Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Begriffen der „Décadence“ und des „Fin de siècle“ und wird diese jeweils kultur- und literaturhistorisch betrachten. Als Quellenangaben dienen hier größtenteils Lexikonartikel und Wörterbücher, bzw. Nachschlagewerke. Ein großer Teil der Arbeit wird der „Décadenceliteratur“ gewidmet und setzt hier die Schwerpunkte vor der Zeit des Fin de siècle und währenddessen. Hierbei wird ein besonderes Augenmerk auf die deutsche Décadenceliteratur geworfen. Abschließend wird der Dandysmus und die daraus resultierende Literatur in den Kontext der Décadenceliteratur gebracht und dort werden einige Parallelen, aber auch Unterschiede herausgearbeitet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Begriff des Fin de Siècle
2.1 begriffsgeschichtlich und
2.2 kulturhistorisch erläutert
3. Décadence begriffsgeschichtlich erläutert
4. Die kulturhistorischen und literaturhistorischen Stufen der Décadence
die Décadenceliteratur
4.1 vor dem Fin de siècle
4.2 innerhalb des Fin de siècle
4.3 in Deutschland
5. Der Bezug der Décadenceliteratur zum Dandysmus
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die Begriffe „Décadence“ und „Fin de siècle“ kultur- und literaturhistorisch zu durchdringen, um ihre Bedeutung für die europäische Literatur um 1900 aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere die Verbindung zwischen der Décadenceliteratur und dem Dandysmus untersucht, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer ästhetischen sowie lebensweltlichen Ausprägung herauszuarbeiten.
- Historische Begriffsbestimmung von Fin de siècle und Décadence.
- Analyse der kulturellen Phänomene und der Décadenceliteratur.
- Untersuchung der speziellen Ausprägungen der Décadence in Deutschland.
- Vergleichende Betrachtung von Décadenceliteratur und Dandysmus.
- Darstellung des Dandys als literarische und soziale Zwittergestalt.
Auszug aus dem Buch
4.3 Décadenceliteratur in Deutschland
Am Ende des 19. Jh. gelingt der Décadence der Siegeszug von Frankreich ins kulturmüde Europa, allen voran propagieren Friedrich Nietzsche und Helmut Bahr die neue Décadence. Die Wurzeln liegen in Deutschland jedoch im Sturm und Drang verankert, auch hier herrschte schon ein gewisser Kulturpessimismus, der wiederum auf die Ideen Rousseaus zurückgeht und jeden blinden Fortschrittsglauben und Rationalismus im Zeichen der Zivilisation ablehnt und statt dessen eine Rückkehr zum natürlichen Leben fordert.
Schon im Sturm und Drang also geht die Erkenntnis des Niedergangs der Kultur einher mit einer starken Kritik an Zivilisation und Gesellschaft. An der Philosophie Schopenhauers und der Musik Richard Wagners entzündet sich dann auch der Décadencebegriff bei Nietzsche, anfangs verwendet er jedoch noch bevorzugt Synonyme wie Verfall, Untergang und Niedergang. Der Verlust der Einheit, des Ganzen, ist für ihn das Hauptmerkmal aller Décadence. Sie ist für ihn eine notwendige Konsequenz des Lebens, sie erfasst Menschen und Epochen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Arbeit, die sich mit der kultur- und literaturhistorischen Untersuchung der Begriffe Décadence und Fin de siècle befasst.
2. Der Begriff des Fin de Siècle: Erläuterung des Fin de siècle als Epoche des Übergangs, geprägt von einer Mischung aus Endzeitstimmung und Modernitätsbewusstsein.
3. Décadence begriffsgeschichtlich erläutert: Herleitung des Begriffs Décadence vom lateinischen decadere und dessen Wandel von einem neutralen Naturbegriff hin zu einem wertenden Stilbegriff.
4. Die kulturhistorischen und literaturhistorischen Stufen der Décadence: Untersuchung der Entwicklung der Décadenceliteratur von ihren französischen Anfängen bis zur spezifischen Ausprägung in Deutschland.
5. Der Bezug der Décadenceliteratur zum Dandysmus: Aufzeigen der Parallelen und Verbindungen zwischen der Literatur der Décadence und der Figur des Dandys als heroischem Außenseiter.
6. Schlussbetrachtung: Resümee der Arbeit, das die Erkenntnisse zu den zentralen Begriffen zusammenführt und die wechselseitige Beeinflussung von Décadence und Dandysmus unterstreicht.
Schlüsselwörter
Fin de siècle, Décadence, Dandysmus, Literaturgeschichte, Kulturpessimismus, Ästhetizismus, Jugendstil, Moderne, Verfall, Künstlichkeit, Idealbild, Lebensstimmung, Zwiegesichtigkeit, Kulturkritik, Jahrhundertwende.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Konzepte des Fin de siècle und der Décadence im Hinblick auf ihre Bedeutung für die europäische Literatur am Ende des 19. Jahrhunderts.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Im Zentrum stehen die historische Herleitung der Begriffe, die Analyse der Décadenceliteratur sowie die Untersuchung der Verbindung zwischen Décadence und dem Dandysmus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die innere Struktur und die kulturgeschichtliche Bedeutung des Fin de siècle und der Décadence sowie deren Auswirkung auf literarische Ausdrucksformen präzise zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturbasierte Analyse unter Verwendung von Lexikonartikeln, Wörterbüchern und einschlägiger fachwissenschaftlicher Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die begriffliche Klärung von Fin de siècle und Décadence, die historische Entwicklung der Décadenceliteratur und die komparative Untersuchung des Bezugs zum Dandysmus.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fin de siècle, Décadence, Dandysmus, Kulturpessimismus, Ästhetizismus und die Zwiegesichtigkeit der Epoche.
Wie lässt sich laut der Autorin der spezifische Charakter der deutschen Décadenceliteratur beschreiben?
Die deutsche Décadenceliteratur ist besonders durch eine Ambivalenz gekennzeichnet: Sie pflegt den Kult der Künstlichkeit, trägt aber gleichzeitig eine innere Tendenz zur Überwindung und ein Bedürfnis nach Gesundung in sich.
Warum wird der Dandy als Zwittergestalt zwischen verschiedenen Epochen bezeichnet?
Der Dandy fungiert als Zwittergestalt, da er einerseits mit dem Wertekanon des Ancien régime verbunden ist, während er andererseits bereits vom Geist der modernen, industriellen Zeit durchdrungen ist.
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- Stefanie Breitzke (Author), 2004, Décadence und Fin de siècle im Bezug auf den Dandysmus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26752