Teilzeitarbeit ist gleich Frauenarbeit – so heißt es im allgemeinen Sprachgebrauch und ist schon länger Gegenstand vieler arbeitsmarkttheoretischer Diskussionen in der Wissenschaft. Immer wieder erscheinen Zeitungsartikel, die die Ausbreitung und Ausmaße der Teilzeit beschreiben, analysieren und sich teils kritisch damit auseinandersetzen. Dass vor allem Frauen und im Besonderen berufstätige Mütter in diesem Bereich sehr häufig vertreten sind, ist kaum zu leugnen wenn man aktuelle Statistiken betrachtet.
Der Anteil der Männer in dieser Tätigkeit ist verschwindend gering: gerade einmal 10% aller erwerbstätigen Männer arbeiten in Teilzeit während Frauen mit einem Anteil von 47,5% knapp die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen ausmachen. Betrachtet man die traditionellen Rollenbilder von Mann und Frau, so erscheint daran nichts erstaunlich zu sein: Männer kümmern sich um die finanzielle und existenzielle Absicherung der Familie, während die Frau bzw. Partnerin für die Kindererziehung und den Haushalt zuständig ist. So wurde es lange Zeit gehandhabt und objektiv gesehen, könnte dieses „Männliche Ernährermodell“ als sinnvoll erscheinen. Dennoch: seit den 1970er Jahren tritt die Frau als „Heimchen am Herd“ immer mehr zurück und stellt sich den berufliche Herausforderungen der Arbeitswelt. Die Quote der erwerbstätigen Frauen steigt seit Ende des letzten Jahrhunderts kontinuierlich an (siehe Kapitel 3) und das klassische Modell des Mannes und der Frau werden konsequent in Frage gestellt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Teilzeitarbeit und deren Begrifflichkeiten
- Entstehung und Definition des „Normalarbeitsverhältnisses“
- Definition „Teilzeitarbeit“
- Entwicklung und Lage von Teilzeit
- Männer und Frauen in Teilzeit – Daten, Fakten und Motivation
- Frauen
- Männer
- Geschlechtsspezifische Unterschiede aufgrund von Wirtschaftsbereichen?
- Teilzeittätigkeiten in den drei Wirtschaftssektoren
- Männer und Frauen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist es, die Unterschiede in den Teilzeitanteilen zwischen Mann und Frau zu untersuchen. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Gründe und Faktoren, die diese Unterschiede erklären können. Es wird untersucht, ob es geschlechtsspezifische Motivationen für Teilzeitarbeit gibt und welche Rolle wirtschaftliche Aspekte spielen.
- Die Entwicklung und Lage der Teilzeitarbeit in Deutschland
- Die Motive von Männern und Frauen für die Entscheidung für Teilzeit
- Der Einfluss von Wirtschaftssektoren auf die Teilzeitquote von Männern und Frauen
- Die Rolle der traditionellen Geschlechterrollen und deren Einfluss auf die Arbeitswelt
- Die Frage, ob und warum Teilzeitarbeit für Männer erschwert ist
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in das Thema Teilzeitarbeit ein und beleuchtet die aktuelle Situation in Deutschland. Sie beschreibt die traditionelle Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau und die Herausforderungen, die sich durch den steigenden Frauenanteil in der Erwerbstätigkeit ergeben. Kapitel 2 befasst sich mit der Entstehung und Definition von Teilzeitarbeit sowie des „Normalarbeitsverhältnisses“. Es wird die historische Entwicklung der Arbeitszeitregulation und die Bedeutung des 8-Stunden-Tages für die Verbreitung der Teilzeitarbeit dargestellt. Kapitel 3 bietet eine umfassende Analyse der Entwicklung und der aktuellen Lage der Teilzeitarbeit in Deutschland. In Kapitel 4 werden die unterschiedlichen Motivationen von Männern und Frauen für die Entscheidung für Teilzeitarbeit beleuchtet. Es werden Statistiken und Daten zur Geschlechterverteilung in der Teilzeitarbeit präsentiert und analysiert. Kapitel 5 untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede in den Teilzeitanteilen aufgrund von Wirtschaftsbereichen. Es werden die drei Wirtschaftssektoren (primäre, sekundäre und tertiäre) betrachtet und die Bedeutung des Dienstleistungssektors für die hohe Frauenerwerbsquote diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Teilzeitarbeit, Geschlechterunterschiede, Arbeitsmarkt, Wirtschaftssektoren, Motivation, traditionelle Geschlechterrollen, Erwerbstätigkeit, Frauenanteil, Männeranteil, Arbeitsteilung, Dienstleistungssektor, und das „Normalarbeitsverhältnis“.
Häufig gestellte Fragen
Warum arbeiten Frauen deutlich häufiger in Teilzeit als Männer?
Dies liegt oft an traditionellen Rollenbildern, bei denen Frauen primär für Kindererziehung und Haushalt zuständig sind, während Männer die Rolle des Haupternährers übernehmen.
Wie hoch ist der Anteil von Männern in Teilzeitarbeit?
Laut den im Text genannten Statistiken arbeiten nur etwa 10 % der erwerbstätigen Männer in Teilzeit, verglichen mit fast der Hälfte (47,5 %) der Frauen.
Was versteht man unter dem "Normalarbeitsverhältnis"?
Es bezeichnet ein unbefristetes, vollzeitnahes Beschäftigungsverhältnis mit voller Sozialversicherungspflicht, das lange Zeit als Standardmodell der Erwerbstätigkeit galt.
Welchen Einfluss hat der Dienstleistungssektor auf die Teilzeitquote?
Im tertiären Sektor (Dienstleistungen) ist die Teilzeitquote besonders hoch, da hier flexible Arbeitszeiten verbreiteter sind und dieser Sektor einen hohen Frauenanteil aufweist.
Gibt es geschlechtsspezifische Motivationen für Teilzeit?
Ja, während Frauen Teilzeit oft zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf nutzen, wählen Männer dies seltener und oft aus anderen Gründen, da gesellschaftliche Erwartungen an die männliche Vollzeiterwerbstätigkeit hoch bleiben.
Hat sich das Modell des "Heimchens am Herd" verändert?
Seit den 1970er Jahren ist dieses Modell rückläufig. Die Erwerbsquote von Frauen steigt kontinuierlich an, wobei Teilzeit oft als Brücke zwischen Berufswelt und Familie dient.
- Citar trabajo
- Nicole Friedrich (Autor), 2013, Eine geschlechterspezifische und sektorenabhänige Untersuchung von Teilzeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267601