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Die Vereinten Nationen:Gründung und Idee der Vereinten Nationen vor dem Hintergrund des Scheiterns des Völkerbundes

Title: Die Vereinten Nationen:Gründung und Idee der Vereinten Nationen vor dem Hintergrund des Scheiterns des Völkerbundes

Term Paper , 2002 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Theresia Schnell (Author)

Politics - Topic: International Organisations
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Summary Excerpt Details

Das Bestreben, den Krieg institutionell mit Hilfe internationaler Organisationen
zurückzudrängen, geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. 1
Auf den Haager Friedenskonferenzen (1899, 1907) wurden erste internationale
Verhandlungen über Fragen des Kriegsrechts, der Abrüstung, der friedlichen Beilegung von
Streitigkeiten und der Schaffung eines Ständigen Schiedsgerichtshof geführt. 1914
verhinderte das Ausbrechen des Ersten Weltkrieges jedoch eine Institutiona lisierung der
Haager Konferenz, wie sie in der Schlußakte empfohlen wurde.2
Am Ende des Ersten Weltkrieges war mit der Gründung des Völkerbundes die erste
internationale friedenssichernde Organisation entstanden. Als der Völkerbund den Ausbruch
des Zweiten Weltkriegs nicht verhindern konnte, war sein Auflösen 1945 nur noch eine reine
Formsache. So traten die Vereinten Nationen im April 1945 noch vor Abschluß der
Kampfhandlungen des Zweiten Weltkrieges an die Stelle des gescheiterten Völkerbundes.3
Wie wichtig die Arbeit der Vereinten Nationen ist, wurde gerade in den letzten Monaten
internationaler politischer Unsicherheiten deutlich. 4 Seit ihrer Gründung 1945 sind die
Vereinten Nationen zu einem bedeutenden Organ der internationalen Politik geworden. Aus
diesem Grund sollen in dieser Arbeit die Anfänge der Institutionalisierung der
Friedenssicherung dargestellt werden.
Hierzu wurden vor allem die Werke Günter Unsers, Hermann Webers und Gottfried Zeigers
herangezogen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen.
Um die Idee der Vereinten Nationen in ihrer Komplexität zu verstehen, beschäftigt sich das
1. Kapitel zunächst mit der Entstehung, der Geschichte und dem Scheitern des Völkerbundes.
Darauf aufbauend wird im 2. Kapitel die Entstehungsgeschichte und die Idee der Vereinten
Nationen vorgestellt.
Im letzten Kapitel soll die Frage beantwortet werden, welche Anstrengungen unternommen
wurden, um ein nochmaliges Scheitern einer Weltfriedensorganisation zu verhindern und
welchen neuen Problemen die Vereinten Nationen gegenüberstehen.
1 Vgl. Hans Fenske: Politisches Denken im 20. Jahrhundert, in: Hans Joachim Lieber (Hg.): Politische Theorien
von der Antike bis zur Gegenwart, Wiesbaden 2000, S. 657-863, S. 681.
2 Vgl. ebd., S. 683-686.
3 Vgl. Günther Unser: Die UNO. Aufgaben und Strukturen der Vereinten Nationen, 6. neubearbeitete und
erweiterte Auflage, München 1997, S. 2.
4 Verwiesen sei hier vor allem auf die Einsätze der UN-Truppen im Kosovo und in Osttimor im Jahr 2001.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Völkerbund

1.1. Entstehung des Völkerbundes

1.2. Politische Prinzipien und Scheitern des Völkerbundes

2. Die Vereinten Nationen

2.1. Entstehung und Gründung der Vereinten Nationen

2.2. Ziele und Grundsätze der Vereinten Nationen

3. Neue Initiative für eine Weltfriedensorganisation

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Anfänge der Institutionalisierung der internationalen Friedenssicherung nachzuzeichnen, indem die Entstehung und das Scheitern des Völkerbundes als historischer Kontext für die Gründung der Vereinten Nationen analysiert werden.

  • Historische Entwicklung internationaler Organisationen zur Friedenssicherung
  • Analyse der strukturellen und politischen Ursachen für das Scheitern des Völkerbundes
  • Entstehungsgeschichte und Konzeption der Vereinten Nationen
  • Zentrale Ziele, Grundsätze und Sicherheitsmechanismen der UN-Charta
  • Bewertung der Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen im historischen Kontext

Auszug aus dem Buch

1.2. Politische Prinzipien und Scheitern des Völkerbundes

Die Prinzipien der Völkerbundsatzung waren in der internationalen Politik ohne Vorbild. Kern der Präambel war die Aussage, daß die Staaten bestimmte Verpflichtungen übernehmen, nicht zum Krieg zu schreiten und die geltenden Übereinkommen des Völkerrechts als Richtschnur ihres Handelns ansehen. In Artikel 1 der Satzung wird das Anliegen klar herausgestrichen, möglichst alle Völker und Nationen im Bund zu vereinigen. Dieses Universalitätsprinzip sollte die Voraussetzung für weitere wichtige Elemente der Satzung sein, so zum Beispiel für das Prinzip der kollektiven Sicherheit, das besagt, daß die Mitgliedstaaten sich zu kollektiven Aktionen vereinen, wenn ein Staat gegen die Friedensordnung verstößt.

