Die Arbeit befasst sich mit den drei großen mafiosen Organisationen Italiens: der sizilianischen Cosa Nostra, der kampanischen Camorra und der kalabresischen 'Ndrangheta. Es wird dabei sowohl auf die geschichtlichen Hintergründe als auch die wirtschaftlichen Verstrickungen in der Agrarwirtsschaft, der Baubranche und der Gastronomie eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Mafia
2.1 Begriffsdefinition nach Arlacchi
2.2 geschichtlicher Hintergrund
2.3 Mafiose Organisationen in Italien
2.3.1 Cosa Nostra
2.3.2 'Ndrangheta
2.3.4 Camorra
3. wirtschaftliche Entwicklungen
3.1 Agrarwirtschaft
3.2 Baubranche
3.3 Gastronomie
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein differenziertes Verständnis für mafiose Organisationen in Italien zu entwickeln, wobei der Fokus explizit auf deren Einfluss und Durchdringung in legalen Wirtschaftssektoren liegt.
- Begriffsdefinition des Mafia-Begriffs nach Pino Arlacchi
- Historische Entstehung und Entwicklung der drei Hauptorganisationen: Cosa Nostra, 'Ndrangheta und Camorra
- Analyse der wirtschaftlichen Infiltration in der Agrarwirtschaft
- Untersuchung der mafiosen Machenschaften in der Baubranche
- Aufdeckung der Rolle des Gastronomiesektors bei der Geldwäsche
Auszug aus dem Buch
3.2 Baubranche
Bereits in den sechziger Jahren begannen sich die Cosa Nostra und die 'Ndrangheta für die Baubranche zu interessieren. Die Stadt Palermo hatte auf Sizilien noch immer mit den Folgen des Wiederaufbaus aus dem Zweiten Weltkrieg zu kämpfen und in Kalabrien sollte die Autobahnstrecke zwischen Neapel und Reggio Calabria weitergeführt werden. Während die 'Ndrangheta noch die Methoden aus der Agrarwirtschaft anwendet, indem sie verschiedene Baufirmen erpresst und ihnen Schutztruppen aufzwingt, ist die Cosa Nostra schon einen Schritt weiter. Sie hatte bereits die Führung von Handels- und Industriebetrieben übernommen (vgl. Arlacchi 1989: 75).
Die Sanierung des 450 kilometerlangen Autobahnabschnitts zwischen Salerno und Reggio di Calabria ist auch nach fünf Jahrzehnten noch ein aktuelles Thema, denn das Projekt mutierte im Laufe der Jahre zu einer Dauerbaustelle. Ein anderes bekanntes Bauprojekt der Mafia in der heutigen Zeit ist der Bau der Hängebrücke von Messina. Die Brücke soll Sizilien mit dem Festland verbinden und würde eine Gesamtlänge von 3,5 Kilometern und sechs Fahrspuren für Züge und Kraftfahrzeuge besitzen. Sie wäre somit die längste Hängebrücke der Welt. Bei beiden Bauvorhaben handelt es sich um Milliarden-Projekte die seit Jahren, auf Grund von polizeilichen Ermittlungen, immer wieder ins Stocken geraten (vgl. BeautifulDokus2 2013: 17:05 - 21:13, [Onlinevideo]).
Die mafiosen Organisationen agieren auf unterschiedliche Weisen in der Baubranche. Einerseits werden noch immer die altbewehrten Methoden von Einschüchterung und Erpressung angewandt (vgl. BeautifulDokus2 2013: 19:00 - 19:40, [Onlinevideo]). Ein Beispiel ist die 'Ndrangheta die von Bauunternehmern eine Sicherheitssteuer in Höhe von drei oder fünf Prozent verlangt. Diese Steuer hat zur Folge, dass die Unternehmer Einsparungen vornehmen müssen und somit minderwertiges Material verwenden oder gewisse Maßnahmen wie das Abdichten von Fenstern weglassen und sind somit wieder erpressbar (vgl. Reski 2009: 161 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Wahrnehmung der Mafia und definiert das Ziel der Arbeit, den wirtschaftlichen Einfluss der Organisationen aufzuzeigen.
2. Mafia: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Begriffsbestimmung, einen historischen Abriss der Entstehung und eine detaillierte Analyse der Strukturen von Cosa Nostra, 'Ndrangheta und Camorra.
3. wirtschaftliche Entwicklungen: Das Kapitel untersucht die methodische Vorgehensweise der Mafia bei der Infiltration und Ausbeutung der Agrarwirtschaft, Baubranche und Gastronomie.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit des gesellschaftlichen und staatlichen Handelns gegen die Allgegenwärtigkeit mafioser Strukturen.
Schlüsselwörter
Mafia, Cosa Nostra, 'Ndrangheta, Camorra, Organisierte Kriminalität, Geldwäsche, Baubranche, Agrarwirtschaft, Gastronomie, Schutzgelderpressung, Italien, Wirtschaftsentwicklung, Pino Arlacchi, Omertà, Addio Pizzo
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen der Mafia in Italien unter einem sozioökonomischen Blickwinkel und konzentriert sich dabei besonders auf deren Einfluss in legale Geschäftsbereiche.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die begriffliche Einordnung der Mafia, ihre historische Entwicklung sowie ihre spezifische wirtschaftliche Betätigung in der Landwirtschaft, am Bau und in der Gastronomie.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein differenzierteres Bild der Mafia zu zeichnen, das über das Klischee krimineller Vereinigungen hinausgeht und deren ökonomische Machtstrukturen offenlegt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie eine Auswertung von Berichten und Online-Quellen, um die historischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der mafiosen Organisationen darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Charakterisierung der drei großen italienischen Mafia-Clans sowie eine detaillierte Untersuchung der ökonomischen Infiltrationsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zu den prägenden Schlagworten gehören Mafia, Geldwäsche, Korruption, wirtschaftliche Infiltration sowie die Namen der drei Organisationen: Cosa Nostra, 'Ndrangheta und Camorra.
Welche Bedeutung hat die Gastronomie für die Mafia?
Die Gastronomie dient nicht nur als legaler Geschäftszweig zur Einkommenserzielung, sondern fungiert essenziell als Geldwaschanlage für Einnahmen aus illegalen Geschäften.
Warum ist das Beispiel der Pachino-Tomate für die Arbeit relevant?
Die Pachino-Tomate dient als konkretes Fallbeispiel, um die mafiosen Mechanismen der Preisdiktatur und die Ausbeutung von Erzeugern und Konsumenten im Agrarsektor zu verdeutlichen.
- Arbeit zitieren
- Franziska Janke (Autor:in), 2013, Mafiose Organisationen in Italien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267619