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Die Rolle des Adels in "Das Gemeindekind" und "Er lasst die Hand küssen"

Titre: Die Rolle des Adels in "Das Gemeindekind" und "Er lasst die Hand küssen"

Dossier / Travail , 2013 , 16 Pages , Note: 2,7

Autor:in: Gudrun Kahles (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Comparée
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Die Aufklärung und die französische Revolution hatten die Gedanken der persönlichen Freiheit und der nationalen Selbstbestimmung europaweit ins Leben gerufen. Nationalbewusstsein hatte sich entwickelt. Die Menschen träumten von Volkssouveränität und einem Verfassungsstaat. Dieser Traum scheiterte mit der Revolution von 1848. Die Aristokratie übernahm wieder die politische Macht, die Restauration blockierte die Liberalisierung. Die Meinungsfreiheit war beschränkt, die Pressezensur eingeführt.

Der Industrialisierungsprozess hatte zu gravierenden Veränderungen in der Gesellschaft geführt. Obwohl neue Arbeitsplätze geschaffen worden waren, konnte der Arbeitsmarkt aufgrund des starken Bevölkerungszuwachses den Bedarf nicht abdecken. Die Armut nahm zu, die soziale Not wurde immer größer. Auch das Bürgertum fühlte eine Bedrohung seiner Existenz. Aus Angst vor Willkürhandlungen der Unterschicht grenzte es sich gegenüber dem Proletariat ab.

Auf der politischen Ebene entwickelten sich Sozialdemokratie und Kommunismus. In Deutschland war es jedoch beiden Bewegungen nicht möglich ihren selbstgestellten Aufgaben im gewünschten Maße nachzukommen. Sie wurden durch die Bismarck’sche Gesetzgebung niedergehalten und verboten.

Auch die öffentlich-politische Literatur hatte sich nach der Revolution zurückgezogen. Manche Autoren waren emigriert. Die, die im Lande geblieben waren hatten sich mit den Gegebenheiten arrangiert. Allerdings gab es auch Mahner. Marie von Ebner-Eschenbach war eine von ihnen.

Wie sie das tat, versuche in nachstehend anhand von zwei Beispielen aus ihrem Schaffen, dem Roman „Das Gemeindekind“ und der Novelle „Er lasst die Hand küssen“, zu klären.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Marie von Ebner-Eschenbach

3. Die Dorfgeschichte im Realismus

4. Das Gemeindekind

4.1 Die Vertreter des Adels im Roman

5. Er lasst die Hand küssen

5.1 Die Vertreter des Adels in der Novelle

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung und Rolle des Adels in Marie von Ebner-Eschenbachs Werken "Das Gemeindekind" und "Er lasst die Hand küssen", um zu analysieren, wie die Autorin die soziale Verantwortung der herrschenden Klasse im Kontext des österreichischen Realismus kritisch hinterfragt.

  • Analyse des literarischen Schaffens von Marie von Ebner-Eschenbach.
  • Einordnung der Dorfgeschichte in den Kontext des Bürgerlichen Realismus.
  • Kontrastierung der Adelsfiguren in Roman und Novelle hinsichtlich ihrer sozialen Einstellung.
  • Untersuchung der vermittelnden Rolle des Bildungsbürgertums (Lehrer/Doktor).
  • Bewertung des kritischen Impetus der Autorin gegenüber der sozialen Ungerechtigkeit ihrer Zeit.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Vertreter des Adels im Roman

Ebner-Eschenbach schilderte die Schlossbewohnerin, eine alte Baronin, zu Beginn des Romans als eine Frau, die sich so wenig wie möglich um die Dorfgemeinde kümmern wollte. Als der Bürgermeister mit den beiden Kindern bei ihr vorstellig wurde, erklärte sie ihm: „Um die Kinder der Strolche, […] kümm‘r ich mich nicht.“15 Den Jungen lehnte sie kategorisch ab, bei dem kleinen Mädchen jedoch hatte sie ein Einsehen: „Allenfalls das Mädel […] will ich der Gemeinde abnehmen. Obwohl ich wirklich nicht weiß, wie ich dazu komme, etwas zu tun für die Gemeinde.“16

Sie gab Milada in klösterliche Obhut und verfolgte die Entwicklung des Kindes. Um Pavel jedoch kümmerte sie sich nicht. Dessen inbrünstige Bitten, seine Schwester besuchen zu dürfen, gab sie nur unwillig nach und wollte möglichst vermeiden, dass die Geschwister sich sahen.

