detjen et al. 2012: 48). An dieser Effizienz werden die politischen Akteure zumeist gemessen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Problematik der Politikverdrossenheit unter Jugendlichen und führt in die Relevanz der Politischen Bildung als Gegenmaßnahme ein.
2. Aufgaben der Politischen Bildung: Dieses Kapitel erörtert die gesellschaftliche Funktion der Politischen Bildung und stellt die Hinführung zur Partizipation als zentrales Ziel dar.
3. Das Konzept „Politikkompetenz“: Es wird das Modell von Detjen et al. vorgestellt, welches die Grundlage für die Vermittlung politischer Kompetenzen im Unterricht bildet.
3.1 Fachwissen: Dieser Abschnitt definiert konzeptuelles Wissen und dessen Rolle beim Verständnis politischer Zusammenhänge.
3.2 Politische Urteilsfähigkeit: Hier wird die Fähigkeit zur rationalen Bewertung und Begründung politischer Sachverhalte detailliert beschrieben.
3.3 Politische Handlungsfähigkeit: Das Kapitel differenziert zwischen kommunikativem und partizipativem Handeln als Ausdruck politischer Teilhabe.
3.4 Politische Einstellungen und Motivation: Dieser Teil betrachtet motivationale Faktoren als notwendigen Motor für politisches Interesse und Handeln.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Politische Bildung trotz struktureller Herausforderungen ein entscheidendes Mittel gegen Politikverdrossenheit bleibt.
Schlüsselwörter
Politische Bildung, Politikkompetenz, Politikverdrossenheit, Jugendliche, Partizipation, Fachwissen, Urteilsfähigkeit, Handlungsfähigkeit, Motivation, Demokratie, Politikunterricht, politische Partizipation, Didaktik, Engagement, Sozialisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob und wie Politische Bildung dazu beitragen kann, das schwindende Interesse junger Menschen an Politik zu reaktivieren und gegen Politikverdrossenheit zu wirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Kompetenzmodell der Politischen Bildung, den Dimensionen politischen Wissens und Handelns sowie der motivationalen Verankerung politischer Teilhabe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu prüfen, inwieweit das Modell der „Politikkompetenz“ geeignet ist, um Jugendlichen die notwendigen Fähigkeiten für ein aktives politisches Engagement zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte theoretische Literaturanalyse aktueller politikdidaktischer Konzepte und fachwissenschaftlicher Debatten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Politischen Bildung und die detaillierte Vorstellung des Modells der Politikkompetenz mit seinen vier Kernbereichen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Politikkompetenz, Partizipation, Politische Bildung und Jugendliches Engagement definieren.
Warum ist das Fachwissen laut Autor so entscheidend für die politische Teilhabe?
Fachwissen dient laut Autor als Grundlage, da nur wer in einem Thema thematisch sicher ist, die notwendige Kompetenz entwickelt, um sicher und überzeugt politisch zu handeln.
Welche Rolle spielt die Motivation im Kontext der Politikkompetenz?
Die Motivation wird als „Motor“ der anderen Kompetenzdimensionen verstanden, da sie nicht nur den Erwerb von neuem Wissen antreibt, sondern auch das politische Urteilsvermögen und das Interesse am politischen Handeln fördert.
Welche Einschränkungen nennt der Autor bezüglich der politischen Partizipation?
Der Autor kritisiert, dass klassische Partizipation in Parteien oft kostenintensiv ist und somit soziale Hürden existieren, die nicht allein durch Bildung überwunden werden können.
- Arbeit zitieren
- Marcus Kasten (Autor:in), 2013, Politische Bildung vs. Politikverdrossenheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267517