In dem Universalitätsprinzip ist jedoch auch ein wichtiger Grund für das Scheitern des Völkerbundes zu sehen. Zur Zeit der Gründung zählte die Organisation 42 Mitgliedstaaten. Trotz des intensiven Einsatzes des amerikanischen Präsidenten Wilson bei der Entwicklung des Völkerbundes scheiterte der Beitritt der Vereinigten Staaten von Amerika im März 1920 an der Ablehnung des Versailler Friedensvertrags im amerikanischen Senat. Die im Ersten Weltkrieg besiegten Staaten ebenso wie das kommunistische Rußland wurden zunächst nicht zur Mitgliedschaft eingeladen. Auch in den folgenden Jahren wurde die angestrebte Universalität niemals auch nur annähernd erreicht. Der Völkerbund blieb stets weitgehend auf Europa beschränkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Völkerbund: Dieses Kapitel behandelt die Gründung sowie die strukturellen und politischen Prinzipien des Völkerbundes und analysiert die Gründe für dessen Machtlosigkeit und Scheitern vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

2. Die Vereinten Nationen: Hier wird der Prozess der Gründung der Vereinten Nationen beschrieben, der durch die Erfahrungen aus der Völkerbundzeit geprägt war, und es werden die grundlegenden Ziele und Prinzipien der UN-Charta dargelegt.

3. Neue Initiative für eine Weltfriedensorganisation: Das Kapitel vergleicht den Völkerbund mit den Vereinten Nationen, beleuchtet die Auswirkungen des Ost-West-Konflikts auf die UN-Handlungsfähigkeit und diskutiert die Herausforderungen bei der Umsetzung der kollektiven Sicherheit.

Schlüsselwörter

Völkerbund, Vereinte Nationen, Friedenssicherung, Kollektive Sicherheit, Völkerrecht, UN-Charta, Internationalismus, Internationale Organisation, Woodrow Wilson, Friedensordnung, Weltfrieden, Diplomatie, Sicherheitspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung der internationalen Bemühungen zur institutionellen Friedenssicherung und vergleicht dabei die historische Rolle des Völkerbundes mit der Gründung und Arbeitsweise der Vereinten Nationen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Entstehungsgeschichte internationaler Organisationen, die Ursachen für das Scheitern des Völkerbundes und die daraus resultierende Konzeption der Vereinten Nationen zur Wahrung des Weltfriedens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Gründer der Vereinten Nationen versuchten, die Fehler des gescheiterten Völkerbundes zu vermeiden, und inwiefern sich die neue Organisation im Bereich der Friedenssicherung positionierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Literaturanalyse, die zentrale Werke zur Geschichte der internationalen Beziehungen und zur Struktur der Vereinten Nationen auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Strukturen des Völkerbundes, die Entstehung der Vereinten Nationen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und der Wirksamkeit der UN-Friedenssicherung im 20. Jahrhundert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Völkerbund, Vereinte Nationen, Kollektive Sicherheit, Friedenssicherung und Völkerrecht bestimmt.

Welche Rolle spielte Präsident Woodrow Wilson für den Völkerbund?

Woodrow Wilson war maßgeblich an der Realisierung und Förderung des Völkerbundgedankens beteiligt, insbesondere durch seine "14 Punkte", die als konzeptionelle Basis für die Neuordnung internationaler Beziehungen dienten.

Warum konnte der Völkerbund den Zweiten Weltkrieg nicht verhindern?

Zu den Hauptgründen zählen die fehlende Universalität, die politische Machtlosigkeit bei Aggressionen sowie die strukturelle Verbindung zur Friedensordnung von Versailles, die von vielen Mächten als Instrument der Siegermächte missverstanden wurde.

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Details

Title
Die Vereinten Nationen:Gründung und Idee der Vereinten Nationen vor dem Hintergrund des Scheiterns des Völkerbundes
College
University of Bonn  (Seminar für Politische Wissenschaft)
Course
Regierungssysteme und Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland
Grade
1,7
Author
Theresia Schnell (Author)
Publication Year
2002
Pages
16
Catalog Number
V26767
ISBN (eBook)
9783638290098
Language
German
Tags
Vereinten Nationen Gründung Idee Vereinten Nationen Hintergrund Scheiterns Völkerbundes Regierungssysteme Außenpolitik Bundesrepublik Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theresia Schnell (Author), 2002, Die Vereinten Nationen:Gründung und Idee der Vereinten Nationen vor dem Hintergrund des Scheiterns des Völkerbundes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/26767
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