Dass Pavel sich im Laufe der Jahre vom jugendlichen Dieb zu einem ehrlichen Menschen entwickelt hatte, weigerte sie sich zu glauben. Als sie das Haus sah, das der junge Mann sich gebaut hatte, sagte sie zu dem sie begleitenden Schulmeister: „ So – der kauft ein und bezahlt Rechnungen? Woher nimmt er das Geld dazu? Ich habe gehört, daß er einen Beutel voll Geld gestohlen hat.“17 Doch als ihr Begleiter ihr versicherte, dass dies nicht wahr sei und Pavel sich verändert habe, änderte sie ihr Verhalten dem jungen Mann gegenüber: „Wenn ich gewußt hätte, daß du ein Haus baust und Bretter brauchst, hätte ich sie dir geschenkt.“18

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung bettet die Fragestellung in den historischen Kontext des 19. Jahrhunderts und des Realismus ein und skizziert das Ziel der Analyse.

2. Marie von Ebner-Eschenbach: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Biografie der Autorin und deren thematische Auseinandersetzung mit sozialen Reformen.

3. Die Dorfgeschichte im Realismus: Hier wird die literarische Gattung der Dorfgeschichte definiert und ihre Bedeutung innerhalb des Bürgerlichen Realismus erläutert.

4. Das Gemeindekind: Inhaltsangabe und Analyse des Romans, der die Entwicklung des Protagonisten Pavel vom Außenseiter zum geachteten Mitglied der Gesellschaft beschreibt.

4.1 Die Vertreter des Adels im Roman: Untersuchung der Baronin, die im Laufe der Erzählung einen Sinneswandel durchlebt.

5. Er lasst die Hand küssen: Zusammenfassung der Novelle, die das Schicksal des Häuslersohnes Mischka und die Unfähigkeit der Gräfin zur Empathie thematisiert.

5.1 Die Vertreter des Adels in der Novelle: Kontrastierung der verschiedenen adligen Positionen in Rahmen- und Binnengeschichte.

6. Zusammenfassung: Abschließende Reflexion über die Gesellschaftsstrukturen und die Rolle des Adels bei Ebner-Eschenbach.

7. Literaturverzeichnis: Aufzählung der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.

Schlüsselwörter

Marie von Ebner-Eschenbach, Bürgerlicher Realismus, Dorfgeschichte, Adelsrolle, soziale Verantwortung, Österreichischer Realismus, Klassengesellschaft, Literaturkritik, Pauperismus, Menschenbild, Humanismus, Gesellschaftsanalyse, Das Gemeindekind, Er lasst die Hand küssen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und das Verhalten von Adelsfiguren in zwei literarischen Werken von Marie von Ebner-Eschenbach vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Umbrüche im 19. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die soziale Ungleichheit, die Klassenunterschiede in der Dorfgesellschaft sowie die moralische Verantwortung, die Ebner-Eschenbach von der aristokratischen Elite gegenüber den ärmeren Schichten einfordert.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Ebner-Eschenbach durch die Charakterisierung adliger Figuren Kritik an unsozialen Strukturen übt und welche Entwicklungen sie innerhalb dieser Schichten darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Textinhalt mit biografischen Aspekten der Autorin und literaturgeschichtlichen Kontexten (Bürgerlicher Realismus) verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung der Autorin und Gattung, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Adelsrepräsentanten in "Das Gemeindekind" und "Er lasst die Hand küssen" sowie deren jeweiligem sozialen Umfeld.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Realismus, Aristokratie, soziale Gerechtigkeit, Klassenspannungen, literarische Rollenbilder und die spezifische Kritik von Ebner-Eschenbach.

Warum spielt die Figur der Baronin in "Das Gemeindekind" eine Schlüsselrolle?

Die Baronin dient als Beispiel für einen positiven Sinneswandel innerhalb des Adels; ihr Übergang von der Desinteressierten zur fürsorglichen Gutsherrin symbolisiert die geforderte Anpassung an eine humanere soziale Ordnung.

Wie unterscheidet sich die Gräfin in "Er lasst die Hand küssen" von anderen Adelsfiguren?

Im Gegensatz zur Baronin zeigt die Gräfin in der Novelle keinerlei Einsicht oder Verständnis für die Nöte der Unterschicht; sie bleibt in ihrer Ignoranz und ihrem Zynismus gefangen, was den tragischen Ausgang für Mischka besiegelt.

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Résumé des informations

Titre
Die Rolle des Adels in "Das Gemeindekind" und "Er lasst die Hand küssen"
Université
Technical University of Darmstadt  (FB 2 Gesellschaftswissenschaften)
Cours
Realistitsches Erzählen vom Lande (Seminar)
Note
2,7
Auteur
Gudrun Kahles (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
16
N° de catalogue
V267585
ISBN (ebook)
9783656586616
ISBN (Livre)
9783656586623
Langue
allemand
mots-clé
rolle adels gemeindekind hand
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Gudrun Kahles (Auteur), 2013, Die Rolle des Adels in "Das Gemeindekind" und "Er lasst die Hand küssen", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267585
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Extrait de  16  pages
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